Hallo, mein Kopf ist noch dran! Sirisa hat mich nach meinen Gründen für diese Unternehmung hier gefragt: Ich möchte, dass sie die Geschichte hier zuende bringt und nicht einfach mitten in der Handlung den Stift fortlegt. Ich möchte wissen was aus Sev, Hermine, Lu und Gina wird.
Ich habe einige Kapitel, die noch nicht veröffentlicht wurden, leider nicht alle, aber was ich habe, das werde ich hier posten.
Danke an Eule und Iome. Sirisa liest die Reviews bestimmt mit.
Und vielen Dank auch an meine beiden fleißigen Helferlein!
Alikema
1. Winter in Hogwarts
Severus Snape stampfte übellaunig durch den Schnee und pustete missmutig die vorwitzigen Schneeflocken weg, die es wagten auf der Nase des Tränkemeisters niederzugehen.
Er hatte einen Fußmarsch nach Hogsmead gemacht unter dem Vorwand, einige seltene Zutaten von Burnsteens Kräuterhandel holen zu müssen.
Tatsächlich war er einfach nur froh mal herauszukommen und nicht Hermines permanente Nörgelei und ihr ständiges Gejammer hören zu müssen.
Die letzten Wochen der Schwangerschaft hatten aus ihr nicht nur einen Wahlfisch mit üppigen Ausmaßen gemacht, sondern sie in eine ständig maulende Furie verwandelt, die beim geringsten Anlass unter die Decke ging.
Snape fingerte in den Taschen seines Umhanges nach der Tüte Hoggiklümpchen, die ihm Conny rasch zugesteckt hatte. Er musste das süße Konfekt aufgegessen haben, bevor er ihre gemeinsame Wohnung betrat. Wenn Hermine mitbekam, dass er Conny aufgesucht hatte, dann würde wieder der Teufel los sein. Er seufzte tief. Manchmal fragte er sich, ob es ihm zu Voldemorts Zeiten nicht besser gegangen war. Vielleicht ging er auch einfach zu nachsichtig mit Hermine um. Vielleicht musste er die Zügel straffer in die Hand nehmen, aber bei ihrem jetzigen hormonellen Zustand würde sie wieder anfangen zu heulen und das würde ihm die Abende vergällen, denn entgegen der landläufigen Meinung war er, Prof. Severus Snape, eher harmoniesüchtig als ein Streithammel. Außerdem, auch wenn er es nicht zugab, er freute sich auf das Baby. Laut dem Quacksalber, zu dem Hermine ständig lief, würde es ein Junge werden und seine Gattin überraschte ihn ständig mit neuen „hübschen" Namen, die sie ausgesucht hatte. Ihm sträubte sich das Fell, wenn er daran dachte seinen Nachkommen Kevin, Marvin oder gar Jean Luc rufen zu müssen. Er wollte einen Zauberernamen mit Tradition, Abraxas zum Beispiel oder Nikodemus. Immerhin hatten sie noch 6 Wochen Zeit bis zur Niederkunft, aber bis dahin musste eine Entscheidung getroffen werden.
Außerdem verursachte ihm Lucius Malfoy Magenschmerzen. Dieser war nach den Winterferien in Hogwarts aufgetaucht, weil er zum Professor berufen worden war und nun Hermine mit seiner Fürsorge fast erstickte.
„Reg dich ab, Severus!" pflegte Hermine jedes Mal zu sagen, wenn die Lippen ihres Ehemannes vor Ärger über den blonden Hünen wieder ganz schmal wurden. „Lucius und ich, wir sind doch nur Freunde!"
Severus stapfte den Uferpfad des Sees längs und betrachtete versonnen die kleinen Wirbel aus Schneeflocken, die über die geschlossene Eisdecke tanzten.
Der Winter hatte streng genommen gerade erst begonnen. Genau seit 3 Tagen herrschte klirrende Kälte und der strenge Nachtfrost ließ die Glasscheiben in den alten Fensterrahmen des Schlosses zuweilen klirren und knirschen und zwangen damit den armen, alten Filch nächtens zu Kontrollgängen durch die dunklen Hallen.
Obschon Snape wegen des Überangebotes an Zucker in seinem Magen schon etwas schlecht war, stopfte er erneuet eine Handvoll der Nußsüßigkeiten in sich hinein. Dann würde er eben nicht zu Abend essen und sich damit entschuldigen, die Zutaten im Vorratsraum katalogisieren zu müssen.
Hermine würde sicher nicht die Treppe zum Schullabor herunterwambeln um bei ihm zu sein.
Sie klagte über geschwollene Füße, über Ischiasschmerzen und ein Karpaltunnelsyndrom.
Alles Firlefanz in seinen Augen. Der Muggelquacksalber redete Hermine ständig neue Wehwehchen ein. Und anstatt dass sie sich von Pommy mit einigen Heiltränken versorgen ließ, erzählte sie ihm etwas von positiver Grundeinstellung zum Schmerz und der anthroposophischen Meinung zu Schwangerschaft und Geburt.
Er nickte in diesen Fällen milde und ging an seinen Kessel. Davon verstand er wenigstens etwas.
Unterhalb von Hagrids Hütte blieb er stehen und betrachtete den Himmel über Hogwarts.
Die Wolken waren grau und hingen tief unter ihrer Schneelast, die sie behutsam aber beständig über die Ländereien zu streuen wussten.
So grau waren die Wolken auch an dem Tag gewesen, als Ginas Leichenkutsche nach Gambia flog.
Ungewollt überkam ihm die alte Melancholie. Seine noch lange nicht verarbeitete Trauer über Ginas Tod, seine Zweifel an der Gerechtigkeit des Schicksals, seine alte Sehnsucht nach einer ihm ebenbürtigen Partnerin, all dies nagte an seinem Gemüt und ließ ihn mit seiner Rolle als Ehemann und werdender Vater hadern.
Innerlich aufseufzend steckte er die letzten Hoggiklümpchen in den Mund und genoss zum letzten Mal den Geschmack der gerösteten Nüsse und der zarten Waffeln, der für ihn unauslöschbar mit Connys glockenhellem Lachen und ihrer erfrischenden Art verbunden war.
Verstohlen knüllte er die Papiertüte zusammen und versteckte sie in seinem Umhang.
Es half nichts, wenn er nicht erfrieren wollte, dann musste er jetzt heim.
TBC
