Hallo!

Das ist der dritte Teil im „Andere Perspektiven-Universum". Heute geht es um einen Tag in der Winkelgasse und darum, was aus Harrys früheren Freunden und Freundinnen geworden ist.

Viel Spaß beim Lesen.

15. August 2001, 09:00

„Du Harry," hörte Harry seine Frau beim Frühstück sagen, während sie ihn etwas bittend anblickte.

„Ja Daphne?"

„Könnten wir heute mal in die Winkelgasse fahren? Ich war dort ja seit vor der Schlacht nicht mehr und würde gerne mal wieder dort herumschlendern."

„Wenn du möchtest, gerne. Ich habe heute ja ohnehin frei beziehungsweise nur am Abend eine kurze vier-Stunden-Schicht. Bis da hin können wir gerne in die Winkelgasse fahren. Gibt es einen bestimmten Anlass, warum du dorthin möchtest?", antwortete Harry.

„Eigentlich nicht wirklich. Ich frage mich nur, was so aus der Winkelgasse geworden ist in den letzten Jahren. Hier in der Muggelwelt hat sich ja sehr viel geändert. Würde mich interessieren, ob die magische Welt immer noch so Veränderungsresistent ist wie früher."

„Also als ich vor einem Jahr oder so mal dort war, sah noch alles so aus wie früher. Aber du hast Recht, interessant ist es sicher. Außerdem können wir ja Hannah im Tropfenden Kessel besuchen und vielleicht bei George in seinem Shop vorbeischauen."

„Das klingt gut. Lass uns noch fertig essen, dann können wir aufbrechen.", meinte Daphne und wittmete sich wieder ihrem Essen.

15. August 2001, 09:30

„Möchtest du die Tube nehmen oder apparieren Daphne?", fragte Harry, nachdem sich die beiden angezogen hatten und nun an der Türe standen.

„Nehmen wir die Bahn. Wir haben ja Zeit und ich weiß, wie ungern du apparierst.", gab Daphne zurück.

„OK, passt. In fünf Minuten sollte eh eine Bakerloo Line bei uns abfahren. Das sollte sich grad gut ausgehen.", meinte Harry, öffnete die Haustüre und die beiden traten in den warmen Sonnenschein hinaus.

„Wirklich schönes Wetter heute, auch wenn es überraschend kühl ist für August. Nur 20 Grad, letztes Jahr war es wärmer.", meinte Daphne, als sie die Straße zur U-Bahnstation entlanggingen.

„Das stimmt. Aber so ist es viel angenehmer als bei 30 Grad durch die Stadt zu laufen, finde ich. So sind vielleicht sogar die Züge noch etwas kühler und keine mobilen Bratöfen wie im Sommer sonst öfter."

„Das stimmt allerdings. Das nicht einmal das Fahrpersonal eine Klimaanlage hat wundert mich ja immer noch.", meinte Daphne.

„Das stimmt. Ich persönlich freue mich immer, wenn ich auf der Northern Line Dienst habe. Da unten ist es zwar auch warm, aber lang nicht so warm wie in der prallen Sonne auf dem nördlichen Teil der Bakerloo. Und von District, Hammersmith & City und Metropolitan braucht man ja nicht mal zu reden, die sind ja fast nirgends wirklich im Tunnel.", antwortete Harry, bevor er die OYSTER-Karten an das Lesegerät hielt und mit Daphne auf den Bahnsteig trat.

„In zwei Minuten kommt sie schon. Das haben wir ja gut eingefädelt heute.", meinte Harry, als er auf die Anzeige am Bahnsteig blickte.

„Das stimmt. Wie lange fahren wir jetzt eigentlich bis zur Winkelgasse Harry?"

„Wir fahren bis Charing Cross, würde ich sagen. Das ist nur ein paar hundert Meter vom Tropfenden Kessel entfernt. Da fährt man so 20 bis 30 Minuten hin. Aber alles ohne Umsteigen, was ja schon sehr praktisch ist.", meinte Harry.

15. August 2001, 10:15

„So, da sind wir. Nach Jahren mal wieder am Tropfenden Kessel.", sagte Harry und schob die Türe auf, „Hey Hannah. Wie geht's dir und Neville heute?"

„Hey Harry. Was bringt dich den hier her. Ach und hallo Daphne, du bist das erste mal seit einigen Jahren wieder hier oder?", antwortete Hannah erfreut.

„Ja, das stimmt. Ich hab mich irgendwie mal wieder nach der Winkelgasse gesehnt. Und weil Harry ja heute bis zum Abend frei hat, sind wir ganz spontan hier hergekommen.", sagte Daphne.

„Schön. Freut mich. Kommt doch nachher zum Essen hier vorbei, bevor ihr wieder geht. Neville sollte am Abend auch wieder da sein, er war die letzten Tage auf einer Reise um neue Pflanzen für die Gewächshäuser in Hogwarts zu besorgen und sich von den Kindern und vom Unterrichten zu erholen."

„Das verstehen wir. Wir kommen nachher auf jeden Fall noch mal vorbei oder Daphne?", fragte Harry.

„Ja auf jeden Fall. Es liegt ja auch direkt am Weg zur Tube nach Hause. Bis später dann Hannah.", antwortete Daphne und die beiden gingen weiter in den Hinterhof und durch den Torbogen in die Winkelgasse.

„Also anhören tut es sich immer noch so wie früher Harry.", meinte Daphne, als sie den Torbogen durchschritten hatten.

„Es sieht auch noch fast genau so aus. Nur manche Läden wurden neu gestrichen oder haben neue Auslagen bekommen. Ach und George hat ja ausgebaut. Jetzt fällt sein Laden noch mal mehr auf als früher, alleine schon weil er ja jetzt zwei Geschäftslokale für sich beansprucht und entsprechend in Neonfarben gestaltet hat. Das er davon selber keine Augenschmerzen bekommt ist mir immer noch ein Rätsel.", meinte Harry während er sich umschaute.

„Das stimmt wohl. Aber er dürfte das gut aushalten, sonst hätte er den Laden ja vermutlich nicht so aufgezogen.", meinte Daphne.

„Das stimmt natürlich. Lass uns doch gleich bei ihm anfangen oder?", fragte Harry und begann, auf Weasleys zauberhafte Zauberscherze zuzusteuern.

„Hey Harrykins, auch mal wieder da? Ach und hey Daph, freut mich, euch in meinem kleinen eigenen Reich willkommen zu heißen. Was kann ich für meine ehrenwerten Gäste an diesem wunder schönen Morgen tun?", begrüßte George Harry und Daphne überschwänglich, als er sie in seinem Laden erblickte.

„Hey George. Auch schön dich mal wieder zu sehen. Eulen oder Telefonieren ist ja eben doch nicht das selbe, als sich wirklich zu unterhalten, finde ich.", meinte Daphne und ließ sich von George umarmen.

„Das stimmt. Auch wenn ich das Telefon jetzt wirklich nicht mehr missen möchte. Papa übrigens auch nicht, der ist wirklich happy über sein eigenes, funktionierendes und 100-Prozent von Muggeln hergestelltes Telefon.", antwortete George, „Nur der Rest meiner Familie kann damit wohl nichts anfangen."

„Wie Geht es Arthur denn so?", fragte Harry.

„Gut. Er arbeitet mittlerweile nicht mehr im Ministerium, das wurde ihm etwas zu mühsam. Ist ja meistens nur Bürokram und ähnliches unnötiges Zeug, über das sich niemand kümmert. Er verbringt jetzt sehr viel Zeit in der Muggelwelt oder im Fuchsbau und hilft mir manchmal hier im Laden, wenn besonders viel los ist.", antwortete George.

„Das freut mich zu hören. Und wie geht es dem Rest deiner Familie so?", fragte Harry.

„Ganz unterschiedlich. Bill ist immer noch glücklich verheiratet und ganz zufrieden mit seinem Job, Charlie ist immer noch in seine Drachen verliebt, Percy arbeitet weiterhin im Ministerium, mittlerweile als Abteilungsleiter in der Abteilung für Spiele und Sport. Mum geht es auch so weit gut. Sie hat vor einiger Zeit begonnen, Brot für Waisenheime und Altenheime zu backen, um sich zu beschäftigen. Das Haus scheint ihr jetzt doch etwas zu ruhig zu sein, wo wir ja alle ausgezogen sind.", führte George aus.

„Und wie geht es Ron, Hermine und Ginny?", fragte Harry.

„Gerade ganz OK. Ron ist Hüter für sein Lieblingsteam, was ihnen aber nicht zu einem Sieg verholfen hat, Ginny spielt auch Quidditch und Hermine ist immer noch in der magischen Strafverfolgung. Ron und Hermine sind auch noch verheiratet, da dürfte es aber öfter mal Schwierigkeiten geben. Vor Allem weil Ron es dir immer noch übel nimmt, Daphne geheiratet zu haben und Hermine scheinbar ihren Kopf wieder nutzt und die Unsinnigkeit dieser Hausvorurteile endlich erkannt hat."

„Ach wirklich? Über ihre Reaktion habe ich mich damals wirklich gewundert. Ron war eben einfach Ron, aber von ihr hätte ich zugegebenermaßen schon mehr Verständnis erwartet. Aber es ist wie es ist, man kann die Vergangenheit nicht ändern.", antwortete Harry.

„Das stimmt. Nun ja, ich muss wohl wieder an die Arbeit. Es ist ziemlich viel los heute. Freut mich, dass ihr vorbeigekommen seit und wir können uns ja mal in der Muggelwelt irgendwann treffen oder?", meinte George.

„Ja sehr gerne. Rufen wir uns einfach mal zusammen.", antwortete Harry und die beiden verließen den Laden.

15. August 2001, 18:00

„Und, wie hat dir der Tag in der Winkelgasse gefallen Daphne?", fragte Harry seine Geliebte, als die beiden wieder daheim ankamen.

„Sehr gut, danke Harry. Aber ich kann es noch nicht glauben, wie wenig sich in den letzten Tagen in der magischen Welt getan hat. Es ist ja im Großen und Ganzen noch alles wie Früher, finde ich."

„Ja, das stimmt. Eigentlich hat sich nichts geändert. Also außer der Expansion von Weasleys zauberhafte Zauberscherze ist eigentlich wirklich so gut wie alles gleich geblieben.", antwortete Harry.

„Aber es hat mich sehr gefreut, dass wir George, Hannah und Neville mal wieder getroffen haben. Neville sehen wir ja wirklich nur selten, weil er unter dem Schuljahr immer in Hogwarts ist."

„Das stimmt. Und sie scheinen alle drei sehr glücklich zu sein. Neville mit seinen Pflanzen und dem Unterrichten, Hannah im Tropfenden Kessel und George mit seinem Scherzartikelladen. Es tut gut zu sehen, wofür wir damals alle gekämpft haben und dass es etwas gebracht hat."

„Das stimmt auf jeden Fall Harry.", meinte Daphne.

So, das war es für heute. Vielen Dank fürs Lesen. Über Reviews, Rückmeldungen und Favoriteneinträge würde ich mich natürlich sehr freuen.