Do Over
Kapitel 10
My True Love Gave to Me
„Ich dachte, ich wüsste, was ich tue, aber ich hatte keine Ahnung", erzählte Edward Jasper, sobald er den Mietwagen in Port Angeles zurückgegeben hatte. Bella hatte das Haus frühmorgens verlassen, um zu ihrem Schreibseminar nach Portland zu fahren. Edward blieb mit den Kids und einem Volvo, der zu Mittag zurück beim Autovermieter sein musste, zurück. Jasper war einverstanden, mit Edwards Wagen zu fahren, damit er anschließend wieder nach Hause kam. Sie blieben an Emmetts Garage stehen, bevor sie Forks verließen, und er hatte Edward eine günstige neue Batterie eingebaut, sodass er hoffentlich für eine Weile nicht mehr an Starterkabel denken musste.
Später hatten die Kids das berühmte goldene M entdeckt und verlangt, bei McDonald's stehen zu bleiben, damit sie auf den Rutschen, in den Röhren und im Ballgehege spielen und dazwischen ihre Chicken McNuggets und Pommes essen konnten.
„Es lief so gut", fuhr Edward fort und beobachtete Masen, der gerade ein Nugget in sein Ketchup tauchte. „Dann bin ich wieder mal auf der Couch gelandet."
„Autsch", kommentierte Jasper. „Also hast du alles schön eingefädelt und nicht einmal die ...", er beobachtete die Kinder, „... äh ... Kissen gekriegt?", sagte er andeutungsweise. Er wollte offensichtlich ein Codewort benutzen, damit keine unangenehmen Fragen aufkamen.
Edward lachte humorlos und knabberte an einem Pommes. „Nö. Keine Kissen für mich. Nicht einmal ein kleines."
„Wie lange ist es her, dass du ... ein Kissen bekommen hast?", fragte Jasper.
„Ich kann mich nicht mal mehr daran erinnern", sagte Edward ehrlich.
Masen lächelte breit. „Du kannst mein Kissen nehmen, Daddy. Ich hab zwei!"
Edward lächelte und verwuschelte seinem Sohn das Haar. „Danke, Kumpel."
„Ich hab genug", sagte Masen. „Kann ich wieder spielen gehen?"
Edward nickte. „Pass auf Makenna auf, okay?"
„Mach ich", sagte er, nahm die Hand seiner kleinen Schwester und führte sie zum Ballgehege. Edwards Augen beobachteten sie ständig, ein unbekannter väterlicher Beschützerinstinkt war in ihm erwacht. Er sprach mit Jasper, aber sah nicht eine Sekunde von seinen Kindern weg.
„Ich weiß einfach nicht, was sie will", gestand er seinem Schwager. „Ich dachte, wenn ich sie einmal in die Stadt ausführe ... und ihr zeige, wie wichtig sie mir ist, wäre das genug, aber ..."
„Das ist hart, Mann", sagte Jasper mit dem Mund voll Essen. Er schluckte und nahm einen Schluck von seiner Cola. „Was wirst du jetzt machen?"
„Ich bin mir nicht sicher", antwortete Edward, brach ein Stück Brötchen von seinem Burger ab und lächelte ein halbes Lächeln, als er sah, dass Masen Makenna leicht einen roten Ball zuwarf. „Vielleicht sollte ich ihr etwas Hübsches kaufen. Frauen mögen doch Schmuck, oder?"
Jasper lachte. „Wenn alle Frauen so sind wie Alice, würde ich sagen, ja, Frauen mögen Schmuck." Er wurde wieder ein wenig ernster. „Aber ich weiß nicht, ob die Situation dafür angebracht ist, Edward. Bella steht ja nicht wirklich auf teure, schicke Sachen."
„Aber das sollte sie", konterte Edward. „Sie sollte alles erdenklich Schöne besitzen ... und ich sollte derjenige sein, der es ihr schenkt."
„Tja, ich schätze, es ist wohl einen Versuch wert", sagte Jasper zweifelnd. „Aber ich weiß nicht, ob es wirklich die Lösung ist, so viel Geld auszugeben."
„Es geht nicht darum, dass Geld ausgegeben wird", antwortete Edward dickköpfig. „Es geht darum, Bella zu zeigen, wie besonders sie für mich ist."
Jasper zuckte bloß die Schultern und wünschte seinem Freund viel Glück.
Sie setzen Jasper vor seinem Elternhaus im nördlichen Teil der Stadt ab. Er sagte, Alice würde später zu ihnen kommen und er würde mit ihr gemeinsam nach Hause fahren. Edward und die Kids fuhren los, um ein Schmuckgeschäft zu suchen, das mehr zu bieten hatte als bloß ein paar Steinketten und Freundschaftsarmbänder. Sie fanden schließlich einen kleinen, vielversprechend aussehenden Laden eingequetscht zwischen einem Büchergeschäft und einem Tee-Laden.
Mit einer strengen Ermahnung, nichts anzufassen, betrat Edward das Geschäft. Er hielt je eine Hand seiner Kinder fest in seinen eigenen beiden Händen.
„Kann ich Ihnen helfen?", ertönte es von einer älteren Frau, die einen Pulli mit einem aufgenähten Schneemann trug und hinter dem Tresen saß. Sie lächelte Masen und Makenna an. „Oh, so liebreizende Kinder!", rief sie. „Möchtet ihr eine Zuckerstange haben?"
Die Kinder blickten hoch zu Edward und baten um Erlaubnis, bevor er langsam nickte. Die Frau beugte sich hinunter, um den beiden zwei Zuckerstangen zu reichen, und berührte sanft ihre Wangen. „Sie sehen meinen eigenen Enkelkindern so ähnlich", meinte sie. „Aber ich sehe sie nicht mehr sehr oft, seit mein Sohn mit seiner Familie nach Phoenix gezogen ist." Sie seufzte schwer, dann schüttelte sie den Kopf.
„Genug von mir", sagte sie und stand schnell auf. „Womit kann ich Ihnen heute helfen?"
Edward zuckte ein wenig zusammen. „Ich bin mir nicht ganz sicher. Ich hätte gerne etwas für meine Frau."
Die Dame kicherte. „In Ungnade gefallen, was?"
„So ähnlich."
Masen zog am Ärmel seines Vaters und nahm die Zuckerstange aus dem Mund, um zu flüstern: „Daddy, was ist Ungnade?"
Die Verkäuferin brach in Gelächter aus. „Oh, er ist ein ganz Süßer", sagte sie und berührte wieder seine Wange. „Sag, wie heißt du denn?"
„Masen."
„Und deine Schwester?"
„Makenna."
„Tja, Masen, wenn es für deinen Daddy in Ordnung ist, ich habe dort hinter dem Tresen ein paar Spielzeuge." Sie deutete an die Stelle, an der sie gestanden war, als sie hereingekommen waren. „Du kannst mit Makenna dort drüben spielen, während ich deinem Daddy helfe, ein Geschenk für deine Mom zu finden."
Wieder blickte Masen zu Edward hoch und bat somit um Erlaubnis. Edward verstand das warme Gefühl nicht, das sich bei dem hoffnungsvollen Blick des kleinen Jungen in ihm ausbreitete."
„Ist in Ordnung. Geht los", sagte Edward. Masen nahm seine Schwester an der Hand und ging mit ihr hinter den Tresen. Er konnte sehen, wie sie ein paar kleine Autos aus einem Korb voller Spielsachen nahmen und begannen, damit am Fußboden herumzufahren.
„Danke", sagte Edward, „Mrs. ..."
Die Frau wedelte mit der Hand. „Oh, nennen Sie mich einfach Claire", sagte sie.
„Ich bin Edward."
„Schön ... schön, Edward", sagte Claire erfreut. „Also, Sie wollen etwas für Ihre liebreizende Frau. Vielleicht eine Halskette ... oder ein schönes Armband?"
Edward betrachtete die glitzernden Teile, die auf schwarzem Samt unter einer Glasoberfläche lagen. „Ich glaube ... etwas Simples?", sagte er mehr als Frage, denn als Aussage.
Claire nickte und tippte mit ihren Fingern an ihre Lippe, als sie nachdachte. Sie ging um die Ecke, sperrte eine Glasvitrine auf und nahm ein mit Samt ausgelegtes Tablett heraus. Sie hob ein silbernes Armband mit zierlichen Gliedern hoch. Ein herzförmiger Anhänger hing daran und funkelte im Lichtschein.
„Wir können ihren Namen auf den Anhänger gravieren, wenn Sie warten möchten", sagte Claire ihm. „Wir können auch für die Kinder je einen Geburtsstein einsetzen, wenn Sie wollen ... dann wird es noch besonderer. Das würde allerdings ein paar Stunden lang dauern."
„Wirklich?", fragte Edward und streckte die Hand aus, um den kleinen, silbernen Anhänger zu berühren. „Wie viel kostet es?"
Claire sagte es ihm, und nach einem kurzen Zögern nickte Edward. Er griff nach seiner Geldbörse und seiner nun häufig benutzten Kreditkarte. Er fragte sich, wie hoch sein Limit war, und hielt den Atem an. Er atmete erst wieder aus, als sie ihm die Quittung zum Unterschreiben reichte.
„Also", sagte sie und gab ihm sein Exemplar der Rechnung. „Welche Geburtssteine brauchen Sie?"
Edward erblasste. Er hatte absolut keine Ahnung. „Ich ... äh ... weiß nicht."
Claire lachte. „Oh, das wissen die meisten Männer nicht", sagte sie. „Sagen Sie mir einfach ihre Geburtstage und ich finde es für Sie raus."
Scheiße. Wie konnte er dieser Frau erklären, dass er nicht einmal die Geburtstage seiner eigenen Kinder kannte? Yeah. Das würde ihn sicher zum Vater des Jahres machen.
In diesem Moment kam Masen auf ihn zu und griff nach der Hand seines Vaters. Edward beugte sich nach unten, um ihn hochzunehmen, und nützte die Chance, um erlöst zu werden, oder zumindest um seine Ignoranz zu kaschieren.
„Masen", sagte er, „kannst du der netten Lady deinen Geburtstag sagen?"
Masen lächelte. „Ich werde sieben!"
„Das ist fein", antwortete Claire und streckte die Hand aus, um ihm das Haar zu zerzausen. „Wann ist dein Geburtstag?"
„Am achten Februar", sagte er stolz, stolperte aber ein wenig über die Aussprache des Wortes „Februar".
„Februar", antwortete Claire. „Das wäre dann der Amethyst. Und wann hat deine Schwester?"
Masen runzelte die Stirn. „Ich weiß nicht."
Edwards wurde schlecht. Er griff schnell in seine Hosentasche. „Mein Handy", sagte er entschuldigend, klappte es auf und hoffte, dass die Frau ihm glaubte, dass es vibriert hatte. „Es dauert nur eine Sekunde."
Claire nickte und Edward stellte Masen auf den Boden neben seiner Schwester. Der kleine Junge spielte wieder weiter mit den Autos. Edward sagte „Hallo", als ob er gerade abgehoben hätte, und als Clair wegsah, wählte er schnell Jaspers Nummer.
„Hallo?"
„Jasper", flüsterte Edward und ging ans andere Ende des Ladens. „Wann hat Makenna Geburtstag?"
„Edward?"
Edward verdrehte die Augen. „Ja ... ja, hier ist Edward. Ich brauche deine Hilfe."
„Was ist denn los?"
„Ich muss wissen, wann Makenna Geburtstag hat."
„Du erinnerst dich nicht an ihren Geburtstag?", fragte Jasper. Seine Stimme klang komplett verwirrt.
Edward seufzte frustriert, zwickte sich in die Nasenwurzel und kämpfte um Beherrschung, weiterhin leise zu sprechen. „Bitte, Jasper ... spiel einfach mit, okay?"
„Edward, was ist denn nur los mit dir?"
„Jasper!", rief Edward ins Handy und Claire schreckte überrascht auf. Er zwang sich zu einem Lächeln und senkte die Stimme. „Hilf mir hier bitte."
„Okay ... okay", antwortete Jasper. „Am vierzehnten April. Edward, bist du dir sicher, dass du in Ordnung bist?"
Edward atmete erleichtert aus. „Ich weiß nicht, Mann."
„Kann ich dir helfen?"
„Das hast du schon", sagte er. „Ehrlich. Mir geht's gut. Ich ruf dich später an, okay?"
„Sicher", sagte Jasper und schnaubte ein wenig. „Solltest du je beschließen, mir zu sagen, was los ist, werde ich da sein."
„Ich weiß, Jasper", antwortete Edward leise. „Ich hab nur ... ich muss mich nur um etwas kümmern. Wirklich, mir geht's gut."
„Okay", sagte Jasper langsam. Es war offensichtlich, dass er es ihm nicht abkaufte.
„Ciao, Jasper ... und danke."
„Kein Problem."
Edward legte auf und ging wieder zurück, damit Bellas Armband noch einen zweiten kleinen Edelstein bekam.
xxx
„Ich habe etwas für dich", sagte Edward enthusiastisch, als Bella zur Tür herein kam. Es war spät und die Kids waren im Bett, aber er war so aufgeregt wegen seines Geschenks, dass er nicht schlafen konnte. Er wartete im Wohnzimmer und lauschte den Geräuschen des Minivans, der in der Einfahrt abgestellt wurde. Als sie die Autotür zuschlug, vibrierte er beinah vor Aufregung. Er war zuversichtlich, dass sein aufmerksames Geschenk seinen Stellenwert in Bellas Augen wieder heben würde.
Bella gähnte im Vorzimmer und strich sich müde den Mantel von den Schultern. „Etwas für mich?"
Edward sprang auf, um ihr mit dem Mantel zu helfen. „Du siehst todmüde aus", sagte er. „Wie war das Seminar?"
Bella lächelte, aber das Lächeln erreichte ihre Augen nicht ganz. Offenbar hatte sie ihren Streit von letzter Nacht noch nicht vergessen. „Es war toll", sagte sie leise. „James McKay ist ein unglaublicher Autor, und ich habe viel von ihm gelernt. Eigentlich wird er in Port Angeles in ein paar Wochen mit seinem Schreibkurs beginnen. Er hat vorgeschlagen, dass ich es besuchen sollte." Sie beobachtete Edward genau, um seine Reaktion abzuschätzen.
Edward lächelte sie an. „Das ist fantastisch. Ich denke, du solltest es machen."
„Wirklich?"
Edward kam sich verwirrt vor und schämte sich ein wenig, als er den Schock in ihrer Stimme bemerkte. Hätte sie wirklich gedacht, er würde deshalb mit ihr streiten wollen? Offenbar hätte er das in der Vergangenheit getan. Langsam irritierte ihn sein zweites Ich immer mehr.
Was für ein Arsch.
„Du hast nicht einmal gefragt, wie viel es kosten würde", sagte sie.
„Das schaffen wir schon." Edward zuckte mit den Schultern, als wäre Geld kein großes Thema.
„Das wäre ein Monat lang zwei Abende die Woche", fügte sie hinzu. „Ich fahre direkt nach der Arbeit hin und du müsstest dich um die Kids kümmern ... Abendessen ... baden ... ins Bett bringen ... all das."
„Das kann ich machen."
„Wow", sagte Bella. Ein Lächeln zierte ihr Gesicht. „Wer bist du, und was hast du mit Edward gemacht?"
Edward lachte und zog sie zur Couch. „Ich will nur, dass du weißt, dass ich dich in allem, was du tust, unterstütze", sagte er ernst. „Ich liebe dich, Bella ... und es tut mir Leid wegen letzter Nacht ... wegen allem."
Bellas Augen füllten sich mit Tränen. „Mir tut es auch Leid."
Edward hob die in Geschenkpapier gehüllte Schachtel vom Beistelltischchen hoch. „Ich habe dir dies heute besorgt", sagte er. „Ich will, dass du weißt, wie wichtig du mir bist, Bella. Ich weiß, ich habe dir das in der letzten Zeit nicht oft gezeigt, aber es hat sich alles verändert ... ich habe mich verändert. Ich will ... ich will unbedingt, dass du verstehst, dass sich von nun an alles ändern wird."
Er reichte ihr die kleine Schachtel und sie nahm sie langsam. Sie strich mit dem Finger über das goldene Band. „Es ist so hübsch", sagte sie leise.
„Öffne es."
Ihr Blick zuckte kurz hoch zu seinem, bevor sie wieder die Schachtel betrachtete. Sie zog an dem Band, strich es zur Seite, und dann fuhr sie mit dem Finger unter das Papier, um es zu öffnen. Sie zögerte ein wenig, bevor sie die Schachtel aufklappte.
„Oh, Edward", hauchte sie. Sie hob das Armband hoch und betrachtete den kleinen, herzförmigen Anhänger, auf dem nun in eleganter Schrift Bella stand und in den zwei kleine Edelsteine eingelassen waren.
„Das sind die Geburtssteine der Kids", sagte er.
Bella nickte. „Das sehe ich. Es ist ... es ist wunderschön, Edward ... aber ... das ist zu viel. Wie können wir uns das leisten?" Sie hob ihren Blick zögerlich und sah ihn an.
Edward wedelte ihre Sorgen beiseite. „Mach dir darüber keine Gedanken."
Bellas Augenbrauen zogen sich zusammen. „Aber Edward ... nach der letzten Nacht ... der Helikopterflug und das Abendessen ... und das Hotelzimmer, und nun das. Das muss doch ein Vermögen kosten."
Er lehnte sich zu ihr und gab ihr einen nachsichtigen Kuss auf die Stirn. „Ich habe gesagt, mach dir darüber keine Gedanken", wiederholte er.
Bellas Gesichtsausdruck versteifte sich. „Aber woher stammt das viele Geld?"
Edward unterdrückte das gereizte Gefühl. „Bella, kannst du dich nicht einfach über das Geschenk freuen? Warum machst du so eine große Sache daraus? Ich hab mich um alles gekümmert. Kannst du mir nicht einfach vertrauen?"
Bella runzelte kurz die Stirn und biss sich auf die Lippe. „Natürlich vertraue ich dir", sagte sie schließlich. Die Sorgen standen ihr immer noch ins Gesicht geschrieben. „Es ist ein wunderschönes Armband, Edward. Danke."
„Gern geschehen."
Sie legte den Schmuck zurück in die Schachtel. Sie sagte nichts mehr über das Thema Geld, aber Edward konnte spüren, dass das Thema hiermit noch nicht beendet war.
„Ich bin echt müde", sagte sie, stand langsam auf, sah ihn aber nicht an. „Die Kids werden morgen früh wach sein. Ich gehe ins Bett."
Edward wartete darauf, dass sie ihm die Erlaubnis gab, mit ihm mitzukommen, aber das tat sie nicht. Stattdessen lehnte sie sich zu ihm, um ihm einen sanften Kuss auf die Wange zu geben.
„Nochmals danke", sagte sie höflich. „Gute Nacht."
„Gute Nacht", antwortete Edward und versuchte, seine Enttäuschung nicht zu zeigen. Er hatte so sehr gehofft, dass das Armband ihm helfen würde und er mit Bella wieder über den Berg kam, aber er hatte das seltsame Gefühl, dass er es damit vielleicht noch schlimmer gemacht hatte. Er zog sich die Schuhe aus, streckte sich auf dem Sofa aus, nur um sich dann noch einmal aufzusetzen, damit er die Schlüssel und seine Geldbörse von der Hosentasche auf den Tisch legen konnte. Als er die kleine, silberne Glocke sah, wie sie in seiner Handfläche lag, überlegte er sorgfältig.
Michael hatte ihm gesagt, er sollte sie nur für Notfälle benutzen. Er fragte sich, ob es wohl als Notfall durchgehen würde, wenn er nicht wusste, was seiner Frau durch den Kopf ging.
Oder ob sexuelle Frustration ein Notfall war.
Oder ob es ein Notfall war, wenn er auf einem alten Sofa schlafen musste und kein richtiges Bett hatte.
Er betrachtete die Glocke für eine lange Zeit und wog die Vor- und Nachteile ab, die es mit sich bringen würde, wenn er mit ihr klingeln würde. Vielleicht bekam er ein paar Antworten, die ihm auf seinem weiteren Weg helfen konnten. Aber er konnte das Gefühl nicht bekämpfen, dass er sich vielleicht zurückhalten sollte ... dass er Michael ein anderes Mal eher brauchen könnte als jetzt und er sich somit die letzten zwei Versuche, die Glocke zu läuten, für eine verzweifeltere Situation aufsparen sollte.
Sein Herz sank, als er daran dachte, dass die Dinge sich vielleicht verschlechtern könnten.
Schließlich öffnete er die Schublade des Beistelltischchens, legte seine Geldbörse, die Schlüssel und die Glocke hinein und schloss sie wieder.
Er würde es vorerst lassen und versuchen, sich selbst wieder aus dieser Situation hinauszumanövrieren.
Die Glocke war immer noch da, wenn er sie brauchen sollte.
