16. Dezember: Gewonnen

Auch wenn Lily diese Anlässe hasste, weil sie sich immer wie auf dem Präsentierteller vorkam, musste sie dennoch zugeben, dass das Essen immer einsame Spitze war. Allerdings rackerten sich Hauselfen auch tagelang für dieses Festmahl ab, also war das auch zu erwarten. Trotzdem freute sich Lily jedes Mal darauf, weil es meistens das einzig Positive an diesen steifen Veranstaltungen war. Auch wenn es dieses Mal etwas anders war, schließlich ging es ausnahmsweise um sie und ihre Arbeit und nicht um jemand anderen aus der Familie. Und sie würde sich heute einen Kindheitstraum erfüllen, etwas, was sie nie zu hoffen gewagt hatte.

„Du siehst wirklich umwerfend aus", flüsterte Howard ihr zu und legte eine Hand auf ihr Knie. Lily lief leicht rosa an, aber niemand schien es zu bemerken. Sie hatte sich auch viel Mühe gegeben, mit ihrer Frisur und ihrem eleganten schwarzen Kleid, in das ein paar goldene Fäden eingenäht waren, die im richtigen Licht schimmerten. Irgendjemand in der Presse hatte immer etwas an ihrem Outfit auszusetzen, aber sie hatte schon lange gelernt, das zu ignorieren. Solange sie sich wohl fühlte, war alles in Ordnung.

„Danke", flüsterte sie geschmeichelt zurück und küsste Howard auf die Wange. „Du auch." Er trug einen unauffälligen schwarzen Festumhang, der nicht viel Aufmerksamkeit erregte, aber er stand ihm ausgezeichnet und Howard hatte gemeint, dass Wichtigste heute war sowieso, dass sie hervorgehoben wurde, also machte es nichts, wenn auf ihn niemand achtete.

„Ich kann nicht fassen, dass James immer noch nicht da ist", murmelte ihre Mutter dann erzürnt und warf einen weiteren Blick auf den Eingang.

„Vielleicht hat er es einfach nur vergessen?", schlug Al der Fairness halber vor, denn es wäre tatsächlich nicht das erste Mal, dass James versprach zu kommen und es dann schlicht und einfach vergaß.

Lily verdrehte die Augen. „Ach komm, Al, das glaubst du doch wohl selbst nicht. Erst bettelt er mich praktisch um die Karte an und dann taucht er nicht auf?" Das würde selbst James nicht wagen. „Und dabei hab ich keine Ahnung, warum er überhaupt kommen will! Er ist doch sonst nicht so scharf auf diese Events. Frauen kann er schließlich überall aufreißen." Die warfen sich ihm schließlich immer und überall an den Hals, dazu musste er nicht erst hierherkommen.

„Schatz, hör auf, darüber nachzugrübeln. Freu dich lieber einfach darauf, dass du gleich eine Feder bekommst. Du weißt, was du sagen willst?" Lily nickte. Natürlich wusste sie, was sie sagen wollte. Ihre Dankesrede hatte sie schon vor zehn Jahren geübt, als sie sich dazu entschlossen hatte, Journalistin zu werden. So wie James schon als Fünfjähriger mit der Klobürste vor dem Spiegel posiert und so getan hatte, als wäre sie der Weltmeisterschaftspokal.

„Und, Howard, wie läuft es bei dir?", erkundigte sich Lilys Vater, um seine Frau davon abzuhalten, sich noch länger über ihren ältesten Sohn zu ärgern.

„Oh, sehr gut, Mr Potter", erwiderte Howard sofort mit einem höflichen Lächeln und einem stolzen Unterton. „Im Moment sind zwar die Zabinis sehr aufgebracht, aber die Arbeit geht gut voran. Ich rechne nicht damit, dass ich in dem Verließ auch so viele Monate wie bei den Malfoys zubringen muss." Er erschauderte.

Al grinste. „Ich freu mich auch, dass die Malfoys endlich aufgehört haben, ständig in meinem Büro aufzutauchen, um sich über dich zu beschweren. Erstens könnte ich da wirklich nichts machen, selbst wenn ich wollte, und zweitens kotzt es mich an, dass sie anscheinend denken, dass ich auf ihrer Seite stehen muss, nur weil Scorpius mein bester Freund ist und sie ‚praktisch zur Familie' gehören."

Ihre Mutter schüttelte lachend den Kopf. „Ich hätte nie gedacht, dass sie das mal freiwillig zugeben würden."

„Die würden alles zugeben, solange es ihnen was nützt, unterschätz das bloß nicht, Gin", erwiderte ihr Vater abwertend.

Lily nickte, denn das war auch ihr Eindruck. Solange sie sich damit den Kopf aus der Schlinge ziehen konnten, würden sie sagen und tun, was nötig war. Und wenn sie glaubten, dass Al in einer Position war, ihnen zu helfen, dann würden sie das natürlich schamlos ausnutzen.

Sie trank sie einen Schluck Wein und ließ ihren Blick durch den Saal schweifen. An einem der Tische entdeckte sie Rita Kimmkorn, die unmögliche Ziege. Anthony Goldstein saß mit seiner Frau Padma an einem Tisch in ihrer Nähe. Er fing ihren Blick auf und zwinkerte ihr zu. Pauline und Henry Mitchell saßen ganz in der Nähe des Podiums und waren in ein Gespräch mit dem Besitzer des Tagespropheten vertieft. Henry hatte wieder sein schönes Lächeln aufgesetzt, das aber sofort verschwand, als er zufällig Lilys Blick bemerkte. Sie runzelte die Stirn und wandte den Blick wieder ab.

„Tia muss bald zu einer Konferenz nach Ägypten", erzählte Al dann. „Vielleicht werde ich sie begleiten. Ich müsste mich sowieso mal wieder mit der Runenabteilung dort treffen. Und ich hab ihre Eltern seit der Hochzeit nicht mehr gesehen."

„Du musst sie unbedingt grüßen, wenn du sie siehst", erwiderte ihre Mutter sofort. Sie war begeistert gewesen von Als Schwiegereltern. „Vielleicht sollten wir ja mitkommen, Harry", schlug sie dann mit leuchtenden Augen vor. „Es ist so lange her, seit wir das letzte Mal zusammen verreist sind."

Ihr Vater warf einen Blick auf Al, der panisch mit dem Kopf schüttelte und runzelte die Stirn. „Ich weiß nicht. Ich hab momentan sehr viel zu tun. Ein Teil von Askaban soll renoviert werden und das dauert seine Zeit. Und auf dich kommen doch jetzt einige Berichterstattungen zu, so kurz vor Ende der Saison. Also vielleicht doch lieber ein anderes Mal."

Ihre Mutter schaute ihn traurig an. „Vielleicht hast du Recht. Obwohl ich Ägypten wahnsinnig gerne mal wieder gesehen hätte. Ich wette es hat sich sehr verändert, seit ich damals dort war, um Bill zu besuchen."

Al zuckte mit den Schultern. „Ich hab keine Ahnung. Ihr habt ja nur Fotos von den Pyramiden gemacht und die haben sich in den letzten dreißig Jahren nicht verändert."

Ihre Mutter lachte, doch dann verfinsterte sich plötzlich ihr Blick. Sie griff nach ihrer kleinen Handtasche und zog ihren Zauberstab heraus. „Der kann was erleben!", fauchte sie und machte Anstalten, aufzustehen. Ihr Vater legte ihr eine Hand auf den Arm und konnte sie gerade noch daran hindern, bevor jemand von den umstehenden Tischen es bemerkte.

Lily sah sich verwirrt um. Sie hatte keine Ahnung, warum ihre Mutter sich so aufführte. Aber als sie James sah, mit seinem maßgeschneiderten Festumhang, einem charmanten Lächeln und einer Haarsträhne, die ihm lässig in die Stirn hing, wusste sie, was ihre Mutter so wütend machte. Sobald James einen Fuß in den Raum gesetzt hatte, hatten alle Fotografen ihre Kameras hochgerissen und blendeten ihn mit ihren Blitzen. James, ganz das arrogante Arschloch, das er war, winkte locker in die Kameras, nickte einer vollbusigen Blondine an der Bar zu und steuerte schließlich auf den Tisch zu, an dem seine Familie saß.

Ihr Vater hatte einen Arm um ihre Mutter gelegt und drückte sie in ihren Stuhl, damit sie nicht aufsprang und James eine Szene machte. Der hatte mittlerweile den Tisch erreicht, zog einen Stuhl zu sich und ließ sich darauf sinken. Er nahm Al sein Weinglas aus der Hand und trank es in einem Zug leer.

„Hi", grüßte er in die Runde.

Lily umklammerte das Tischtuch, um nicht selbst zu ihrem Zauberstab zu greifen.

„Was denkst du dir eigentlich?", zischte ihre Mutter. „Du tauchst geschlagene anderthalb Stunden zu spät bei einer für deine Schwester und mich wichtigen Veranstaltung auf und alles, was du zu sagen hast, ist ‚hi'?!" James zuckte kaum merklich zusammen. „Wenn hier nicht so viele Zeugen wären, dann würde ich dich jetzt eigenhändig erwürgen, James Sirius Potter!"

James schaute verwirrt zu Al und Lily, aber Al zuckte nur mit den Schultern und Lily kochte selbst vor Wut.

„Ich werde dir nie wieder eine Eintrittskarte verschaffen! Nie wieder! Du hast mir gesagt, wie sehr du dich freust, wenn du dabei zusehen kannst, wie ich einen Preis bekomme und jetzt kommst du zu spät und tust so, als wäre das alles völlig unwichtig! Und mit deinem ach so coolen Auftritt hast du die ganze Aufmerksamkeit wieder einmal auf dich gelenkt, anstatt dass sie auf mir liegt, wenn ich einmal wirklich etwas getan habe, um sie mir zu verdienen! Du kannst mich mal, James!" Sie konnte sich nicht erinnern, wann sie das letzte Mal so wütend auf ihren großen Bruder gewesen war. Und sie konnte ihn noch nicht einmal richtig anschreien, weil das nur ein gefundenes Fressen für die Presse gewesen wäre und das war das Letzte, was sie jetzt brauchte. Einmal wollte sie, dass über sie geschrieben wurde, weil sie etwas erreicht hatte und nicht, weil ihre berühmte Familie etwas getan oder gesagt hatte. War das wirklich zu viel verlangt?

James schaute überrascht an. Er schien zu sprachlos, um überhaupt etwas zu sagen.

Lily ergriff ihr Glas und kippte den Inhalt in einem Zug herunter. Howard legte einen Arm um sie und sie lehnte sich an ihn, während sie versuchte, sich zu beruhigen. Sie hatte sich bemüht, ihre Stimme nicht zu erheben, was ihr sehr schwergefallen war. Wenn sie eins konnte, dann war es, ihre Brüder anzuschreien. Aber glücklicherweise schienen die Leute an den anderen Tischen nichts bemerkt zu haben. Merlin, warum war sie nur mit James als ihrem großen Bruder gestraft?

„Ganz ruhig", flüsterte Howard ihr zu. „Das ist es nicht wert. Außerdem ... schau mal, die Preisverleihung fängt an."

Lily schaute zum Podium und tatsächlich, Pauline Mitchell hatte sich soeben hinter das Rednerpult gestellt und ihren Zauberstab auf ihre Kehle gerichtet. Sie räusperte sich laut, um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken und lächelte in die Runde.

„Meine lieben Damen und Herren, Hexen und Zauberer, Reporterinnen und Reporter, ich freue mich sehr, Sie alle heute hier, zur einundzwanzigsten Verleihung der Goldenen Feder, begrüßen zu dürfen. Es ist mir eine Ehre und ein Privileg, diesen Preis, den mein Mann und ich ins Leben gerufen haben, nun schon zum einundzwanzigsten Mal an die talentiertesten Reporter unserer Welt vergeben zu dürfen."

Sie räusperte sich.

„Die Macht, die die Medien in unserer und jeder anderen Welt haben, dürfen wir nicht unterschätzen. Viele von uns haben am eigenen Leib erfahren, wozu es führen kann, wenn diese Macht missbraucht wird und dieser Preis soll die Menschen ehren, die mit ihr verantwortungsvoll umgehen und es sich zu ihrer Lebensaufgabe gemacht haben, alle anderen Menschen in unserer Welt mit Informationen zu versorgen, die wichtig sind, um sich eine Meinung zu bilden, um zu wissen, was vor sich geht und die somit verhindern, dass diese Macht von neuem missbraucht werden kann.

Wie immer an dieser Stelle möchte ich Xenophilius Lovegood und sein einzigartiges Magazin, den Klitterer, erwähnen, der mutig und entschlossen gegen das Regime von Ihm, dessen Name nicht genannt werden darf, gekämpft und als Erster die Wahrheit über die Geschehnisse veröffentlicht hat, vor denen sich alle anderen verschlossen haben und der nicht damit aufgehört hat, die Wahrheit zu verbreiten, nachdem dieses Regime auf dem Höhepunkt seiner Macht war.

Außerdem möchte ich wie üblich die Gründer von PotterWatch in Erinnerung rufen, Lee Jordan, Fred und George Weasley, sowie alle anderen Mitwirkenden, die vielen von uns in dieser schweren Stunde die einzige Hoffnung gegeben hatten, die es gab." Lee Jordan, der ein paar Tische weiter saß und den Lily noch überhaupt nicht bemerkt hatte, winkte in die Runde. Sie wusste, dass ihr Onkel auch jedes Jahr eingeladen wurde, aber Onkel George waren diese Veranstaltungen noch mehr zuwider als ihrem Vater, weshalb er nur bei der ersten Veranstaltung dabei gewesen war und sich danach wohl weislich nie wieder hatte blicken lassen.

„Sie haben die Zauberwelt stolz gemacht und ihre Taten werden nie vergessen werden", beendete Pauline Mitchell ihre kurze Rede.

Lily wischte sich ein paar Tränen aus den Augen. Alles, was Mrs Mitchell gesagt hatte, war der Grund gewesen, warum sie beim Tagespropheten hatte arbeiten wollen und warum sie ihrer Arbeit so leidenschaftlich nachging, Goldene Feder hin oder her.

„Und jetzt wenden wir uns wieder der Gegenwart und den vielen wundervollen Talenten zu, die hier in unserer Mitte sind. Ich begrüße Barney Cuffe, den Inhaber des Tagespropheten und ersten Laudatoren."

Unter viel Applaus kam Mrs Mitchell langsam und schwerfällig von der Bühne und ließ sich wieder an ihrem Tisch nieder.

Mr Cuffe, ein blasiert aussehender älterer Zauberer, betrat die Bühne und hielt eine unsagbar schwülstige Laudatio. Danach folgten mehrere ehemalige Chefredakteure, die alten Hasen aus der Branche einige Federn verliehen für spezielle Artikel, eine Reportage über die Ausbeutung von Drachen im Bankwesen, Korruption im internationale Quidditch und die Bestechung eines hochrangigen Beamten in der Mysteriumabteilung.

Nach einer guten Stunde betrat Anthony Goldstein die Bühne. Er grinste fröhlich in die Runde.

„Es ist mir eine große Ehre, heute Abend hier oben zu stehen und diese Laudatio halten zu dürfen. Da ich selbst ein mehrfacher Preisträger bin, weiß ich, was für ein Gefühl das ist, hier oben stehen zu dürfen und für seine harte Arbeit geehrt zu werden. Es ist ein Lob und eine große Verantwortung, weiterhin sein Bestes zu geben. Mehr als nur sein Bestes zu geben.

Als ich erfahren habe, wem ich diesen Preis verleihen soll, war ich stolz. Sehr stolz. Sie ist eine meiner besten Reporterinnen und ich habe noch keinen einzigen Artikel von ihr gelesen, bei dem sie nicht ihr Bestes gegeben hat. Sie ist mit Leib und Seele Reporterin. Und ich hoffe sehr, dass es noch viele weitere Federn für sie geben wird, denn wenn es jemanden gibt, der sie verdient hat, dann ist sie es. Aber diese eine Feder, die erste in ihrer langen Laufbahn, wird ihr hoffentlich in Erinnerung bleiben. Und immer, wenn sie sie ansehen wird, dann wird sie hoffentlich an niemand anderen als an mich denken, denn ich finde, das habe ich mir als ihr Redakteur verdient." Er zwinkerte dem Publikum zu und es lachte folgsam.

„Aber genug der Worte. Meine Damen und Herren, viele von Ihnen haben sicher schon erraten, um wen es hier geht. Jeder, der ihre Berichterstattung über die britisch-französischen Konferenzen verfolgt hat, wird nachvollziehen können, dass sie diesen Preis verdient hat.

Ich spreche natürlich von Lily Potter, meine Damen und Herren. Lily, ich verneige mich vor dir, deinem Talent und deinem atemberaubenden Gedächtnis, denn selbst ich kann nicht alle europäischen Zaubereiminister in zwei Minuten herunterbeten."

Lily starrte Anthony wie in Trance an. Sie hatte zwar gewusst, dass sie eine Goldene Feder bekommen sollte, aber jetzt, wo der Moment wirklich da war, konnte sie es kaum glauben. Dass Anthony wirklich dort oben stand, all diese wunderbaren Worte über sie gesagt hatte und dass sie jetzt wirklich und wahrhaftig diesen Preis bekommen sollte. Es war fantastisch.

Sie stand erst auf, als Howard sie sanft anschubste. Wie sie zur Bühne gelangt war, wusste sie nicht mehr. Aber plötzlich wurde sie von Anthony umarmt, der ihr ein „Herzlichen Glückwunsch, du hast es verdient" ins Ohr flüsterte, bevor er ihr den Preis überreichte, von dem sie jahrelang geträumt hatte.

Mit Tränen in den Augen wandte sie sich dem Publikum zu. Sie konnte sehen, wie ihre Mutter sich ein paar Tränen wegwischte und ihr Vater sie so stolz anschaute wie noch nie in seinem Leben. Sie musste schlucken, als sie die Freude auf den Gesichtern ihrer Brüder sah und ihr wurde flau im Magen, als sie Howards Gesichtsausdruck bemerkte.

Sie atmete tief durch, bevor sie die Feder fest umklammerte, die zeitgleich auch als Mikrofon diente.

Sie schluckte. „Ich hab schon als junges Mädchen davon geträumt, einmal eine Goldene Feder zu bekommen und ich kann noch gar nicht glauben, dass dieser Traum jetzt wahr geworden sein soll." Sie wischte sich ein paar Tränen aus den Augen. „Ich danke allen, die mich dabei unterstützt haben, diesen Traum wahr zu machen. Allen, die an mich geglaubt haben. Und ich danke allen, die meine Artikel lesen, denn ohne euch wäre ich nicht hier. Worte haben eine große Macht und es ist wichtig, sie zu nutzen, um das Handeln anderer zu beurteilen und sie zur Verantwortung zu ziehen, wenn möglich. Aber auch wir haben eine große Verantwortung, uns der Wahrheit zu verpflichten und ich hoffe, dass wir das nie vergessen werden."

Der Saal applaudierte, sie hielt die Goldene Feder hoch und ging dann schnellen Schrittes wieder von der Bühne. Das war wirklich genug Aufmerksamkeit gewesen. Es hatte seinen Grund, dass sie lieber schrieb als redete.

Zurück am Tisch fiel sie erst ihrer Mutter um den Hals und dann ihrem Vater, bevor sie die Glückwünsche ihrer Brüder in Empfang nahm. Als letztes war Howard an der Reihe, der sie zärtlich küsste.

Sie schaute auf die Goldene Feder in ihrer Hand. Noch nie hatte sie sich so glücklich gefühlt.

TBC …