Disclaimer: siehe Anfang.

Beta: Spelli


5. Hedwig


Where the wind blows forever I tried to go

Where nothing else matters anymore

That's where I belong, to the places unknown

There is my home.

-'Where the wind blows forever', Papermoon


Wo... wo bin ich? Harry hob verwirrt den Kopf. Wie bin ich hierher gekommen?

Langsam richtete er sich auf. Er war hingefallen, kaum dass seine Füße den fremden Boden berührt hatten. Er sah sich langsam um. Überall lag Gerümpel: kaputte Möbel, lose Dielenbretter, ein zerrissenes, blutiges Bettlaken- ein zerrissenes, BLUTIGES Bettlaken?

Er schreckte zurück, sprang in die Ecke und ging in Verteidigungshaltung. Wo war er hier bloß gelandet?!

Es war sehr dunkel. Die Luft roch leicht vermodert, als würde die Feuchtigkeit das Gebäude Stück für Stück auflösen. Durch die zersplitterten Fensterscheiben hörte er den Regen. Kein donnerndes Prasseln wie noch vor wenigen Sekunden, sondern ein beständiges, leises Rauschen, so als habe es nie ein Gewitter gegeben, sondern den ganzen Tag ruhig geregnet.

Und vielleicht hatte es das hier auch.

Allmählich nahmen seine Augen mehr von dem Zimmer durch die Dunkelheit wahr. Neben ihm stand ein altmodisches Himmelbett, dessen Laken man heruntergerissen hatte; es lag um seine Füße. die Blutflecken darauf hatte er sich nicht eingebildet, ebenso wenig, wie er sich die Kratzer und Bissspuren an Wänden und Möbeln einbildete.

Er war in der heulenden Hütte.

Als die Erkenntnis ihn traf, entspannte sich Harry. Offenbar war er in seiner Panik appariert, erstaunlich, was seine wilde Magie in Stresssituationen so alles ohne ihn fertigbrachte. Er hatte sich an einen sicheren, geborgenen Ort gewünscht, wo ihn kein fieser Kinderschänder und keine Schuldgefühle hinverfolgen würden.

Und er war hier gelandet. Auf eine gewisse Art machte das alles Sinn. Hier hatte er erfahren, dass Sirius seine Eltern nicht verraten hatte, sondern vielmehr die ganzen Jahre zu Unrecht in Azkaban gesessen hatte. Hier hatte sich zuerst die Möglichkeit abgezeichnet, dass er mit Sirius zusammenleben könnte. Das war in seinem Leben vermutlich das erste Mal gewesen, dass er von einem Zuhause träumen durfte, das weder sein schlimmster Alptraum noch nur während der Schulzeit verfügbar wäre.

Harry setzte sich aufs Bett und atmete ein paar Mal tief durch. Das alles war so lange her, und doch schien es ihm wie gestern. Nun, er hatte sich in der Zwischenzeit ja auch bemüht, nicht an früher zu denken. Viele Erlebnisse waren noch immer unverarbeitet, er hatte sich nie damit auseinander gesetzt. Vielleicht wäre jetzt ein geeigneter Zeitpunkt...

Doch dann dachte er an Myriel. Sie saß zu Hause und wartete auf einen Anruf von ihm. Sie wusste, wie schwer ihm der Besuch bei den Dursleys fallen musste, und hatte versprochen, dass er zu ihr kommen konnte sobald er zurück war. Sie wollte mit ihm reden und ihm helfen, falls die Begegnung für ihn schwer zu verkraften wäre.

Er war in Schottland. Er hatte kein Handy dabei. Wie sollte er sie erreichen?

Die Absurdität seiner Situation wurde ihm plötzlich bewusst. Hier saß er nun also, Tom Effing, Muggel und stolz darauf seit fünfzehn Jahren, Harry Potter, verschollener Held der Zaubererwelt, ohne Zauberstab mitten in magischem Territorium, hierher katapultiert durch seine eigene wilde Magie, die es einfach nicht lassen konnte, ihn vom Regen in die Traufe zu befördern. Die Anspannung des Abends löste sich in einem merkwürdigen Kichern.

KEINE PANIK, dachte er, stellte fest, dass er kein Handtuch dabei hatte und lachte noch mehr. Als interstellarer Anhalter konnte er also auch nicht reisen. Vielleicht sollte er versuchen, ein Tor zu öffnen und zwischen den Dimensionen zu reisen? Magie aus anderen Welten... Warum nicht? Zauberei ist Zauberei, nur begrenzt durch unsere menschliche Vorstellungskraft, oder? Er schloss die Augen, immer noch grinsend, streckte die Hände aus und stellte sich vor, er griffe nach dem Vorhang zwischen den Dimensionen. Plötzlich bekam er kalte Finger. Er öffnete die Augen. Vor ihm in der Luft war ein kleines schwarzes Loch, aus dem ihm ein kalter Hauch entgegenwehte.

Das war unheimlich. Harry schüttelte den Kopf und das Loch verschwand. Wirklich, er sollte nicht so viele Fantasy-Romane lesen... Was sollte sonst als Nächstes kommen? Feen, die auf den Einhörnern im verbotenen Wald ritten? Ein Balrog? Warum nicht ein Revisor, der ihm erklärte, er sei zu unwahrscheinlich und ihn komplett aus dieser Dimension verbannte? Oder vielleicht eine Horde wilder Aiel, die Hogwarts einnahmen?

Er grinste. Da würde Dumbledore Augen machen. Aber vermutlich weniger, als wenn der Goldene Junge von Gryffindor plötzlich vor ihm stünde und lachte wie ein Wahnsinniger.

Sarkasmus ist toll. Sarkasmus ist mein Freund, dachte er albern und machte sich endlich auf den Weg nach unten, immer noch ohne jeden Plan, wie er denn nun nach Hause kommen sollte.

Vielleicht konnte er ja auch bewusst apparieren? Er konzentrierte sich auf seine Wohnung in London, schloss die Augen und - nichts passierte. Er seufzte. Wäre ja auch zu schön gewesen. Den Fahrenden Ritter konnte er auch nicht rufen. Selbst wenn das ohne Zauberstab möglich wäre, mit seinem desolaten Make-Up könnte er sich auch gleich ein Namesschild anstecken, auf dem Harry Potter stand.

Harry Potter. Retter der Zaubererwelt. Bitte werfen Sie eine Münze ein, um Du-weißt-schon-wen einmal in die Wüste zu schicken.

Wieder entrang sich seinen Lippen ein Kichern, das sich sogar für seine eigenen Ohren verstörend abnormal anhörte. Wie oft hatte er Voldemort erfolgreich abgewehrt? Dreimal? Vier? Je nachdem, ob man seine Heldentaten als Baby mitrechnete und ob mit dem Leben davonkommen als Sieg zählte...

Wieder nahm das Kichern an Lautstärke zu. Irgendwie war es schon abartig, dass er noch lebte.

Er begann sich langsam zu fragen, ob er beim Apparieren den Weg eines verirrten Aufmunterungszaubers gekreuzt hatte, oder ob er ernsthaft wahnsinnig wurde. Jedenfalls würden die Gerüchte um den Fluch der Heulenden Hütte in Hogsmeade endlich mal wieder neuen Zündstoff finden, falls ihn jemand hörte.

Hmmm... was nun? Gab es in der Nähe von Hogsmeade irgendwo ein Muggeldorf, in dem ein Bus halten könnte? Lustig; er hatte sich noch nie darüber Gedanken gemacht, wo in Schottland das unortbare Hogwarts wohl liegen mochte.

Vielleicht konnte er auch im Dorf einen Besen klauen und nach Hause fliegen? Es war ein Zeichen für seinen Mangel an Ernsthaftigkeit, dass er den Gedanken nicht sofort verwarf, sondern ein paar Minuten damit spielte, bevor er ihn schließlich bedauernd als 'ein bisschen riskant' abhakte.

Schließlich zog er sich die Kapuze ins Gesicht und machte sich auf zum 'Drei Besen'. In seiner Manteltasche klimperten noch immer ein paar Sickel vom Einkaufsbummel am Vortag, damit könnte er sich Flohpulver kaufen und in die Winkelgasse reisen. Er hasste Flohpulver und riskant war es auch, aber etwas Besseres fiel ihm im Moment beim besten Willen nicht ein.

Einen Vorteil hatte das schlechte Wetter, dachte er sich, während er von Pfütze zu Pfütze die verlassene Hauptstraße von Hogsmeade hinunter platschte. Er begegnete keiner Menschenseele und es würde ihm auch niemand große Aufmerksamkeit schenken. Das Dorf wirkte wie ausgestorben.

Ein bisschen zu ausgestorben.

Als er 'Die Drei Besen' erreichte, stellte Harry verwirrt fest, dass die Fenster schwarz waren und die Türe verschlossen. Er schaute sich um. Alle Häuser im Dorf waren unbeleuchtet. Was war hier passiert? War das Dorf einem Angriff zum Opfer gefallen? Nervös sah er sich um. Plötzlich raschelte es über seinem Kopf. Sofort machte er einen Satz rückwärts und ging in Abwehrhaltung.

Etwas Weißes schimmerte durch den Regenschleier. Harry kniff die Augen zusammen und erkannte...

"Hedwig!"

--

Hermione war verwirrt. Wer war der Mann? Und wieso war Hedwig zu ihm gekommen? Seit wann freundete sich die Eule mit Todessern an?

Sie schaute sich nervös um. Severus war noch immer ein in Voldemorts Reihen tolerierter Spion für den Orden. Von ihm wussten sie, dass für heute ein Angriff auf Hogsmeade geplant war. Dumbledore hatte alle Bewohner des kleinen Zaubererdorfes nach Hogwarts evakuiert und seine Auroren und sonstige streitbare Ordensmitglieder an strategisch relevanten Punkten im Dorf positioniert. Seit Stunden saßen sie nun im Regen und warteten darauf, dass etwas passierte. Hermione sollte eigentlich nicht hier sein. Dumbledore hatte ihr aufgrund ihres 'delikaten Zustandes' verboten, an dem Gefecht teilzunehmen. Delikat? Sie war gerade mal im vierten Monat! Luna hatte bis zum achten Monat an vorderster Front gekämpft!

Dennoch war sie nicht erpicht darauf gewesen, ihre Gesundheit in diesem Regen auf die Probe zu stellen und hatte sich grummelnd Dumbeldores Wunsch gefügt.

Doch dann war Hedwig auf einmal unruhig geworden. Die alte Eule war bereits seit ein paar Wochen aufgeregt, Hermione konnte sich nicht erklären, wieso. Erst hatte sie gedacht, das Tier sei krank, doch die Medihexe in Eeylop's Eulerei hatte ihr versichert, um Hedwigs Gesundheit stehe es bestens. Auch in der Magischen Menagerie hatte man ihr gesagt, Hedwig sei genauso gesund wie ihre zwei reizenden Söhne, die sie ihnen freundlicherweise überlassen hatte. Vielleicht war es nur eine Reaktion ihres Körpers auf die Schwangerschaft nach so vielen Jahren.

Doch heute war es anders. Hedwig sah immer wieder aus dem Fenster, flatterte im Zimmer umher wie ein aufgescheuchtes Huhn und brachte Hermione schier um den Verstand. Vor einer Stunde hatte sie dann plötzlich begonnen, wie wild ans Fenster zu klopfen. Neugierig, was Hedwig tun würde, hatte Hermione ihren Besen geholt und das Fenster geöffnet. Hedwig hatte sich sofort in den Regen gestürzt- Hermione dicht auf ihren Fersen.

Die Eule war zielstrebig nach Hogsmeade geflogen. Verdammt schlechtes Timing, altes Mädchen! , hatte sich Hermione gedacht. Doch sie wollte Harrys Vertraute auch nicht alleine und ungeschützt dem Regen überlassen. Was, wenn sie nachher nicht mehr zurückkam, sondern einsam mitten im Gefecht hier draußen starb? Das konnte sie nicht verantworten. Also stieg Hermione am Ortseingang vom Besen, erklärte den dort versteckten Auroren schnell, weshalb sie hier war, zerschlug ihren Protest und folgte Hedwig im Schatten der Häuser.

Und hier stand sie nun und beobachtete einen schlanken, blonden Mann, der Hedwig wie eine alte Freundin begrüßte und sich nicht im Geringsten um irgendwelche Angriffe von Seiten des Ordens oder der Todesser zu sorgen schien. Nein, so ganz stimmte das nicht, korrigierte sie sich in Gedanken. Er war wachsam gewesen. Seine Reaktion auf Hedwigs Erscheinen war schnell wie die eines kampferprobten Zauberers gewesen. Nur eines irritierte sie. Er hatte keinen Zauberstab in der Hand gehalten. Der Fremde war in Abwehrhaltung gegangen, hatte also offensichtlich mit einem Angriff gerechnet, doch er hatte seinen Zauberstab nicht gezogen. Hatte er keinen? Beherrschte er zauberstablose Magie? Oder war er am Ende ein Muggel, der sich zufällig in das Zaubererdorf verirrt hatte?

Unsinn, schalt sie sich in Gedanken, man verirrt sich nicht einfach so nach Hogsmeade. Der Fremde musste ein Zauberer sein, sonst hätte er das Dorf gar nicht betreten können.

Hinter Hermione standen Fred Weasley und Alastor Moody. Auch sie beobachteten den Unbekannten mit misstrauischen Blicken. Seit Dumbledore diesen anonymen Brief mit der Warnung vor einem Verräter und Feinden mit Vielsafttrank bekommen hatte, trauten die Ordensmitglieder sich ja schon gegenseitig nicht mehr; Fremden gegenüber waren sie geradezu paranoid.

Der Brief war heiß diskutiert worden, doch da er ohne Absender aus der Winkelgasse geschickt worden war, einigte man sich schließlich darauf, die Quelle als nicht zuverlässig genug zu betrachten und weitgehend zu ignorieren. Viele waren jedoch mit dieser Lösung nicht einverstanden. Einzelne Mitglieder hatten untereinander Passwörter und rituelle Begrüßungsformeln vereinbart, anhand derer sie einander erkennen konnten, andere konnten es nicht lassen, immer ein kleines Feindglas in einer Robentasche mit sich zu führen.

Hermione fragte sich, ob der geheimnisvolle Verfasser des Briefes dieses paranoide Verhalten der Ordensmitglieder beabsichtigt hatte.

"Mrs. Krum, wie vielen Leuten vertraut Hedwig eigentlich?", wandte sich Moody leise an sie.

"Das ist ja das Seltsame", erwiderte Hermione aus dem Mundwinkel, ohne die Augen von der Szene auf der Straße losreißen zu können, "außer Ron und mir ist sie allen gegenüber absolut gleichgültig. Und auch auf uns reagiert sie nur, wenn wir sie ansprechen. Nie ist sie von sich aus zu uns gekommen. Wer ist dieser Mann?"

Ganz leise regte sich ein Funken Hoffnung in den Tiefen ihres Herzens. Doch sie erstickte ihn sofort, bevor sie Feuer fangen konnte. Zu oft hatte sie in den letzten fünfzehn Jahren - fünfzehn Jahre, verdammt! - einer dummen Hoffnung vertraut, nur um immer wieder enttäuscht zu werden. Sie war ausgebrannt. Noch einmal enttäuscht zu werden, würde sie nicht verkraften. Harry war tot und damit basta.

Es brachte nichts, die Wenns und Abers zu diskutieren oder die seltsamen Umstände seines Verschwindens auseinander zu nehmen. Ron und sie hatten das lange und exzessiv betrieben, ohne zu einem Ergebnis zu kommen. Frustriert waren sie einander immer wieder in die Haare geraten. Ihre Beziehung war schon früher angespannt gewesen, doch in diesen letzten zwei Schuljahren, in denen einer dem anderen die Schuld daran gab, dass sie einer Erklärung nicht näher kamen, später dann sogar die Schuld an Harrys Verschwinden und vermutlich Tod - hatten sie einander geradezu hassen gelernt. Es hatte Jahre gedauert und viel Überredungskunst von Seiten Viktors und Seamus' gebraucht, bis sie wieder in der Lage waren, sich wie erwachsene Leute miteinander zu unterhalten.

Hermione unterdrückte ein Seufzen. So vieles in ihrem Leben war schief gelaufen. Doch es brachte nichts, sich darüber aufzuregen. Sie musste jetzt nach vorne schauen und sich an dem festhalten, was sie hatte. Und das war gar nicht wenig. Sie hatte einen wundervollen Ehemann, der nicht wie viele andere im Krieg gefallen war, und sie würde bald eine Tochter bekommen. Sie hatte Freunde, hatte einen Job, der ihr Freude bereitete... und sie wollte jetzt verdammt noch mal wissen, was Hedwig an diesem Menschen fand!

Neben ihr zog Fred gerade ein Stielohr aus der Tasche. Gute Idee! Der Fremde schien mit Hedwig zu sprechen; vielleicht wäre es aufschlussreich, zu erfahren, was er sagte.

Gebannt beobachtete sie, wie das fleischfarbene Ohr langsam durch den Schlamm auf den Mann und die Eule zu kroch. Sie drängte sich eng an Fred, um kein Wort der Unterhaltung zu verpassen.

"...ch... kr... gwarts..auch... hr... lange... ... gut? ... weiß auch nicht, Hedwig. Und jetzt bin ich hier gestrandet, ohne Zauberstab, in einem ausgestorbenen Dorf... Weißt du, was hier los ist, Süße? Hm, bei meinem Glück bin ich mitten in der entscheidenden Schlacht zwischen Todessern und Phönixorden gelandet, was?"

Ein amüsiertes Glucksen war zu hören, während Fred und Hermione sich verdattert anschauten und Moody sich nun auch näher an Fred drängte.

"Entschuldige, ich bin heute so albern. Aber ich freue mich so, dich zu sehen. Ich habe dich unheimlich vermisst! Hast du wirklich all die Jahre auf mich gewartet? Ich wünschte, ich könnte so treu sein wie du! Es tut mir so leid...! Ich wette, als ich mich von meiner Vergangenheit losgesagt habe, konntest du mich nicht mehr richtig spüren, was? Ich habe ja Wert darauf gelegt, alle Bande zu durchtrennen, die mich an... das alles hier fesselten. Aber ganz ist es mir wohl doch nicht gelungen, sonst hättest du nicht auf mich gewartet, oder?"

Ein vorwurfsvolles Gurren der Eule war zu hören.

"Au, lass mein Nase, du...!", lachte der Zauberer, "Ist ja gut! Ich werde deine feinen Sinne nie mehr in Frage stellen! Du bist die einfühlsamste Eule der ganzen Welt, okay? Und ich lasse dich auch nicht mehr allein, das verspreche ich. Äh, warte, ich verspreche, dass ich dich nicht FREIWILLIG alleine lassen werde. So leid es mir tut, aber ich fürchte, dass du nicht lange deine Freude an mir haben wirst, meine Schöne. Entweder der Orden findet mich und killt mich, als Verräter, Betrüger oder einfach weil ich im falschen Moment auftauche - oder der alte Sack Voldemort" - die drei Zuhörer hinter ihrer Hausecke zogen scharf die Luft ein - "findet mich zuerst und brät mich auf kleiner Flamme.

"Hey, weißt du was? Ich habe keine Alpträume mehr von ihm! Er kann seine Folterspielchen jetzt alleine spielen. - Naja, kein Grund, stolz zu sein. Egal, wie viel ich meditiere, das Kopfweh kann ich nicht vollständig besiegen; und die anderen Alpträume werde ich nicht los. Uuh, davon habe ich dir noch gar nicht erzählt. Muss ich?"

Einige Sekunden lang kam nichts mehr. Aus ihrem Versteck heraus beobachteten die drei Ordensmitglieder, wie der Mann der Eule in die Augen starrte. Es war ein langer Blick, in dem tiefe Traurigkeit lag.

Endlich lösten sich die Blicke der beiden wieder voneinander. Die Eule schuhute leise, und Hermione hätte schwören können, dass es mitleidig klang. Der Zauberer setzte sich mit angewinkelten Beinen auf die Türschwelle des 'Drei Besen', Hedwig ließ sich auf seinem rechten Knie nieder. Durch das Prasseln des Regens nahmen sie undeutlich wahr, wie der Mann wieder zu sprechen begann.

"So, jetzt weißt du bescheid. Verstehst du, ich hatte Angst davor, noch mal darüber zu sprechen. Musste ich heute schon mal und es hat mich ehrlich gesagt ziemlich fertig gemacht. Ich bin froh, dass du mir immer noch so eine enge Bindung erlaubst, nachdem ich dich im Stich gelassen -

"Au! lass meinen Finger los! Schon gut, Hedwig, ich hör ja schon auf, mich zu entschuldigen. Myriel sagt auch immer, ich soll mich nicht ständig entschuldigen, es sei nicht immer alles meine Schuld. Selbst jetzt noch, nachdem ich ihr alles erzählt habe... Myriel ist toll, du musst sie unbedingt treffen! Ohne sie hätte ich mich schon ein Dutzend mal umgebracht."

Bei seinem beiläufigen Tonfall fasste sich Hermione an die Stirn. Hatte der Kerl gar keinen Respekt vor dem Leben?

"Ja, genau, wie komme ich nun eigentlich hier weg? Es scheint, dass ich hier rein appariert bin, aber das war mal wieder nur meine Wilde Magie. Einfach so apparieren habe ich leider nie gelernt. Mann, ehrlich, hätte er mich nicht wenigstens die Schule abschließen lassen können, bevor er - "

Ein lautes, wütendes Schuhuen drang durch das Stielohr.

"Entschuldige. Du hast Recht, darüber sollte man wirklich keine Witze machen. Und ich hätte ja zurückkommen können. Zurück zu dir. Zu meinen Freunden. Meinem Leben. Aber wie hätte ich das tun sollen? Ich hätte ihnen nicht in die Augen schauen können! Nicht nach dem was ich... was ER..."

Seine Stimme klang dünn, so als kämpfe der Mann mit den Tränen.

"Ach, Hedwig! Warum muss eigentlich alles Unglück der Welt immer mir passieren? ... - So, genug des Selbstmitleids."

Plötzlich klang die Stimme geradezu fröhlich. Dieser extreme Stimmungswechsel wies Alastors Meinung nach auf mehr als nur einen leichten Anflug von Wahnsinn hin, wenn Hermione sein Stirnrunzeln richtig deutete.

"Andere haben sicher noch mehr Pech gehabt als ich. Immerhin habe ich Freunde wie dich, Myriel, Salmissra, die Mudos... So schlecht geht es mir doch gar nicht, oder? Ich habe eine nette kleine Praxis, ein geregeltes Leben - okay, zugegeben, wirklich gelebt habe ich in den letzten fünfzehn Jahren selten, aber das wird sich jetzt alles ändern! Ich werde nämlich nicht länger davonlaufen, jawohl! Soll ich dir was verraten?"

Hermione konnte es durch den Regen hindurch nicht so genau erkennen, aber sie hatte das Gefühl, dass der Zauberer Hedwig verschwörerisch zublinzelte, bevor er nach einer dramatischen Pause fortfuhr:

"Ich habe jetzt eine Mission! Agent... Effing. Tom Effing. Null-null-nix, hehe. Bei meinem Glück kann es eigentlich nur schiefgehen, oder was meinst du?"

Die Eule schuhute enthusiastisch.

Hedwig ist ja genauso wahnsinnig wie er, dachte Hermione entsetzt.

"Genau! Ich sollte einfach zum Schloss hochlaufen, Dumbledores Gargoyle mit Süßkram bombardieren bis er sich ergibt und mich beim Schulleiter beschweren, dass er seine Post nicht beantwortet. Ich wette, er hat meinen Brief nicht ernst genommen."

Schlagartig wurde seine Stimme wieder ernst.

"Zugegeben, er wäre dumm, wenn er es täte. Anonyme Quellen sind a priori erstmal falsch. Kannst du mir sagen, wieso ich diesen Brief überhaupt geschrieben habe? ...Naja, okay, ganz schlecht war die Idee eigentlich nicht. Dumbledore hätte nichts daran verloren, jedes Ordensmitglied einmal unter Veritaserum zu befragen. Ich bin mir sicher, dass ein Verräter dabei ist!

" - Oder ist der Orden inzwischen so groß, dass Einzelbefragungen zu viel Zeit in Anspruch genommen hätten? Das wäre ja mal eine positive Neuigkeit. Nein, kann aber nicht sein. Denn dann wäre Hogsmeade nicht verlassen, sondern hätte wenigstens einen Auror zur Bewachung, es ist doch so nah an Hogwarts. Und der hätte mich doch reinapparieren gespürt, oder?

"Es sei denn, es ist Dung, der wäre entweder zu blau oder aufgrund seiner Geschäfte abwesend... Ha, aber ich sollte wohl nicht über Pflichtbewusstsein reden, habe mich ja selber fünfzehn Jahre lang gedrückt.

"Myriel meint, es war nicht fair, mir schon als Elfjährigem zu sagen, dass man von mir erwartet, dass ich die Welt rette. Was meinst du Hedwig, reicht das als Ausrede, warum ich die Zaubererwelt im Stich gelassen habe?"

Die Stimme des Mannes, in dem Hermione noch immer verzweifelt nicht Harry zu erkennen versuchte, glich in ihrem Zynismus plötzlich einer scharfen Schwertklinge, die über Freund und Feind gleichermaßen hinwegfuhr, bevor sie im Herz ihres Besitzers stecken blieb.

Leider versank das Stielohr immer weiter im Matsch und der Regen prasselte weiterhin unnachgiebig laut auf den Boden. Vom Gespräch des Mannes mit Hedwig bekamen die drei heimlichen Zuhörer mittlerweile nur noch Bruchstücke mit.

"Okay, schlechter Scherz. Trotzdem, wenn es nicht um eines meiner Kinder ginge, würde ich meine Vergangenheit auch jetzt noch verleugnen und nicht seit zwei Wochen alles Menschenmögliche versuchen, um wieder Anschluss an die Zaubererwelt zu finden, ohne dabei draufzugehen. Hey, ich habe mir in der Winkelgasse sogar den Tagespropheten gekauft. Ich wollte es ja kaum glauben, aber das Blatt scheint in den letzten anderthalb Jahrzehnten kein bisschen an Seriosität gewonnen zu haben. Ein Artikel von Rita Skeeter auf der ersten Seite? Also ehrlich..."

Hermione beobachtete, wie der Zauberer den Kopf schüttelte und fühlte, wie ihre Überzeugung, dass der Mann, der sich dort im Regen mit Hedwig unterhielt, nicht Harry war, immer heftiger ins Wanken geriet.

"Wie gesagt, ich bin vor allem hier, weil ich eine Patientin habe, die aus einer Zaubererfamilie stammt. Der kleinen Lydia hat es die Sprache verschlagen... und nur ihre Schlange weiß, warum. Aber das kann ich ja keinem sagen."

Fred und Moody schauten Hermione beunruhigt an. Die Frau war weiß wie ein Laken und zitterte. "H-hat er g-g-gerade ges-s-agt, d-d-dass er mit einer Sch-scha-schlange gesprochen hat?" Die Männer starrten sie beunruhigt an. Es hatte tatsächlich danach geklungen. "Und hat er gesagt, seine P-patientin heißt L-L-Lydia?!"

"Ja, warum?"

"Das ist Neville und Lunas Tochter! Und bei ihnen im Dorf wurde letztens John Molligan ermordet, ein Ordensmitglied! Die Nachbarn haben ausgesagt, er sei mit Neville im Wald verschwunden. Neville war aber auf einer Ordensversammlung, er konnte es nicht getan haben! Wir müssen sofort Dumbledore warnen, in dem anonymen Brief stand die Wahrheit! Die Nachbarn haben sich nicht getäuscht! Jemand ist als Neville herumgelaufen! Wir haben einen Spion im Orden!!"

"Hermione, beruhige dich. Wie kannst du dir so sicher sein, dass der Mann die Wahrheit sagt?"

Die Hexe wurde ein klein wenig ruhiger. "Das kann ich nicht. Aber... alles, was der Mann sagt, kann eigentlich nur einer wissen... "

"Hermione, Harry ist tot!", warnte Fred sie schnell. Er wusste, wie sehr sie jedes Mal darunter gelitten hatte, wenn irgendeine Fährte zu Harrys Verbleib sich als erneuter Reinfall entpuppt hatte. Er wollte ihr eine weitere Enttäuschung ersparen.

Hermione schaute ihn aus regennassen Augen an. "Das weiß ich doch auch, Fred. Aber woher kann der Mann alle Geheimnisse des Ordens kennen? Woher weiß er davon, dass Mundungus einmal so grandios versagt hat? Weshalb vertraut Hedwig ihm? Ist er wirklich ein Parselmund? Und sein Abscheu gegen diese Skeeter... Und wenn er Recht hat, dann steht der ganze Orden umsonst hier im Regen, denn Voldemort weiß schon längst, dass wir seine Pläne kennen. ...Ach, der Mann da weiß soviel über Harry, vielleicht hat er ihn ja zumindest gekannt?"

Hermione sah traurig auf den Mann, der noch immer im Regen saß und mit der Eule redete. "Warum darf er es denn nicht sein?"

Fred nahm sie in den Arm. "Ich wünschte, er wäre es, glaub mir, Hermione. Aber wie oft haben wir schon gedacht, wir hätten ihn gefunden? Oder seine Überreste, selbst das wäre ein Gewinn gewesen, gegenüber dieser nagenden Ungewissheit. Aber es war jedes Mal ein Reinfall. Ich möchte nicht, dass du das noch einmal durchstehen musst, Hermione. Die Hoffnung, das Warten, die Spannung - und schließlich wieder eine Enttäuschung. Nein, es ist besser, du hängst keinen falschen Hoffnungen nach. Harry wird nicht zurück kommen."

Moody räusperte sich und warf einen Blick auf das Ende des Stielohres. Fred und Hermione wurden rot, als sie bemerkten, dass ihnen durch ihre Diskussion vielleicht eine wichtige Äußerung des rätselhaften Zauberers entgangen war. Schnell wandten sich alle drei wieder dem fleischfarbenen Rohr zu, das mittlerweile fast auf seiner ganzen Länge vollkommen im Matsch versunken war.

"...Und wenn ich ihn nicht getötet hätte? Wäre das dann immer so weiter gegangen? Tante Petunia schien ihn gar nicht so sehr zu vermissen..." Hermione starrte Fred an. "Das habe ich jetzt grade aber nicht gehört, oder?"

"Schsch!", machte Moody.

"...ein Boxer, wer hätte das gedacht. Aber ich konnte nicht länger dort bleiben, nachdem Petunia mir gesagt hat, dass er... genau wie sein Vater... Ich muss aus dem Regen. Ich zittere schon, siehst du? Also, wie kommen wir zwei Hübschen jetzt zurück nach London? ...Nein, ich kann nicht hier bleiben, Hedwig, wenn mich jemand erkennt nehmen die mich auseinander, dann ist niemandem geholfen. Weißt du was? Ich riskier's jetzt einfach."

Als der Mann sich erhob, zückte Moody seinen Zauberstab. Verdattert sahen sie, wie der fremde Zauberer, dem ein Wust blonden Haares nass in der Stirn klebe, an den Bordstein trat und mit der Hand wedelte. "Was macht er da...?"

Mit einem Krachen erschien der Fahrende Ritter auf der Straße zwischen ihnen und dem Mann mit der Eule. Ehe sie sich noch von dem Schrecken erholt hatten - er hatte den Bus ohne Zauberstab heruntergewunken!- war der Fahrende Ritter auch schon mit seinen Fahrgästen verschwunden.

Zurück blieben drei sehr nasse Zauberer, die sich ziemlich dumm vorkamen.

--

Myriel staunte nicht schlecht, als sie die Türe öffnete und sich einem triefend nassen Tom gegenüber sah, der auf der Schulter eine große weiße Eule und im Gesicht ein beunruhigendes irres Grinsen trug.

"Tom! Was ist denn mit dir passiert?!", rief sie während sie ihren Freund ins Haus schob und ihm schnell ein paar trockene Sachen heraussuchte.

Als er etwas später in ihrem alten Strickpulli und einer Jogginghose im Wohnzimmer saß und sich die Hände an einer großen Tasse dampfend heißer Schokolade wärmte, kümmerte sie sich um die Eule. Sie tupfte das Tier sanft mit einem weichen Handtuch trocken und stellte dann ein kleines Schälchen Wasser und einen Unterteller mit Kekskrümeln für sie aufs Regal. Die Schneeeule schuhute ihre Anerkennung, ließ sich elegant auf einer Querstrebe des Regals nieder und knabberte ein paar Kekskrümel.

"Siehst du, ich habe dir ja gesagt, du würdest Myriel mögen", erklärte Harry zufrieden.

Myriel blieb mitten in der Bewegung stecken und starrte ihn an. "Du kannst auch mit Eulen sprechen?"

Harry gluckste fröhlich. "Nein, nur mit dieser hier. Darf ich vorstellen: Dies hier ist meine Vertraute, Hedwig. Hedwig, das hier ist Myriel, meine Freundin und Ersatzmutter..."

Myriels Gedanken purzelten fröhlich durcheinander. Sie schienen eine Art Räuber und Gendarme-Spiel zu betreiben, denn keiner von ihnen ließ sich greifen und zu Ende denken. Endlich gelang es ihr jedoch, eine ihrer vielen Fragen auszusprechen.

"War Hedwig bei den Dursleys?"

Harry schüttelte den Kopf. "Nein, ich war danach noch woanders. Weißt du, mein Gespräch mit meiner Tante war ein kleines Desaster. Oder besser gesagt, es war zuerst besser als erwartet, offensichtlich geht es ihr gut, und auch meinem... Cousin..."

Er räusperte sich und rutschte unruhig auf dem Sofa herum. "Ähm... ja. Mein Cousin. Scheint, als sei er ähnlich veranlagt wie sein Vater, nur dass er damit nicht weit gekommen ist."

Er sah Myriels entsetzten Blick und blinzelte verwirrt. Dann fing er wieder an, dieses neuerdings immer öfter hervorbrechende, höchst seltsame Kichern zu produzieren. "Ich habe ihm nichts getan, falls du das befürchtest. Nein, es scheint, dass er sich vor Jahren an einer Mitschülerin vergriffen hat, die Anklage wurde dann aber fallen gelassen. Tante Petunia sagt, er habe sich seitdem sehr gebessert. Ich bin schier aus den Latschen gekippt, als sie lässig erklärte, dass er jetzt, ich zitiere, kein 'verzogenes, egozentrisches, kleines Walross' mehr sei. Bei meiner Verwandtschaft scheint sich in den Jahren, seit ich sie zuletzt gesehen habe, wirklich Grundlegendes verändert zu haben.

"Naja, aber als Dudley dann nach Hause kam, war es mir egal, wie überzeugt Tante Petunia war, dass er sich gebessert hat, ich wollte nur noch weg. Darüber hinaus kam er grade in dem Moment dazu, als ich mir aus der Nase ziehen ließ, warum ich Vernon ermordet habe..."

Myriel machte große Augen. "Wie hat er es aufgenommen?"

Harry legte die Stirn in Falten. "So genau kann ich dir das auch nicht sagen. Du weißt ja inzwischen, dass meine Wilde Magie sich manchmal bemerkbar macht, wenn ich mit einer Situation nicht fertig werde. In dem Moment war ich definitiv überfordert und wollte nur noch weg. Und so fand ich mich einen Augenblick später viele Meilen von den Dursleys entfernt in der Nähe meiner alten Schule wieder."

"Teleportation...?", flüsterte Myriel, schwer beeindruckt.

"Die Zauberer nennen es 'Apparieren', aber ich denke, es ist vergleichbar."

Myriel brauchte einen Moment, um dieses neue Detail zu verarbeiten. Dann begann sie, Harry im Einzelnen über die Geschehnisse des Abends auszufragen.

--

"WAS?!"

Der kollektive Aufschrei und die verstörten Gesichter der Ordensmitglieder konnten Hermione Krum nicht in ihrem Eifer bremsen.

"Ich weiß selbst, wie verrückt das alles klingt, aber ich denke, vielleicht gibt es ja Zauberer, die sich, aus welchen Gründen auch immer, ganz aus der Zaubererwelt zurückgezogen haben. Und dieser hier muss wohl im Sommer vor Harrys...Verschwinden... gut mit ihm befreundet gewesen sein. Er weiß enorm viel über ihn! Und auch über uns..."

"Wir müssen ihn unbedingt aufspüren, und sei es auch nur, um zu verhindern, dass seine Informationen an die falschen Leute gelangen", ließ sich Fred Weasley hören.

"Und er schien auch über Potter eine ganze Menge sagen zu können", grollte Moody.

Albus sah nachdenklich in die aufgebrachten Gesichter der drei Ordensmitglieder, die ihn vor einer halben Stunde aufgesucht und verlangt hatten, dass er die Überwachung Hogsmeades abbrach und sofort eine außerordentliche Versammlung einberief.

Nach allem, was die Drei soeben berichtet hatten, war er mehr als nur verwirrt. Wenn er es nicht besser wüsste, wäre er wirklich versucht, in dem jungen Fremden Harry zu sehen. Wie Hermione ihn beschrieben hatte, und was Fred von dessen Monolog mit der Eule wiedergegeben hatte...

Nun, Harry oder nicht, nachdem sie jetzt einen Hinweis auf den geheimnisvollen Briefeschreiber hatten, mussten sie der Sache unbedingt nachgehen, am besten sofort.

"Auroren Tonks und Shacklebolt?"

"Ja, Albus?" Die beiden schauten ihn aufmerksam an und erwarteten ihre Befehle.

"Bitte findet alles, was die Muggel über diesen Tom Effing wissen, heraus. Wir müssen ihn so schnell wie möglich kontaktieren und brauchen Hintergrundswissen. Wo kommt er her? Woher weiß er vom Orden? Könnte er Harry gekannt haben?"

Die beiden nickten kurz und verschwanden, um sich sofort an die Arbeit zu machen.

Albus wandte sich an Luna und Neville.

"Stimmt es, dass eure Tochter zu einem Muggel-Therapeuten geht?"

Neville schien verlegen. "Nun... die magische Ausbildung zum Seelen-Heiler ist gerade mal drei Jahre lang, wohingegen Muggel viel länger studieren müssen... Und als niemand Lydia helfen konnte, haben wir einen Bekannten nach einschlägigen Namen in der Muggelwelt gefragt..."

"Anders gesagt, wir hatten genug von Pfuschern, die glauben, unsere Tochter sei bloß verhext", warf Luna scharf dazwischen. "Wir wollten jemanden, der die wahre Ursache angeht. Und die ist nicht magisch, das wissen wir mit Sicherheit. Wir haben unsere Kleine Merlin weiß oft genug auf Flüche oder magische Artefakte überprüft. Fakt ist, sie hat ein Trauma. Und ich bin kurz davor, diesem Effing von der Zaubererwelt zu erzählen, damit er endlich nicht mehr unkt, er könne mit ihr nicht frei arbeiten... Wenn es stimmt, was Hermione sagt, weiß er ohnehin schon von uns, dann ist das ja kein Thema, oder?"

Sie ließ ihre zornig funkelnden Augen über die Anwesenden gleiten, denen bei der Hitze in ihrem Blick ganz anders wurde. Man kannte Luna als ruhigen, verträumten Menschen, der nur in der Schlacht plötzlich phänomenal an Aufmerksamkeit und Präzision gewann, als hätte er eine zweite Persönlichkeit. Dass Luna jetzt ebenfalls ihre kriegerische Seite zeigte, bewies, wie frustriert sie wegen des Gesetzes war, das die Information von Muggeln über die Existenz der Zaubererwelt verbat.

"Nun, mir scheint du bist genau die Richtige, um unseren Unbekannten zu überprüfen, Luna", machte sich Dumbledore nun bemerkbar. "Wie wäre es, wenn du deine Tochter das nächste Mal zur Therapie begleitest? Du kannst meinen Unsichtbarkeitsumhang haben..."


A/N: Also gut, ich bin mit FFN wieder versöhnt - ein bisschen. ;D Zum Dank für die spontanen reviews hier gleich noch ein Kapitel. : ) Dragonix, TC, Still-Maybe, Tanja, secretum, Sin Angel, ich danke euch! Dragonix: Yes, Ma'am! TC: Danke! -Kekse mampf und Kakao schlürf- Hmm, der Tee sieht auch gut aus.. und der Kuchen... -spontan drei Kilo zunehm- Übrigens, wofür steht 'Acc'? -planlos- Maybe: Vielen Dank! öhm... warum schneidest du sie nicht einfach?? Nicht tippen können, das mag ich mir gar nicht vorstellen -lol- Tanja: Danke dir! Hmm... okay okay, vielleicht bin ich einfach verwöhnt. ;D secretum: AS kann ich wirklich nur wärmstens empfehlen, Kaori Yuki ist eine meiner Lieblingsmangaka. Wenn Kato-kuns Auftritt dich noch nicht völlig verwirrt hat, dann kommst du mit dem Rest der fic auf jeden Fall klar, es wird von hier an eigentlich eher weniger verwirrend (zumindest was AS betrifft). Angel: Tja, Harrys Nicht-Tod wird wohl bald vollends rauskommen. Und... ich denke, es liegt irgendwie in Harrys Charakter, sich für Dinge Vorwürfe zu machen, für die er vielleicht nicht unbedingt soviel kann. ; )

Liebe Grüße an euch alle - Dime.