Neues Kapitel :D In diesem gibt es keine größere Warnungen. Wenn man es kritisch sieht etwas Gewalt am Ende.

Obwohl die Todesser von ihren Missionen zurückgekehrt waren herrschte bereits vor Mitternacht Ruhe und eine beinahe unmenschliche Totenstille legte sich über das Gelände der Malfoys. Doch hinter der Tür zu Dracos Zimmer war leises Rascheln zu hören. Eine Kerze auf dem Nachttisch erhellte das dunkel möblierte Zimmer während schwere schwarze Vorhänge einen Blick von außen verhinderten. Draco hatte lange überlegt bis er kurzzeitig eingeschlafen und kurz vor Mitternacht wieder aufgewacht war. Nun war es halb 2 und er hatte das nötigste in eine Tasche gepackt welche er zuvor mit einem Ausdehnungszauber belegt hatte.

Leise schlich er sich aus dem Zimmer, schloss die Zimmertür und nahm die Treppe nach unten in die Eingangshalle. Zum Glück dämpfte der ausgelegte Teppich, in grün mit silberner Verzierung, seine Schritte. An den Wänden ruhten Portraits seiner Ahnen und an der schweren Eingangstür angekommen drehte der Blonde sich noch einmal um und lies den Blick durch die Halle schweifen. Konnte er wirklich gehen? Er überlies das Anwesen somit den Todessern, seine Eltern würden gewiss wütend sein. Ohne es zu merken fuhr er mit dem Finger über die Brandwunde und der Schmerz zog ihn zurück in die Realität – er musste weg!

Mit der Kerze in der linken Hand wurde mit der rechten die Tür geöffnet und der schmale Leib, komplett in schwarz gehüllt, drückte sich durch den Türspalt. Der nächtliche Wind war kalt und beißend, der Boden nass vom Regen welcher zuvor durch die Ortschaft gefegt war. Draco, der sich barfuß durch das Haus bewegt hatte, zog nun seine schwarzen Stiefel an. Er steckte die Hosenbeine der Hose hinein und schloss den Trenchcoat über dem Hemd. Aus seiner Tasche holte er seinen Schal in den Farben Slytherins, heraus und hüllte darin nicht nur seinen Hals, sondern auch Mund und Nasenbereich ein bevor er sich vorsichtig zum Tor begab.

Der Kiesweg fühlte sich an als würde er auf Eiern laufen und das Knirschen der Steine wirkte wie ein Donnern. Umso erleichterter war der Reinblüter als seine kalte Hand das eiserne Tor berührte. Unter Quietschen öffnete sich dieses und reflexartig wandte sich der Flüchtling herum, unsicher ob Jemand die Bewegung des Tores mitbekommen hatte. Doch das Anwesen blieb im Dunkeln. Er stürmte durch das Tor, die Auffahrt herunter, vorbei an der penibel geschnittenen Hecke und weiter die Landstraße entlang welcher er immer weiter folgte.

Die Sonne war noch nicht zu sehen und während die ersten Todesser erwachten kam Draco in einem kleinen Ort der Grafschaft Wiltshire an. Der Landweg führte über einen kleinen Fluss, der eher als Bach beschrieben werden konnte, und wurde in dem kleinen Ort zur Hauptstraße. Eng aneinandergereiht aus altem Stein und Ziegeln reihten sich die Häuser aneinander und folgten besagter Straße in ihren Steigungen und Gefällen. Der Fußweg war kaum einen Meter breit und in jede noch so kleine Nische hatte man Blumentöpfe gestellt während auf Vorsprüngen an den Häuserfassaden der Efeu hinunterwucherte. Ein Schild am Eingang des Dorfes stellte das kleine verschlafene Örtchen als ‚Lacock' vor. Er musste inzwischen mehr als genügend Abstand zum Anwesen haben! Trotzdem sah Draco sich noch einmal um bevor er den Zauberstab in die Höhe hielt. Aus dem nichts fuhr ein großer violetter Bus vor, der genau vor ihm zum Stehen kam.

Stan Shunpike, der Schaffner des Busses, kam zum Eingang und schien auf eine Antwort zu warten wo hin es denn gehen sollte – unter Bezahlung verstand sich. Der Jüngere drückte dem Schaffner elf Sickel in die Hand und schob sich mit einem „London, Winkelgasse" an ihm vorbei. Im Regelfall dauerte eine Autofahrt zwischen zweieinhalb und drei Stunden, der fahrende Ritter war bereits nach einer Stunde angekommen.

Die Winkelgasse war voller Leben und niemand schien sich darüber im Klaren zu sein, dass der Dunkle Lord seinen nächsten Angriff plante. Hier und da murmelten einige Hexen miteinander bezüglich seltsamer Sichtungen, doch das war für den jungen Zauberer nicht weiter von Belang. Dracos erstes und einziges Ziel war Gringotts. Er konnte nicht unter Zauberern sein. Wenn sie merkten das er weg war… Er würde bei den Muggeln untertauchen, dafür brauchte er Muggelgeld. Die weißen Steinstufen emporsteigend wurde er an der Eingangspforte freundlich gegrüßt bevor er weiter zum Schalterraum kam. „Ich möchte Galleonen umtauschen" flüsterte der Blonde. Trotz der leisen Stimme schien der Kobold ihn gehört zu haben, denn dieser hob den Kopf und beugte sich nach vorne „Wie viel?" Der junge Slytherin holte einen schweren Beutel aus seiner Tasche und reichte ihm den Kobold. Unter Klirren wurde der Inhalt auf dem weißen Tisch ausgeschüttet und die Galleonen wurden gezählt während Draco sich immer wiederumdrehte aus Angst jeden Moment könnte einer der Todesser die Bank betreten und ihn entdecken. „Einhundert Galleonen" sagte der Kobold und es interessierte ihn sichtlich wenig das sein Gegenüber zusammenzückte als er plötzlich seine Stimme vernahm. Stattdessen packte der kleine Kerl das Zauberergeld weg und reichte ihm einen Stapel Papierscheine „Fünfhundert Pfund" Draco nahm das Geld und eilte aus der Bank und verlies schnellstmöglich die Winkelgasse. Er brachte einige Straßen Distanz zwischen sich und der Zauberergemeinde. Wer hätte gedacht das ich jemals freiwillig unter Muggeln leben würde, dachte er sich. Greyback hatte ihn bereits so weit getrieben…

Das Anwesen der Malfoys…

Dracos Zimmer war durcheinander und es war ein Wunder, dass nichts zerstört worden war. Fenrir stand in der Mitte nachdem er das Zimmer auf den Kopf gestellt hatte im Glauben Draco habe sich versteckt. Er hatte die Kleidung des Jungen aus den Schränken gerissen – vielleicht hockte er ja dort drinnen. Er hatte die Matratze vom Bett gerissen – vielleicht lag er im Hohlraum darunter. Die Vorhänge wurden abgerissen als er sie wütend zur Seite gezogen hatte – vielleicht stand er dahinter. Doch Draco war nicht da und Greyback wurde klar, dass sein Vögelchen ausgeflogen war.

Die Todesser hatten gedacht der Junge wäre einfach nur erschöpft. Als er gegen Mittag immer noch nicht sein Zimmer verlassen hatte wollten sie ihn holen. „Sucht das Anwesen ab!" fuhr er die anderen Todesser knurrend an. Der Dunkle Lord war mit seinen treusten Anhängern unterwegs und von den Anwesenden wagte niemand dem Werwolf zu widersprechen, zumal dieser bereits knurrend mit den Zähnen knirschte.

Sie schwärmten aus und suchten das Gelände ab doch vom Sohn der Malfoys fehlte jede Spur. „Also der Junge hat Mut" lachte Scabior als er Näher an seinen Greiferkollegen trat. „Wer hätte gedacht, dass er so eine Kämpfernatur ist, der junge Malfoy hat…"

„Er ist geflohen! Und wenn ich ihn in die Finger kriege reiße ich ihn auseinander!"

„Ganz ruhig, auseinander gerissen bringt dir der Junge doch nichts mehr"

London, 7 Dock Street – Wombats City Hostel

Draco hatte Glück, er hatte ein Zimmer für sich das eigentlich für vier Leute bestimmt war. Am liebsten hätte er ein Einzelzimmer gemietet aber er hatte nicht das Geld. Ein Einzelzimmer kostete über Hundert Pfund pro Nacht und Draco für dieses Geld eine Woche in einem Viererzimmer leben. Natürlich musste er nun damit rechnen, dass jederzeit ein Muggel in sein Zimmer kam. Doch er hatte jeden Morgen Frühstück und konnte so die Zeit bis zum Schulbeginn verstreichen lassen.

Nach dem Frühstück verließ er dennoch das Hostel. Er wollte nicht wie ein seltsamer unheimlicher Junge wirken der sich einschloss. Und London war eine schöne Stadt! Er kaufte sich neue Kleidung, ging abends feiern und schaute sich die Sehenswürdigkeiten der Stadt an.

Am vierten Abend ging er mit einigen Hostelbewohnern zur Harrington Road in den Montezuma London Club. Die Muggel waren nicht so seltsam oder gar nutzlos wie er gedacht hatte. Vor allem konnten sie viel mehr Alkohol als er vertragen! Es dauerte also nicht lange bis Draco im warmen Kellerraum des Gebäudes bereits den Beginn des Alkoholrausches spürte. Dieser ließ ihn vergessen, dass die Todesser vermutlich auf seiner Fährte waren und so bemerkte er nicht, dass sie ihre Suche ausgeweitet hatten und Scabior ihn gesehen hatte als er mit einigen Freunden kurz vor dem Club war damit diese eine Zigarette rauchen konnten.

Montezuma London Club

Tagsüber würden die Leute dem Werwolf aus dem Weg gehen, doch nachts schien es so als wäre er ein Künstler oder Unterhalter. Die sichtbare Dominanz des Mannes zog nun auch einige betrunkene Frauen an, die auf Grund des Alkohols Geruch und feine Details wie die übermäßige Behaarung oder die Augen und Zähne nicht mehr bemerkten. Scabior führte ihn durch die Straßen Londons zum Club wo er Draco zuvor gesehen hatte. Dort warteten beide bis der blonde Zauberer das Gebäude verlies. Vermutlich hätten sie das Gebäude auch betreten können, um diese Uhrzeit bekamen die wenigsten mit das die beiden Männer keine ordinären Muggel waren. Doch zuvor hätten sie am Türsteher vorbeigemusst – und Fenrir, der immer noch zornig über Dracos Flucht war, hatte keine Lust darauf sich mit irgendwelchen Leuten zu beschäftigen die eventuell zu viele Fragen stellen würden. Stattdessen warteten die beiden an der gegenüberliegenden Straßenseite ohne miteinander zu reden oder den Blick vom Eingang abzuwenden.

Gegen drei Uhr verließen einige junge Leute den Club; darunter auch ein blondhaariger Zauberer. Wenn das weißblonde Haar nicht so auffällig gewesen wäre hätten die beiden Greifer ihn vermutlich übersehen. Der Schüler hatte sich in typischer Muggeltracht gekleidet: eine weiße Jackett Jacke, deren Ärmel bis zur Ellenbeuge hochgezogen waren. Der Kragen war schwarz und darunter war ein dünnes weißes Hemd zu erkennen. Der vordere Teil des Hemdes war hinter einer Gürtelschnalle in Form eines Adlers geklemmt und der Rest hing über eine weiße enge Jeans. Diese und die Jacke waren mit schwarzen Aufnähern dekoriert. Eine schwarze Armbanduhr und schwarze Boots aus Leder mit kleinen silbernen Nieten komplettierten das äußere Erscheinungsbild. Die Kleiderwahl entsprach überhaupt nicht dem was der junge Malfoy sonst trug allerdings fand Greyback die Kleidung passend – bis auf die Aufnäher und die Schuhe. „Weißes Häschen..." knurrte er amüsiert als würde ihn gerade ein Jagdtrieb packen bevor der stämmige Mann sich von der Wand abstieß und frontal auf den Jungen zuging.

Draco war deutlich angetrunken, sein Blickfeld verschwamm bei jeder Bewegung und er hatte das Gefühl sich festhalten zu müssen um nicht umzufallen. Als sich plötzlich ein Arm um seine Hüfte legte lehnte er sich zur Seite. Er rechnete mit einem seiner neuen Freunde. „Wir haben dich überall gesucht" drang es flüsternd an sein Ohr und Draco fühlte sich als würde der Alkohol instant seine Sinne verlassen. Mit weitaufgerissenen Augen schaute er zu jener Person gegen die er sich gelehnt hatte und tatsächlich: Fenrir Greyback stand neben ihm, hatte ihn fest im Griff und begann ihn mit sich zur schieben als er sich in Bewegung setzte um diesen Ort zu verlassen.

Scabior lief hinter den beiden und Draco, der trotz des nüchternen Gefühls immer noch unter dem Einfluss von Alkohol stand lief auf Grund eines Linksdralls immer wieder gegen Fenrir. Trotz der Aufnäher wirkte der Sprössling Lucius' wie ein kleiner Junge – unschuldig und der Werwolf kam nicht umhin sich vorzustellen wie das rote Blut einen wunderbaren Kontrast zur blassen Haut darstellte. Der betrunkene tollpatschige Draco gefiel ihm um einiges besser als die verzogene vorlaute Göre die er sonst immer war. Aus Spaß, und weil Draco versuchte den Blick zu beiden Männern zu vermeiden, lehnte sich der Werwolf zu ihm nach unten und fuhr mit der Zunge kurz über die Ohrmuschel des Jüngeren.

Dieser erschrak unter einem Ton welcher wie ein Quieken klang als er sich das Ohr hielt und nun direkten Blickkontakt suchte. Sein Blick war überrascht und verwirrt; die Wangen rot verfärbt wobei unklar war ob dies Aufgrund der Berührung oder des Alkohols der Fall war. Außer Scabior war niemand in ihrer Nähe und dieser wand den Blick ab als Fenrir sich erneut zu Draco hinunterbeugte. Kurz sah es so aus als würde der Werwolf den jungen Reinblüter küssen und kurz bevor sich die Lippen trafen wurde dieser mit dem Kopf gegen die Wand des Gebäudes neben ihnen gedrückt. Der Kopf trug keine äußerlichen Verletzungen davon, doch reichte der Aufprall um Draco des Bewusstseins zu berauben. Er sackte in den Armen Greybacks zusammen, der mit ihm und Scabior in Form von zwei schwarzen rauchartigen Erscheinungen in den Himmel Richtung Malfoy Anwesend verschwand.

Dracos Flucht war leider nicht so erfolgreich wie er gehofft hatte. Und ich muss gestehen: Obwohl in diesem Kapitel augenscheinlich nicht so viel passiert legt es doch einen ganz wesentlichen Grundstein – Könnt ihr erraten welchen ich meine? :D

Kurze Randinfos:

Elf Sickel soll der Preis für eine Spontanfahrt beim fahrenden Ritter sein. Beim Wechselkurs bin ich von J.K. Rowlings Wechselkurs ausgegangen (1 Galleone = 5 Brit. Pfund). Und ja, Lacock gibt es und liegt auch wirklich in der Grafschaft Wiltshire wo auch das Malfoy Anwesen liegen soll (ist übrigens ein echt schönes Örtchen) ^_^ Und auch die Entfernung und die Zeitangaben stimmen so (Google Maps sei Dank). Allerdings weiß ich nicht wie schnell der Fahrende Ritter wirklich fährt. Dabei handelt es sich also um einen Schätzwert basierend auf der scheinbaren Geschwindigkeit des Films und dem Fakt, dass Draco vermutlich nicht der Einzige ist der abgeholt wird^^

Allgemein versuche ich bei Orten und Straßen möglichst genau zu sein, sprich: Das Hostel und der Montezuma London Club existieren wirklich an diesen Adressen und ein Einzelzimmer kostet wirklich so viel pro Nacht xD

Ich versuche eher Dinge etwas zu beschreiben die nicht jedem klar sind. Trotzdem kann ich leider nicht alles beschreiben sonst würde ein Kapitel doppelt so lang sein :/