Chap #1 – Ein neues Zuhause
Vorsichtig öffnete Zoey ihre müden Augen, sie fühlte sich zum ersten Mal seit Ewigkeiten richtig erholt. Wann hatte sie zuletzt in einem richtigen Bett geschlafen? Stopp.. Ein Bett? Angst machte sich in ihr breit. Hatte der dunkle Lord sie gefunden, hatte er sie aufgespürt und zurück geholt? Sie konnte sich nur an ein Schloss und einen weiten See erinnern. Wie also gelang sie in dieses wundervoll weiche Bett?
„Du hast einen sehr tiefen Schlaf, Mädchen", sagte eine liebevolle Stimme.
Zoe schreckte auf, griff nach ihrem Zauberstab und richtete ihn auf eine kleine, ältere Frau, welche auf einem Stuhl neben ihrem Bett sass, welche jedoch keinen Anschein machte; ihren eigenen Zauberstab zu zücken.
Langsam gewöhnten sich ihre Augen an das Licht und sie sah, dass sie sich in einem Raum befand, welcher mit vielen, weissen Betten eingerichtet war. Also gelang ihre Flucht doch, den im Haus von Voldemort hatte sie in den Schlafräumen nie mehr als dünne Matratzen gesehen.
Warmes Sonnenlicht tanzte durch ein grosses Fenster links neben ihr. Dann wandte sie sich an die Frau, welche sie interessiert beobachtete.
„Wer sind Sie?", fragte Zoe vorsichtig.
„Eine andere, bessere Frage: Wer bist du, Kleines? Vier unserer Schüler haben dich halbtot und fast erfroren am Ufer des grossen Sees gefunden und dich zu mir gebracht. Ich bin Madam Pomfrey, hauseigene Heilerin in Hogwarts." Fragend sah sie Zoey tief in ihre grasgrünen Augen.
„Ich habe es tatsächlich geschafft, ich bin in Hogwarts. Ich sehe ihn endlich wieder..", wisperte Zoey. Auf Grund des verwirrten Blickes der älteren Frau erwachte Zoey aus ihrer Trance und räusperte sich. „Entschuldigen Sie, mein Name ist Zoelle Josephine McMourne und ich wünsche mit dem Schulleiter zu sprechen."
Madam Pomfrey besah sich Zoe mit hochgezogenen Augenbrauen und stand auf, mit einem letzten Black auf Zoe verschwand sie in einem Nebenzimmer und schloss die Tür hinter sich.
Ein reissender Schmerz durchfuhr augenblicklich ihren linken Unterarm, daraufhin schob Zoey vorsichtig, aber prompt, ihren Pullover nach hinten. Sie erschrak. Ihr Mal leuchtete rot auf, Blut tropfte aus dem Mund der Schlange. Das Bettlaken nahm die aggressiv rote Farbe in sich auf. Voldemort schien ihre Flucht mitbekommen zu haben, er war wütend, er war verdammt wütend auf sie. Zoey zitterte am ganzen Körper, ihr Arm schmerzte höllisch. Es soll aufhören, es soll endlich aufhören, flehte sie innerlich.
So abrupt wie der Schmerz gekommen war, war dieser auch wieder verschwunden. Erleichtert atmete Zoey auf. So eine Art Schmerz hatte sie in ihrem ganzen Leben noch nie gespürt, als würde ihr Arm in gierigen Flammen stehen. Selbst ein Cruciatus schmerzte nicht halb so stark..
Schwach klopfte es an die Tür, rasch zog sich Zoe ihren Pullover wieder über den Arm und zog sich die Decke bis zu ihrer Nase hoch.
Ein alter Mann mit silberweissen, langen Haaren und einem endlosen Bart trat in das Zimmer und richtete seine leuchteten Augen auf das blonde Mädchen. Er lächelte sie freundlich an und setzte sich auf den Stuhl, auf welchem ein paar Minuten zuvor noch die Heilerin sass und sie neugierig musterte.
„Sehr schön, du bist also endlich aufgewacht", begann der Schulleiter. „Mein Name ist Albus Percival Wulfric Brian Dumbledore, Schulleiter von Hogwarts, meine Schüler nennen mich Professor Dumbledore, und wie ich gehört habe, hast du nach mir verlangt?" Fröhlich grinsend besah er sich Zoey.
Wie sollte sie anfangen? Sie konnte ihm nicht sagen, dass er sie aufnehmen musste. Was, wenn er sie rauswirft, nachdem sie ihm die Geschichte erzählt hatte?
Zögernd setzte sie sich auf und sah direkt in die neugierigen Augen von Dumbledore. Sie holte noch einmal tief Luft und begann dann, zu erzählen.
„Ich heisse Zoelle McMourne, Sie kennen bestimmt meine Eltern oder haben Gerüchte über sie gehört. Die Meisten sind wahr, sie gehören tatsächlich zu den höchsten Todessern des dunkeln Lords. Ich, als ihre Tochter, hatte die selbe Bestimmung und wurde – gegen meinen Willen – ebenfalls in die Reihen der Todesser aufgenommen." Zoe warf die Decke zurück, krempelte ihren linken Ärmel des Pullovers hoch und entblösste somit das dunkle Mal. Gespannt achtete sie auf eine Reaktion des Schulleiter, welche jedoch ausfiel. Seine strahlenden Augen waren immer noch so auf das Mal auf ihrem Unterarm gerichtet, als sei es nichts besonderes. Zoey wusste nun, was Sirius mit ‚verrückt' meinte.
„Nun", Dumbledore räusperte sich. „In der Tat kenne ich deine Eltern und auch deinen Bruder. Ich wusste von ihrer Vorliebe für die dunklen Mächte, aber dass sie ihre Kinder mit rein ziehen, hätte ich nicht gedacht." Er lächelte sie sanft an. „Als ich das Amt als Schulleiter antrat, habe ich mir geschworen, mich um jedes Kind, um jeden Jugendlichen im schulpflichtigen Alter zu kümmern und ihnen ein Zuhause zu geben." Sirius' Worte, dachte sich Zoey. Der Professor fuhr fort: „Dieses Schuljahr hat erst vor einer Woche begonnen. Wenn du bereit bist, dich zu ändern und du alles dafür tun wirst, den Schulstoff aufzuholen, begrüsse ich dich hiermit als eine neue Schülerin Hogwarts'. Sobald ich aber das Gefühl habe, dass du es nicht schaffst, dich hier einzuleben, müssen wir gemeinsam eine neue Lösung finden. Nun ruhe dich noch ein wenig aus und suche mich noch vor dem Abendessen in meinem Büro auf."
Mit diesen Worten verabschiedete sich Professor Dumbledore und liess eine verwirrte, aber erleichterte Zoey hinter sich zurück.
An Ruhe war jedoch nicht zu denken.
Madam Pomfrey brachte Zoey einen Stärkungstrank an ihr Bett, welchen sie ohne Widerspruch einnahm.
Lachen drang von draussen durch das Fenster in den hohen Raum. Neugierig sprang Zoey aus ihrem Bett und stellte sich vor das Fenster, um einen Blick zu erhaschen. Die meisten Schüler sassen am See, erzählten sich Dinge, grinsten sich an. Andere machten Spaziergänge oder tanzten fröhlich über das Gelände der Schule.
Irgendwo in dieser Masse musste auch Sirius sein, dachte sich Zoey, drehte sich vom Fenster weg und legte sich wieder auf ihr Krankenbett.
Sie wollte noch Kräfte sammeln, bevor sie sich auf den Weg zu Dumbledore machte, um ihm alles zu erklären und ein paar Sachen klarzustellen.
Sirius hatte Recht, in Hogwarts findet jeder sein Zuhause.
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neue runde. kein spannendes chap, aber zuerst muss ich alles erklären.
also bitte habt noch ein bisschen geduld, sie wird ganz bestimmt auf sirius treffen. :)
