Disclaimer: Alle bekannten Charaktere gehören J. K. Rowling. Der junge Wirt, sowie alle Angehörigen des Bergwolfrudels gehören mir. Ich verdiene mit dieser Story kein Geld.
Danksagung:
Zuerst einmal ein großes Dankeschön an meine tollen Reviewer cathy122, Domino und Angie.
Ihr seid fantastisch!!
Anmerkung:
Es wird immer abwechselnd Kapitel aus Remus' und aus Harrys Sicht geben. Remus wird einige Abenteuer erleben, bevor er Severus und Harry wieder sieht. Der Kampf gegen Voldemort spielt nur eine untergeordnete Rolle.
Und nun viel Spaß mit dem neuen Kapitel von „Wolfsnight"!
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3. Ankunft
Am nächsten Morgen erwachte Remus mit leichten Kopfschmerzen.
‚Ich hätte den Feuerwhiskey doch nicht trinken dürfen', dachte er, aber nach einem Kaffee und einer heißen Dusche würde es ihm sicher besser gehen.
Er kleidete sich an und betrachtete dann seinen Schrankkoffer. Er würde ihn kaum mit in die Berge nehmen können. Remus verwandelte einen alten Umhang in einen robusten Rucksack und stopfte alles hinein, was er für einen Aufenthalt in den Bergen brauchen würde: Hosen Pullover, T-Shirts, eine dicke Jacke und Proviant. Seine Roben, die Umhänge und die Eule würde er hier lassen. Er schloss seinen Schrankkoffer, schob seinen Rucksack und ging hinunter in den Gastraum.
Dort saßen bereits andere Übernachtungsgäste beim Frühstück. Das Pärchen von gestern abend war auch dabei. Remus setzte sich an einen Tisch am Fenster und entschied sich für ein reichhaltiges Frühstück. Der junge Wirt brachte ihm einen starken Kaffee.
„Könnte ich meinen Koffer und meine Eule für eine Weile hier lassen?"
„Für wie lange?"
Remus überlegte.
„Zwei Monate müssten reichen."
„Das macht 5 Galleonen pro Monat, zu zahlen im Voraus. Wenn Sie die Sachen nach einem Jahr nicht wieder abholen, werden sie versteigert."
Remus nickte, dass er verstanden hatte.
„Darf ich fragen, wo es hin gehen soll?"
„In die Berge."
„Das ist sehr gefährlich. Sie müssen aufpassen, dass Sie nicht in das Gebiet der Wölfe kommen und wenn, es vor allem vor Vollmond wieder verlassen." „Ich werde dort keine Probleme bekommen."
Der junge Mann sah ihn fragend an.
„Ich bin einer von ihnen."
„Oh."
Der Wirt wich ein wenig von ihm ab. Remus senkte den Kopf.
„Es … es tut mir leid", stammelte der Wirt, „Ich … ich wollte Sie nicht beleidigen. Entschuldigen Sie bitte. Wir bewahren Ihre Sachen natürlich unentgeltlich auf und das Frühstück geht aufs Haus."
Der Übereifer des jungen Wirtes zauberte ein leichtes Lächeln auf Remus' Lippen.
„Ist schon gut. Ich bin weit schlimmere Reaktionen gewohnt."
Der Wirt lächelte.
„Mein Angebot bleibt aber trotzdem bestehen, und ich hoffe, dass Sie meine aufrichtige Entschuldigung annehmen."
Remus nickte, und der junge Wirt eilte davon, um seine nächsten Gäste mit Frühstück zu versorgen.
Nachdem er sich gesättigt hatte, brachte ihm der Wirt noch ein prall gefülltes Proviantpaket und wünschte ihm eine gute Reise. Dann zog er mit dem Schrankkoffer und der Eule davon.
Als Remus auf die Straße trat verspürte er eine leichte Nervosität. Er war schon Werwolfrudeln begegnet, aber es waren nur lose Verbindungen gewesen, die sich ständig änderten. Bei den Bergwölfen schien es sich um ein Rudel zu handeln, dass schon seit Jahrzehnten bestand und wahrscheinlich über eine feste Hierarchie verfügte. Würden sie ihn überhaupt akzeptieren? Nun ja, er würde sehen. Er schulterte seinen Rucksack und machte sich auf den Weg.
Er ließ das Dorf schnell hinter sich und folgte dann der Straße den Berg hinauf. Es dämmerte bereits, als Remus an einem Schild vorüber kam, das verkündete, dass er nun das Gebiet der Wölfe betrat und dies auf eigene Gefahr tat. Er spürte, wie sich ihm die Nackenhaare aufrichteten. Ab hier musste er vorsichtig sein. Trotzdem schritt er munter aus. Plötzlich roch er etwas. Er war nicht mehr allein. In dem Wald rechts von ihm bewegte sich etwas. Remus blieb stehen und schnupperte. Er zog seinen Zauberstab und beobachtete das Unterholz.
Ohne Vorwarnung sprang plötzlich eine junge Frau auf den Weg. Sie war groß und hatte lange kastanienbraune Haare sowie große dunkelgoldene Augen. Ihre langen Beine waren in ledernde flache Stiefel gehüllt. Auch ihr Oberteil und ihr eng anliegenden Hosen waren aus Wildleder gefertigt. In ihrer linken Hand trug sie einen Speer, und ihre Augen waren forschend auf Remus gerichtet.
„Wer bist du, und was machst du auf unserem Land?"
„Mein Name ist Remus Lupin, und ich möchte zu Ru'an, dem Anführer der Bergwölfe."
Die Frau betrachtete ihn von oben bis unten.
„Folge mir."
Damit wandte sie sich um und schritt in den Wald hinein. Remus folgte ihr. Die junge Frau glitt so schnell und gewandt durch das dichte Unterholz, dass er Schwierigkeiten hatte, mit ihr Schritt zu halten. Nach einer halben Ewigkeit öffnete sich plötzlich eine breite Lichtung vor ihnen. Sie wurde von ca. 20 Menschen bevölkert, die auf ledernden Matten saßen und sich unterhielten. Einige häuteten und zerteilte Rehe, während andere das Feuer anfachten. Ein Mann, ungefähr in Remus' Alter, schlug auf eine kleine Trommel und sang ein Lied in einer seltsamen Sprache. Das Bild wirkte auf den ersten Blick friedlich, doch auf den zweiten Blick bemerkte Remus, dass fast jeder Mann und jede Frau einen Speer bei sich trug. Diejenigen, die keine Speere hatten, trugen Pfeile und Bögen bei sich. Außerdem trugen alle ein reich verziertes Messer im Gürtel. Alle waren in Leder gekleidet und nach Remus' Einschätzung nicht jünger als 18 und nicht älter als 60 Jahre.
Die junge Frau in seiner Begleitung wurde respektvoll begrüßt, und Remus selbst aufmerksam beobachtet. Sie führte ihn zu einer Frau, die etwas älter als Remus zu sein schien und mit einigen Männern und Frauen, genau in der Mitte der Lichtung saß. Sie betrachtete die Ankommenden durchdringend und Remus' Begleiterin verneigte sich.
„Mutter, ich bringe dir Remus Lupin. Er wünscht mit dem großen Alpha zu sprechen."
Die Mutter, offensichtlich die Anführerin des kleinen Rudels, erhob sich in einer fließenden Bewegung und trat auf Remus zu. Sie schnupperte.
„Du bist uns ähnlich", sagte sie mit einer dunklen melodischen Stimme.
Sie trat etwas zurück.
„Ich bin Moira, Alpha dieses Wächtertrupps und Beta des Rudels."
Sie wies auf die junge Frau neben Remus.
„Dies ist meine Tochter Keira."
Remus verbeugte sich.
„Mein Name ist Remus Lupin, und ich komme von den britischen Inseln."
Moira nickte.
„Setz' dich zu uns und erzähl', was dich zu uns führt."
Remus ließ sich auf die Decken nieder und schilderte wie er von den Bergwölfen gehört hatte und nun erfahren wollte, wie sie lebten. Er erzählte von den Vorurteilen, denen er in Großbritannien von Seiten der magischen Gesellschaft ausgesetzt war und seine Schwierigkeiten eine gut bezahlte Arbeit zu finden. Er sprach aber auch von den wenigen Freunden, die er gehabt hatte, und die immer zu ihm gehalten hatten.
„Es klingt, als würdest du lieber ein Mensch sein", sagte Moira.
Remus war etwas irritiert.
„Ich bin ein Mensch."
„Du bist ein Wolf, und du solltest stolz darauf sein!"
Ein junger Mann funkelte ihn zornig an.
„Kyrill!"
Der junge Mann senkte als Zeichen der Unterwerfung den Kopf und schwieg. Die Anführerin wandte sich an ihren Gast.
„Wir sind stolz darauf mehr als Menschen zu sein. Wir sind Wölfe."
Sie lächelte.
„Niemand von uns hat je danach gestrebt nur ein schwacher Mensch zu sein."
Remus nickte.
„Du hast einen langen Weg hinter dir und bist sicher hungrig. Sei heute Abend unser Gast. Morgen brechen wir auf, um den Rest des Rudels zu treffen."
Sie erhob sich und ging mit ihrem Gefolge zu dem größten der nun hell lodernden Feuer. Dort bruzelte bereits das Fleisch und Remus bekam als Gast eines der ersten Stücke. Es war noch blutig und der Werwolf genoss es mehr, als je ein Stück Fleisch zuvor. Nach dem Mahl erklangen Lieder und es wurde zum Klang der Trommel getanzt. Kleine Anekdoten und Geschichten wurden erzählt, und trotz seines Übersetzungstrankes hatte Remus Schwierigkeiten das Kauderwelsch zu verstehen, das die Luft erfüllte.
Schließlich brannte das Feuer herunter und Remus bekam eine ledernde Matte und eine Decke zugeteilt. Er breitete sie im weichen Moos aus und nahm seinen Rucksack als Kopfkissen. Langsam schlief er zum Knacken des noch schmorenden Holzes ein.
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Wie hat es euch gefallen?
Bitte entschuldigt, dass es nur so kurz war, aber die Reise in das Herz der Karpaten und die Begegnung mit Ru'an muss ein eigenes Kapitel haben. Dann gibt es aber auch wieder etwas von Harry.
Kleine Frage: Wie gefallen euch meine Bergwölfe??
Bitte schickt mir eure Meinung. Sie ist, wie immer, hoch geschätzt.
Ab jetzt werde ich auch schneller updaten. Versprochen!
