Do Over

Kapitel 7

Put One Foot in Front of The Other


Er schlief auf dem Sofa.

Als sie nach dem Abendessen nach Hause kamen, half er Bella, die Kids zu baden und sie ins Bett zu bringen. Es gefiel ihm besser, als er gedacht hätte. Als die kleine Makenna ihre Arme um seinen Hals schlang und ihre Nase an seine drückte, schmolz sein Herz dahin.

„Nacht, Daddy", sagte sie.

„Nacht, Makenna."

„Du musst es sagen, Daddy", sagte sie schläfrig.

„Was sagen?"

„Gute Nacht und ...", begann sie.

„... träum was Schönes", fuhr Edward fort. Er erinnerte sich, dass seine Mutter dies immer gesagt hatte, als es Zeit zum Schlafengehen war.

„Das stimmt", sagte sie und gähnte. „Nacht, Daddy."

Er lehnte sich zu ihr und küsste sie auf die Stirn. „Nacht", flüsterte er.

Er machte das Licht aus, verließ das Zimmer und machte sich auf den Weg zu Masen. Bella saß neben ihm am Bett und strich ihm mit den Fingern durch sein Haar.

„Kann ich morgen mit dem Fahrrad fahren?", fragte er.

„Wenn es nicht regnet."

„Ich kann auch im Regen fahren."

„Mal sehen."

Masen runzelte die Stirn. „Das heißt ‚nein'."

Bella lachte und gab ihm einen Kuss auf die Stirn. „Das bedeutet ‚ mal sehen'. Jetzt geh schlafen."

„Okay."

Edward ging an ihr vorbei und sie verließ das Zimmer. Er lehnte sich zu dem kleinen Jungen. „Wir sehen uns morgen früh, Kumpel."

„Okay."

„Gute Nacht und ..."

„... träum was Schönes", sagte Masen. Seine Augen schlossen sich bereits. Edward zog ihm die Decke bis unter das Kinn und gab dem kleinen Jungen einen Kuss auf den Kopf.

Er ging hinaus auf den Gang, um zu sehen, wie Bella mit verschränkten Armen vor der Schlafzimmertüre stand. Edward blieb stehen, sein Blick sank auf den Boden.

„Ich ... äh ... ich werde dann unten schlafen."

„Ich glaube, das wäre am besten so", antwortete Bella leise.

„Können wir uns morgen unterhalten?"

„Musst du nicht arbeiten?"

Musste er das? Edward hatte absolut keine Ahnung.

„Ich bin um fünf zu Hause", sagte er. Ein Plan formte sich in seinen Gedanken. „Ich will dich für ein besonderes Abendessen ausführen. Ich frage Alice oder meine Eltern, ob sie auf die Kids aufpassen." Hoffnungsvoll blickte er Bella an. Sie starrte ihn einen Augenblick lang an.

„Bist du dir sicher?", fragte sie zaghaft. „Sonst sagt du immer, das wäre eine Geldverschwendung."

So etwas sagte er? Was für ein Idiot war er bloß?

„Es ist für einen besonderen Anlass", antwortete er. „Wir müssen uns unterhalten, Bella. Ich ... ich will dich nicht verlieren, und ich würde alles tun, das nötig ist, damit zwischen uns alles funktioniert." Sie wollte etwas sagen, aber er hielt eine Hand hoch, um sie aufzuhalten. „Ich weiß, das habe ich schon mal gesagt, und ich weiß, dass Taten mehr sagen als Worte", fuhr er fort, „also lass mich das machen ... lass es mich dir zeigen, bitte?"

Bella holte tief Luft und einen Augenblick lang dachte er, sie könnte ihn zurückweisen. Stattdessen sagte sie mit dünner Stimme nur ein Wort. Ein Wort, das die Hoffnung in ihm erweckte und eine Welle der Erleichterung durch seinen Körper sandte.

„Okay."

Er lächelte und drehte sich um, um die Stufen hinunter zu hüpfen. Eine kleine Blume der Zuversicht begann zu sprießen. Er würde Bella die beste Zeit ihres Lebens bereiten. Es war schon eine Weile her, aber er wusste immer noch, wie man das Herz einer Frau gewinnen konnte.

Sie würde nicht mehr wissen, wo oben und unten war.


Er erwachte mit einem Brummen, da er spürte, wie Masen sich auf seinem Bauch fallen ließ.

„Morgen, Daddy", sagte er und sprang ein wenig herum. „Bist du wieder beim Fernsehen eingeschlafen?"

Edward zuckte zusammen, als ihm bewusst wurde, dass er wahrscheinlich schon mehr als nur ein paar Nächte auf dem Sofa verbracht hatte. „Äh ... ja, ich schätze, das stimmt."

„Mommy sagt, es ist Zeit aufzustehen!", rief Masen und glitt zurück auf den Boden. „Sie macht Pfannkuchen!"

Edwards Magen knurrte, als er den Geruch von gebratenem Speck roch. „Hört sich gut an", krächzte er, setzte sich auf und fuhr sich mit den Händen durch das Haar. „Sag ihr, ich bin in einer Minute da, okay? Ich muss schnell duschen."

„Okay!", sagte Masen freudig und rannte in die Küche.

Edward stand auf, streckte seine schmerzenden Muskeln und gähnte herzhaft. In der letzten Nacht hatte er sich Gedanken gemacht, hatte das große Date geplant und konnte erst spät nach Mitternacht einschlafen. Er hatte sich ständig herumgewälzt, teilweise wegen der unbequemen Couch, auf der er schlafen musste ... teilweise, da war er sich sicher, wegen seiner Nervosität, ob der Plan funktionieren würde.

Er duschte und zog sich rasch an. Er wollte nicht, dass Bella dachte, es würde ihm nichts bedeuten, wenn sie Frühstück machte. Er schaute seinen Schrank voll Jeansstoff und Flanell böse an und wunderte sich, warum keine Anzüge und Krawatten da waren. Er sah einen dunkelgrauen Anzug, der an den Ellenbogen und Knien schon ein wenig abgewetzt war, und Edward beschloss, dass er während des Tages ein wenig Zeit finden musste, um sich etwas zum Anziehen für sein Date besorgen zu können. Er konnte Bella nicht in einem karierten Hemd zum Abendessen ins Canlis ausführen.

Wie er so kurzfristig einen Tisch im Canlis reservieren könnte ... tja, darum musste er sich wohl kümmern, sobald er auf der Arbeit war. Man kam zu bestimmten Vergünstigungen, wenn man in der Medienbranche arbeitete. Er hoffte, dies traf auch auf kleine Wochenzeitungen dieser Gegend Washingtons zu.

Er zog sich seine abgetragenen Stiefel an und ging nach unten in die Küche. Er konnte sein Lächeln nicht zurückhalten, als er die zwei Kinder an der Frühstücksbar sitzen sah. Masen rollte den Speck mitsamt seinem Pfannkuchen zusammen und tauchte die Rolle in Sirup ein, bevor er davon abbiss. Makenna mochte offenbar keinen Sirup und aß ihre Pfannkuchen lieber ohne. Bella sah auf und reichte ihm eine Tasse Kaffee.

„Hungrig?", fragte sie leise.

„Am Verhungern."

„Setz dich."

Edward setzte sich neben Makenna. Er wurde wie gestern wieder ein wenig zögerlich. „Morgen", sagte er leise.

Makenna wandte ihm kurz ihre smaragdgrünen Augen zu. „Morgen, Daddy", sagte sie und aß weiter an ihrem Pfannkuchen.

„Äh ... wie hast du geschlafen?"

Makennas Augenbrauen zogen sich vor Verwirrung zusammen. „In meinem Bett."

Edward kicherte. „Ich meine, hast du schöne Träume gehabt?"

„Oh." Makenna zuckte die Schultern und schaufelte einen weiteren Bissen in ihren Mund. „Kann mich nicht erinnern."

„Ich hab geträumt, ich bin Superman!", rief Masen und tauchte seine Pfannkuchenrolle in noch mehr Sirup. „Ich bin geflogen und hab gegen die Bösen gekämpft!" Er schwang zur Untermauerung seiner Geschichte die Faust und warf versehentlich seine Milch dabei um.

„Masen", schimpfte Bella, riss ein Handtuch vom Ofengriff und wischte damit die Milch auf. „Du musst vorsichtiger sein."

„Entschuldigung, Mommy", antwortete Masen. „Du wirst nicht weinen, oder?"

Bella wischte die Milch fertig auf und warf das Tuch in die Spüle. „Warum sollte ich weinen?"

„Ich weiß nicht", antwortete Masen mit einem Achselzucken, „aber Grandma Esme sagt immer, was hin ist, ist hin, und darüber sollst du nicht weinen."

Bella lachte und Edward spürte, wie es in seinem Herzen warm wurde. Er lachte mit. Bella sah ihn an und zum ersten Mal, seit er am Tag zuvor angekommen war, erleuchtete ein echtes Lächeln ihre Augen. Sie drehte sich zurück zu Masen und tippte ihm an die Nase.

„Ich werde nicht weinen", versicherte sie ihm und schenkte ihm frische Milch ein. „Versuch einfach, dein Glas nicht wieder umzuwerfen, okay?"

Masen stimmte zu und nahm das Glas vorsichtig, um einen großen Schluck zu nehmen. Bella stellte einen Teller voll Pfannkuchen und Speck vor Edward ab.

„Danke", sagte er leise. Bella nickte bloß und ging zur Spüle, um Geschirr abzuwaschen.

Edward aß sein Frühstück und nach einem ziemlich umständlichen Verabschiedungsritual mit den Kindern stand er vor seiner Frau.

„Also, ich bin um fünf wieder da", versprach er.

„Ich werde bereit sein", sagte sie. „Wohin gehen wir?"

„Das ist eine Überraschung", sagte er ihr und überlegte kurz, um etwas Mut zu fassen, sich nach vorne zu beugen und ihre Wange zu küssen. Er war dankbar, dass sie nicht vor ihm zurückschreckte.

„Zieh dich einfach hübsch an", sagte er. „Ich kümmere mich um alles."

Edward stieg in seinen Wagen und hielt seine Visitenkarte in seiner Hand umklammert, als er den kleinen Sedan startete. Er fuhr direkt zur Adresse der Forks Weekly und runzelte die Stirn, als er das kleine Logo im Erdgeschoßfenster eines kleinen Gebäudes sah.

„Tja, ist zwar kein Nachrichtensender, dafür gehört das alles mir", sagte er leise, als er den Wagen abstellte und zur Eingangstüre lief. Eine Glocke ertönte, als er hereinkam, und hinter einem überladenen Schreibtisch blickte eine ältere Frau hoch. Edward brauchte einen Augenblick, um das vertraute Gesicht der ehemaligen Sekretärin der Forks High wiederzuerkennen.

„Mrs. Cope?"

Die Frau lachte schallend. „Mrs. Cope?", wiederholte sie. „Seit wann sind wir wieder zu diesem Punkt zurückgekommen? Ich bin schon seit Jahren nicht mehr Mrs. Cope für dich, Edward ... besonders nicht, seit du mein Boss bist."

Edward zwang sich zu einem Lachen. „Oh, ich schätze, ich hatte gerade ein Flashback ..." Verstohlen blickte er auf das Namensschild auf ihrem Tisch. „... Shelly."

Sie kicherte. „Oh, bevor ich es vergesse, Jessica wollte, dass ich dir sage, dass sie ins Reservat musste, zu einem Treffen des Schulgremiums. Sie sagte, sie kommt vorbei und beschafft ein paar Bilder und Interviews für die Story über das neue Pflegeheim, wenn sie schon dort ist."

Edward nickte. Seine Augen fielen auf eine riesige, weiße Tafel an der Wand hinter Mrs. Copes – Shellys, korrigierte er – Schreibtisch. Darauf war eine Liste mit Schlagzeilen für die nächsten Ausgaben, gemeinsam mit den zugeordneten Reportern für jede Story. Von dem, was er sah, konnte er sagen, dass sie mit minimaler Besetzung arbeiteten. Kein Wunder, dass er so viel arbeiten musste.

„Hast du noch immer vor, für diese Feuerwehr-Story nach Port Angeles zu fahren?", fragte sie.

„Feuerwehr-Story?", wiederholte er.

Shelly verdrehte freundlich die Augen. Offenbar war es nicht unüblich für Edward, so abwesend zu sein. „Die Akte liegt auf deinem Schreibtisch", erinnerte sie ihn, „genauso wie die über den Supermarkt für sozial Schwache. Das hast du dir für 13 Uhr eingeteilt."

Edward begann, in Panik auszubrechen. Er musste nach Port Angeles fahren, die Interviews für seine Feuerwehr-Story führen – worum auch immer es da ging – genauso wie für die Story über diesen Supermarkt. Er musste einen Anzug auftreiben, im Restaurant und im Hotel reservieren, Blumen und eine Limousine bestellen, und eine anständige Flasche Champagner auftreiben, und das in einer Stadt, die eigentlich für Bier bekannt war ... Die Liste wurde von Minute zu Minute länger.

Langsam wurde ihm schwindlig und er fragte sich, ob er irgendetwas von der Liste streichen konnte.

„Edward, ist alles in Ordnung?", fragte Shelly. Ein besorgter Ausdruck wischte ihr das Lächeln aus dem Gesicht.

Edward rieb sich die Schläfe und spürte, dass er langsam Kopfschmerzen bekam. „Es ist nur ... ich hatte gehofft, einen besonderen Abend für Bella zu planen ..."

Shellys Augen wurden weicher. „Wie süß ist das denn ... Kann ich helfen?"

Edwards Augen weiteten sich angesichts dieses Angebots. „Würdest du? Das würde mir sehr viel bedeuten."

Sie wedelte mit der Hand. „Das ist kein Problem. Also, willst du einen besonders guten Tisch im The Lodge?" Sie nahm den Telefonhörer.

Edward runzelte die Stirn, als er an das einzige anständige Restaurant in Forks dachte. Es war nicht annähernd gut genug für Bella. „Nein, ich hätte an etwas noch Besseres gedacht." Und damit erklärte er Shelly Cope seinen Plan.

Shelly starrte ihn einen Augenblick lang an, als er geendet hatte. „Du willst das alles heute Nacht machen?", fragte sich.

„Ja. Wirst du das schaffen?"

Shelly seufzte auf. „Es wird ziemlich mühsam, aber ja, ich denke, ich schaffe das. Du weißt, dass das ein Vermögen kosten wird, richtig?"

Edward lächelte. „Es ist für einen besonderen Anlass." Er griff in seiner Tasche nach seiner Geldbörse und zog eine Kreditkarte heraus, dann dachte er nochmal darüber nach und reichte ihr vorsichtshalber gleich alle drei, die er besaß. „Lass es einfach von diesen hier abrechnen", sagte er.

Er fühlte sich, als ob ein riesiges Gewicht von seinen Schultern genommen worden war, und somit ging er in ein Zimmer im hinteren Teil des Büros, an dessen Glastüre sich ein Messingschild mit der Aufschrift Chefredakteur befand. Er fand die Akten, die Shelly erwähnt hatte, ganz oben auf einem Papierstapel auf seinem Schreibtisch und überflog sie schnell. Offenbar ging es in der Feuerwehr-Story um die Auswirkungen der Budgetkürzungen für die Feuerwehr in diesem Distrikt. In der Story über den Armen-Supermarkt ging es darum, über die fehlenden Spendengelder zu berichten – typisch für diese Zeit im Jahr. Dies alles sah ziemlich schablonenhaft aus und er meinte, dass er leicht beide Storys in der vorgegebenen Zeit abarbeiten konnte.

Bis er erst mal nach Port Angeles kam.

Während der Fahrt klingelte nonstop sein Telefon und er hing ständig an seiner Freisprecheinrichtung, denn in der Druckerei gab es einen kleinen Brand und die anderen Reporter im Dienst fragten ihn ständig etwas. Bis er sich in einer Parklücke neben der Feuerwehrzentrale einparkte, war er erschöpft und ausgelaugt. Schließlich musste er sein Handy abschalten, als er sich hinsetzte, um das Interview mit dem Polizeichef und ein paar Feuerwehrleuten zu führen, deren Stunden aufgrund der Budgeteinsparung gekürzt wurden. Er machte ein paar Fotos mit seiner Digitalkamera und eilte zum einzigen Kaufhaus in der Stadt. Er schaltete sein Handy wieder an und hatte sieben neue Sprachnachrichten.

Er hörte sie sich schnell an und war erleichtert, dass nichts davon so dringend war, dass er sich nicht später darum kümmern konnte, wenn er einen anständigen Anzug gefunden hatte ... was sich als leichter gesagt als getan herausstellte. Er überflog die Kleiderstangen und nahm schließlich einen dunkelgrauen Anzug, der ihm relativ gut passte (er hatte keine Zeit, um ihn umändern zu lassen), sowie ein Paar schwarzer Schuhe, die ein wenig quietschten, aber ziemlich gut aussahen. Er schnappte sich ein weißes Hemd und eine dunkelgrüne Krawatte, da die Auswahl beschränkt war, und bezahlte das alles mit der letzten Kreditkarte, die er Mrs. Cope vorenthalten hatte.

Edward hielt einen Moment die Luft an, als er der Kassierin die Karte reichte, und fragte sich, ob noch genug Geld auf der Karte verfügbar war, um die Summe von fast eintausend Dollar zu decken. Erleichtert atmete er wieder aus, als die junge Frau ihm den Zettel reichte, den er unterschreiben musste, und ihm für den Einkauf dankte. Er wählte Shellys Nummer, als er zurück zu seinem Wagen ging.

„Wie läuft es?", fragte er, nachdem sie abgehoben hatte.

„So weit, so gut", sagte sie. „Ich habe Waylon Forge erwischt, und er wird um 17:30 Uhr am Flughafen auf dich warten. Der Sender schuldet uns noch etwas und jetzt hast du das Okay, auf dem Hubschrauberlandeplatz einer ABC Tochterfirma zu landen. Die Limousine wird dich dort abholen und ins Restaurant Canlis bringen. Die Suite im Hotel Sorrento ist auf deinen Namen reserviert und Waylon wird um 9 Uhr früh zurück sein und euch abholen."

„Danke, Shelly. Du vollbringst wahre Wunder."

„Ich weiß", sagte sie geschmeichelt. „Oh, und eines noch?"

„Ja?"

„Im Canlis", begann sie zögerlich. „Sie könnten vielleicht den Eindruck erwecken, als würden sie dich für einen Restaurantkritiker der New York Times halten."

„Was?"

„Hey", antwortete Shelly. Ihre Stimme nahm einen verteidigenden Tonfall an. „Das war die einzige Möglichkeit, wie ich dir so schnell eine Reservierung beschaffen konnte. Außerdem wirst du wahrscheinlich ein paar Extras bekommen", wies sie ihn hin.

„Okay." Edward rieb sich über die Nasenwurzel und fragte sich, wie er wohl so tun könnte, als wäre er Restaurantkritiker.

„Und das Sorrento könnte glauben, dass du einen Artikel für Condé Nast (Ü/N: Herausgeber von hoch angesehenen Mode-, Technologie- und Reisezeitschriften. Die berühmtesten: Vogue und The New Yorker) schreibst", fügte sie hinzu.

„Großer Gott", murmelte Edward.

„Du hast um ein Wunder gebeten, also musst du den Preis dafür zahlen", meinte sie.

„Ist ... schon gut, Shelly. Das ist toll. Ich bin dir für deine Hilfe sehr dankbar.

„Kein Problem", sagte sie. „Macht euch einfach eine schöne Zeit."

Edward legte auf und schaute auf die Uhr. Mit einem unterdrückten Fluchen merkte er, dass er bereits fünfzehn Minuten zu spät für seinen Termin in dem Supermarkt für die sozial Schwachen war. Er stieg in seinen Wagen und drehte den Schlüssel im Zündschloss.

Und nichts passierte.

„Komm schon", ermutigte er das kleine Auto, als er nochmals den Schlüssel umdrehte.

Nichts.

„Scheiße!", schrie er, öffnete die Motorhaube und stieg aus dem Wagen, um den Motor anzustarren. Dies war ziemlich sicher sinnlos, da er eigentlich nichts über Motoren wusste.

„Probleme mit dem Auto?" Ein älterer Mann blieb am Bürgersteig stehen und betrachtete den Motor.

Edward biss sich eine sarkastische Bemerkung zurück. „Ja. Er springt nicht an. Und ich bin sowieso schon zu spät zu meinem Termin dran."

Der Mann lehnte sich näher, untersuchte den Motor genau und ruckelte an ein paar Kabeln herum. „Versuchen Sie es jetzt", schlug er vor.

Edward stieg wieder in den Wagen und drehte den Schlüssel um. Er hoffte, das Wackeln an den Kabeln hatte das Problem gelöst.

Leider nein.

„Sieht aus, als wäre die Batterie leer", sagte er Mann, zog ein Taschentuch aus seiner Jackentasche und wischte sich damit die Hände ab. „Ich habe Kabel in meinem Truck. Ich kann Ihnen gern Starthilfe geben."

„Wirklich?" Edward war geschockt, weil der Fremde ihm so freundlich helfen wollte. Das passierte nicht gerade häufig in New York. „Ich wäre Ihnen sehr dankbar."

„Sicher, kein Problem", sagte der Mann und wedelte mit der Hand herum. „Ich hole meinen Truck."

Edward wartete und rief in der Zwischenzeit bei seinem Termin an, um bekanntzugeben, dass er sich verspätete. Danach scrollte er durch die Telefonnummern und atmete erleichtert aus, als er eine Nummer mit dem Titel „Mom" fand. Er rief somit rasch seine Mutter an, die mehr als glücklich war, die Kinder eine Nacht lang bei sich zu haben, und Edward war dankbar, dass wenigstens diese Hürde geschafft war.

Er wartete darauf, dass der Mann wieder kam, und schaute alle paar Minuten auf die Uhr. Fünfundvierzig Minuten später tauchte endlich ein klappriger alter Ford Pickup mit laut ratterndem Motor vor ihm auf. Edward unterdrückte seine Verwirrung und pflasterte ein Lächeln auf sein Gesicht.

„Haben Sie sich verfahren?", fragte er scherzhalber.

Der Mann zwinkerte verwirrt. „Nein", sagte er, bevor er die Starterkabel aus seinem Truck nahm. Er schloss sie schnell an Edwards Batterie an und Edward dankte ihm übermäßig, bevor er sich schließlich auf den Weg zum Supermarkt machte. Sein Fuß trat das Gaspedal durch und er kontrollierte vorsichtshalber die Seiten der Straße und den Rückspiegel, damit er möglichst keinen Strafzettel wegen bekam.

Er parkte seinen Wagen mit über einer Stunde Verspätung vor dem Supermarkt für sozial Schwache. Er machte sich keine großen Sorgen wegen des Interviews, denn der Direktor war froh, dass Edwards Zeitung die Story überhaupt aufgriff. Aber da Edwards Auto gestreikt hatte, hatte er nicht mehr viel Zeit, ehe er nach Hause musste, um Bella abzuholen. Er würde das Interview rasch abwickeln, ein paar Fotos knipsen und so schnell wie möglich die Stadt wieder verlassen.

Unglücklicherweise ging es bei diesem Spezialsupermarkt nicht ganz so flott. Er fand den Direktor, Jason Matthews, der gerade dabei half, einen LKW voll Lebensmittel am Hintereingang auszuladen, und Edward wartete ziemlich ungeduldig, bis er fertig war.

„Ich kann Sie auch gleich hier interviewen", bot Edward an, schaute auf die Uhr und verzog das Gesicht, weil die Zeit so schnell verging.

„Nein, in meinem Büro haben wir es doch viel bequemer", sagte Jason. „Das dauert nur noch eine Minute lang."

Als Jason mit dem Truck fertig war und Edward in sein Büro führte, war es fast drei Uhr und Edward zappelte schon nervös herum. Jason zu interviewen war nervtötend, er sprach sehr langsam und Edward kam sich vor, als müsste er ihm jedes Wort erst aus dem Mund saugen. Als er schließlich mit ihm und den beiden Kunden des Supermarktes, die Jason ebenfalls interviewt haben wollte, fertig war, war Edward schon fast außer sich. Er machte ein paar Fotos von leeren Regalen und fotografierte das Gebäude von außen, bevor er quasi zu seinem Wagen rannte. Es war schon nach vier Uhr. Er hatte kaum noch Zeit, um nach Hause zu kommen und sich umzuziehen, bevor sie bei Waylon am Flughafen sein mussten.

Und natürlich sprang der Wagen nicht an.

„Fuck!", schrie Edward und schlug vor Frustration auf das Lenkrad ein. Er musste am Heimweg noch Blumen besorgen, und jetzt war die dumme Batterie wieder leer. „Fuck! Fuck! Fuck!"

„Haben Sie Schwierigkeiten, Edward?" Jasons Gesicht erschien im Beifahrerfenster, seine Stimme drang nur gedämpft in das Innere des Wagens.

Edward rollte das Fenster hinab, kämpfte darum, seinen Frust unter Kontrolle zu halten, und lächelte den Mann hoffnungsvoll an.

„Haben Sie zufällig Starterkabel?", fragte er.