Do Over

Kapitel 2

Silver Bells


Edward fühlte sich benommen, als sie sich auf den Weg zum Four Seasons machten. Jedes vorbeiziehende Haus vergrößerte die Angst, die sich tief in seinem Bauch festgesetzt hatte.

„Alles okay?" Tanyas Besorgnis aufgrund seiner innerlichen Zerrissenheit war auf ihrem Gesicht mehr als offensichtlich zu erkennen.

Er zuckte die Schultern. „Yeah. Nur ... was, wenn sie mich hasst?", murmelte er schnell.

Man musste Tanya zugute halten, dass sie nicht versuchte, Edwards Sorgen zu zerstreuen. „Vielleicht hasst sie dich", sagte sie geradeheraus, „aber ist es nicht besser, es mit Sicherheit zu wissen? Es ist ziemlich offensichtlich, dass du in deinem Leben nicht vorwärts kommst, ohne ganz sicher zu wissen, dass es mit ihr aus ist. Und es besteht immer noch die Chance, dass sie dich genauso sehr vermisst wie du sie", meinte sie und berührte leicht seinen Arm. „Das ist das Risiko wert, oder?"

Edward nickte. Er hatte einen Kloß im Hals, als er sich drehte, um zum Fenster hinauszublicken. Das Taxi blieb vor dem Hotel stehen und Edward stieg mit einem tiefen Seufzen aus. Er drehte sich um und bot Tanya seine Hand an, um ihr beim Aussteigen zu helfen.

„Wird schon schiefgehen", sagte er mit einem schwachen Lächeln und ließ ihre Hand los.

Tanya strich sich über ihr Haar. „Bist du dir sicher, dass mein Aussehen in Ordnung ist?" Sie hatte darauf bestanden, einen Zwischenstopp bei ihrer Wohnung einzulegen, damit sie zumindest ein Kleid anziehen und ihr Makeup auffrischen konnte.

„Du siehst toll aus ... ich meine ... umwerfend", sagte Edward mit einem Lächeln.

Tanya schüttelte einfach den Kopf. „Schleimer", antwortete sie. „Komm schon. Gehen wir, damit du dir dein Mädchen schnappen kannst."

Sie durchquerten die Lobby des Hotels und Edward bemerkte kaum die zehn Meter hohen Säulen, die bis hoch an die beleuchtete, onyxfarbene Decke gingen. Tanya jedoch nahm alles mit großen Augen in sich auf, von dem marmornen Boden bis hin zu dem sieben Meter hohen Weihnachtsbaum, der mit blinkenden Lichtern und funkelnden Kugeln dekoriert war.

„Das ist unglaublich", murmelte sie, aber Edward hörte sie nicht. Seine Augen hatten den Eingang ins The Garden entdeckt, das Restaurant neben der Hotellobby, wo die Feier stattfand. Er spürte, dass Tanya seine Hand nahm und sie aufmunternd drückte, bevor sie ihn wieder losließ. Sie betraten das Restaurant und er reichte dem Mann an der Tür seine Einladung. Er hielt seine Ausgabe von Bellas Buch fest umklammert, als seine Augen sich dem abgedunkelten Inneren anpassten. Das einzige Licht in dem riesigen Saal stammte von den Kerzen und tausenden weihnachtlichen Lichtern, die um die berühmten Akazienbäume geschlungen waren. Edward konnte sich aber nicht auf die Atmosphäre konzentrieren. Er blickte aufgeregt im Saal herum und suchte nach dem einen Gesicht, das ihn seit Jahren verfolgte .. Nein, das ihn verfolgte, seit er denken konnte.

Und dann sah er sie.

Sie stand am anderen Ende des Saales und ihr Gesicht strahlte, als sie die Leute um sie herum anlächelte. Sie trug ein schwarzes Cocktailkleid, das mit einem silbernen Band durchzogen war, welches das Licht einfing und dafür sorgte, dass sie unter den funkelnden Bäumen beinah glitzerte. Edwards Augen nahmen ihre Gestalt in sich auf und wanderten ihren Körper hinab zu ihren langen Beinen, die unter dem knappen Kleid hervorkamen, und bis zu den hohen Absätzen, die sie nie getragen hätte, als er sie noch gekannt hatte.

Sie lachte und Edward hielt den Atem an.

Sogar über all die anderen Stimmen in dem gut besuchten Saal erkannte er ihr vertrautes, glockenhelles Lachen sofort wieder und sein Blick schoss zu ihrem Gesicht hoch, nur um ihre funkelnden Augen und einen leichten Rotton auf ihren Wangen zu erkennen. Bella war schon vor zehn Jahren hübsch gewesen ... sogar hinreißend ... aber diese Bella war atemraubend. Ihre natürliche Schönheit unterstrich die positive Ausstrahlung dieser Frau, zu der sie geworden war.

Wenn Edward zuvor Zweifel hatte, ob er sie noch liebte, so waren diese Zweifel nun wie ausgelöscht.

Er war verloren.

„Willst du hier stehen bleiben und sie nur anstarren?", flüsterte Tanya und boxte ihm leicht mit dem Ellenbogen in die Seite. Edward zuckte ein wenig zusammen, da seine Gedanken an Bella unterbrochen wurden.

Er räusperte sich. „Nein. Ich geh schon", sagte er und nahm zwei Champagnergläser vom Tablett eines vorbeilaufenden Kellners. Eines davon reichte er Tanya und sein eigenes leerte er in wenigen, schnellen Schlucken, bevor er seine Schultern straffte und sich umdrehte, um zu Bella zu laufen. Er machte einen Schritt nach vorne und blieb dann wie angewurzelt stehen.

Ein großer, dunkelhaariger Mann kam zu Bella, reichte ihr einen Drink und legte besitzergreifend eine Hand an ihren Rücken. Sie lächelte zu ihm hoch und nippte an ihrem Champagner, während er sich zu ihr beugte und sie leicht auf die Wange küsste. Sie drehten sich gemeinsam um, um mit dem Pärchen vor ihnen zu sprechen, und wieder lachte Bella über etwas, das einer von ihnen gesagt hatte. Sie lehnte sich ein wenig an den Körper dieses Mannes und Edward spürte, wie sein Blut zu brodeln begann.

Wer zur Hölle war das?

Unbewusst machte er ein paar Schritte zurück.

„Edward?" Tanya beobachtete ihn besorgt. „Was tust du?"

„Ich kann nicht ..." Edward schüttelte langsam seinen Kopf. „Ich muss gehen."

„Willst du nicht mit ihr sprechen?"

„Ich kann nicht", wiederholte er. Seine Augen waren noch immer auf den Mann gerichtet, der Edward an ihrer Seite ersetzt hatte.

Tanya blickte sehnsüchtig zu Bella. „Okay ... wir können gehen", sagte sie leise. „Wenn du dir sicher bist ..."

„Nein, ist schon gut", sagte Edward schnell und drückte sein Buch in Tanyas Hände. „Nimm das. Geh und hol dir ein Autogramm. Hab Spaß."

„Edward, ich muss nicht ..."

„Nein, ist schon gut", stotterte er. „Ich muss jetzt allein sein. Du warst toll ... amüsier dich einfach, okay?"

Er wartete nicht auf ihre Antwort, sondern drehte sich um und lief praktisch aus dem Restaurant und durch die Lobby. Er blieb erst stehen, als er auf dem schneebedeckten Bürgersteig war. Er zog seinen Mantel fester um sich und drehte sich nach links, obwohl er nicht wusste, wohin er wollte.

Sie hatte sich weiterentwickelt.

Er hatte keine Chance mehr.

Er hatte sie verloren.

Oh Gott. Er hatte sie verloren.

Die Realität traf ihn wie ein Ziegelstein am Kopf. All die Jahre lang hatte er sich an die Hoffnung geklammert, dass sie eines Tages zurück zu einander finden würden. Dass sie irgendwann, wenn jeder getan hatte, was er tun musste, sich eine zweite Chance für sie beide auftun würde.

Aber nein.

Nein.

Er zog den Kragen seines Mantels hoch und zog seinen Kopf ein, während er durch den Schnee stapfte. Sein Kopf war voller verlorener Möglichkeiten ... Sein Herz brach wieder und wieder.

Edward hatte keine Ahnung, wie lang er durch die winterlichen Straßen wanderte. Er mied jeglichen Augenkontakt mit jedem, dem er begegnete, und ignorierte die weihnachtliche Geräuschkulisse um ihn herum. Ein vorbeifahrendes Auto fuhr genau durch eine Pfütze und spritzte ihn mit eisigem Wasser an, aber Edward bemerkte es kaum.

Sie war weg.

Weg.

Gott, er war so ein Idiot. Wenn er nur ein Quäntchen Mut besessen hätte, hätte er sie schon vor zehn Jahren gefragt, ob sie ihn heiraten wollte. Dann würden sie heute zusammen sein. Er wäre derjenige, der seine Hand an ihren Rücken legte. Er wäre derjenige, der ihr den Champagner reichte und sie zum Lachen brachte.

Er wäre derjenige, der sie lieben würde ... und den umgekehrt auch sie lieben würde.

Das Geräusch von verärgerten Stimmen riss Edward aus seinen Grübeleien. Er sah hoch und bemerkte, dass er wieder an der Bar angekommen war, an der der Abend begonnen hatte. Eine Gruppe Männer stand im Schatten einer Gasse neben der Bar und Edward brauchte einen Moment, um zu verstehen, was hier vor sich ging. Zwei große Männer, in schwarz gekleidet, standen über einem anderen, kleineren Mann, der am Boden zusammengekauert lag. Edward sah, wie einer der Männer sein Bein bewegte und dem Kleineren in den Bauch trat. Der Mann schrie vor Schmerzen auf und hielt seinen Bauch umklammert.

„Hey!", rief Edward instinktiv aus. „Hey, was glaubt ihr, dass ihr hier machen könnt?"

Die Männer drehten sich zu ihm und zu Edwards Überraschung flüchteten sie die Gasse hinab. Edward lief hinüber zu dem Mann, der am Boden lag und gerade hochblickte, um zu sehen, dass die Angreifer um die Ecke verschwunden waren. Er kniete sich zu dem Opfer hinab.

„Geht's dir gut?", fragte er und griff nach seinem Handy. „Beweg dich nicht. Ich rufe die Rettung ... und die Polizei."

„Nein. Ist schon gut", sagte der Mann, setzte sich auf und fuhr sich mit der Hand durch das Haar und über sein zerknittertes Hemd. „Mir geht's gut. Du hast sie verscheucht, bevor sie mich wirklich verletzen konnten."

Edward beobachtete den Mann zweifelnd, als dieser aufstand. „Bist du dir sicher? Der große Kerl hat dich ziemlich hart getreten."

Der Mann grinste und klopfte sich auf den Bauch. „Ich bin zäher, als ich aussehe", antwortete er.

Edward hoffte es, weil der Kerl nämlich überhaupt nicht zäh aussah. Er war blond und hatte noch ein pausbäckiges Gesicht. Er sah jung aus, aber aus irgendeinem Grund sahen seine hellblauen Augen weise aus, sodass Edward glaubte, dass er älter war, als es den Anschein hatte. Er trug ein weißes Shirt und eine ausgeblichene Jeans – keinen Mantel – und Edward war überrascht, dass er überhaupt nicht schmutzig war.

Komisch.

„Ich bin Michael", sagte er mit einem Lächeln und streckte seine Hand aus. Edward schüttelte sie sanft.

„Edward", antwortete er automatisch. „Bist du dir sicher, dass du in Ordnung bist?"

Michael wedelte mit einer Hand. „Mir geht's gut, dank dir. Nicht viele Leute wären in so einer Situation eingeschritten."

Edward zuckte einfach mit den Schultern und war wegen dem Lob ein wenig verlegen.

Michael sah zu dem Neonlicht im Fenster der Bar. „Kann ich dir einen Drink ausgeben? Das ist das Mindeste, was ich tun kann."

Edward wollte widersprechen. Das Letzte, das er jetzt brauchte, war noch mehr Alkohol bei seinem deprimierten Zustand. Aber Michael beobachtete ihn mit so viel Dankbarkeit und Enthusiasmus, dass er das Angebot annahm.

Sie betraten die spärlich beleuchtete Bar und Edward nahm auf dem selben Stuhl Platz, auf dem er schon zuvor gesessen war. Michael setzte sich neben ihn, rief den Barkeeper zu sich und bestellte zwei Jameson Whiskeys on the Rocks. Edward zwinkerte vor Überraschung, dass der Kerl seinen Lieblingsdrink kannte.

Michael grinste. „Gut geraten", sagte er.

„Also, Edward", fuhr er fort und ignorierte Edwards verwirrten Gesichtsausdruck. „Warum wanderst du an Heiligabend allein durch die Straßen? Musst du nirgendwo sein?"

Edward nahm einen Schluck von seinem Drink und genoss das Brennen, bis das Getränk in seinem Magen ankam. „Nö."

„Nein? Ich auch nicht. Ich häng hier nur herum und genieße die Atmosphäre", sagte Michael gut gelaunt.

Edward hob eine Augenbraue. „Es hat nicht gerade so ausgesehen, als hättest du es genossen."

Michael zuckte mit den Schultern. „Oh, tja ... das liegt in der Vergangenheit. Es hat keinen Sinn, ihr nachzutrauern", antwortete er fröhlich und schwenkte das Eis in seinem Glas. Er hatte noch nicht davon getrunken, und als er bemerkte, dass Edward seines bereits ausgetrunken hatte, schob er seines zu ihm hinüber. „Bedien dich", sagte er. „Ich trinke eigentlich nicht oft."

Edward nickte dankend und hob das Glas an seine Lippen. Abwesend bemerkte er einen vertrauten Dialog, der aus dem Fernseher über der Bar kam, und sah hoch, um wieder die selbe Szene aus dem Film Ist das Leben nicht schön? zu sehen, als George gerade von der Brücke springen wollte. Edward nahm an, dass sie einen Weihnachts-Fernseh-Marathon zeigten oder so.

„Großartiger Film", sagte Michael leise.

Edward trank von seinem Whiskey und ließ seinen Mund von dem kühlen Getränk wärmen, bevor er hinunterschluckte. Er spürte, wie sich eine Taubheit in seinem Körper ausbreitete, die seine Bewegungen verlangsamte und seine Muskeln entspannte. Leise sah er sich den alten Schwarzweißfilm an und hörte dem vertrauten Text zu.

Tot bin ich mehr wert als am Leben", lamentierte George.

Nun schau, so darfst du nicht reden", sagte der Engel, Clarence, vorwurfsvoll. „Mit dieser Einstellung werde ich meine Flügel nicht bekommen. Du weißt bloß nicht alles, das du getan hast. Wenn du nicht gewesen wärst ..."

George unterbrach ihn. „Ja, wenn ich nicht gewesen wäre, wären alle viel besser dran ... meine Frau, und meine Kinder, und meine Freunde ..."

„Traurig, oder?" Michael lenkte Edwards Aufmerksamkeit auf sich. „So voll Bedauern zu sein."

Edward sagte nichts. Der Whiskey und die Wärme sorgten dafür, dass er leicht auf seinem Stuhl schwankte, während seine Augen immer noch auf den Fernseher gerichtet waren.

Also denkst du immer noch, dass alle glücklicher wären, wenn du dich umbringst, hä?", fragte Clarence.

Oh, ich weiß nicht", gab George zu. „Ich schätze, du hast Recht. Ich nehme an, es wäre besser gewesen, wenn ich überhaupt nie geboren worden wäre."

„Fühlst du dich nie so, Edward?" Er drehte sich um, um zu sehen, wie Michael ihn intensiv musterte.

„Als würde ich mich umbringen wollen?", fragte Edward. „Nein."

„Nein, das habe ich nicht gemeint", antwortete Michael sanft. „Ich meine, hast du dich je gefühlt, als hättest du versagt? Wenn du nochmal von vorne anfangen könntest, dass du es dann anders machen würdest?"

Edward zuckte mit den Schultern und leerte sein Glas. „Wem ging es noch nie so?"

„Was würdest du ändern, Edward?", fragte Michael. Edward wand sich ein wenig unter seinem Blick. „Wenn du einen Fehler in deiner Vergangenheit wieder gut machen könntest, welcher wäre das?"

Edward dachte einen Moment über diese Frage nach. Er wusste nicht, warum er unbedingt einem Fremden solch eine persönliche Frage beantworten wollte. Vielleicht lag es am Alkohol ... oder der emotionalen Achterbahnfahrt dieses Abends. Vielleicht schwelgte er bloß in Selbstmitleid. Aus welchem Grund auch immer, plötzlich sagte er nur ein Wort.

„Bella."

Michael lächelte und klopfte Edward auf die Schulter. „Ich muss gehen", sagte er abrupt und stand von dem Barhocker auf. „Danke nochmals für deine Hilfe heute, Edward." Er griff in seine Hosentasche und legte ein glänzendes, kleines Ding aus Metall auf die Bar vor sich. Edward brauchte einen Moment, um zu begreifen, dass dies ein Weihnachtsglöckchen war. Mit seinem Blick halb auf Michael gerichtet nahm er es hoch. Dabei klingelte die Glocke ein wenig.

„Wenn du mich je brauchst, läute einfach mit dem Glöckchen", sagte er ernst. „Es funktioniert nur drei Mal, also geh auf Nummer sicher, dass es wirklich wichtig ist, okay?"

Edward war verwirrt und fragte sich, ob er wohl betrunkener war als angenommen ... oder ob Michael irgendein entlaufener Verrückter war. „Wovon sprichst du?"

Ein riesiges Lächeln erschien auf Michaels Gesicht. „Ich spreche von einer zweiten Chance, Edward. Eine Möglichkeit, um die Dinge wieder gerade zu biegen."

Edward starrte ihn einen Augenblick lang an, bevor er in Gelächter ausbrach. Der Kerl war offenbar verrückt. „Okay ... genau ... yeah", sagte er und steckte die Glocke in seine Tasche. „Danke für den Drink." Er hob sein beinah leeres Glas als Gruß.

„Verlier die Glocke nicht, Edward", warnte Michael ihn und war plötzlich ernst. „Denn wenn du sie verlierst, kann ich dir unmöglich helfen."

Edward starrte ihn an, sein Lächeln verschwand und ein Schauder lief seinen Rücken hinab. „Wer bist du?"

Michael lächelte sanft, dann wandte er sich zur Tür um. „Geh heim und geh schlafen, Edward", schlug er vor. „Draußen steht ein Taxi. Morgen früh macht alles mehr Sinn." Er lief hinaus und die Tür fiel leise hinter ihm zu.

Edward starrte die Tür eine Weile lang an, dann drehte er sich zurück zum Fernseher und trank seinen Drink aus, während er ein wenig weiter fernsah. Er stellte das Glas auf den Tresen, gab dem Barkeeper ein Trinkgeld und lief hinaus. Wie angekündigt wartete ein Taxi an der Ecke und Edward stieg ein. Er ließ sich in den Sitz fallen und lockerte seine Krawatte, als der Fahrer sich in den Verkehr schlängelte.

Die Fahrt zurück zum Hotel verlief rasch und war voller Erinnerungen an Bella – Erinnerungen an ihre gemeinsame Zeit ... Gelächter und Tränen ... immer gemischt mit den neuen, aufwühlenden Bildern von ihr mit diesem großen, dunkelhaarigen Mann.

Bella ...

Wenn doch nur ...

„Hey, Kumpel, ist es das hier?" Die Stimme des Taxifahrers riss ihn aus seinen Gedanken.

Edward sah aus dem Fenster zum Hotel hinüber und nickte. Er reichte dem Fahrer eine zwanzig Dollar Note, bevor er ausstieg. Er holte tief Luft, konzentrierte sich darauf, in einer geraden Linie durch die Lobby zu laufen und stieg in den Aufzug ein. Er gab seinem Rausch nach und lehnte sich gegen die Wand, sobald die Türen sich geschlossen hatten. Er schaffte es, den Gang entlang zu seinem Zimmer zu kommen und die Tür nach dem dritten Versuch aufzuschließen. Sobald er in seinem Zimmer war, ließ er seine Jacke fallen, kickte seine Schuhe weg und ließ sich voll bekleidet auf das Bett fallen. Er spürte, wie sich etwas in seine Hüfte bohrte, und griff in seine Hosentasche, wo er mit einem irritierten Stöhnen das kleine Glöckchen hervor zog.

Mit der Glocke in der Hand schlief er ein und tauchte in einen dunklen, traumlosen Schlaf hinab.