tage wie dieser

du drehst dich um und siehst sie wieder

du drehst dich um und siehst in deinem kopf

die alten bilder

spürst du noch immer nichts

du siehst das licht irgendwo am ende

doch der augenblick ist jetzt

und fließt wie sand durch deine hände

doch du hältst dich – doch du hältst dich an

ihm fest

tage wie dieser – kommen nie wieder

tage wie dieser – sollten nie vergessen

gehen

du sprichst nicht mehr und siehst sie wieder

zerstückelt und zerstochen singen sie leise

ihre lieder

sprichst du noch immer nicht?

sie haben gesagt es würde regen geben

doch wir sitzen hier seit stunden

trinken wein

und sind einfach nur am leben

bis unsere welt zerbricht – es dunkel ist

und alles was uns bleibt ist ein neuer morgen

du weißt was das heißt


Müde schlenderte Hermione durch die Winkelgasse. Als sie am Morgen neben dem noch schlafenden Draco aufgewacht war, war sie so schnell wie möglich disappariert. Warum wusste sie auch nicht so genau. Wahrscheinlich weil sie Angst hatte wie er reagieren würde. Wie sie reagieren würde.

Es war noch ziemlich früh, und außer Hermione waren kaum Menschen auf der Straße. Sie merkte das sie fröstelte, morgens war es oft noch relativ kühl, und steuerte ein kleines, unscheinbares Café an. Erst überlegte sie kurz ob sie sich mit ihrem Kaffe hinein setzten sollte, doch sie entschied sich schnell dagegen, als sie sah das auch in diesem Café Fahndungsplakate ausgehangen wurden. Schnell zahlte sie und flüchtete dann wieder zurück auf die Straße – weg von Malfoy der von einem der Poster kalt auf sie hinab starrte. Plötzlich war ihr schlecht. Wie hatte sie vergessen können, wer er wirklich war? Wie hatte sie vergessen können, dass er einer der meist gesuchten Todesser war?

Aber hatte sie es wirklich vergessen? Oder hatte sie es eher verdrängt?

Missgelaunt trank sie ihren Kaffe aus und apparierte zurück in ihre kleine Wohnung. Nicht sonderlich interessiert warf sie einen Blick auf den Tagespropheten und überflog die Titelseite. Es gab nichts neues, aber im Moment wäre ihr alles recht gewesen um sie abzulenken.

Erst beim zweiten Mal nahm sie wahr das jemand klopfte. Ihre Augenbrauen schossen ihn die Höhe. Zwar hatte sie aus Sicherheitsgründen eine Appariersperre über ihr Appartement gelegt, diese aber so eingerichtet das ihre Freunde durchaus noch hindurch kamen.

Misstrauisch ging sie zur Tür, überprüfte ob sie ihren Zauberstab einsatzbereit hatte, öffnete die Tür und keuchte auf.

„Bist du verrückt geworden?", zischte sie panisch. Vor ihr stand Malfoy. Mitten im Treppenhaus. Einfach so. Einer der meist gesuchtesten Todesser. In einem meistens sehr belebten Treppenhaus.

Ohne groß nachzudenken packte sie ihn am Arm und zog ihn in die Wohnung, bevor die Tür so schnell wie möglich hinter sich schloss.

„Bist du jetzt total durchgedreht? Was wäre wenn dich jemand gesehen hätte?"

„Machst du dir Sorgen um mich?"

„Eher um die Leute die hätten vorbeikommen können."

Er lachte leise, und zog sie mit einer sicheren Bewegung an sich. Er merkte wie sie sich leicht versteifte, und warf ihr einen fragenden Blick zu.

„Gib mir einen Grund! Warum kommst gerade jetzt?"

„Seit wann brauche ich einen Grund?"

Er ging ein paar Schritte vorwärts und drückte sie gegen die Wand. „Außerdem habe ich doch schon gesagt warum ich hier bin. Ich habe dich vermisst..."

Seine eine Hand lag auf ihrer Hüfte, die andere zeichnete leicht ihren Wangenknochen nach.

„Ach du hast mich vermisst?", fragte Hermione kühl. „Nachdem du einfach abgehauen bist, und nichts mehr von dir hast hören lassen. Und jetzt erst ist dir eingefallen das du mich vermisst?"

Sie schob ihn von sich, ging ins Wohnzimmer und ließ sich auf ihr Sofa fallen, ohne ihn nur für eine Sekunde aus den Augen zu lassen, den Zauberstab immer noch einsatzbereit.

„Gestern schien dir das keine Gedanken gemacht zu haben", meinte er und lehnte sich gegen den Türrahmen. Hermione merkte wie sich ein leichter Rot Hauch über ihr Gesicht ausbreitete.

„Lenk nicht ab."

„Okay...soll ich ehrlich sein? Ich weiß es nicht. Ich habe keine Ahnung."

„Willst du meine Theorie hören?"

Er hob eine Augenbraue, schwieg aber.

„Du hast irgendeinen Auftrag von deinen Freunden. Gestern habe ich dich bei irgend etwas entdeckt, was kein Auror hätte wissen sollen, was auch immer das sein mag. Du hast mich abgelenkt, gesagt du wärest noch in dem Haus geblieben um auf mich zu warten. Es kann also entweder sein, dass du mich zu Voldemort hättest bringen sollen, hast es aber gestern aus irgendwelchen Gründen nicht geschafft, und bist deshalb hier um deine Aufgabe zu ende zuführen. Die nächst Möglichkeit wäre, dass du mich gestern durch die ganze Sache, von dem abgelenkt hast weshalb du eigentlich in dem Haus warst, und heute gekommen bist, um deine gestrige Aussage glaubhaft zu machen, oder mich zum Schweigen zu bringen. Die letzte Möglichkeit wäre, dass du gestern auf mich gewartet hast, um mich abzupassen, und Informationen von mir zu bekommen, deshalb bist du jetzt auch wieder hier, um mich dazu zu bringen dir wieder zu vertrauen."

Die ganze Zeit über war ihre Stimme sachlich geblieben und auch auf Malfoys Gesicht war keine Regung zu erkennen.

„Eine andere Möglichkeit hast du nicht noch gefunden oder?", höhnte er als sie geendet hatte, und langsam bildete sich ein spöttisches Grinsen auf seinen vorher noch ruhigen Gesichtszügen.

Sie schwieg ohne den Blick von ihm abzuwenden.

„Schön, du hast recht. Es könnte so sein. Ist es aber nicht. Das ich hier bin hat nichts mit den Todessern zu tun."

„Wie rührend", lächelte Hermione sarkastisch. Sie sah wie sich sein Körper anspannte, er auf sie zu kam. „Ich warne dich Hermione!"

„Ach ja? Und was willst du machen?", fragte sie; und stand auf um nicht zu ihm aufblicken zu müssen.

Er kam einen weiteren Schritt auf sie zu und presste seinen Mund hart auf ihren. Keine Sekunde später spürte er einen Zauberstab, der gegen seine Schulter gepresst wurde. Langsam wich er ein paar Zentimeter zurück und Hermione ließ ihren Zauberstab wieder sinken. „Herzlichen Dank.", meinte sie kühl ein Lächeln auf den Lippen, dass ihre Augen jedoch nicht erreichte.

Er setzte gerade dazu an etwas zu erwidern, als das Feuer im Kamin grün aufloderte. Für eine Sekunde starrte Hermione panisch in Richtung Ofen, aus welchem jeden Moment jemand erscheinen würde, dann ohne groß nach zu denken schob sie Draco in das angrenzende Schlafzimmer, und wandte sich wieder dem Feuer zu, bemüht den gehetzten Gesichtsausdruck in einem unbekümmerten zu wandeln . Das Feuer flackerte noch zwei Mal hell auf, dann erschien Harrys Kopf in den Flammen. Für einen Moment war sie so geschockt, dass sie nicht reagieren konnte, dann hockte sie sich vor den Kamin, den ganzen Körper angespannt damit sie nicht zitterte.

„Harry. Was machst du denn hier?"

„Hey Hermione, tschuldigung das ich hier so reinplatze, aber im Ministerium ist jemand krank geworden, und ich soll dich fragen ob du einspringen kannst."

„Was...wer ist krank?", fragte Hermione, ihr Herz raste immer noch.

Harry setzte zu einer Antwort an, stoppte dann aber jäh als er ihr Gesicht sah. "Alles in Ordnung bei dir?"

"Eigentlich schon." Ihr Gesichtsausdruck verfinsterte sich leicht. "Aber du weißt das isch es nicht leiden kann wenn jemand unangekündigt in meine Wohnung platz. Bevor Harry etwas antworten konnte, fügte sie schnell hinzu, "Aber das ist nicht so wichtig. Wer ist krank?"

Harry warf ihr einen vorsichtigen Blick zu. „Coran Blides."

Sofort verdunkelte sich ihr Gesicht wieder. „Ich dachte ich habe mich klar ausgedrückt, und ich habe meine Meinung immer noch nicht geändert."

„Tut mir Leid", gab ihr Gegenüber zu. „Ich wusste nicht . . . ich dachte einfach . . . ich meine das ganze ist schon so lange her." Bei dem Anblick ihres Gesichtsausdrucks fügte er schnell hinzu, „Aber klar, wenn du nicht willst, ich frag noch mal bei ein paar anderen nach."

Hermione schenkte ihm ein schwaches Lächeln. Coran Blides war für die Fahndung nach Draco Malfoy verantwortlich. Auch ihr war diese Aufgabe angeboten worden, aber sie hatte abgelehnt. Fast alle hatten erstaunt reagiert, Angebote wie diese wurden oft einem Kompliment gleichgesetzt, nur ihre besten Freunde, die von der ganze Sache wussten, hatten sie verstanden.

„Wirklich alles in Ordnung?", riss Harry sie aus ihren Gedanken. „Du siehst ziemlich durchgeschüttelt aus."

Hermione zwang sich zu einem weiteren Lächeln. „Schon okay, ich bin nur müde." Harry warf ihr noch einen Blick zu der sagte das er ihr kein Wort glaubte, aber er fragte sie nicht weiter aus, sondern nickte ihr nur noch einmal zu, und verschwand wieder mit einem Aufflackern in den Flammen.

Hermione fuhr sich mit der Hand übers Gesicht stand, stand auf und öffnete die Tür zu ihrem Schlafzimmer. Malfoy saß auf dem Bett in der Hand hielt er eine Halskette an der ein kleiner, grünlich glänzender Stein baumelte.

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„Glaubst du sie fragen auch Sachen ab, die wir im Unterricht gar nicht gemacht haben?", fragte Hermione und spielte nervös an ihrer Kette herum, an welcher ein schimmernder Smaragd hing. Draco stöhnte. „Kannst du nicht mal an etwas anderes denken?" „An etwas anderes? Die Prüfungen sind in einer Woche!" „Ja und?"

Er beugte sich zu ihr hinab und plazierte einen Kuss auf ihren Lippen. Sie grummelte leicht, schob ihn aber nicht weg.

„Vergess die Prüfungen einfach mal, ja? Nur kurz." Sie schüttelte vehement den Kopf wehrte sich aber nicht als er sie mit sich aufs Bett zog. Er strich ihr leicht über die Wange, und sah wie sich die Anspannung der letzten Tage wieder löste.

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Hermione schüttelte den Kopf als könnte sie so die Erinnerungen verscheuchen. Malfoy schien kurz zu überlegen, dann legte er die Kette neben sich, stand auf und kam auf Hermione zu. Nur Zentimeter von ihr entfernt blieb er stehen, legte eine Hand auf ihre Hüfte und zog sie zu sich.

Sie wehrte sich nicht, erwiderte aber auch nicht seine Umarmung.

„Geh", meinte sie leise und deutlich ohne seinem Blick auszuweichen.

Er schwieg und strich in leichten Kreisen über ihren Rück bevor er leise antwortete.

„Wenn du wirklich denkst was du gerade gesagt hast, wenn du glaubst ich wäre nur hier um dich zu benutzen – warum hast du Potter dann gerade weggeschickt und keine Hilfe angefordert. Ich wäre in deiner Wohnung gefangen gewesen, ich weiß das du sie mit Schutz zaubern belegt hast. Das wäre die Möglichkeit gewesen, mich endgültig los zu sein, und du wärst berühmt geworden, weil es dir gelungen wäre einen der berühmtesten Todesser festzunehmen." Er näherte sein Gesicht ihrem. „Wenn du mich wirklich hasst, warum hast du als Aurorin nie versucht mich nach Askaban zu bringen?"

Hermione schluckte. So oft schon hatte sie sich diese Frage gestellt, sie so oft schon in den Hintergrund geschoben. Aber sie wusste die Antwort. Sie konnte einfach nicht.

„Warum sagst du mir ich soll gehen, wenn du selbst nach so langer Zeit noch meine Kette neben deinem Bett hast?"

Seine Worte durchschnitten die Trance in welcher sie sich befunden hatte und sie stieß in härter als beabsichtigt von sich.

„Lass das Malfoy. Das geht dich alles nichts mehr an. Geh oder ich bin gezwungen Verstärkung zu rufen. Du hast Recht. Das ist die Chance dich loszuwerden. Malfoy gefangen und" ihre Augen verengten sich, „hilflos in einer Wohnung festgenommen. Du hast Recht. Ich würde berühmt werden."

Draco lächelte nur kalt und kam wieder näher.

„Du würdest mich also gegen Ruhm eintauschen?"

Hermione biss sich auf die Zunge bevor sie leise antwortete, „Genau das selbe was du gemacht hast."

Sie meinte ein wütendes Aufblitzen in seinen Augen gesehen zu haben, bevor er sie hart an sich riss und küsste, diesesmal darauf bedacht, dass sie ihn nicht so einfach wegschubsen konnte. Hermione drehte den Kopf weg. „Was? So war's doch oder? Sobald du die Chance hattest bist du abgehauen. Aber was soll's...ich konnte dich ja noch auf den Fahndungsplakaten bewundern. Oder in Zeitung wenn es um neue Anschläge ging."

„Hermione..."

„Weißt du wie es mir ging? Mir ging's beschissen. Und weißt du was noch schlimmer war? Alle haben mich bemitleidet. Aber ich brauche kein Mitleid."

Sie schlängelte sich aus seiner Umarmung und wich ein paar Schritte zurück bevor sie wieder auf die Tür zeigte.

„Geh. Ich mein es ernst."

Er sah sie an, dann ging er langsam an ihr vorbei zur Tür, ins Treppenhaus. Hermione hörte nur noch das leise ‚Plop' als er disapparierte.


°Und da bin ich wieder. Ich wollte ja eigentlich auf das zehnte Review warten (hehe) , aber die Verlockung das chapter jetzt schon reinzustellen war zu groß:)

°°Ich hoffe mal euch gefällt das neue Chap auch, ich selbst finde es etwas zu unübersichtlich wollte aber auch keine Szenen rausnehmen...

°°° Na ja, Reviews sind natürlich wie immer sehr willkommen und wenn ich ein paar Rückmeldungen kriegen würde rück ich auch mit dem (schon) finalen Chapter raus (hehe)