Disclaimer: Alle Charaktere gehören J. K. Rowling. Ich habe sie mir nur kurz ausgeliehen und verdiene mit dieser Story kein Geld.

Anmerkung: Dieses Kapitel wurde vorab nicht von silbernewolfsfrau gegengelesen, da ich euch nicht so lange warten lassen wollte. Ich hoffe, sie nimmt es mir nicht übel.

Danksagung:

Salinas: Hier geht' s ganz schnell weiter!

Kathrina CH: Mit Scharade liegst du absolut richtig. Ich hoffe, das neue Kapitel macht dir trotzdem noch Spaß.

Angie: Ich finde Remus nicht besonders ooc, aber ich glaube, da hat jeder seine eigene Meinung. Ich meine, was erfährt man denn in den Büchern über ihn, außer, dass er sehr freundlich ist, gern Schokolade mag und zu feige war seine Freunde davon abzuhalten Severus zu ärgern? Nichts.

ttt: Danke für deine Zuversicht. Ich hoffe, du wirst nicht enttäuscht.

Krinse-Katze: Ganz ruhig, es geht schon weiter.

AlexielLestrange: Und schon geht' s weiter!

Und nun: viel Spaß beim Lesen!!!

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2. Reise

Remus apparierte direkt in die Käfergasse, die von der Winkelgasse abzweigte, und betrat ein kleines Geschäft namens „Gertrudes Reiseladen". Der Laden war nur sehr spärlich möbliert, wirkte aber trotzdem einladend mit den großen Bildern von Meeresstränden und Gebirgszügen, die an den Wänden hingen. Gegenüber von der Tür befand sich eine große Tafel aus grünem Marmor. Dort waren mit goldenen Lettern Kontinente und Etagen eingraviert, wie z.B. „Südamerika, 2. UG" oder „Australien, 5. UG". Rechts und links von der Wand befand sich jeweils ein Fahrstuhl. Der eine bediente die Untergeschosse mit den geraden, der andere die mit den ungeraden Nummern.

„Was kann ich für Sie tun, Sir?"

Remus wandte sich um und blickte in das freundliche Gesicht einer dunkelhaarigen Hexe, die hinter einem Tresen aus grünem Marmor saß.

„Ich möchte in die Karpaten", antwortete Remus.

„In die Wald- oder Ostkarpaten?"

„In die Ostkarpaten."

„Dann nehmen Sie den Kamin nach Bukarest. Von da aus apparieren Sie nach Moldovenesc. Das ist dort der einzige Ort, wo es eine kleine magische Gemeinde gibt."

Remus nickte.

„Wie viel schulde ich Ihnen?"

„Ich bekomme 20 Galleonen."

Remus zog ein Pergament aus dem Umhang und schrieb etwas darauf. Dann reichte er es der Hexe.

„Ich hoffe, es ist noch genug in meinem Verlies."

Das Lächeln der Angestellten änderte sich nicht im Geringsten.

„Sollte es nicht der Fall sein, hören Sie von uns."

„Natürlich."

„Nehmen Sie Kamin Nr. 5, 1. Untergeschoss."

„Danke."

Damit schritt er durch den rechten Fahrstuhl und fuhr nach unten.

In Bukarest blieb er nur kurz um sich einen Übersetzungstrank zu kaufen und reiste dann nach Moldovenesc weiter. Dort kaufte er eine Eule und erkundigte sich gleich nach dem Rudel der Bergwölfe.

„Sie haben ein großes Revier, das sich durch die gesamten Ostkarpaten erstreckt", erklärte das alte Mütterchen, das ihm die Eule verkauft hatte, „Wenn Sie einen halben Tag nach Westen gehen, dann treffen Sie auf ihre Wächter. Die begleiten Sie dann zu Ihrem Anführer. Er heißt Ru'an. Damals, als junges Mädchen, habe ich ihn einmal gesehen. Ein sehr beeindruckender Mann."

Sie lächelte versonnen vor sich hin, bis sie sich erinnerte, dass Remus immer noch vor ihr stand. Sie räusperte sich.

„Ich muss Sie allerdings warnen. Es ist nicht ungefährlich. Sehen Sie Ru'an auf keinem Fall in die Augen und bleiben Sie auf keinen Fall über Vollmond."

Remus musste ein Lächeln unterdrücken. Das dürfte in den nächsten Wochen sein geringstes Problem sein.

„Kennen Sie hier ein gutes Gasthaus?"

„Oh ja, der ‚Goldene Bär'. Es ist das beste Haus weit und breit."

„Danke."

Er bezahlte und verließ das Geschäft. Er ging die Straße entlang, bis er ein windschiefes Haus erreichte: der „Goldene Bär". Als Remus durch die schwere Holztür trat, kam er in eine gemütliche Gaststube mit rustikalen Tischen und Stühlen. Die Luft war erfüllt von Musik und dem Stimmengewirr der zahlreichen Hexen und Zauberer, die hier ihren Tag ausklingen ließen. Remus bahnte sich seinen Weg durch die Menge bis zu einer langen Holztheke, wo ein schlanker junger Mann Bier ausschenkte.

„Was kann ich Ihnen bringen?"

„Ich suche den Wirt."

Der junge Mann breitete die Arme aus.

„Der bin ich."

Remus konnte sein Erstaunen über die Jugend des Wirts kaum verbergen.

„Mein Großvater hat sich vor einigen Monaten aus der Wirtschaft zurückgezogen. Also, was kann ich Ihnen bringen?"

„Ich hätte gern ein Zimmer."

Der Wirt holte einen Schlüssel hervor.

„Zimmer Nr. 12 ist noch frei. Es kostet 5 Galleonen die Nacht, Frühstück inklusive."

Remus nickte.

„Ich nehme es."

„Tiggy!"

Ein Hauself erschien und verneigte sich tief.

„Master."

„Bring' das Gepäck unseres Gastes auf Zimmer 12."

Der Elf verneigte sich wieder.

„Sehr wohl, Master."

Zu Remus gewandt fragte er: „Darf Tiggy um das Gepäck des Masters bitten?"

Der Werwolf zog den Schrankkoffer aus seinem Umhang und brachte ihn wieder auf Originalgröße. Der Elf nahm den Schlüssel und den Koffer und verschwand mit einem ‚Popp'.

„Möchten Sie etwas trinken oder essen?"

„Sehr gern."

„Wir haben dort hinten noch einen freien Tisch. Leider kann ich Sie nicht hinbringen."

Er wies mit einer Hand auf die Thekengäste, die wieder neue Getränke verlangten.

„Ich mache Ihnen aber gern etwas zu trinken."

„Einen Feuerwhiskey, bitte."

Normalerweise trank Remus so kurz nach Vollmond keinen Alkohol, aber jetzt konnte er einen Drink gut gebrauchen.

„Er wird Ihnen sofort gebracht."

Damit eilte er wieder zu seinen anderen Gästen. Remus schob sich durch die Menge bis zu einem kleinen Tisch in einer Nische. Etwas erschöpft ließ er sich auf einen Stuhl sinken und betrachtete die Leute um ihn herum. Sein Blick fiel auf ein junges Pärchen am Nebentisch, das sich innig küsste. Es waren zwei junge Männer, vielleicht in Harrys Alter, die sich eng umschlungen hielten und leise in den Mund des anderen stöhnten. Remus konnte ihre Erregung riechen, und wahrscheinlich würden sie sich bald in ruhigere Räume zurückziehen.

„Haben Sie schon gewählt?"

Vor ihm stand eine junge Frau mit einem Glas Feuerwhiskey auf einem Tablett.

„Bitte?"

„Das Essen."

„Ach ja."

Zerstreut blätterte er durch die Speisekarte.

„Ich nehme das Steak."

„Sehr wohl."

Die Frau eilte davon und Remus nippte kurz an dem Whiskey. Dann stürzte er ihn mit einem Zug hinunter. Danach fühlte er sich zwar nicht wesentlich besser, aber der Schmerz ließ ein wenig nach.

Das Essen kam und Remus verschlang es, ohne wirklich etwas zu schmecken. Dann ging er auf sein Zimmer. Morgen würde ein langer Tag werden.

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Viele tausend Kilometer entfernt wartete Harry auf seinen Geliebten. Es war bereits halb neun, und Remus war immer noch nicht da. Eigentlich war er immer überpünktlich und Harry verstand nicht, warum er nicht kam. Sein Liebster hatte ihm auch keine Nachricht zukommen lassen. Nichts.

Leider hatte er seine Karte der Herumtreiber Hermine geliehen, die sie unbedingt heute abend brauchte, sodass er nicht wusste, ob Remus überhaupt im Schloss war.

‚Natürlich ist er im Schloss. Wo sollte er sonst sein?'

Trotzdem stimmte irgendetwas nicht.

Harry beschloss nachzusehen. Er versiegelte den kleinen Raum und machte sich auf den Weg zu Remus' Quartier. Dort angekommen klopfte er, erst leise und dann immer lauter.

„Remus? Remus!"

„Der Werwolf ist fort und mit ihm all sein Besitz", verkündete der Lautenspieler aus dem Gemälde neben der Tür und spielte einen Akkord.

„Was?!"

„Der Werwolf ist fort und mit ihm sein ganzer Besitz", wiederholte der Lautenspieler mit Nachdruck.

„Alohomora!"

Harry stürmte in den Raum und blieb wie angewurzelt stehen. Das Zimmer war leer, ebenso wie das Schlaf- und das Badezimmer. Alle persönlichen Sachen von Remus waren verschwunden, inklusive seines Lieblingssofas. Was war hier los?

Harry verließ die Quartiere seines Liebsten und rannte in Richtung der Verliese davon. Er sprang förmlich die Stufen hinunter bis er keuchend vor der Tür zu Severus' Büro stand. Er hämmerte gegen die Tür.

„Herein."

Harry stürzte in den Raum und fiel fast in die Arme seines Mentors.

„Severus … Remus …"

„Ja?"

„Remus ist weg!"

Severus hob eine Augenbraue.

„Er hat alles mitgenommen! Er ist einfach verschwunden!"

Er war kurz vor dem Hyperventilieren. Severus legte ihm eine Hand auf die Schulter.

„Was ist passiert?"

Die dunkle Stimme seines Mentors hüllte Harry ein wie eine schützende Decke, und sein Atem beruhigte sich langsam wieder.

„Remus und ich waren verabredet. Aber er ist nicht gekommen. Ich habe eine halbe Stunde gewartet, aber …. Ich bin zu seinen Quartieren gegangen, und er war nicht da. Seine Sachen sind auch weg."

Severus nickte.

„Komm' mit."

Er verließ das Büro, mit Harry auf den Fersen. Schon 5 Meter vor dem Wasserspeier rief Severus das Passwort und stürmte die Treppe hinauf. Er klopfte kurz und betrat das Büro des Schulleiters. Dumbledore sah überrascht auf.

„Severus! Setz' dich. Was führt dich zu mir? Möchtest du einen Zitronenbonbon? – Hallo, Harry."

„Albus, Lupin ist verschwunden."

Das Funkeln in den Augen des Schulleiters ließ etwas nach.

„Remus ist auf einer Mission."

„Jetzt?!"

„Ja, Harry, jetzt."

„Und sein Unterricht?"

„Nun, Severus, er hat betont, dass du seine Stunden sicher gern übernehmen würdest."

Severus schnaubte. Harry verstand gar nichts mehr.

„Was für eine Mission?"

„Es geht um Informationen über ein Rudel Bergwölfe, das in den Karpaten lebt. Der Orden muss wissen, wie die Bergwölfe zu Voldemort stehen. Eigentlich sollte der Auftrag erst in den Sommerferien beginnen, aber …." Er machte eine kleine Pause.

„Ich fürchte, er hat euch gesehen."

Harry wurde eiskalt. Remus hatte ihn gesehen? Severus und ihn?

„Er bat darum noch heute Abend abreisen zu dürfen."

Harry hörte gar nicht mehr hin. Er war wie betäubt. Was musste Remus nun von ihm denken? Er spürte kaum, wie ihm Severus die Hand auf die Schulter legte und ihn aus dem Büro schob.

Während der Tränkemeister ihn durch die geheimen Gänge zu seinem Quartier führte, hatte Harry immer die Bilder ihres gemeinsamen Zusammenseins vor Augen: Wie er Severus voller Hingabe mit dem Mund verwöhnt, wie er sich unter seinem Mentor vor Lust gewunden und sich nach einem atemberaubenden Orgasmus in dessen Arme geschmiegt hatte.

Welches dieser Bilder hatte Remus gesehen? Bilder, die nicht für ihn, sondern für Voldemort bestimmt waren. Tom hatte seinem Tränkemeister den Auftrag erteilt, Harry zu verführen und ihn absolut abhängig von ihm zu machen. Zu welchem Zweck, wussten zwar weder Severus noch Harry, aber sie hatten beschlossen ein Mal miteinander zu schlafen, um die Bilder und Emotionen zu liefern, die Voldemort bei seinem nächsten Ausflug in Harrys Bewusstsein erwarten würde. Der Gryffindor hatte zwar schon Fortschritte in Okklumantik gemacht, doch seine mentalen Schilde waren noch zu schwach, um einen massiven Angriff eines Meisterleglimens standzuhalten. Aus diesem Grund hatte Severus auch Harrys Gefühle für Remus in eine dichte Membran gehüllt, zu der nur der junge Mann selbst Zugang hatte.

Remus wusste davon nichts, ebenso wenig wie von dem monatelangen geheimen Training, das sein junger Liebhaber bei dem Tränkemeister absolvierte oder dem Vertrauen, das zu dieser Zeit zwischen den einstigen Feinden gewachsenen war – ein Vertrauen, das bei Harry auf dem Respekt und der Bewunderung basierte, die er für das empfand, was der Slytherin jedes Mal durchmachte, wenn er zu seinem grausamen Herrn gerufen wurde.

Einmal hatte Harry in einer Vision miterlebt, wie Voldemort seinen Tränkemeister über eine Viertelstunde mit dem Crutiatus-Fluch gequält hatte, nur weil ein komplizierter Zaubertrank nicht fertig geworden war. Kurz darauf hatte er den schwer verletzten Mann vor den Toren Hogwarts' gefunden und ihn, so gut es ging, versorgt. Der Tränkemeister hatte damals darauf bestanden weder Poppy noch Albus über seine Verletzungen zu informieren, und so hatte Harry die Schmerzen nach seinen Anweisungen gelindert.

In den darauffolgenden Tagen hatte der Gryffindor seinem Zaubertränkelehrer bei der Entwicklung des Trankes geholfen, soweit es ihm möglich war. Außerdem hatte Harry sich für seinen kleinen Ausflug in Severus' Denkanarium entschuldigt, und der Tränkemeister hatte in ihm endlich mehr gesehen als nur eine Imitation von James Potter.

Er hatte seinem Schüler sogar etwas über Lily Potter erzählt, mit der Severus gut befreundet

gewesen war.

Dies alles hatte Harry Remus nie gesagt, um ihn nicht in Gefahr zu bringen. Sowohl Severus als auch der junge Gryffindor waren der Meinung, dass je weniger der Werwolf wusste, desto besser war es für ihn.

Natürlich schmerzte es den jungen Mann seinem Liebsten nicht die ganze Wahrheit erzählen zu können, aber so brachte er ihn wenigstens nicht mehr in Gefahr als unbedingt nötig. Und jetzt würde Remus ihm sowieso kein Wort mehr glauben.

Dabei wusste Harry nur zu gut, dass selbst, wenn er mehr als Freundschaft für Severus empfinden würde, das vergebliche Liebesmüh wäre, denn der hochbegabte Zauberer brauchte einen Partner, der ihm in jeder Hinsicht gewachsen war, und keinen 17jährigen Jungen.

In einer der Okklumantik-Sitzungen hatte der Gryffindor einmal einen Mann in den Armen des Slytherinvorstandes gesehen, der Harry seltsam bekannt vorgekommen war, auch wenn er das Gesicht des Mannes nicht erkannt hatte.

„Er wird zurückkommen."

Harry sah auf. Mittlerweile waren sie in Severus' Quartier angekommen und der Gryffindor saß mit einer Tasse heißer Schokolade auf dem Sofa.

„Was?"

„Dein Werwolf. Er wird zurückkommen."

„Meinst du?"

Sein Mentor nickte.

„Bestimmt, und wenn ich ihn holen muss."

Harry schmunzelte. Vielleicht konnte er Remus ja doch noch die ganze Wahrheit erzählen, und ihre Liebe retten.

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Was meint ihr? Ich bin absolut auf eure Meinung angewiesen, also bitte schreibt sie mir! Kekse und Saft als Motivation hinstell