So. Hey … jetzt kommt das 5. Kapitel! Viel Spaß beim Lesen.
Liebe!
Ich wartete auf die Bilder, doch sie kamen nicht. „Was…Was ist los? Wieso kann ich nichts sehen." Hoffnungsvoll schaue ich ihn an, hatte ich diesen Fluch verloren? Ist irgendetwas während ich geschlafen habe passiert? „Ich bin ein Reinblutvampir, Lynette. Ich habe mein Innerstes unter Kontrolle. Ich habe nämlich dieselbe Fähigkeit wie du, deshalb weiß ich, wie ich mich dagegen abschirmen kann. Immer wenn du mal Nähe brauchst, meine kleine Lyn, kannst du zu mir kommen. Du musst dann vor nichts Angst haben. Ich weiß was du durchmachen musst. Als ich klein war musste ich auch erst lernen, damit umzugehen." Tränen liefen mir über das Gesicht. Tränen der Trauer, weil ich noch immer mit dieser Gabe gestraft war, aber auch Tränen der Freude, weil es jemanden auf dieser Welt gab, den ich außer meinem Bruder Fabian, berühren konnte, ohne sein Innerstes sehen zu können. Dankbar für seine Worte, dass er mir die Wahrheit gesagt und mir angeboten hatte für mich da zu sein, war etwas, dass ich nicht in Worte fassen konnte. „Ich danke dir. Ich weiß ehrlich nicht was ich sagen soll. Es gab in meinem Leben nur eine Person, die ich anfassen konnte und ich nichts sehen konnte. Das war mein Bruder, doch als sich unsere Eltern vor fünf Jahren geschieden hatten, ging er mit unserem Vater nach L. A. und seitdem haben wir uns nicht sehr oft gesehen." Warum erzählte ich Kaname so etwas? Ich vertraue ihm doch nicht, oder doch? Ich wusste nicht was ich jetzt machen sollte. Meinen eigentlichen Plan weiter verfolgen und den Direktor bitten mich an eine andere Schule zu versetzen. Oder doch lieber…
„Okay. Ich werde nicht weiter darüber nachdenken die Schule zu wechseln. Fürs erste. Aber ich werde weiterhin die Day-Class besuchen." Ernst sah ich ihm in die Augen. Er streichelte noch immer meine Wange. Es fühlte sich so unglaublich gut an, ich könnte alles um mich herum vergessen, wenn er so weiter machte wie jetzt. Seine Augen waren wie ein Buch mit sieben Siegeln. Ich konnte einfach nicht in ihnen lesen, dafür konnte ich in ihnen ertrinken. „Du wirst nicht zur Day-Class gehen. Lyn, bitte hör auf mich. Ich will doch nur dein Bestes. Ich weiß was gut für dich ist, glaube mir, vertraue mir!", lange sahen wir uns nur in die Augen - hatte ich schon erwähnt wie unglaublich sie sind? Jedenfalls, ich war schon kurz davor ihm nachzugeben, doch ich heiße nicht umsonst Lynette Parker, eigentlich hat das glaube ich keine große Bedeutung, aber egal, Ich heiße nicht umsonst Lynette Parker! ^^ „Kaname-sama." Unschuldig blinzelnd sah ich ihn an. „Du wirst mich nicht dazu zwingen können zur Night-Class zu wechseln." Herausfordernd starrte ich ihn an. Da passierte es schon wieder. Er grinste mich an. Ich weiß, Wunder geschehen nur einmal, aber was ist es dann wenn sie ein zweites Mal passieren? „Mein kleiner Engel. Du hast nicht die geringste Ahnung davon, zu WAS ich dich alles zwingen könnte. Ich gebe dir jetzt einen guten, ernst gemeinten Rat. Tu was ich dir sage, oder du wirst es bitter bereuen." Langsam stand er auf und ging zur Tür. Noch immer lag dieses Grinsen auf seinen Lippen. „Schlaf jetzt lieber noch ein wenig. Morgen erwarte ich dich im Unterricht zu sehen. Ich wünsche dir eine angenehme Schlafenszeit und süße Träume." Mit diesen Worten drehte er sich um, ging aus der Tür schloss sie hinter sich und ließ mich verwirrt und ja, auch ein wenig verängstigt zurück. So hatte ich ihn ja noch nie erlebt. Ja gut, so lange kannten wir uns jetzt auch wieder nicht, doch so ein kaltes Verhalten hätte ich nie von ihm erwartet. Das war es also, was einen Reinblüter von anderen Vampiren unterschied. Sie waren kalt und hatten immer alles unter Kontrolle. Irgendwie ja schon unheimlich und auch sehr verängstigend. Aber inzwischen solltet ihr mich gut genug kennen, um zu wissen, dass ich mich von so etwas nicht beeindrucken lasse. Also stand ich auf und tappte zu dem riesigen Kleiderschrank, der an der ganzen linken Wand entlang lief. Wider Erwarten sah ich nichts, meine nackten Füße berührten den Boden also gab es nur zwei Möglichkeiten: 1. Der Boden wurde richtig gut geputzt oder 2. Das Zimmer war noch unbenutzt.
Bevor ich es vergesse: Der Schrank stand wie gesagt an der linken Wand, von der Tür aus gesehen und nahm diese völlig in Beschlag. Der Raum ist eher länglich, er geht ziemlich in die Breite^^, er war auch viel größer als die Zimmer der Day-Class Schüler. Noch vor dem Schrank stand das Bett, es wurde längs ins Zimmer gestellt, so dass nur ein zwei Meter breiter Streifen frei war, um den Schrank zu erreichen. Es war ein wirklich großes Himmelbett. Trotzdem war vor dem Schrank noch genügend Platz. Dann rechts vom Bett, genau gegenüber der Tür stand ein riesiges Sofa vor einem breiten Fenster. Auch zwei gemütlich aussehende Sessel und ein kleiner Glastisch standen dabei. Weiter rechts davon war noch eine zweite Tür, ich vermutete stark, dass dahinter das Badezimmer lag. In der Ecke daneben stand eine große Topfpflanze. Einen Schreibtisch gab es auch noch in dem Zimmer und zwar rechts neben der Tür, durch die man in den Flur gelangen konnte. Und bevor ich es vergesse, an der Wand gegenüber von dem Bett hing ein riesiger Flachbildschirmfernseher.
Um wieder zum eigentlichen Thema zu kommen: Im Schrank hingen schon alle meine Klamotten, bis auf die schwarzen Schuluniformen. Stattdessen hingen da im Kleiderschrank drei der weißen Night-Class Uniformen. „Dieser Kaname! Was glaubt der wer er ist! Dieser arrogante, eingebildete, hochnäsige Bastard! So ein Scheißkerl, ich werde jetzt erst recht nicht in die Night-Class gehen!", ersteres brummelte ich noch vor mich hin, doch den letzten Satz schrie ich so laut, dass ihn jeder Vampir im Umkreis von einem Kilometer hören musste.
Ich spitzte die Ohren, vielleicht fühlte sich ja jemand gestört von meinem Geschrei und kommt hierher. Doch als ich nach fünf Minuten immer noch nichts Auffälliges hörte, wandte ich mich wieder meinem Kleiderschrank zu. OH verdammt, ich bezeichnete ihn schon als ‚meinen' Schrank. Gar nicht gut. Meine Handschuhe konnte ich auch nirgends finden, zu blöd dass ich nur ein Paar mitgenommen hatte. Ich sollte mir so bald wie möglich Neue kaufen. Am besten zog ich einfach einen Pullover mit langen Ärmeln an, dann könnte ich auch Dinge anfassen, wenn ich meine Hände in den Ärmeln verstecke. Meine Hose behielt ich an, mein T-Shirt auch, nur den übergroßen Pulli meines Bruders nahm ich heraus.
Er war dunkelblau und Fabi hatte ihn mir geschenkt, kurz bevor er nach L.A. gezogen ist. Ich liebte diesen Pullover, er roch noch immer nach meinem geliebten Bruder und ich hatte keine schmerzhaften oder einfach nur nervigen Visionen.
Socken waren in einer der unzähligen Schubladen und auf der Suche danach entdeckte ich auch meine Unterwäsche. Ich entschied mich dazu, noch zu duschen bevor ich von hier verschwand. Also nahm ich den Pullover, Socken, Unterwäsche und ein Top auf den Arm und lief den langen Weg^^ zum Bad. Ich hatte mich statt des T-Shirts doch eher für ein neues Top entschieden, schließlich lag ich schon seit 4 Tagen im Bett. Vorsichtig öffnete ich die Tür, es konnte ja sein, dass sie doch nicht ins Bad führte. Doch es war das Badezimmer. Es war alles in weis gehalten. Auf der rechten Seite waren eine Badewanne, die traumhafte, entspannende Bäder versprach und eine Dusche, die genügend Platz für zwei Leute hatte und alles war aus Marmor. Auf der linken Seite war ein Marmorwaschbecken mit einem riesigen Schminkspiegel(ganz wichtig) und eine Toilette, auch aus Marmor. Da war ja mal einer stinkreich. Ich trat in das wunderbare Bad und drehte mich einmal im Kreis. Das gab es doch nicht! Die Wand mit der Tür war komplett verspiegelt! Unglaublich, einfach unglaublich! Es war alles so schön.
Als ich alles zur Genüge bewundert hatte zog ich mich aus, stieg in die Dusche und musste feststellen, dass sogar mein Waschzeug schon eingeräumt worden ist. Langsam wurde ich richtig sauer, erst zwingt mich meine Mutter hierher zu kommen und jetzt zwingt Kaname mich regelrecht dazu in die Night-Class zu gehen. Zum Glück stand ich unter der Dusche, sonst würde man meine Tränen sehen, ob ich aus Wut oder Verzweiflung weinte, oder auch wegen beidem, konnte ich nicht genau sagen. Es war mir aber auch egal. Als ich mich wieder einigermaßen beruhigt hatte, wusch ich mir die Haare und schäumte mich ein. Fertig mit duschen trocknete ich mich ab und zog mich wieder an. Ich bewunderte mich noch eben in dem riesen Wandspiegel^^ und begab mich dann wieder in das Schlafzimmer. „Und was mach ich jetzt? Hm am besten ich verschwinde einfach mal und such den Ausgang." Vor mich hinmurmeln konnte ich immer und es passierte mir auch ab und zu mal ausversehen. Naja okay. Suchen wir also den Ausgang. Ich ging zur Tür raus und trat auf den Flur. Einen sehr langen Flur. Mein Zimmer lag am hintersten Ende. Niemand zu sehen auf diesem sehr langen Flur. Hatte ich schon erwähnt dass der Flur sehr sehr lang war? Ich denke schon. Jedenfalls beschloss ich einfach mal loszulaufen. Ungefähr in der Mitte des Flures führte eine breite Wendeltreppe nach unten, diese Treppe benutzte ich um nach unten zu gehen. Klar was machte man auch sonst mit Treppen. Der Weg führte von der Treppe genau zu einer großen Flügeltür. Seltsam, aber irgendwie war in diesem Haus alles groß, prachtvoll und außergewöhnlich. Wirklich sehr nervig, aber auch angenehm. Aber das spielte keine Rolle mehr für mich, denn sobald ich aus dieser Tür heraus war, kam ich auch nicht mehr zurück. Wenn man mich zu etwas zwingen wollte, gegen das ich mich wehren konnte, dann wehrte ich mich auch dagegen. Kaname konnte sehen wo er bleibt.
Ich schlich mich zur Tür und versuchte sie leise aufzuziehen. Zum Glück war die Tür gut geölt, denn es war kein Laut zu hören, als ich sie ein Stück aufzog. Nochmals schaute ich mich in der großen und pompösen Eingangshalle um, niemand da. Ich ging nach draußen und zog die Flügeltür hinter mir zu. Schnell rannte ich den Weg entlang zum Tor, das das Gelände der Night-Class und das Schulgelände trennte.
Zurück im Sonnenwohnheim konnte ich wohl schlecht in mein altes Zimmer zurück, denn all meine Sachen waren ja im Mondwohnheim. Ich überlegte nicht lange und schlug den Weg zu Yoris Zimmer ein. Hektisch klopfte ich an ihre Tür. Eine verschlafene Yori öffnete. „Lynette! Ich habe mir solche Sorgen um dich gemacht! Wo warst du? Niemand wollte mir etwas sagen! Oh ich hab mir solche Sorgen gemacht! Was ist passiert? Komm erst mal rein." Sie packte mich am Arm und zog mich schnell nach drinnen. „Los du musst mir alles erzählen!" Also erzählte ich ihr alles, von meiner Gabe, oder dem Fluch, davon wie ich der Night-Class auflauerte^^ und mein kleiner Unfall mit Kaname. Natürlich erzählte ich ihr nichts davon, dass die Night-Class Schüler alle Vampire waren. Aber sonst erzählte ich ihr alles, wie ich ohnmächtig wurde, wie ich aufgewacht war und von meinem Gespräch mit Kaname. Wie wir uns gestritten hatten und wie er mir gedroht hatte.
Ein wenig merkwürdig starrte sie mich von der Seite her an. „Du redest ziemlich viel über Kaname-senpai." „Natürlich, er ist schließlich mein Hauptproblem!" „Hm. Ich weiß nicht. Ist es nicht eher deswegen, weil du ihn magst? Ich meine, du redest so als wärst du enttäuscht von ihm, dass er dir gedroht hat, was wirklich unglaublich ist, aber… gib es zu, du magst ihn. Von dem was ich jetzt gehört habe, würde ich behaupten du liebst ihn." Ungläubig starrte ich sie an, mit offenem Mund. „Was?", nur stockend kam mir die Frage über die Lippen. „Wie kommst du auf so einen Mist? Ich meine, ich beschwere mich lauthals über diesen arroganten, selbstherrlichen, eingebildeten, kalten und … und ach keine Ahnung er ist einfach unglaublich!" Inzwischen war ich ja wirklich ins Schwärmen gekommen! „Sag jetzt nichts! Oh. Mein. Gott. Bin ich wirklich in Kaname…verliebt?", das letzte Wort brachte ich nur flüsternd heraus. Yori nickte nur. Verzweifelt schloss ich die Augen. Nur das nicht. Das geht doch nicht. Ich meine Hallo! Er versucht doch immer nur mir Vorschriften zu machen. Er droht mir! Er will doch gar nichts von mir! Er ist ein reinblütiger Vampir! Soweit ich informiert war durften Reinblüter nur untereinander bleiben. Warum machte ich mir nur solche Gedanken? Ich war nicht an einer Beziehung mit ihm interessiert. Oder? Oh das war zum verzweifeln. „Du solltest vielleicht noch etwas schlafen. Du musst immer noch reichlich erschöpft sein." Du kannst Yukis altes Bett benutzen." „Danke Yori! Ich wüsste nicht was ich jetzt ohne dich tun sollte. Ich wüsste nicht wo ich hin gehen könnte. Sie haben meine Sachen alle ins Mondwohnheim gebracht. Was soll ich nur tun Yori? Was nur? Es hat sich alles verändert. Nichts ist mehr so wie früher. Ich wünschte mein Bruder wäre hier. Er wusste immer was zu tun ist. Er wusste immer was er sagen musste, um mich zu beruhigen." „Schlaf jetzt Lyn. Und ruh dich aus. Morgen sieht die Welt schon wieder besser aus." Ich nickte und wir legten uns in die Betten. „Gute Nacht Yori." „Gute Nacht Lyn."
