Mit einem schönen Gruß von Sirisa an Euch!!!!!!!!

7. Das Kind muß einen Namen haben

„Sev-ve-rus?"

Immer wenn Hermine Snapes Vornamen in mehrere, einzeln betonte Silben zu zerkauen pflegte, bedeutete dies in der Regel das Ende der Gemütlichkeit.

„Mmmm?"

Der Angesprochene hob halb lauernd, halb verärgert den Kopf über den Rand eines Buches und äugte mit zusammengekniffenen Brauen zu Hermine herüber.

Diese ruhte in Snapes altehrwürdigen Ledersessel im Erker des gemeinsamen Wohnzimmers und machte ein Gesicht, dass dem Professor für Zaubertränke das Fürchten lehren konnte.

„Severus, er tritt mich!"

Mit ihrem Zeigefinger tippte sich Hermine auf ihren dicken Bauch, der in der Tat gerade durch die Tritte kleiner innenliegenden Füßchen erschüttert wurde.

Sofort glätteten ein warmer Ausdruck die Falten auf Snapes Stirn und ein mildes Lächeln umspielte seine Mundwinkel.

„Macht unser kleiner Abraxas schon wieder Schabernack?", brummte er gutmütig.

Hermine gab ein nasales Schnauben von sich.

„Bennet..." und sie stützte sich mit diesen Worten an den breiten Armlehnen ab, „Bennet ist heute sehr mobil und scheint sich langsam in Position für seinen ersten Ausflug zu bringen!"

Nun war es an Snape ein abfälliges Grunzen auszustoßen.

„Ich glaube nicht, dass es unser Nikodemus so eilig hat!"

„Nikodemus wird diese Welt nicht betreten, höchstens als ein Tim!", antwortete Hermine in einem Ton, der keinen Widerspruch duldete.

Snape schlug mit Nachdruck sein Buch zu und als er es auf den Tisch fallen ließ, veranlasste dies den Wein in seinem Glas gefährlich hohe Wellen zu schlagen.

„Warum fängst du wieder damit an, Hermine?" Snapes schüttelte leicht den Kopf und sah seine Frau mit der gleichen Nachsicht an, mit der man ein kleines Kind betrachtet.

„Warum ich damit anfange?" Hermine erhob sich ächzend aus dem tiefen Sessel und musste das Gewicht ihres schwangeren Bauches mit einem Hohlkreuz und zurückgezogenen Schulterblättern ausgleichen. Wütend schlug sie sich mit der Hand auf ihren Leib.

„Sollen wir mit der Namensgebung warten bis unser Kind selber entscheiden kann wie es denn heißen möchte? Einverstanden, dann kann es gleich zur eigenen Taufe ein Gedicht aufsagen!"

„Reginald!", knurrte Snape.

Hermine musste unvermittelt schlucken und brauchte zwei Sekunden bis sie ein

„Ronald" zurückpfeffern konnte.

„Warum nicht Viktor?" fragte Snape zynisch und seine linke Augenbraue näherte sich dem Haaransatz seiner Stirn.

„Weil mir dann Lucius schon besser gefallen würde!" konterte Hermine.

„Einverstanden!" Snapes Stimme schwoll nun doch zu mittlerem Gebrüll an. „Wenn das Kind blond sein sollte, dann soll es auch Lucius heißen!"

Ruckartig wirbelte er herum und stampfte aus dem Wohnzimmer heraus, durchquerte die Bibliothek um dann die Tür zu seinem Labor laut hinter sich zuzuschlagen.

Hermine stützte sich am Tisch ab. Warum konnte ihr Mann nicht dieses schreckliche Misstrauen ablegen. Und auf einen Namen hatten sie sich auch nicht einigen können.

Entschlossen ging sie ihrem Gatten hinterher.

Er sah nicht auf, als sie das Labor betrat sondern polierte verbissen seinen Lieblingskessel mit einem magischen Putzlappen., der ein „hör auf es ist sauber, hör auf es ist sauber", halb erstickt von Snapes Hand vor sich hin piepte.

Hermine verharrte neben ihm, sah ihm schweigend zu, bis er entnervt den Lappen ins Waschbecken katapultierte, wo dieser mit einem empörten „Autsch" an der Keramik herunterrutschte.

„WAS?", herrschte er seine Frau an ohne sich umzudrehen oder sie anzusehen., den Blick nicht von seinem Kessel lassend.

„Findest du nicht wir sollten uns langsam einigen?", fragte Hermine leise.

Snape stellte den Kessel so unsanft auf seine Ablage, dass die umstehenden gläsernern Kolben und Reagenzgläser mit gefährlichem Klirren seine Laune kommentierten.

„Tim? Tim-Snape?", spie er Hermine entgegen. „Du willst eine Einigung wenn du dermaßen indiskutable Namen zur Debatte stellst?"

„Ich halte Abraxas oder Nikodemus nun einmal nicht mehr für zeitgemäß!", versuchte Hermine vorsichtig einzulenken.

„Es muß doch einen Namen geben, der uns beiden gefällt!"

Mit diesen Worten legte sie begütigend ihre Hand auf Snapes Unterarm, war jedoch darauf gefasst, dass er sie wie so oft in letzter Zeit abschütteln würde. Doch stattdessen nahm er aufseufzend ihre Hand in seine und betrachtete diese nachdenklich.

„Demian?", fragte Hermine und wappnete sich bereits wieder gegen weitere abfällige Bemerkungen über ihren Geschmack.

„De-mi-an?", wiederholte Snape leise. „Demian! Demian Snape, das klingt passabel!"

„Demian gefällt dir?", Hermine strahlte ihren Mann erwartungsvoll an.

„Ich sagte, es klingt passabel, nicht dass ich in Begeisterungsstürme ausbrechen werde!", brummte Snape, doch Hermine war ihm schon um den Hals gefallen und drückte sich an ihn, soweit es ihre üppige Form zuließ.

„Laß das, du drückst mir Beulen in den Umhang!" grummelte er, konnte aber nicht verbergen, dass ihm Hermines Ausdruck der Euphorie alles andere als unangenehm war und schmunzelnd legte er die Arme um sie, weitere Beulen seines Umhanges missachtend.

TBC