Ich sag nur mal eben Hallo und fang gleich an zu schreiben ^^ Viiiel Spaß!

Besuch

Lyn:

Hastig kramte ich mein Handy aus der Tasche. Es lief ‚Wavin Flag' von K´naan, Will. und David Guetta, was bedeutete dass ich einen Anruf bekam. Bei einer SMS würde ‚Stop and Stare' von One Republic laufen. Auf dem Display sah ich eine wohlbekannte Nummer. Verdammt. Ich hatte in der ganzen Aufregung der letzten Tage ganz vergessen, meine Freundinnen anzurufen. „Heyhey, Lope!", in einem Ton, als ob nichts wäre nahm ich das Telefonat entgegen. „Heyhey! Wie kannst du es nur wagen?", mal wieder übertrieb sie, aber irgendwie hatte sie ja recht. Mist. „Tut mir Leid. Ich hatte schon vom ersten Tag an so viel um die Ohren, dass ich euch total vergessen hatte anzurufen. Kannst du mir noch mal verzeihen?", gespannt lauschte ich in den Hörer. „Hm, na gut. Aber jetzt sag mal, wie sind die Typen da bei euch?" Natürlich, das einzige was Penelope interessierte waren Jungs. „Naja, was willst du hören? Es gibt eine Night-Class für besonderes ‚intelligente' Schüler, in die ich auch seit heute gehe. Die Jungs in der Klasse sehen alle zum Anbeißen scharf aus." Entsetzt sah mein Bruder mich an. Einzig und allein mein gequältes Grinsen schien ihn zu beruhigen. „Wirklich? Und du bist bei denen in einer Klasse? Das trifft sich gut, wir haben nämlich vor dich in den Ferien mal zu besuchen." „Was! Wieso? Du…Ihr…Warum? Hat das irgendeinen bestimmten Zweck. Oder einen Sinn? Hallo? Warum lachst du denn?" Tatsache. Sie lachte mich aus! Wieso? Ich verstand die Welt nicht mehr. Nachdem sie sich wieder einigermaßen beruhigt hatte, erzählte sie mir wieso: „Na hör mal Süße. Du lässt tagelang nichts von dir hören und dann denkst du, wir machen uns keine Gedanken? Wir wollen nur mal die Lage checken. Ob du es auch gut hast. Und ob…naja eben ob du nichts Schlimmes…ach du weißt schon." Oh. Mein. Gott. Wie konnte ich da bitteschön ablehnen? „Ich hab keinen Plan was ich jetzt sagen soll. Danke! Ich freue mich natürlich auf euren Besuch. Wisst ihr was? Ich frage den Direx ob ihr Zimmer im Wohnheim bekommt, sonst müsst ihr ja in irgendeins dieser teuren Hotels gehen." „Danke Süße. Das wär echt klasse. Wir kommen in der ersten Woche. Wie lange wir bleiben wissen wir noch nicht. Ihr habt da keine Ferien, richtig?" „Wow, ich bin beeindruckt. Ihr habt euch mal über etwas anderes informiert als die neuesten Trends. Und um zu deiner Frage zurückzukehren. Nein, ich habe keine Ferien. Aber das dürfte kein Problem darstellen. Denn wie der Name schon sagt, wird unsere Klasse nachts unterrichtet." „Nachts? Krass." „Tja…so ist das." „Dann freu ich mich schon auf unser Wiedersehen. Wir telefonieren sicher noch öfter in nächster Zeit." „Ja ich freu mich auch. Richte den anderen die allerliebsten Grüße von mir aus. Und gib jeder ein Küsschen von mir. Bis dann." Ich legte ausatmend auf. „Deine Freundin?" „Ja. Sie und die anderen, oh. Ich habe sie gar nicht gefragt wer denn alles kommen will. Ach egal. Jedenfalls haben sie es sich in den Kopf gesetzt in den nächsten amerikanischen Ferien her zu kommen. Was hältst du von der Sache?" „Ich find das cool. Du scheinst deinen Freundinnen sehr am Herzen zu liegen. Freust du dich denn nicht sie schon bald wiederzusehen?" „Ja, doch. Natürlich. Aber meinst du das geht? Ich meine wegen der Night-Class." „Um die brauchst du dir absolut keine Gedanken machen. Kaname hat sie ja ganz gut im Griff. Freu dich lieber und sorg dafür, dass es ihnen hier an nichts mangelt und ihr euren Spaß habt." „Du bist der Beste!", da kamen auch schon unsere Bestellungen und wir unterhielten uns über die vergangenen Jahre, in denen wir uns nicht gesehen hatten. Eine Menge Stoff hatten wir ja.

Die nächsten Tage, beziehungsweise Nächte verliefen relativ ruhig. Kaname gab sich anscheinend Mühe mich nicht zu nerven, der Rest der Vampire war auch ruhig und mit Fabi verbrachte ich die meiste Zeit mit reden. Schule war stinklangweilig. Moralkunde, Sozialkunde, Ethik, Musik, Mathe, Englisch, Japanisch und all das andere unnütze Zeug vergingen nicht halb so schnell wie ich es gerne gewollt hätte, aber es verging. Die Tage kamen und gingen. Ich war auch schon bei Rektor Cross gewesen, um zu fragen wo ich meine Freundinnen unterbringen konnte. Er konnte sich nicht sofort entscheiden ob er sie im Sonnen- oder im Mondwohnheim unterbringen wollte. Darüber musste er erst mit den Vertrauensschülern und Kaname absprechen. Im Mondwohnheim bestand immerhin die ständige Gefahr durch die Vampire, aber im Sonnenwohnheim würden sie von den Mädchen sicher die ganze Zeit angegiftet werden, weil sie mit Schülern aus der Night-Class etwas unternahmen. Die ganze Sache war etwas vertrackt. Ich freute mich trotzdem total auf ihren Besuch. Irgendwie würden wir das schon hinbekommen. Den Mädels würde es wahrscheinlich am besten gefallen, wenn sie bei uns im Mondwohnheim unterkommen würden. Typisch meine Freundinnen eben. Bald war es so weit. Nur noch drei Tage, dann werden sie kommen. Lope, Lucie und Darcie. Zum Glück nur die drei.

In dieser Nacht hatte ich überhaupt keine Lust auf Unterricht. Natürlich ging ich trotzdem hin. Als ich mich endlich aus dem Bett gequält und im Bad zu Recht gemacht hatte, musste ich mich erst noch in meine hübsche weiße Schuluniform zwängen. Ich war noch immer im Halbschlaf als ich schließlich die breite Treppe hinunter in die große Eingangshalle trat. „Kommst du doch noch?", mein Bruder grinste mich spöttisch an. „Ach halt doch die Klappe!", schon jetzt war ich absolut genervt von ihm. Es war wirklich so, manchmal konnte ich ihn einfach nicht ab haben. Da ging er mir so auf die Nerven, dass ich ihm am liebsten den Hals umdrehen würde. Aber so musste eine Beziehung zwischen Geschwistern wohl sein. Meistens verstanden wir uns ja super. „Da ist ja jemand mies gelaunt. Na komm! Wach mal auf!" Heute hasste ich ihn wirklich, denn mit diesen Worten packte er mich um die Hüften, schmiss mich quasi über die Schulter und drehte sich total schnell im Kreis. Mir wurde richtig schwindlig. „Scheiße lass mich runter! Du bist so ein Idiot!", nun gut, ich musste zugeben, ich konnte mir ein Lachen nicht verkneifen. Nachdem der Schwindel vorüber war, hatte es richtig Spaß gemacht. Lachend ließ er mich wieder runter. Erst jetzt registrierte ich die geschockten Gesichter der Vampire. „Was? Habt ihr n Monster gesehen?", genervt kam dieser eine Satz aus meinem Mund. Mit einem Schlag änderte sich das Verhalten der Schüler und sie wandten sich wieder nach vorn, zur Eingangstür. Da wir nun alle vollständig waren, verließen wir das Wohnheim und machten uns auf den Weg ins Schulgebäude. Nachdem wir das große Tor passierten, schrien die Day-Class Schülerinnen wieder um die Wette. Diese Tussen gingen mir mittlerweile total auf den Geist. Wie konnte man sich nur so dermaßen lächerlich machen? Das war etwas für mich völlig Unvorstellbares. Aido genoss es sehr von den Mädchen angehimmelt zu werden, denn er grinste wie ein Honigkuchenpferd und anlächeln tat er diese Verrückten auch noch. Sein Cousin Kain, der von seinen weiblichen Verehrerinnen nur Wild-senpai genannt wurde, war einfach nur genervt von der ganzen Show, ebenso wie mir und den meisten anderen Vamps. Nur wenige (wie Aido xD) lächelten die Mädchen an oder beachteten sie überhaupt.

Der Mädchenauflauf blieb aber nicht das einzige nervige in dieser Nacht. Sport! Derjenige der dieses „Fach" eingeführt hatte, gehörte geschlagen. Und unsere Sportlehrerin erst. Meine Fresse was für eine dumme Kuh. Okay tut mir leid, ich wollte die Kühe dieser Welt nicht beleidigen. Die Frau war einfach nur dumm. Ich könnte mich so über die aufregen. Aber egal, waren ja nur vier Stunden Sport. Nach den vier Stunden Sport – VIER Stunden! – kam eines meiner Lieblingsfächer: Kunst. Zeichnen war eine große Leidenschaft von mir. Deshalb war Kunst auch mein Lieblingsfach. Logisch oder?
Leider hatten wir da keine vier Stunden. Ich könnte mich darüber ewig aufregen! Nachdem ich auch all die anderen langweiligen Fächer über mich ergehen hab lassen, konnte ich mich endlich wieder ins Bett fallen lassen. Ich wusste auch nicht was mit mir los war. Irgendwie fühlte ich mich total ausgelaugt.

Abrupt setzte ich mich im Bett auf. Ich brauchte Schoki! Schokolade war mein Retter in allen Lebenslagen. Und zufällig lagerten in meinem Nachttischchen noch zwei Tafeln Vollmilchschokolade. Ich drehte mich also zu meinem Nachttischchen, um mir welche zu holen. Schublade auf, Hand rein, Schokolade ra… WO WAR MEINE SCHOKOLADE! Wie kann das sein? Wo zum Teufel war meine Schokolade? Ich wollte Schoki, sofort! Wütend stürmte ich aus meinem Zimmer und riss die Tür von Fabis Zimmer schwunghaft auf. „Hast du meine Schokolade geklaut! Ich weiß ganz genau dass da noch welche war. Jetzt ist sie weg! Ich. Will. Meine. Schokolade! Wo ist sie?" Zuerst blickte er mir nur verwirrt entgegen, doch dann grinste er breit. Zeigte auf seinen Bauch und fragte mich frech, ob ich sie wirklich noch wiederhaben möchte. Wenn Blicke töten könnten, hätte ich gerade meinen Bruder umgebracht. Ohne ein weiteres Wort drehte ich mich um und verschwand wieder. Allerdings konnte ich es mir nicht verkneifen die Tür lautstark zuzuwerfen.

„Dann besorg ich mir eben neue Schokolade!", grummelnd und vor mich hinmurmelnd ging ich wieder rüber in mein eigenes Zimmer um mich umzuziehen. Problem: Hatte um vier Uhr nachts noch ein Supermarkt offen? Wohl kaum, aber vielleicht ja doch. Sowas gab es ja immer irgendwo. Was ziehe ich mir nur an? Grübelnd stand ich vor meinem Kleiderschrank. Schließlich entschied ich mich für mein neues graues Elefanten-T-Shirt und die weiße Röhrenjeans. Weiße Schuluniform aus und neues Outfit an. Dann schlüpfte ich in meine neuen grauen Sneakers und holte noch eine graue Umhängetasche aus dem Schrank. Die hatte ich mal von Lope zum Geburtstag geschenkt bekommen. Meine schwarzen Handschuhe, die mir Kaname kürzlich wieder zurück gab, zog ich noch an und überlegte dann, was ich alles brauchte. Auf jeden Fall meinen Geldbeutel, dann noch mein Handy, Labello, meinen Dolch, immerhin war es noch Nacht, und noch meinen IPod, den ich allerdings nicht zu den anderen Sachen in die Tasche schmiss, sondern in die Hosentasche. Davor machte ich ihn noch an und musste auch nicht lange überlegen, welche Liste er abspielen sollte. Ich steckte mir den linken Kopfhörer ins Ohr und hörte auch schon die ersten Töne von Christina Aguilera mit ihrem Lied ‚Reflection'. Da draußen schon jetzt herrliche Temperaturen herrschten, verzichtete ich auf eine Jacke und machte mich sogleich auf den Weg hinunter zum Dorf.

Eigentlich durfte ich das Gelände der Akademie ja nicht ohne ausdrückliche Erlaubnis von Kaname oder dem Direktor verlassen, aber mir war das im Moment sowas von egal. Den steilen Berg hinunter ins Dorf mochte ich nicht, das war so mühselig. Runter ging ja noch einigermaßen, aber hoch! Oh man. Meine Gedanken wurden unterbrochen, als ich das Dorf erreichte. Weit und breit war keine Menschenseele zu sehen, doch einem Gefühl folgend ging ich einfach mal nach rechts. Mehr als falsch sein konnte es schließlich nicht. Ich ging immer weiter und irgendwann merkte ich auch, dass ich nur falsch sein konnte. Nirgends war etwas anderes zu sehen als Wohnhäuser, kein einziges Geschäft. Ich wollte gerade umdrehen und den Weg zurück gehen, als ich einen Schrei hörte. Nur sehr leise, nicht unbedingt laut, aber hörbar. Angst überschwemmte mich einen Moment lang, doch dann lief ich in die Richtung, aus der ich den Schrei gehört hatte. Auf halbem Weg kam mir schon ein Mädchen entgegengerannt. Sie sah sich immer geradezu panisch über die Schulter während dem Rennen, was sie ab und an auch straucheln ließ. Als sie mich erblickte weiteten sich ihre Augen kurz ehe sie mir zurief ich solle laufen. Laufen? Wieso denn? Ich wollte sie doch schließlich beschützen. „Warte. Bleib doch stehen!" Kurz vor mir wurde sie langsamer. „Er wird uns beide töten wenn wir nicht schnellstens hier weg kommen!", sie schrie mich verzweifelt an und hoffte wohl, dass ihre Worte mich dazu bewegen würden die Beine in die Hand zu nehmen und davon zu laufen. Da kannte sie mich aber schlecht. Ich war noch immer sauer wegen meiner nicht vorhandenen Schokolade, das machte mir irgend so ein verrückter Mörder sicher keine Angst. Hallo! Ich wohne mit zahlreichen Vampiren unter einem Dach! Plötzlich ertönte vor uns ein hämisches Lachen. „Du bist stehen geblieben? Ist dir die Puste ausgegangen? Oh wenn haben wir denn da? Noch ein Leckerbissen für mich? Wie nett von dir uns Gesellschaft zu leisten." „Sag mal hast du nen Knall? Was willst du von uns?", der Typ sprach nicht nur gestört, er sah auch so aus. Ich wusste nicht was genau er war, aber ein Mensch ganz sicher nicht. „Was ich von euch will?", einen Moment war er richtig abwesend, als würde angestrengt darüber nachdenken, „Ich will euer Bluuut!", das Wort ‚Blut' zog er extra in die Länge, mit so einem langgezogenen Schrei. Wir beide, ich und das Mädchen, das sich vor Schreck nicht mehr bewegen konnte, zuckten bei diesem Laut erschrocken zusammen. Unser Blut? War der Typ etwa ein Vampir? Aber er war so, so abstoßend. Gebückte Haltung, fettige Haare, den Mund weit aufgerissen, jetzt erkannte ich auch seine spitzen Zähne, die Augen waren auch übergroß und hohl. Also nicht hohl hohl im Sinne von keine Augen, sondern es war kein Ausdruck in ihnen zu erkennen. Die Pupille unglaublich klein und sie bewegte sich krankhaft und ziemlich hektisch hin und her. Das Gesamtbild war zum davonlaufen. Beängstigend. Was war das für ein Vampir? Sicher nicht so einer wie die andere aus der Night-Class. „Du wirst jetzt verschwinden und uns in Ruhe lassen, hast du das verstanden?", ich ließ meine Stimme extra leise und bedrohlich klingen, auch wenn ich mich innerlich wie ein Häuflein Elend zusammenkauerte. Wieder lachte die Gestalt hämisch und kam langsam und bedrohlich auf uns zu. Wir wichen instinktiv weiter zurück. Meinen Dolch, den ich in der Tasche hatte, hatte ich schon wieder komplett vergessen, so angestrengt dachte ich darüber nach, wie wir nur entkommen konnten. Mit einem erneuten, unnatürlich schrillen Schrei machte das Monster, denn nichts anderes war er, einen Sprung auf uns zu. Er kam so plötzlich, dass wir nicht fähig waren darauf zu reagieren. Geschockt blickten wir dem Tod ins Auge.

Doch statt dem Monster, wehte nur Staub über uns hinweg. „Alles in Ordnung mit euch beiden?", eine angenehme Stimme ließ uns beide aufblicken. Keine zwei Schritte von uns entfernt stand ein gutaussehender junger Mann. „Ich, ich denke schon." Momentan brachte ich nicht mehr heraus. Das Mädchen neben mir allerdings schon. „Was war das für ein Monster? Wo ist es hin? Wer bist du?", fast schon weinerlich klang ihre Stimme. „Das war ein Level E. Ich habe es vernichtet." „Level E? Was soll das sein?", das war eine gute Frage, aber ich glaubte, die Antwort schon zu kennen. „Ein Vampir der untersten Stufe. Die Level E haben sich nicht unter Kontrolle. Sie wurden von…" „reinblütigen Vampiren gebissen, bekamen aber kein Blut von ihnen. Ja davon habe ich schon gehört. Aber ich dachte doch sie wären etwas…zivilisierter." Ungläubig starrten mich die beiden an. Das Mädchen wahrscheinlich, weil ich an das glaubte, was der Kerl uns erzählte und das ich selbst etwas darüber wusste, der Junge höchstwahrscheinlich nur, weil ich überhaupt etwas wusste. „Woher? Wer hat dir von ihnen erzählt?", misstrauisch sah mich der junge Mann an. „Was geht dich das an?", langsam fand ich zu meinem alten Ego zurück. Das Mädchen starrte inzwischen nur abwechselnd von mir zu dem Typen. „Vampire? Die gibt's doch gar nicht. Zugegeben, der von eben sah ziemlich abstoßend und monströs aus, aber ein Vampir? Nein das kann ich mir nicht…", ein Schlag auf den Hinterkopf brachte das verwirrte Mädchen zum Schweigen. „Warum hast du das gemacht!", entgeistert blickte ich ihn an. „Damit sie die Klappe hält? Komm schon. Dir ging sie doch auch auf die Nerven." „Na und. Deswegen schlage ich sie nicht gleich bewusstlos!"

„Lyn!", der Schrei in Form meines Namens brachte mich dazu mich umzudrehen. „Fabi? Was machst du denn hier?", verwirrt blickte ich zu meinem großen Bruder, der eilig auf mich zu gerannt kam, im Schlepptau hatte er Takuma und Shiki. „Was ich hier mache? Was machst du hier? Du solltest nicht hier sein!" „Hallo! Du hast mir doch meine Schokolade geklaut! Ich wollte mir nur neue besorgen." Endlich war er bei uns angekommen und schüttelte mich an den Schultern fassend ein paar Mal kräftig durch. „Und das konnte nicht warten? Du hättest auch mich oder einen anderen fragen können ob er dich begleiten kann. Herrgott noch mal. Weißt du was für Sorgen ich mir gemacht habe, als ich dich nicht in deinem Zimmer vorgefunden habe?" „Mach mal halblang. Mir geht's doch gut. Er hat mich vor einem Level E gerettet." Dabei zeigte ich mit dem Finger auf meinen 'Retter'. Sollte er sich doch mit meinem Bruder rumschlagen. Ungläubig starrte er mich noch eine Weile an, bis er sich dem Fremden zuwandte: „Ich bin dir zu Dank verpflichtet, du hast meine kleine Schwester beschützt als ich nicht da war. Ich stehe tief in deiner Schuld." Mit diesen Worten verbeugte er sich tief vor dem fremden Mann und der starrte geschockt auf den Kopf meines Bruders und dann auf mich. „Schwester! Wie ist das möglich ihr seid ein…", bevor er weiterreden konnte, fuhr mein Bruder ihm über den Mund. „Unwichtig, ich lade dich ein. Sei mein Gast. Du bist gerade erst angekommen?" „Mein Name ist Masaru, ich bin in der Tat eben erst angekommen. Aber ich wollte eigentlich der Cross-Akademie einen Besuch abstatten." Nun mischte sich auch Takuma in das Gespräch ein: „Das trifft sich gut. Wir gehen nämlich alle in die Night-Class der Akademie. Und wie Fabian-sama eben schon erwähnte, bist du herzlich eingeladen uns zu begleiten." „Wenn wolltest du denn besuchen?", mich interessierte das ja überhaupt nicht, aber fragen durfte man ja wohl mal (^^). „Ich wollte meinen Bruder besuchen. Hanabusa Aido." Mir klappte regelrecht die Kinnlade runter. Der Typ sollte Hanabusas Bruder sein? Unmöglich. Masaru hatte braune Haare, Hanabusa blonde. Masaru hatte mattgrüne Augen, Hanabusa allerdings eisblaue. „Nun gut, da wir das auch geklärt hätten, sollten wir wieder zurück gehen." Shiki mischte sich doch in das Gespräch ein, wurde ihm wohl doch zu langweilig. „Meinetwegen, aber ohne mich." „Was!" „Ich sagte doch, ich will mir Schokolade kaufen. Nur deswegen bin ich doch hier! Also werde ich genau das tun. Schokolade kaufen!", genervt von der ganzen Hektik wollte ich schon weg gehen, da viel mir noch was ein. „Was machen wir eigentlich mit ihr?", dabei ließ ich meinen Blick betont zu der am Boden liegenden Gestalt wandern. „Um die kümmern wir uns schon, keine Sorge Lyn-chan", entgegnete mir Takuma lächelnd. Schulterzuckend drehte ich mich schließlich auf dem Absatz um und schlenderte betont lässig die Straße entlang. Irgendwo musste es ein Geschäft geben, welches so früh aufhatte. Was dieser Besuch wohl zu bedeuten hatte? Warum ausgerechnet heute. War irgendwas? Hatte Hanabusa am Ende noch Geburtstag und niemand hatte mir davon erzählt? Verdammt, vielleicht sollte ich vorsichtshalber auch noch für ihn etwas kaufen?

Ich war mir meines schweigenden Begleiters sehr wohl bewusst, nur versuchte ich meinen überbesorgten Bruder einfach zu ignorieren. Mal sehen, was die nächste Zeit wohl so bringen würde.

Soooooo dieses Kapitel gehörte wieder ganz allein Lyn. Tut mir leid, war eigentlich nicht geplant aber ich hab geschrieben und geschrieben und dann war ich irgendwie gefühlsmäßig mit dem Kapitel fertig und … naja. Das nächste Mal wieder^^