22. Dezember: Unerwartete Hilfe

Lily hatte es nicht erwartet, aber nach dem Gespräch mit Onkel Percy fühlte sie sich tatsächlich etwas besser. Sie hatte zwar eine theatralische Ader, aber man musste auch nicht alles so dramatisch sehen. Glücklicherweise wurde ihre Arbeit durch die Geschehnisse nicht beeinflusst und Anthony behandelte sie nicht anders als sonst. Und auch sonst lief es nicht schlecht. James' Nationalteam bestritt einige Spiele, zu denen die ganze Familie eingeladen war, und als er einmal ein paar Tage frei hatte gingen er, Lily und Dominique, die auch Pause vom Training hatte, in einen Freizeitpark, wo die beiden Adrenalinjunkies am liebsten den ganzen Tag mit der Achterbahn fuhren, während Lily sich die Seele aus dem Leib kotzte. Es gab einen Grund, warum sie Sturzflüge auf einem Besen immer gehasst hatte.

Auch Dominique war sichtbar besser gelaunt und als Lily nachfragte, wie es mit dem alleinerziehenden Vater lief, schaute Dominique sie erst nur verständnislos an und schüttelte dann den Kopf. „Oh ja, das, das ist vorbei. Es war nicht das Richtige. Er hatte ein völlig falsches Bild von mir und ganz andere Erwartungen als ich. Da haben wir Schluss gemacht. Das war für alle Beteiligten das Beste, glaub mir."

Dann ging es ihr nicht anders als Lily, nur schien sie überhaupt kein schlechtes Gewissen zu haben. Vielleicht sollte Lily sich davon eine Scheibe abschneiden.

Der Rest des Tages im Vergnügungspark ging dann so schnell vorbei, dass Lily überhaupt keine Zeit mehr hatte, darüber nachzudenken. Sie hätte es nicht für möglich gehalten, aber das war genau, was sie gebraucht hatte, um auf andere Gedanken zu kommen. Und als Erinnerung hatte sie am Ende ein Foto von James, der in einer stockdunklen Achterbahn seinen nackten Hintern in die Kamera gehalten hatte, während Dominique fröhlich lachte und Lily sich krampfhaft bemühte, sich nicht zu übergeben. Dieses Bild gefiel ihr so gut, dass sie es an ihren Kühlschrank hängte.

Und dann hatte sie plötzlich die Gelegenheit, in ihrer Karriere einen großen Schritt nach vorne zu machen, als Anthony eines Tages plötzlich vor ihr stand und sie fragte, ob sie in zwei Tagen zur Konferenz der Zaubereiminister nach Rio kommen könnte.

„Machst du Witze?", fragte sie ungläubig. „Natürlich! Aber wieso ich?"

„Roisin ist kurzfristig ausgefallen. Todesfall in der Familie." Lily verzog das Gesicht. Das war eine schreckliche Nachricht für Roisin, die sehr an ihrer Familie hing. Lily konnte sich noch erinnern, als wäre es gestern gewesen, wie schrecklich sie sich gefühlt hatte, als ihr Großvater im Krankenhaus gelegen hatte. Und der war mittlerweile wieder vollständig gesund. Sie wollte gar nicht wissen, wie furchtbar es gewesen wäre, wenn er gestorben wäre.

„Das tut mir Leid."

Anthony seufzte. „Ja, uns auch. Ihre Großmutter war schon über hundert, aber trotzdem … Doch jetzt kann sie natürlich nicht nach Rio und ich brauche dringend Ersatz. Du bist am besten eingearbeitet in die Thematiken, auch wenn du dich bisher nicht persönlich mit den Zaubereiministern befassen musstest. Also übernimmst du für Roisin?"

Lily nickte begeistert. „Machst du Witze? Natürlich!" Sofort griff sie nach dem Stapel Pergamente, die er in der Hand hielt.

„Da müsstest du alles drin finden, was du brauchst. Der Portschlüssel geht übermorgen Punkt zwölf in der Eingangshalle der Redaktion. Du hast doch hoffentlich alle notwendigen Impfungen?"

Lily schaute alarmiert von dem Pergament auf, das sie sofort angefangen hatte zu überfliegen. „Was für Impfungen?"

„Na alle gängigen für Brasilien. Wir verlangen von allen unseren Reportern, dass sie geimpft sind. Die Behörden nehmen das sehr ernst, das weißt du doch."

„Ich war bisher nur in Europa unterwegs, da brauchte ich keine außertourlichen Impfungen! Keiner hat das je von mir verlangt!", erwiderte Lily panisch.

Anthony zuckte mit den Schultern. „Tja, dann würde ich mich schleunigst darum kümmern. Du kannst von Glück sagen, dass unsere Impfungen sofort wirken und nicht diese Anlaufzeit von den Muggeln brauchen."

Lily nickte. In Windeseile machte sie daran, ihren Artikel fertigzustellen und abzugeben und dann apparierte sie so schnell wie möglich ins Mungos. Dort bekam sie allerdings fast einen Herzinfarkt.

„Ich weiß nicht, was ich Ihnen sagen soll, Schätzchen", sagte die Empfangshexe unbeeindruckt. „Der nächste Termin, den ich Ihnen geben kann, ist in fünf Tagen. Es ist Urlaubszeit und die Zaubertränkeabteilung ist gerade sehr dünn besetzt. Außerdem gab es gerade erst in Hogsmeade einen Ausbruch von Drachenpocken und die Gegenmittel dafür haben im Moment oberste Priorität."

Lily schaute die Empfangshexe ungläubig an. Das konnte doch nicht wahr sein, dass sie ihre erste ganz große Konferenz verpasste, nur weil sie nicht rechtzeitig an die blöden Impfungen kam! Dabei würde sie das Hotel, in dem die Konferenz stattfand, doch sowieso nicht verlassen! Das machte sie fast nie, weil ihr sowieso nie genug Zeit blieb, sich die Stadt anzuschauen, in der sie war.

Normalerweise hätte sie jetzt versucht, Ted zu kontaktieren, der arbeitete schließlich in der Zaubertränkeabteilung und hätte ihr sicher geholfen, aber der war gerade mit Victoire und den Kindern in Frankreich bei Victoires Großeltern und unmöglich zu erreichen.

„Versuchen Sie es mal in der Apotheke", riss die Empfangshexe sie aus ihren Gedanken. „Die kümmern sich normalerweise nicht um Impfungen, aber vielleicht kriegen Sie dort wenigstens die nötigen Zutaten."

Lily nickte dankbar und machte sich dann sofort auf den Weg in die Winkelgasse. Zaubertränke waren nicht ihre Stärke, aber Roses schon, die konnte so ziemlich jeden Trank brauen. Und wenn sie absolut keine Zeit hatte, könnte sie vielleicht Tante Hermine bitten. Die hatte immerhin in der zweiten Klasse einen Vielsafttrank gebraut, da würde sie auch so ein paar lächerliche Impftränke hinkriegen.

Mit wehenden Haaren rannte sie durch die Winkelgasse und riss schließlich erleichtert die Tür zur Apotheke auf. Schwer atmend kam sie vor der Theke zum Stehen. Glücklicherweise war sonst niemand da, nur der alte Zauberer, der ihr schon als Schülerin immer die Zutaten für Zaubertränke verkauft hatte.

„Impfungen … für … Brasilien …", schnaufte sie. „Ich … brauche … dringend alle … gängigen Impfungen … für Brasilien …" Sie stemmte die Hände in die Hüften und schnappte angestrengt nach Luft. Sie hatte eigentlich gedacht, dass sie ganz gut in Form war, aber das war ja erbärmlich. Sie sollte dringend mit dem Joggen anfangen. Gleich, wenn sie aus Brasilien wiederkam. Wenn sie es jemals dorthin schaffte.

„Schätzchen, da sind Sie aber an der falschen Adresse. Dafür müssen Sie ins Mungos", sagte der Zauberer freundlich lächelnd.

Lily hätte heulen können. „Da war ich schon und die haben erst in fünf Tagen einen Termin!", erklärte Lily verzweifelt. „Ich muss aber schon übermorgen dorthin! Können Sie mir dann wenigstens alle Zutaten für die Tränke geben, damit ich sie alleine brauen kann?"

„Sie wissen aber schon, dass es sich da um drei oder vier wirklich komplizierte Tränke handelt?", erkundigte sich der Zauberer besorgt. „Ohne einen UTZ in Zaubertränke sehe ich da schwarz, fürchte ich."

Lily schloss gequält die Augen. Dann würde sie wirklich Rose anbetteln müssen und hoffen, dass die nicht gerade mitten im Nachtdienst steckte. „In Ordnung."

Der Zauberer nickte und schlurfte dann langsam nach hinten. „Henry!", rief er laut. „Kannst du nachsehen, was für Impfungen für Brasilien vorgeschrieben sind? Man muss die Zutaten zusammensuchen."

„Wieso denn das?", hörte Lily die vertraute Stimme von Henry Mitchell und zuckte zusammen. Sie hatte ganz vergessen, dass Henry in der Apotheke arbeitete. „Es ist doch viel einfacher, ins Mungos zu gehen."

„Ja, das habe ich auch gesagt, aber die junge Dame braucht die wohl sehr kurzfristig und will sie deshalb selber brauen."

„So ein Aufwand?", fragte Henry ungläubig. Lily konnte hören, wie ein Stuhl verrückt wurde. Einen Moment später kam Henry in den Verkaufsraum und schaute Lily überrascht an. „Lily? Was machst du hier?"

Lily seufzte. „Ich kann überraschend übermorgen zur Konferenz nach Rio fahren, aber ich brauch dafür die vorgeschriebenen Impfungen und weil ich seit Ewigkeiten nicht mehr außerhalb Europas war und auch nicht damit gerechnet habe, das in der nächsten Zeit zu tun, habe ich die natürlich nicht. Und im Mungos sind die wohl gerade mit Drachenpocken überrannt und haben erst nächste Woche wieder einen Termin frei und dann ist die Konferenz schon längst gelaufen." Sie schluckte. „Ich muss da unbedingt hin! Das ist ein Riesenschritt für meine Karriere, das kann ich mir nicht versauen, nur weil mir diese Impfungen fehlen!"

Henry hatte amüsiert zugehört und nickte. „Okay, okay, ich schau nach, was du brauchst. Du weißt aber schon, dass das sehr komplizierte Tränke sind? Kriegst du das überhaupt hin?"

Sie zuckte mit den Schultern. „Ich wollte Rose fragen, ob sie das für mich machen kann. Ted ist leider mit seiner Familie in Frankreich, sonst hätte ich ihn gebeten."

„Rose ist deine Cousine mit den kleinen Kindern, oder?", fragte Henry stirnrunzelnd. „Kannst du ihr das wirklich zumuten?"

„Ich hab keine Wahl, okay? Ich bin schon bei den ZAGs in Zaubertränke durchgefallen, ich kann das bestimmt nicht!", fauchte Lily. Merlin, sie hätte ihn verfluchen können! Warum stand er einfach nur da und machte nichts? Ihr lief die Zeit davon.

„Wenn du willst …", sagte er zögerlich. Lily schaute ihn auffordernd an. „Wenn du willst, dann könnte ich die Tränke vielleicht brauen. Ich meine, ich sitze sowieso an der Quelle, und mindestens zwei davon müssen alle zwei Stunden umgerührt werden, das kannst du doch von einer Mutter mit zwei keinen Kindern nicht verlangen."

„Aber von dir kann ich das auch nicht verlangen", sagte Lily unsicher. „Du hast bestimmt genug zu tun und-"

„Und wenn ich's dir anbiete?", unterbrach Henry sie. „Ich hab heute Zeit und dann dürften sie bis morgen fertig sein, das müsste reichen."

„Wirklich?", fragte Lily ungläubig. „Das würdest du tun?"

Henry lief rosa an und wandte den Blick ab. „Meine Großmutter würde mich umbringen, wenn sie hört, dass ich es dir hätte ermöglichen können, nach Brasilien zu fahren und es nicht getan habe. Sie hat dir doch bestimmt erzählt, wie sie deine Artikel verschlingt."

„Sie hat es erwähnt, ja", nickte Lily. „Aber mir erzählen dauernd Leute, dass sie meine Arbeit lesen und haben in Wirklichkeit noch nie ein Wort davon gesehen. Ich hab gelernt, das nicht so ernst zu nehmen." Anfangs hatte sie sich so geschmeichelt gefühlt, wenn wildfremde Leute ihre Arbeit gelobt hatten, aber wenn sie dann angefangen hatte, über ihren letzten Artikel zu sprechen, hatten sie sie nur mit leerem Blick angestarrt.

„Tja, meine Großmutter ist aber nicht so eine. Wenn sie sagt, dass sie jedes Wort von dir liest, dann meint sie das auch so. Du solltest mal sehen, wie enttäuscht sie ist, wenn kein Artikel von dir in der Zeitung ist. Wenn sie erfährt, dass du nach Brasilien gehst …"

„Ja, auf so einer großen und wichtigen Konferenz war ich noch nie", sagte sie. „Normalerweise hätte ich wahrscheinlich noch ein paar Jahre warten müssen, bis ich zu sowas darf."

Henry nickte. Er schwang seinen Zauberstab und ein Ordner kam auf ihn zugeflogen. Er blätterte ihn durch und fertigte von mehreren Pergamenten Kopien an, die dann vor ihm schwebten. Er nahm ein Tablett mit vielen kleinen Schüsseln und ging dann zu den ellenlangen Vorratsschränken, in denen die ganzen unterschiedlichen Zutaten aufbewahrt wurden. In fünf Minuten öffnete er mindestens zwanzig Schubladen und füllte die Schüsselchen mit Kräutern, Pulvern, einer Straußenfeder und etwas, das aussah wie ein verschimmeltes Stück Toast.

„Wir machen gleich zu", sagte er über die Schulter zu Lily. „Du musst nicht hierbleiben. Wenn du morgen etwa um die gleiche Zeit kommst, dann dürften die Tränke fertig sein."

„Oh", sagte Lily und warf überrascht einen Blick auf die Uhr. Sie war so damit beschäftigt gewesen, durch die Gegend zu hetzen, dass sie gar nicht auf die Zeit geachtet hatte. Es war beinahe acht Uhr. „Okay, wenn du willst. Dann bis morgen. Ich muss sowieso noch einen Haufen Hintergründe für die Konferenz durcharbeiten, wahrscheinlich werde ich gar nicht zum Schlafen kommen." Sie war zwar auf dem neuesten Stand was europäische Politik betraf, aber weltweit … da war sie doch etwas eingerostet.

„Okay, gut, ich wahrscheinlich auch nicht, einer von den Tränken muss alle zwei Stunden umgerührt werden und ein anderer braucht alle vier Stunden neues Feuer, also sollte ich wahrscheinlich am besten gleich anfangen …"

„Also wenn du Gesellschaft willst", sagte Lily schnell, bevor sie es sich anders überlegen konnte, und klopfte auf ihre Aktentasche, „ich kann meine Unterlagen auch genauso gut hier lesen, wenn es dich nicht stört und du einen Stuhl und einen Tisch für mich erübrigen kannst …"

„Oh", sagte Henry überrascht und fing an zu lächeln. „Ja, das dürfte sich machen lassen, wenn dich ein bisschen Krach nicht stört."

Lily zuckte mit den Schultern. „Ich bin mit Al und James aufgewachsen, da bin ich an Krach gewöhnt." Bei Liebeskummer hatte Al immer die Death Metal Eaters gehört und diesen Krach hatte wirklich keiner aushalten können.

„Okay, na dann, folge mir nach hinten in den Brauraum. Pass nur auf, dass du nicht an die Kessel kommst, das könnte übel ausgehen."

Lily nickte folgsam und folgte dann Henry ins Hinterzimmer der Apotheke. Der Raum war viel größer, als sie erwartet hatte, mit mindestens zehn langen Tischen, auf denen bestimmt dreißig Kessel standen. Aus einigen stieg Rauch auf und in einem blubberte eine giftgrüne Flüssigkeit vor sich hin.

„Wow", sagte Lily beeindruckt und drückte ihre Aktentasche fest an sich, damit sie nicht aus Versehen gegen einen Kessel stieß. Als Kind hatte sie mal einen riesigen Blumentopf im Baumarkt kaputt gemacht, weil sie den Einkaufswagen losgelassen hatte und der natürlich schnurstracks in einen Stapel Blumentöpfe gedonnert war. „Und für die bist du alle allein zuständig?"

„Nicht allein, nein, Mr Smith ist fast jeden Tag hier und außer mir arbeiten noch acht andere hier, auch wenn die meisten gerade im Urlaub sind. Aber wir haben ein gutes System, ganz vorne sind die Langzeittränke, die setzten wir immer so an, dass wir uns die Wochenenden frei halten und in reduzierter Besetzung nicht viel zu tun haben, dann gibt's die schnellen Tränke, Schrumpftränke, Brandwundentränke, welche gegen Kopfschmerzen, der gängige Verhütungstrank, den anderen machen sie im Mungos, manchmal machen wir auch bestimmte Bestellungen …" Er führte Lily zu den letzten beiden Tischen, auf denen nur leere Kessel standen. Mit einem Schwenk seines Zauberstabs räumte er einen der Tische frei und zündete die Lampe an, die darüber hing. „So, wenn du willst, kannst du dich hierhin setzen."

Lily nickte und machte sich dann daran, die Pergamente von Anthony herauszuholen und vor sich auszubreiten. „Was?", fragte sie, als sie wieder aufschaute und bemerkte, dass Henry sie nur mit großen Augen anstarrte.

„Wie viel Zeug passt denn in deine kleine Aktentasche?", fragte er ungläubig.

Lily lachte und zeigte Henry den Inhalt. „Die hat mir meine Familie vor einer Weile zum Geburtstag geschenkt. Das ist eine von den Taschen mit unendlichem Stauraum, nur mit einem besseren Ordnungssystem."

„Das ist ja sehr praktisch", sagte er beeindruckt, während Lily sich wieder ihren Unterlagen zuwandte. Aus den Augenwinkeln konnte sie sehen, wie er die Zutaten vor den Kesseln ausbreitete, Feuer entfachte und dann die nächste Stunde konzentriert vier verschiedene Tränke anrührte. Lily vergaß ganz, dass sie eigentlich einen Artikel über die Kesselbodendebatte in Südamerika hatte lesen wollen, so fasziniert sah sie ihm zu. Lily wäre schon von einem dieser Tränke völlig überfordert gewesen und Henry jonglierte hier vier auf einmal. Sie konnte gar nicht verstehen, dass er mit dem Druck in Teds Abteilung nicht zurechtgekommen war, aber er hatte ja gesagt, dass es mehr der Forschungsaspekt war, der ihm zu schaffen gemacht hatte, und das war der Hauptgrund, warum Ted unbedingt dorthin gegangen war.

Irgendwann war der alte Zauberer, Mr Smith, wie sie jetzt wusste, vorbeigekommen und hatte ihnen mit einem wissenden Lächeln gute Nacht gewünscht und Lily hatte es schließlich geschafft, den Blick von Henrys Händen, die eine Alraunenwurzel geschickt zerkleinerten, loszureißen und sich wieder der politischen Lage in Südamerika zuzuwenden. Krampfhaft versuchte sie nicht daran zu denken, wie sich die gleichen Hände auf ihrer Haut angefühlt hatten. Hitze stieg in ihr auf und sie streifte unauffällig ihre Jacke ab. Doch das lag nicht nur an ihm, schließlich brannten genug Feuer in diesem Raum.

Aber dann war sie doch endlich in der Lage, sich auf die Unterlagen zu konzentrieren, die wahnsinnig interessant waren, sobald sie sich etwas eingelesen hatte, und kurz darauf kramte sie in ihrer praktischen Aktentasche nach einem unbeschriebenen Pergament und einer Feder und begann, sich seitenweise Notizen zu machen und Interviewfragen niederzuschreiben, die Roisin noch nicht notiert hatte. Ehe sie sich's versah, waren drei Stunden vergangen und als sie schließlich von einem Dokument über die Einfuhrbeschränkungen von Dracheneiern in Uruguay aufsah, bemerkte sie, dass Henry wohl gerade eine Pause beim Brauen eingelegt und stattdessen lieber sie beobachtet hatte.

„Schon fertig?", fragte sie neckend, um ihre Verlegenheit zu überspielen.

„Nein, aber ich hab eine Stunde Zeit, bis ich wieder etwas machen muss."

Lily nickte. „Okay, wenn du dich vielleicht hinlegen möchtest, du kannst mich hier ruhig alleine lassen, versprochen." Er hatte erwähnt, dass im Nebenzimmer ein Sofa für Nickerchen stand, wenn ein Trank gebabysittet werden musste.

Er schüttelte den Kopf. „Nein, ich bin noch nicht müde. Und diese Nickerchen sind nichts für mich, ich mach lieber die ganze Nacht durch. Mach dir keine Sorgen, darin hab ich Erfahrung, ich mach das immer zwei- bis dreimal im Monat, je nachdem, was für Tränke wir haben und wer welche Schicht übernimmt."

„Okay, gut. Ich bin dir wirklich dankbar, du hattest Recht, das hätte ich niemals von Rose verlangen können." Seit der Geburt von Diana hatte Rose nicht mehr vernünftigen Schlaf bekommen. Auch wenn das nicht nur an den Kindern lag, sie musste im Krankenhaus auch viele Nachtdienste machen. „Sonst hätte ich vielleicht noch Lucy oder Roxanne bitten können, vielleicht hätten die mir helfen können." Auch wenn sie weder mit Lucy noch mit Roxanne so eng war wie mit Rose oder Ted.

„Sind das auch deine Cousinen?" Lily nickte. „Arbeiten die auch mit Zaubertränken?"

„Manchmal", erwiderte sie. „Sie sind zusammen mit meinem Cousin Hugo im Entwicklerteam bei den Zauberscherzen, da braucht man immer alle mögliche Magie. Zaubertränke sind nicht Hugos Stärke, der war schon immer am besten in Zauberkunst und Verwandlung, aber Lucy oder Roxy ist ziemlich gut in Zaubertränke, die hätte das bestimmt auch geschafft." Sie wusste leider nicht, welche ihrer beiden Cousinen das war, aber eine musste es sein, denn Hugo sprach oft von den komplexen Tränken, die sie für die Erfindungen brauchten. Lily war jedes Mal aufs Neue beeindruckt, was die drei alles zu Stande brachten.

„Ja, ich kann mich erinnern, dass Lucy immer sehr gut war in Zaubertränke, wenn auch nicht so gut wie ich", erwiderte Henry. Stimmt ja, Lucy und Henry mussten im gleichen Jahrgang in Ravenclaw gewesen sein. „Und das Team besteht nur aus euch Weasleys?"

„Ich glaube, es gibt noch ein oder zwei andere Teams, aber soweit ich weiß, sind die drei das Hauptteam. Wieso?" Lily hatte sich nie besonders mit der Struktur von Onkel Georges Geschäft beschäftigt. Sie wusste nur, dass es funktionierte, besonders, seit Roxanne ihren Abschluss gemacht hatte und zu Lucy und Hugo dazugestoßen war. Seitdem hatte sich der Umsatz des Ladens beinahe verdoppelt, womit sowohl Onkel George als auch Onkel Ron und besonders Onkel Percy ständig angaben.

„Dann ist das ein Familienbetrieb?"

Lily zuckte mit den Schultern. „Keine Ahnung. Es arbeiten auch andere Leute dort, im Verkauf, in der Werbung und in der Buchhaltung, und wie gesagt, gibt es glaube ich noch zwei andere Teams. Ich glaube nicht, dass Onkel George das bewusst so aufgebaut hat, das hat sich einfach so ergeben. Wieso?"

Erschrocken sah sie, wie Henrys Blick sich verfinsterte, so wie an dem Abend, als sie sich das erste Mal begegnet waren und sein wunderschönes Lächeln vom einen auf den anderen Moment einfach verschwunden war. „Oh nein!", sagte sie energisch und stand rasch auf. Sie ging zu dem Stuhl, auf dem Henry saß, um die Tränke im Auge zu behalten, legte die Arme auf seine Schultern und setzte sich auf seinen Schoß. Verblüfft schaute er sie an. „Du wirst jetzt nicht wieder zu diesem Arschloch, das du bei deiner Großmutter warst! Und du sagst mir gefälligst, was dieser Blick überhaupt soll! Oder warum du so ein Arschloch zu mir warst, obwohl du doch eigentlich ein wirklich netter Mensch sein kannst."

Henry seufzte. Er versuchte, sie von sich herunterzuschieben, aber Lily war oft genug von James auf den Arm genommen worden, damit er sie in einen Schneehaufen werfen konnte, dass sie wusste, wie man sich festklammern musste. Schließlich legte Henry hilflos seine Hände auf ihre Oberschenkel und biss sich auf die Lippe. Lily zog eine Augenbraue hoch. „Also? Ich warte!"

Lily hatte Henry mit seiner Großmutter gesehen, die er wirklich sehr zu lieben schien, was auf Gegenseitigkeit beruhte. Und mit Dora und Remus, die sofort einen Narren an ihm gefressen hatten. Und auch mit Ted hatte er sich wunderbar verstanden. Außerdem hatte er ihr so kurzfristig angeboten, sich eine Nacht für sie um die Ohren zu schlagen, damit sie Rose nicht belästigen musste. Da passte es einfach nicht zusammen, dass er ohne guten Grund so ein Arsch zu ihr gewesen war.

Er seufzte gequält. „Also gut, wenn du es unbedingt wissen willst … Ich hasse es, wie ihr alle eure Berühmtheit ausnutzt."

Lily lehnte sich überrascht nach hinten. „Was?", fragte sie perplex.

Henry nickte. „Ja, ganz genau!", platzte es plötzlich aus ihm heraus. „Ich wurde im gleichen Schuljahr eingeschult wie dein Bruder James und du hättest mal sehen sollen, wie er sich aufgeführt hat! Das hat schon im Zug angefangen, ständig hat er allen von seinem berühmten Dad erzählt und damit angegeben, dass die Schule ohne ihn wahrscheinlich gar nicht mehr stehen würde … und in Hogwarts hat er sich dann ständig geweigert, seine Hausaufgaben zu machen oder sich an Regeln zu halten und hat nur gesagt, wisst ihr nicht, wer mein Vater ist? Das ging eine ganze Weile so, bis Professor Longbottom ihn sich schließlich zur Brust genommen hat, wie ich gehört habe … und dann kam er ins Quidditchteam und alle haben davon geredet, was für ein großes Talent er war und wieder hat er sich aufgeführt, als ob er der König von Hogwarts wäre … und dann kam dein anderer Bruder in das Slytherinteam und alles hat sich nur noch darum gedreht, wer aus diesem Bruderkampf als Sieger hervorgeht." Henry verdrehte die Augen. „Und ich hab damals gedacht, dass Steven Davies und Dominique Weasley sich andauernd in den Haaren liegen mit ihrer Quidditchrivalität war schon schlimm genug."

Die Streitigkeiten zwischen Dominique, der Sucherin der Gryffindors, und Steven Davies, dem Sucher der Ravenclaws, waren damals legendär gewesen, auch wenn Lily sie verpasst hatte, weil sie noch nicht in Hogwarts gewesen war. Und ja, die Streitereien zwischen James und Al, als sie beide in ihren Hausmannschaften gewesen waren, hatten niemanden mehr genervt als Lily, aber sie hatte immer den Eindruck gehabt, dass der Rest der Schule sie eher amüsant gefunden hatte. Und es hatte doch nicht so schwer sein können, sie zu ignorieren, ganz besonders, wenn man in Ravenclaw war, was sich nach der Fehde von Dominique und Steven eher rausgehalten hatte aus diesen Quidditchkriegen.

„Und dann hat dein Bruder auch noch mit meiner Freundin geschlafen!"

„Was?", fragte Lily überrascht.

Henry nickte. „Ja, in der Sechsten. Wir waren monatelang zusammen und dann kam sie eines Tages plötzlich an und hat mir einfach so erzählt, dass sie nach der letzten Party im Raum der Wünsche mit ihm geschlafen hat. Sie hat sich zwar nicht allzu große Hoffnungen gemacht, weil schließlich alle wussten, dass er nur Sex will, aber mit mir hat sie trotzdem Schluss gemacht. Einfach so! Und sich dann gewundert, warum mich das verletzt hat! Ich meine, sie war jetzt nicht unbedingt meine große Liebe, aber wir haben uns gemocht und ich dachte, dass etwas wirklich Ernstes daraus werden kann und dann schläft sie einfach mit jemand anderem? Und wundert sich, dass ich von ihr erwartet habe, dass sie nicht mit James schläft, sobald sich die Gelegenheit ergibt? Und dabei waren für ihn die Frauen so austauschbar, dass er sich wahrscheinlich ein paar Tage später gar nicht mehr an sie erinnern konnte!"

Lily verzog das Gesicht. Sie würde wahrscheinlich widersprechen, dass James sich nicht mehr an seine Bettgefährtinnen erinnern konnte, denn auch wenn er kein Interesse an einer festen Beziehung hatte und das jede auch von vornherein wissen ließ (obwohl es bestimmt genug Frauen gab, die überzeugt waren, dass sie die Richtige für ihn waren und er das schon noch merken würde), behandelte er seine One Night Stands doch sehr respektvoll. Aber ja, es gab keinen in der Familie, der sich nicht über ihn und sein Sexleben lustig gemacht hätte. Das gehörte einfach dazu. Und sie hatten ihn alle gewarnt, dass es ihn mal in den Hintern beißen würde. Dass James' Handeln jetzt allerdings sie in den Hintern gebissen hatte, damit hätte sie nicht gerechnet.

„Okay, aber das ist James", sagte sie schließlich. „Das ist doch nicht meine Schuld." Wenn man damit anfangen würde, jetzt alle Menschen für das Handeln ihrer Geschwister zu verurteilen … wo käme man denn dahin?

Er schüttelte den Kopf. „Ich glaube, dir ist gar nicht bewusst, wie viel Raum ihr Potters und Weasleys überall einnehmt, wie viel Aufmerksamkeit ihr schluckt und wie anstrengend das war. Ständig hat in Hogwarts irgendeiner was angestellt, worüber alle geredet haben. Wenn es nicht Quidditch war dann hast du was mit McLaggen angefangen und die ganze Schule hat mitgekriegt, wie du und deine Brüder euch gestritten habt." Lily verzog das Gesicht. Auf McLaggen war sie wirklich nicht sonderlich stolz. „Der Typ war so ein Arsch, was du an dem gefunden hast, also wirklich …" Er schüttelte missbilligend den Kopf.

Lily verschränkte die Arme vor der Brust und schaute ihn mit hochgezogenen Augenbrauen an. „Du warst auch nicht viel besser und mit dir bin ich auch ins Bett gegangen." Was wahrscheinlich nicht sehr für ihr Urteilsvermögen sprach.

„Du hast es ja unbedingt wissen wollen!", protestierte Henry. „Aber was ich meine war, immer war irgendwas, nie hatte man von euch seine Ruhe, immer hat irgendeiner von euch was gemacht, worüber dann die ganze Schule gesprochen hat und zusätzlich dazu sind die Zeitungen und Zeitschriften ständig voll von euch, sodass man nicht mal nach der Schule entkommen kann. Immer gibt es einen Skandal um deine Eltern oder eine neue Affäre von James oder du bist schwanger oder hast heimlich geheiratet oder kriegst bei der Veranstaltung, die meiner Großmutter wirklich wichtig war, einen Heiratsantrag, den du dann auch noch ablehnst und keine Sau interessiert sich mehr für die Goldene Feder, für die sich meine Großmutter jedes Jahr ein Bein ausreißt! Du hast keine Ahnung, wie sehr das nervt!"

„Oh doch, du kannst dir gar nicht vorstellen, wie sehr das nerven kann", widersprach Lily heftig. Mit Hogwarts hatte er vielleicht Recht, aber die Klatschpresse, von der hatte er keine Ahnung. „Jeden Monat ein neues Gerücht über sich lesen zu müssen, ständig von irgendwelchen Fotografen verfolgt zu werden und häufig nicht mal zu wissen, dass sie überhaupt da sind." Sie erschauderte. Mittlerweile hatte sie sich zwar daran gewöhnt, aber es war schon unheimlich, wenn sie sich vorstellte, wie die Fotografen sich in Büschen oder auf Dächern verstecken mussten, um irgendwelche harmlosen Fotos von ihr und ihrer Familie oder ihr mit fremden Männern zu schießen. Es hatte auch ihre Beziehung zu Howard am Anfang beeinflusst, dass sie ihm ständig versichern musste, dass sie ihn nicht betrog, nur weil die Hexenwoche sich wieder etwas für eine bessere Auflage hatte zusammenfantasieren müssen.

„Ja, das hab ich mittlerweile auch mitgekriegt. Ich sag nur, du wolltest es ja unbedingt wissen!" Henry seufzte. „Und überall ist irgendein Weasley! Im Ministerium, im Krankenhaus, in der Bank, die ganze Scherzartikelwelt gehört euch und ihr nutzt das aus …"

Lily verdrehte die Augen. „Wir sind eben eine große Familie, die in vielen verschiedenen Bereichen arbeitet und mittlerweile gut vernetzt ist. Glaub mir, als meine Onkel und Tanten noch klein waren, waren sie arm wie Kirchenmäuse. Meine Familie hat sich alles hart erarbeitet. Und ist es nicht sowieso so, dass sich die halbe Zauberwelt kennt? Man war doch mit zig Leuten in der Schule, die dann überall verstreut sind und die man im Zweifelsfall um Hilfe bitten kann … da suchst du aber wirklich nach der Nadel im Heuhaufen." Sicher, ihre Familie war gut vernetzt, aber das waren mittlerweile doch fast alle, die nicht muggelstämmig waren. Und sie waren schließlich nicht die Malfoys, die von allen verlangten, dass sie ihnen die Füße küssten, nur weil ihre Vorfahren wahnsinnig reich gewesen waren und ihnen dieses Geld vererbt hatten. Aber wenn er einmal eine schlechte Meinung von ihrer Familie hatte, dann war wahrscheinlich alles andere nur noch ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Henry nickte. „Ja, vielleicht", sagte er unsicher, während seine Hände sanft über ihre Oberschenkel strichen. „Und über dich denke ich mittlerweile natürlich nicht mehr so, sonst würde ich das hier ganz bestimmt nicht für dich machen." Er deutete mit seinem Kopf auf die Tränke, die leise vor sich hinköchelten.

„Und warum warst du dann erst so nett, als ich zu deiner Großmutter gekommen bin?", fragte sie verwirrt. Das ließ ihr keine Ruhe. Er hatte sie mit einem strahlenden Lächeln begrüßt und wahrscheinlich sogar mit ihr geflirtet und dann …

Henry lief leicht rosa an und wandte den Blick ab. „Ich hab dich nicht erkannt", flüsterte er. „Ich hab jemand anderen erwartet und du standest patschnass vor der Tür und deine Haare hingen dir ins Gesicht", er hob eine Hand und wickelte eine rote Haarsträhne um seinen Finger, „und nass sehen die ganz anders aus. Aber du hattest so ein schönes Lächeln und es war … ich weiß auch nicht, es war, als ob mich ein Blitz getroffen hat, als du mich zum ersten Mal angeschaut hast." Lily erschauderte, als seine Hände langsam unter ihre Bluse wanderten und über ihren Rücken strichen. Sie schluckte. „Und ich hab die ganze Zeit überlegt, wie ich dich nach dem Interview am besten fragen kannst, ob du mit mir ausgehst und dann …"

„Dann hab ich dir meinen Namen gesagt!", fiel ihr ein. „Ich hab dir meinen Namen gesagt und dann …"

Er nickte. Dann beugte er sich vor und küsste langsam ihren Hals. Lily lehnte ihren Kopf zur Seite, um ihm mehr Raum zu geben und klammerte sich an seinen Schultern fest. „Ja", flüsterte er zwischen zwei Küssen. Eine Hand verschwand von ihrem Rücken und knöpfte langsam ihre Bluse auf. „Dann ist mir eingefallen, warum ich euch Potters verabscheue und dann …"

„Dann warst du ein riesengroßes Arschloch", bestätigte Lily und streifte ihre Bluse ab. Sofort schlangen sich seine warmen Hände um ihren Rücken und er zog sie näher an sich. Lily vergrub ihre Hände in seinen Haaren und versank in einem tiefen Kuss mit ihm. Als sie sich schließlich wieder voneinander lösten, lehnte sie sich etwas nach hinten und knöpfte nun ihrerseits sein Hemd auf. Zufrieden sah sie dabei zu, wie seine Bauchmuskeln sich anspannten, als ihre Finger sanft über sie strichen.

„Ja", bestätigte er schweratmend. „Und egal, was du gemacht hast, du hast meine Meinung nur bestätigt und dann …" Er schluckte, als Lily sein Hemd über seine Schultern schob und nun damit anfing, seinen Hals zu küssen. „Lily", stöhnte er und zog sie wieder zu sich. Mit einem Griff löste er ihren BH und sie erschauderten beide, als ihre Brüste seine nackte Haut berührten.

„Und dann?", fragte sie und öffnete langsam seine Jeans.

Er schloss die Augen. „Dann hast du mich im Garten angeschrien und du warst so … so … Merlin, so wie zu dir hab ich mich noch zu niemandem hingezogen gefühlt", brachte er gerade noch heraus und küsste sie leidenschaftlich. Lily schloss die Augen und ließ sich von den Gefühlen überwältigen, die er in ihr auslöste. So begehrenswert hatte sie sich noch nie gefühlt und so wie Henry hatte sie auch noch keinen Mann begehrt.

TBC …