Hinweis: In diesem Kapitel beginnt es mit Gewaltdarstellungen (immerhin ist Fenrir Greyback für Brutalität bekannt :D )

Schmerzvoll stöhnte der junge Zauberer auf als sein schmächtiger Leib mit dem unnachgiebigen Steinboden zusammenprallte. Und Draco ahnte bereits das dieser Aufprall eine Streicheleinheit war verglichen mit dem was noch folgen würde. Schwerfällig richtete er seinen Oberkörper auf um Fenrir am Fußende mit verschränkten Armen zu sehen. Der Werwolf war bereits einen Kopf größer wenn sie nebeneinander standen, nun allerdings schmerzte ihm der Nacken wenn er zu ihm hochschaute.

Sein Blick endete in scheinbare endlosem Starren und Fenrir, der immer noch vor Wut kochte, packte den Jüngeren an den sonst so adrett frisierten blonden Haaren um ihn hoch zu ziehen. "Ahh!" rief Draco laut aus als er den Zug an seiner Kopfhaut spürte. Er griff nach oben zu Greybacks Hand, kratzte mit seinen Fingernägeln und versuchte den Werwolf dazu zu bringen seinen Griff zu lockern. Er versuchte aufzustehen, aus Angst das Monster würde ihm die Haare samt Kopfhaut vom Schädel reißen. Dabei knickte er kurz um, fiel mit dem Knie auf die Steine und merkte, von Adrenalin getrieben, gar nicht wie sein Knie zu bluten anfing und die Schlafhose in diesem Bereich rot einfärbte.

Fenrir hielt den Sprössling der Malfoys etwas höher, sodass er gezwungen war auf Zehenspitzen zu stehen. "Wenn meine Eltern davon erfahren, dann.." wollte er den Werwolf warnen doch dieser schnitt seine Worte ab "Was dann Kleiner? Mami und Papi können dir nicht mehr helfen. Ich könnte dich foltern, beißen... oder auch umbringen" Die Gesichter der beiden trennte nur wenige Zentimeter und der faule Geruch nach Fleisch drang von Fenrir an Dracos Nase. Er fühlte sich als müsste er sich gleich übergeben! Doch wenn er so etwas tat würde Fenrir nur noch wütender werden. Stattdessen schaute er zur Seite, er versuchte seinem Blick auszuweichen. Der Größere hatte recht, niemand konnte ihm helfen. Vermutlich würde der Dunkle Lord nicht einmal traurig über den Verlust sein wenn Fenrir ihn wirklich tötete!

Obwohl die Lage alles andere als gut aussah versuchte Draco sich zu wehren. "Deine kleinen Hände stören!" Fenrir packte mit der freien linken Hand Dracos rechts Handgelenk. Danach ließ er die Haare des Jungen los, doch noch bevor dieser zusammensacken konnte packte er sich auch das Handgelenk und zog den Jungen nun an diesen hoch. Draco fragte sich ob er ihm zur Strafe die Arme auskugeln wollte doch stattdessen hörte er über sich rascheln. Fenrir fixierte seine Handgelenke mit einer stabilen Kette und zog diese über eine Vorrichtung an. Auch noch zu faul um mich selbst festzuhalten, dachte Draco und ohne es zu bemerken forderte er Fenrir mit einem provozierendem Blick heraus. Doch gerade als es wirklich losgehen sollte kam ein maskierter Todesser hinunter und rief den Werwolf nach oben. "Scheinbar wird unsere Lehrstunde noch etwas dauern. Lauf' mir nicht weg Kleiner!" Wie witzig! Draco verdrehte genervt die Augen. Dieses Tier ließ ihn tatsächlich hier unten und meinte dann noch ihm so einen Spruch entgegnen zu müssen? Und obwohl sich Draco sicher war versuchte er an den Ketten zu ziehen um wenigstens nicht mehr auf Zehenspitzen stehen zu müssen.

Die Stunden vergingen und Draco hat jegliches Zeitgefühl verloren. Im Keller gab es keine Fenster, nur Kerzen, doch diese waren lange erloschen. Nun stand er in er Dunkelheit, seine Arme schmerzen, seine Füße, sein Knie. Der Adrenalinschub war vorbei und der Junge fühlte sich erschöpft. Nachdem Fenrir ihn alleine im Keller gelassen hatte begannen andere Todesser nach unten zu gehen. Sie erfreuten sich an dem Anblick des stolzen Malfoys der nun blutend, übersät mit blauen Flecken in Schlafsachen von der Kellerdecke hing. Es war als wollte der Werwolf seinen Stolz brechen - das würde er nicht schaffen! Vereinzelnd rollte eine Träne aber Draco bemühte sich so wenig wie möglich zu weinen. Er wollte nicht das Fenrir sich über ihn lustig machte wenn er bei seiner Rückkehr mit verquollten roten Augen im Dunkeln hing.

Plötzlich hörte er Schritte und ein kleiner Lichtschimmer kündigte von der Ankunft einer Person. Voller Scham schaute er zur Seite um keinen weiteren Todesser erblicken zu müssen. "Draco..." drang eine sanfte, ihm wohlbekannte, Stimme an die Ohren. Vor ihm stand seine Mutter die nicht zögerte die Ketten mit einem Zauber zu sprengen. Es raschelte und Draco fiel auf den Boden, gefolgt von der Kette welche ihn gehalten hatte. Der einst so kalte Steinboden wirkte in diesem Moment wie ein weiches Bett. Wie gerne würde er einfach dort schlafen. Doch seine Mutter schüttelte leichte an seiner Schulter "Lieblings steh auf, du musst hier raus"

Durch seine Mutter gestützt konnte Draco langsam die Treppen emporsteigen nur um dann auf dem Sofa zusammen zu sacken. Kurz wanderte der Blick nach draußen, die Sonne ging unter. Es musste bereits sehr spät sein. Und wo waren die anderen? Als hätte Narcissa die Gedanken ihres Sohnes lesen können beantwortete sie seine Frage "Sie sind auf verschiedenen 'Missionen'". Wie sich herausstellte waren nicht alle unterwegs. Lucius Malfoy betrat das Wohnzimmer und er schien geschockt als er Draco erblickte. "Cissa!" entkam es ihm beinahe atemlos "Wie konntest du nur?" Er trat nun näher auf die beiden zu. Draco war verwirrt, seine Mutter schien die Aussage ihres Mannes gezielt zu überhören. Sie begann damit sein Knie zu versorgen. Danach konnte er sich endlich etwas anderes anziehen! "Cissa! Er muss zurück nach unten be..." Die Tür wurde voller Freude geöffnet. Die Jagd der Todesser schien ein Erfolg zu sein und auch Fenrir, der mit ihnen zusammen eintrat schien gute Laune zu haben - bis er Draco auf dem Sofa sah. Die erfreute Laune verflog und es folgte Schweigen. Die Todesser um Fenrir herum gingen auf Distanz. Besagter stand lediglich stumm da, mit einer seltsamen Tasche in der Hand. Nach drei Minuten des Schweigens schnalzte er mit der Zunge bevor seine Worte die Luft zerschnitten "Scheinbar haben Mami und Papi noch nicht ganz verstanden das sich jetzt einiges ändert. Euer Sohn gehört nicht mehr euch!"

Als sei dies ein Stichwort gewesen treten einige der Todesser vor und reißen Draco vom Sofa während die anderen ihre Zauberstäbe auf die Malfoys richteten. "Scabior, was tust du denn da?" fragte Lucius jenen Zauberer der Draco aus der liegenden Position gerissen hatte. Es war unverkennbar wie viel Angst das Oberhaupt der Malfoys hatte: Seine Stimme war zitternd und der Blick wanderte panisch durch die Runde als würde ihn jeden Moment ein unverzeihlicher Fluch treffen.

Nachdem er einen Moment gelegen hatte schmerzte Stehen gleich viel mehr als zuvor. Unbewusst krallte er sich an dem Zauberer fest aus Angst seine Beine würden erneut nachgeben. Er war zu sehr auf seinen eigenen Zustand fokussiert, dass er nicht mitbekam wie Fenrir die große Tasche auf einem anderen Sofa abstellte. Er zog etwas aus dieser doch was genau konnte Draco nicht erkennen. Mir einer Handbewegung hatte der Werwolf alles vom Tisch gefegt und trat nun an das Feuer. "Es wird Zeit euch zu zeigen wem euer Sohn nun gehört!"

Scabior bewegte sich, er stieß Draco auf den Tisch. Jeweils ein Todesser hielt seine Beine fest, Scabior selbst seine Arme und Fenrir? Er hielt etwas in die lodernden Flammen des Kaminfeuers. Als er es herausholte leuchtete das Brandeisen und weitere Todesser mussten Narcissa festhalten, die auf den Werwolf stürmen wollte. Lucius hingegen war blass, schwieg und schien nun am ganzen Körper zu zittern. Auch sein Sohn war blass, doch anders als sein Vater versuchte Draco sich zu wehren. Er wollte sich losreißen, schrie lauthals "Nein!" und "Lasst mich los!" während er spürte wie die ersten Tränen der Angst kamen. Nein! Nein, nein, nein! So etwas war unmenschlich! Wie konnte dieses Monster nur auf den Gedanken kommen ihn zu markieren wie Vieh?! Fenrir stand inzwischen vor Draco und riss ihm den Morgenmantel und das Oberteil auf. Mit jeder Sekunde wurde ihm immer mehr bewusst das der Werwolf es ernst meinte und auch das Draco nicht entkommen konnte.

Der Hosenbund des Jungen wurde ein Stückchen nach unten gezogen, sodass sein Hüftknochen zusammen mit dem Rest seines Oberkörpers nun für alle Anwesenden zu sehen war. Er fühlte die langen Fingernägel des Älteren, wie sie über die dünne empfindliche Stelle fuhren - vorsichtig, zärtlich und beinahe ehrfürchtig. Dann war das leicht kitzelnde Gefühl weg und was danach kam war Hitze, gefolgt von brennendem Schmerz.

Dracos Schrei hallte durch das gesamte Anwesen. Als die Luft aus seinen Lungen war begannen die Tränen zu laufen, sein Brustkorb hob und senkte sich schnell während er noch fühlte wie die eigene Haut am heißen Eisen klebte als Fenrir es anhob. Draco hatte die Augen geschlossen, doch konnte er deutlich den Geruch von verbranntem Fleisch riechen - sein Fleisch. Alleine der Gedanke war genug damit er den Kopf zur Seite neigte und sich übergab. Auf Grund des fehlenden Essens würgte er Magensäure hoch bevor die Geräusche um ihn herum immer dumpfer wurden. Auch mit geschlossenen Augen fühlte er wie seine Sinne schwächer wurden und Dunkelheit ihn in einen wohligen Schlaf rettete.