Schattenprinz

Outtakes

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Disclaimer: Die Welt von Harry Potter gehört J. K. Rowling.

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IV

Bittere Rache

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Ein alternatives Szenario für Miguels Vergewaltigung durch Lucius und dessen Freunde. Nehmen wir einmal an, Lucius hätte die Tat nicht im Suff begangen, sondern als nüchtern geplante Racheaktion ...

Bricht aber ab, bevor es ernst wird.

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Mit einem Schrei fuhr Miguel aus dem Schlaf hoch. Sofort legte sich eine Hand auf seinen Mund und die Spitze eines Zauberstabes bohrte sich in seine Halsbeuge.

„Keinen Laut!", zischte eine fremde Männerstimme an seinem Ohr. „Oder du wirst dir wünschen, nie eine Zunge gehabt zu haben! – Verstanden?"

Miguel nickte mühsam. Er roch den Alkoholdunst, der von seinem Angreifer ausging.

„Hervorragend." Die Hand wurde zurückgezogen, nur um Sekunden später durch ein Stück rauen Stoff ersetzt zu werden. Miguel zögerte nur einen Augenblick, dann öffnete er den Mund und ließ sich ohne Gegenwehr knebeln. Der Zauberstab an seinem Hals wirkte sehr überzeugend. Oft genug hatte er erfahren müssen, wozu ein so harmlos wirkendes kleines Ding in der Lage war.

Grobe Hände packten seine Arme, dünne Seile schnitten schmerzhaft in seine Haut. Dann wurde er vom Bett hoch gerissen und mit schwindelerregendem Schwung über die Schulter seines Angreifers geworfen. Miguel fühlte sich furchtbar hilflos, sein Kopf pendelte auf der Rückseite des Mannes herum, seine Hände waren auf dem Rücken zusammengebunden, ein fremder Arm lag über seiner Hüfte, der andere um seine Kniekehlen. Würdelos. Ausgeliefert.

Der Mann schleppte ihn grunzend und fluchend durch die langen Flure von Malfoy Manor, stieg mit ihm auf dem Rücken mehrere Treppen hinab, bis sie schließlich in den Kellergewölben angekommen waren. Sie passierten das Labor und die Vorratsräume, bogen in einen schmalen, niedrigen Gang ein und hielten zuletzt vor einer alten Tür aus blank poliertem Ebenholz.

„Serpentia!", knurrte der Mann und die Tür schwang knarrend auf. Dahinter lauerte nichts als Finsternis. „Lumos!", befahl der Fremde, indem er einen Arm von Miguels Beinen löste und seinen Zauberstab zog. Im weißblauen Licht wurde eine schmale Wendeltreppe sichtbar, die Stufen ausgetreten und zerborsten. Mit einem ärgerlichen Grunzen richtete der Mann seine Last – Miguel – günstiger aus. „Mist, verfluchter", grollte er missmutig, als er sich mühsam die steile Treppe hinunter tastete, angestrengt bemüht, nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Mehrmals machte Miguels Kopf unangenehme Bekanntschaft mit der rauen Steinwand.

Endlich waren sie am Fuß der Treppe angekommen. Nach einigen weiteren Gängen standen sie erneut vor einer dunklen, mit Ornamenten verzierten Tür. Ein ungutes rötliches Licht strahlte von ihr aus und Miguel spürte, wie etwas Fremdes nach ihm tastete. Es war alte Magie, tief eingegraben in die Knochen des Hauses – und sie war böse. Wie ein eisiger Hauch strich sie über seinen zitternden Körper, voll hämischer Vorfreude und Gier.

„Manus manum lavat."

Diese Tür öffnete sich lautlos, wie der Rachen eines gelangweilt gähnenden Raubtiers.

Miguel wollte nicht in diesen Raum, oh nein, auf gar keinen Fall. „Nein", flüsterte er heiser. Ein gereiztes Brummen war die einzige Antwort. „Bitte nicht ...", hauchte Miguel.

„Ich führe nur meine Befehle aus", knurrte der andere und trat ohne weiteres Zögern durch die Tür.

Ein großer grauer Raum, Wände und Decke aus grob behauenem Stein, der Boden etwas glatter und sorgfältiger bearbeitet. Der Untergrund war abschüssig und hatte seinen tiefsten Punkt zu Füßen der gegenüberliegenden Wand. Mehrere Rinnen durchzogen den Fußboden in Richtung der Vertiefung. In der Mitte stand ein klobiger Eichentisch in bequemer Arbeitshöhe. Einige alte, mit Schnitzereien und eisernen Beschlägen verzierte Holztruhen säumten die Wände. Auf der rechten Seite war eine weitere Tür.

Miguel kannte diesen Raum. Die kalten grauen Steine, der zerkratzte Tisch und die Truhen, die nur darauf lauerten, ihren hässlichen Inhalt auszuspucken, schlichen sich immer wieder in seine dunkelsten Träume. Die Erinnerung an das, was ihm in diesem Raum geschehen war, ließ ihn vor Angst erstarren.

Drei schwarz verhüllte Gestalten standen um den Tisch herum und erwarteten sie schweigend. Sein Angreifer ging mit ihm auf den Schultern auf die drei zu und setzte ihn unsanft auf dem Tisch ab.

„Meinen aufrichtigen Dank", sagte eine gedehnte, arrogant klingende Stimme.

„Keine Ursache", antwortete der Fremde. Seine Stimme klang, als würde er sich ziemlich unwohl fühlen. Er verbeugte sich leicht und verließ eilig den Raum. Die Tür schloss sich geräuschlos hinter ihm.

Der Sprecher wandte sich nun Miguel zu, der zitternd auf dem Tisch hockte. „Ah, das Flittchen unseres kleinen Prinzen", bemerkte er spöttisch freundlich. „Welche Freude, dich wiederzusehen ..." Mit einem Ruck schob er Miguels linken Ärmel hoch. Kühle Finger strichen über das grünsilberne Zeichen auf seiner Haut, das ihn als Besitz der Malfoy-Familie kenntlich machte. „Niemand fordert mich ungestraft heraus ...", schnurrte der Mann. „Das ist ein Versprechen, das wir Malfoys immer gehalten haben."

Miguel war klar, dass seine Lage verflucht ernst war.

Warum machen die das?! Wer zum Teufel sind die überhaupt?!, fragte er sich entsetzt.

Was allerdings die Identität des Sprechers anging, hatte er bereits eine ziemlich sichere Vorstellung. Und die trug nichts zu seiner Beruhigung bei.

„Lucius", sagte Miguel leise. „Warum machst du das?"

Ein fast unmerkliches Zögern. Als Lucius sprach, war seiner Stimme eine Spur von Unsicherheit anzuhören. „Du hast hier in diesem Haus nichts verloren, Muggel. Du bist es nicht wert, von meinem Vater beschützt zu werden. Jeder dreckige Hauself hat mehr Recht darauf hier zu sein als du." Lucius holte hörbar tief Luft. Er beugte sich leicht vor und sprach jetzt so leise, dass nur Miguel ihn verstehen konnte. „Aber eigentlich geht es gar nicht um dich. Du bist viel zu unwichtig, als dass ich mir ohne Not die Finger an dir schmutzig machen würde." Wieder ein Zögern. Plötzlich streckte Lucius die Hand aus und fuhr Miguel fast zärtlich übers Gesicht. „Eigentlich geht es um Severus. Er liebt dich. Und mein Vater liebt ihn – nicht auf die gleiche Weise, natürlich. Er liebt ihn wie einen Sohn." Lucius spuckte die letzten Worte förmlich aus. „Wenn ich dir weh tue, dann tue ich ihnen weh. Du hast einfach Pech, Muggel. Wieder einmal."

Dann packte er Miguel an den Schultern und warf ihn bäuchlings auf die Tischplatte.

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