Zoey schloss die Tür hinter sich. Das Gespräch mit Dumbledore verlief im Grossen und Ganzen sehr gut, aber er schien ihr noch nicht zu vertrauen. Das muss ich ändern, nahm sich Zoey vor und machte sich dann auf den Weg Richtung grosse Halle, wo sie sich mit einer Lehrerin namens McGonagall treffen sollte. Der Schulleiter hatte ihr den Weg erklärt und zur Hilfe tapste ein ungeschickter Hauself vor ihr her.

Sie befand sich erst seit wenigen Stunden in diesem wundervollen Schloss und doch hatte sie das Gefühl, schon seit Ewigkeiten hier zu leben. Es fühlte sich richtig an.

Dumbledore bat Zoey, sich bei ihm zu melden, wenn sie in einem Schulfach Probleme hätte. Er würde ihr Nachhilfe von einem Schüler anbieten, welcher mit dem jeweiligen Fach besser klar kam. Ausserdem musste sie nun einmal pro Woche den Schulleiter aufsuchen, um ihm von ihrer alten Welt zu erzählen. Dumbledore wollte damit erreichen, dass Zoey sich von ihrer alten Welt lösen konnte, sodass sie nicht plötzlich in Panik geriet und zurück wollte.

Jetzt musste sie sich nur noch von den anderen Schülern beweisen.

„Miss, wir sind da, Miss", piepste der Hauself mit dem Namen Socks.

Zoey blickte auf. Diese McGonagall war anscheinend noch nicht da.

Gruppen von Schülern strömten an ihr vorbei. Zoey fühlte die Blicke auf sich, sie drehte ihren Kopf in die andere Richtung und seufzte lautstark. Alles was sie sah, waren die verschiedenen Farben auf den Umhängen ihrer neuen Mitschülern. Sie schloss die Augen, es schien sich alles zu drehen. Ist wohl die Nervosität, dachte sie sich und liess sich dann an einer Wand zu Boden gleiten. Sie schlang ihre Arme um ihre Knie und verbarg ihr Gesicht, indem sie sich nach vorne lehnte.

Zoey schrak auf, als sie eine Hand auf ihrer Schulter spürte.

„Tut mir Leid", flüsterte der Junge, welcher seine Hand hastig wieder zurückgezogen hatte. „Ich wollte dich nicht erschrecken." Er grinste keck.

Zoey sah ihn aus grossen Augen an. Er sah müde aus; erschöpft, sein Umhang war abgenutzt und alt und irgendwie roch er nach Blut.

Als Zoey immer noch nicht den Anschein machte, irgendetwas zu sagen, setzte er sich neben sie und blickte sie auffordernd an.

„Willst du mir nicht sagen, wer du bist?", fragte er sie neugierig.

„Meine Freunde nennen mich Zoey", antwortete sie lächelnd. Freunde.. Nur Sirius und Fynn nannten sie jemals so. Eine Träne suchte sich den Weg über ihr Gesicht.

„Hey, nicht weinen!" Der Junge war aufgesprungen. Er konnte nicht damit umgehen, wenn jemand weinte. Zoey sah traurig zu Boden, sie fühlte sich schwach, allein.

Verzweifelt betrachtete er das blonde Mädchen mit den wunderschönen, grasgrünen Augen. Er wusste nicht; was er tun sollte, gab sich dann aber einen Ruck und nahm sie an der Hand. Sanft zog er sie auf die Beine. Sie war etwas kleiner als er. Sollte er sie ihn den Arm nehmen? Sie könnte sich bedrängt fühlen, könnte weggehen; das wollte er nicht. Schweigend blickte er ihr tief in die Augen, als könnte er etwas erkennen. Zoey dagegen drehte sich sogleich ein wenig von ihm weg und starrte auf ihre Füsse.

Schritte waren zu hören und kurz darauf tauchte eine etwas ältere Frau hinter der nächsten Ecke auf.

„Guten Abend, Professor McGonagall", sagte der fremde Junge freundlich.

„Mr. Lupin." Die Lehrerin nickte ihm zu.

Er liess Zoey's Hand los, lächelte ihr noch einmal ermutigend zu und trat dann durch das grosse Tor, welches in die grosse Halle führte.

„Und Sie müssen Ms. McMourne sein, nicht wahr?", wandte McGonagall sich nun an Zoey.

Diese nickte, ging einen Schritt auf die Ältere zu und streckte ihr anständig ihre rechte Hand entgegen.

Professor McGonagall räusperte sich noch einmal und sagte dann: „So, wie Sie bereits wissen, werden sie gleich der ganzen Schülerschaft und den restlichen Lehrern vorgestellt. Meine Kollegen und ich wurden von Professor Dumbledore darüber informiert, was Sie hierher verschlagen hat. Auch ich werde ihnen helfen, wenn Sie mit irgendeiner Sache nicht klar kommen." Sie überlegte kurz, ob sie etwas vergessen hatte. „Nun denn, in welches Haus Sie kommen, wird von dem sprechenden Hut entschieden; welchen Sie nachher in der grossen Halle aufgesetzt bekommen. Haben Sie soweit alles verstanden?"

Zoey nickte vorsichtig.

„Wenn Sie noch Fragen haben, melden Sie sich bitte bei mir, bei meinen werten Kollegen oder bei einem Mitschüler. Bitte folgen Sie mir nun, der Schulleiter wartet auf uns." McGonagall deutete in Richtung der grossen Tür.

Mit zitternden Knien und einem mulmigen Gefühl im Bauch folgte Zoey ihr. Sie durchschritten den Raum, in welchem jeweils links und rechts zwei Tische standen. Zoey blickte sich vorsichtig und unsicher um, doch sie fand Sirius nirgends. Auch der Junge von vorhin entdeckte sie nicht. Alles was sie sah, waren schweigende Schüler; welche ihr neugierig hinterher sahen.

Der Weg nach vorne zu Professor Dumbledore schien mit hunderten Augenpaaren im Nacken endlos. Sie fühlte sich nicht gut, sie fühlte sich gar nicht gut. Was, wenn sie jemand erkannte, aufstand, mit einem Finger auf sie zeigte und empört „Todesserin" schrie? Sie wollte nicht daran denken. Doch keiner sagte etwas. Die Nachricht, dass ihre Eltern Todesser sind, war also noch nicht bis nach Hogwarts vorgedrungen, dachte sich Zoey erleichtert.

An den Wänden hingen rote, grüne, gelbe und blaue Flaggen. Der Himmel musste verzaubert sein, da man direkt in den sternenklaren Nachthimmel sehen konnte.

„Meine lieben Schüler", sprach der Schulleiter, räusperte sich und fuhr fort: „Wie ich euch bereits angekündigt habe, unsere neue Schülerin.. Zoelle McMourne."

Er führte Zoey zu einem Stuhl, worauf sie sich setzen sollte. McGonagall eilte herbei und setzte ihr einen alten, lumpigen Hut auf den Kopf.

Sogleich hörte Zoey eine piepsende Stimme.

„Oh, eine McMourne. Wer hätte das gedacht? Schwierig, schwierig. Dein Bruder war in Slytherin, deine Eltern waren in Slytherin. Aber du hast da was anderes, tief in dir drin. Du bist sehr intelligent. Was hältst du von Ravenclaw? Obwohl, warte.. Mut, ganz viel Mut spüre ich. Ja, das ist es. Ich schicke dich nach GRYFFINDOR!"

Dumbledore grinste, wies mit seiner Hand auf den rotgoldenen Tisch. Seelig lächelnd stand Zoey auf und machte sich auf den Weg zu ihren neuen Mitschülern.

Jeder einzelne Gryffindor klatschte und jubelte fröhlich. Nur einer war viel zu geschockt dafür.

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bitte um ein review O:

befinde mich ab morgen für zwei wochen in spanien, wird also zu keinem update mehr kommen, bis ich zurück bin.