Stille, die lauter zu sein schien, als die bis eben noch gellenden Schreie, die sie erfüllt hatten. Voldemort richtete sich gerade soweit auf, dass er den Bewusstlosen, handbreit von seinem eigenen Gesicht entfernt, betrachten konnte. Er murmelte einen Spruch, der Lucius augenblicklich wieder zu Bewusstsein zwang. Dieser stöhnte zweimal hart, atmete dann mit einem asthmaartigen Geräusch ein und verzog das Gesicht zu einer qualvollen Grimasse. Nur in abgehackten, hart hervor gepressten, Intervallen konnte er ausatmen.
Lucius hätte alles dafür gegeben, hätte er seinen Geist wieder in die gnädige, emotionsbetäubende Schwärze zurück sinken lassen können. Etwas feuchtes, klebrigwarmes sickerte ihm an den Mundwinkeln hinab über Wange und Ohr, kitzelte ekelhaft in seiner Ohrmuschel. Er wusste, dass es Blut war. Sein Blut! Er würgte trocken.
„Du wirst vernünftig sein", sprach Voldemort nun und seine zu Anfang gestellte Frage hatte er zu einer Aussage umformuliert.
Lucius öffnete erstaunt die Augen, die glasig, aber voller Erleichterung waren. Absolution. Absolution von seinem Herrn.
Voldemort schnaubte belustigt. Er las in dem von Schmerz und Erniedrigung geschwächten Geist mit einer Leichtigkeit, wie er sie sonst nur beim Lesen der Kinder und schwächsten Schlammblüter kannte.
„Ja…Absolution…weil du ein fähiger, starker Diener bist und", der Dunkle Lord lächelte anrüchig, „so erregend leiden kannst ", flüsterte er, wobei er das letzte „S" nicht ohne ein gewisses Amüsement bewusst übertrieben zischte. „Ich erwarte in Zukunft nur noch Treue", sagte er wieder ernst und sich noch einmal hinabbeugend fügte er flüsternder hinzu, „mein Lucius…" Der langhaarige Blonde spürte den Atem seines Herrn kühlend über das gerinnende Blut streichen.
Voldemort erhob sich, nicht ohne vorher noch einmal zärtlich eine weißblonde Strähne aus dem nun neben Schweiß auch mit Blut verschmierten Gesicht zu streichen.
„Ein Heiler", richtete er seine Worte nun unverwandt in die stumme Masse.
„Verhindert, dass er an seinen inneren Verletzungen verblutet."
Ein Todesser trat vor und ging den Blick gesenkt an Voldemort vorbei zu Lucius, der keuchend das Gesicht zur Seite gedreht und die Augen wieder zusammengekniffen hatte.
„Bring ihn anschließend nachhause", sprach der Lord indes weiter, erneut ohne direkte Anrede eines Einzelnen, aber jeder wusste, dass er Narcissa adressierte.
„Und", seine Stimme senkte sich, als er 2 Schritte näher auf die Gruppe zuging, „sage eurem Sohn, wenn er einst alt genug ist, dass er ehrerbietig dankbar sein soll, für solch' Vater – und Mutterliebe bis in den Tod." Voldemorts Stimme hatte beinah wehmütig geklungen – nur beinahe… - sich seiner Worte selbst bewusst werdend, wurde seine Miene zu einer ausdruckslosen Fassade und er wand sich ohne weitere Anweisungen von seinen Todessern ab und ging. Als er nach einigen Metern disapparierte, löste sich Sekundenbruchteile später einer der Schatten aus der zweiten Reihe und stürzte auf den Heiler und den vor ihm Liegenden zu. Narcissa riss die Kapuze von ihrem Kopf und sank zitternd neben Lucius nieder.
„Wir sind bald Zuhause", sprach sie mit kratziger Stimme.
„Liebster...Es wird gut."

FIN


Wie gesagt, nur eine kleine OneShot Story. Hoffe, irgendjemand mochte sie trotzdem.
Reviews wären lieb.