„Von der Stunde habe ich wieder so gut wie nichts mitbekommen, nur wegen diesem blöden Potter!" Irgendwie hatte Lily Lust sich aufzuregen. „ Kann er nicht einmal in den Stunden aufhören, mich nach einem Date zu fragen? Verdammt, das macht einfach keinen Spaß, ich fühle mich schon irgendwie geschmeichelt, dass er es so stark versucht, aber kann er nicht einmal ne Pause einlegen?"

„Du hast ein schlechtes Gewissen, oder? Weil du so fies auf sein Gedicht geantwortet hast…" Joana kannte Lily gut genug, um zu sehen, wann diese sich wirklich über James oder Andere aufregte, und wann nicht.

„Meinst du, dass ich zu gemein zu ihm war?" Jetzt schaute sie ihre beste Freundin unsicher an.

„Definitiv, wenn ein Junge es schon mit Reimen versucht…"

„… Er hat mich mit Quidditch verglichen!" Warf Lily wieder etwas sicherer ein.

„Und du weißt genau, wie viel ihm Quidditch bedeutet! Ich glaube nicht, das das so eine billige Anmache war, er will wirklich was von dir, Lily."

„Warum musst du ihn immer in Schutz nehmen? Du bist meine beste Freundin, nicht seine."

„Auch beste Freunde haben verschiedene Ansichten, ich teile dir meine gerade mit."

„Na toll, und was soll ich deiner Meinung nach jetzt machen?"

„Mensch, entschuldige dich bei ihm!"

„Und dann? Wie soll ich dass denn machen ‚Hey James, tut mir leid wegen meiner fiesen Antwort aufs Gedicht' Das geht doch nicht!"

„Klar, na ja hier und da ein bisschen anders formuliert natürlich, aber sonst."

„Joana ich glaub ich kann das nicht. Was ist, wenn er denkt, dass ich ihm dann doch eine Chance gebe, dass ich weich werde?"

„Du stellst dich an, weich bist du eh, wenn du ihn wirklich so wenig magst, wie du dir und allen anderen weiß machen willst, würde es dich jetzt nicht kümmern, ob du ihn mit der Antwort verletzt hast, oder nicht."

„Hey, spiel jetzt nicht den Psychologen! Ich bin hier der klügere Kopf von uns beiden…"

„… Angeber…"

„…Und schaffe es nicht einmal mich gegen meine beste Freundin durchzusetzen."

„Heißt das, dass du dich bei ihm entschuldigst?"

„Ja, auch wenn ich noch nicht genau weiß wie."

„Da fällt uns schon was ein." Joana guckte Lily aufmunternd an. „Wenn der Unterricht vorbei 

ist?"

Das ließen sie so stehen und gingen in den Gemeinschaftsraum der Gryffindors, um die Hausaufgaben für Geschichte zu erledigen.
Im Gemeinschaftsraum waren nicht viele Schüler, lediglich ein paar Mitschüler des 6. Jahrgangs, zu denen sie auch gehörten, und ein paar Zweitklässer, die entweder etwas auf Pergamentbögen schrieben, oder Zauberschach spielten. Die Aufgaben von Binns waren nicht besonders schwierig zu lösen, doch war es viel Schreibarbeit, dennoch wurden beide Rechtzeitig vor Zaubertränke fertig. Zusammen gingen sie dann zu Zaubertränke, im Schlepptau noch ein paar andere Gryffindormädchen. Lily liebte dieses Fach und hatte auch ein besonderes Talent dafür. In dieser Stunde hatten die Gryffindors zusammen mit den Slytherins Unterricht. Viele hassten die gemeinsamen Stunden, da bekanntlich Gryffindors wie auch Slytherins sich gegenseitig hassten, meistens. Lily verstand das alles nicht, dieses ganze Abgrenzen fand sie lächerlich. Sie wusste, dass es auch nette Slytherins gab, z.B. Severus einer ihrer besten Freunde. In Zaubertränke jedoch blieben die Häuser immer unter sich.

„Guten Morgen ihr Lieben." Begrüßte der rundliche Zaubertranklehrer Professor Slughorn seine Schüler. „Heute habe ich etwas ganz Besonderes für sie." Er schwang seinen Zauberstab und auf der Tafel tauchten der Name eines Trankes "Amortentia" und die dazu benötigten Anweisungen, wie er gebraut wird, auf. „ Ich möchte, dass ihr euch in Zweiergruppen aufteilt und versucht diesn Trank zu brauen. Ich weiß, dass der Trank sehr anspruchsvoll ist und verlange deshalb von keiner Gruppe einen perfekten Trank, ich möchte einfach mal sehen, wie weit ihr kommen. Viel Glück!

Alle Schüler teilten sich schnell ich Gruppen auf. Zu Lilys Unglück fand sie jedoch keine Partnerin, da Joana schon Sirius für diese Stunde zugesagt hatte. Auch James suche noch nach einem Partner, auf Peter hatte er keine Lust.

Joana stupste Lily an: „ Nun geh schon und frag James, ob er mit dir zusammen den Trank brauen will. Das ist deine Chance dich bei ihm zu entschuldigen."

„Muss das sein? Gerade in Zauberträne. Du weißt genau, dass er mies ist. Und dann auch noch einen der stärksten Liebestränke. Du weißt wie Slughorn drauf ist, was ist wenn wir ihn nach der Stunde testen sollen?"

„Damit zeigst du ihm nur, dass du es ernst meinst, außerdem werden wir wohl kaum diese STunde fertig, und nun geh!"

„Meinetwegen, wünsch mir Glück." Mit hängendem Kopf trottete sie zu James, der sie anstrahlte.

„Hi James, hast du vielleicht Lust mit mir diesen Trank zu brauen?" brachte sie schweren Herzens die Frage über die Lippen.

„Gerne.", antwortete dieser, und strahlte wie noch nie zuvor.

Beide suchten die Zutaten zusammen, James heizte den Kessel an.

„Bitte gib dir Mühe und achte darauf, was du machst. Mir ist Zaubertränke wirklich wichtig.", sagte Lily zu James.


„Wenn du so wenig Vertrauen in mich hast, warum hast du mich dann gefragt, ob ich mit dir zusammen brauen möchte?"

„Da hätte ich dich ja wohl nicht fragen brauchen, ist doch klar, dass du mit mir brauen willst! Na ja, ich wollte mich für die Sache In Geschichte der Zauberei entschuldigen. Ich hätte nicht so gemein zu dir sein sollen."

„Schon vergessen, ich mag deine sture Art irgendwie. Du bist anders als andere Mädchen. Warum tut dir das mit dem Gedicht eigentlich Leid, und all die anderen Sachen die du mir angetan hast nicht?" James grinste frech in Lilys Richtung.

„Hey, eine Entschuldigung am Tag reicht ja wohl aus! Und mögen tu ich dich immer noch nicht, damit das klar ist!", sagte Lily, doch schon mit etwas weicherer Stimme, zu James gewannt.

„Okay, okay. Ich habe verstanden."

Zusammen brauten sie den Trank. Überraschenderweise war es gar nicht so schlimm, wie Lily es sich vorgestellt hatte. James schien sich wirklich zu bemühen nichts falsch zu machen, und mit dem Trank kamen sie auch gut weiter. Am Ende der Stunde schienen sie am weitesten mir ihrem Trank gekommen zu sein. Insgeheim war Lily richtig stolz auf die gemeinsame Arbeit.

„Ihr könnt den Trank in der nächsten Stunde weitermachen, er muss eh erstmal ziehen." Damit beendete Slughorn die Stunde.

„Und wie habe ich mich angestellt Lily?", fragte James in herausfordernden Ton.

„Besser als ich erwartet hatte.", gab Lily zu.

„Ein Lob aus deinem Munde, was für eine Ehre!" witzelte James jetzt weiter.

„Du bist und bleibst ein Idiot!" Lily packte ihre Sachen, während James wie gelärmt dastand. „Wieso muss Lily immer alles in den Falschen Hals bekommen?" fragte er sich im Stillen. Als Lily raus ging warf sie ihm noch eine kleine Papierkugel gegen den Kopf, als kleine Rache für Geschichte, und verschwand dann zu Joana, die schon in der Tür auf sie wartete.

Währendessen faltete James das Papierkügelchen auseinander, und musste anfangen zu Grinsen: „Diese Evans – unverbesserlich.", nuschelte er und pakte dann auch seine Sachen, bevor er mit Sirius zusammen verschwand.

„Sag mal, Kumpel, wieso grinst du so? Es sah so aus, als hätte Evans sich über dich aufgeregt…" Als Antwort bekam Sirius die kleine Papierkugel, die einen kurzen Satz beinhaltete.

Ein Idiot, keine Frage – aber ein Idiot mit ein paar Pluspunkten.

Gez. Lily