Disclaimer: Siehe Anfang.
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8. Ron
Long ago, far away
In the mist of yesterday...
- '25 years', Blackmore's Night
Fünfzehn Jahre waren eine lange Zeit.
Hogwarts hatte sich in all den Jahren kein bisschen verändert. Harry lächelte sanft, als das Schloss in Sicht kam und Myriel neben ihm hörbar nach Luft schnappte.
--
Gestern waren sie noch lange in dem Versammlungsraum gesessen und hatten Fragen der Ordensmitglieder beantwortet, über Lydia, Salmissra und Harrys Können betreffs zauberstabloser Magie.
Als es um die Schlangen ging, hatte Harry zum Schutze Salmissras und ihrer Verbündeten verlangt, dass der gesamte Orden zunächst auf Spione überprüft werde, da er sich sicher war, dass mindestens ein Anhänger Voldemorts sich gerade unter ihnen befand und mit Freuden alle neuen Pläne und Erkenntnisse dem Dunklen Lord mitteilen würde.
Zunächst begegnete man der Forderung nur mit Schulterzucken.
Harry erklärte seine und Salmissras Ideen, wie man die Schlangen zur Informationsbeschaffung verwenden konnte. Und fügte hinzu, dass diese Ideen nur funktionieren und die tapferen Schlangen überleben konnten, wenn man sich jetzt um die Spione kümmerte.
Snape wurde daraufhin losgeschickt, um seine sämtlichen Vorräte an Veritaserum herbeizuholen. Es war natürlich nicht genug.
Die Sitzung wurde vertagt.
Da man nur jene Mitglieder, welche bereits getestet worden waren, aus dem Haus lassen konnte, war es in dieser Nacht reichlich eng im 'noblen und altehrwürdigen Haus der Blacks'.
Harry und Myriel teilten sich ein kleines Zimmer (ein Bett, ein Sofa und ein Sessel) mit dem Weasley-Clan und Hermione.
Vier Weasleys fanden auf dem Bett Platz, Hermione beanspruchte den Sessel, Harry und Myriel nahmen das Sofa in Beschlag. Die übrigen Weasleys arrangierten sich mit verschiedentlichen behelfsmäßig in Matratzen verwandelten Einrichtungsgegenständen.
Bald war das Licht gelöscht und einer nach dem anderen fiel in unruhigen Schlaf. Harry aber lag wach und lauschte den regelmäßigen Atemzügen seiner Zimmergenossen. Myriels Arm lag auf seiner Brust und ihr Atem streifte sanft sein Ohr. Es war nicht unangenehm, doch ihm ging zu vieles im Kopf herum, als dass er schlafen konnte.
"Harry?", tönte es plötzlich leise vom Boden zu ihm herauf.
"Ron?", flüsterte er zurück.
"Ich bin froh, dass du wieder da bist, Kumpel."
"Danke, Ron. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, aber ich glaube, ich auch."
Nachdem die beiden jungen Männer wieder in nachdenkliches Schweigen verfallen waren, schloss auch Hermione endlich die Augen und ließ sich sanft von Morpheus' Armen umfangen.
Vielleicht wird am Ende ja doch noch alles gut.
--
Harry zuckte zusammen, als sich plötzlich ein fremder Arm um seine Schultern schlang.
"Entschuldige, Harry, ich wollte dich nicht erschrecken", hörte er Rons tiefe Stimme. Der Mann sah ihn mit schüchternem Blick und rot glühenden Ohren an. Seinen Arm ließ er jedoch weiter um Harrys Schultern liegen.
Gemeinsam schauten sie auf den See hinunter, der im Schein der Morgensonne vor ihnen lag.
"Es ist alles noch wie früher", sprach Harry seine Gedanken laut aus.
"Ja", stimmte Ron ihm ebenso leise zu, bemüht, Harrys Gedanken nicht zu unterbrechen.
"Und doch ist alles ganz anders", fuhr der Blonde traurig fort.
Beide sahen schweigend zu, wie ihre Begleiter sich auf dem Weg zum Schloss immer weiter von ihnen entfernten.
"Wusstest du, dass du mein erster Freund warst?"
Ron sah Harry überrascht an. "Du meinst, dein erster Freund aus einer Zaubererfamilie?"
"Nein, ich meine, mein erster Freund überhaupt." Ron starrte seinen Jugendfreund fassungslos an, während dieser beschämt zu Boden blickte.
"Die Dursleys ließen mich nicht hinaus, um mit anderen Kindern zu spielen. In der Schule passte mein Cousin auf wie ein Schießhund, dass sich auch ja niemand mit dem 'Freak' anfreundete. Das Lieblingsspiel seiner Gang, 'Harry Jagen', war unter der Schülerschaft allgemein bekannt, und niemand hegte einen gesteigerten Wunsch, auf Seiten der Beute in das Spiel einzusteigen...
"Hagrid war der erste Mensch - nun, Halbmensch, was auch immer -, der sich nicht von den Dursleys einschüchtern ließ und nett zu mir war. Hagrid ist natürlich auch mein Freund. Allerdings sieht er wie so viele immer ein Stück weit meinen Vater in mir. Ich mag Hagrid, aber er ist nun mal viel älter als ich. Außerdem kam er damals im Auftrag Dumbledores zu mir. Es ist etwas Anderes als mit Hermione und dir.
"Ihr habt euch aus freien Stücken entschieden, meine Freunde zu werden. Wir haben uns zusammengerauft, auch wenn wir anfangs so verschieden waren. Ich erinnere mich noch gut, wie wir Hermione anfangs geschnitten haben."
"Ja, wir waren schrecklich", stimmte Ron zu. "Ich mehr als du..."
"Ist eigentlich ziemlich logisch", überlegte Harry. "Du kamst aus einer Familie mit sieben Kindern, da muss man nicht jeden mögen, es ist doch immer jemand da, mit dem man spielen oder herumalbern kann. Bei mir war es anders. Ich war meine ganze Kindheit lang der Außenseiter, mit dem niemand sich einlassen wollte. Ich hatte nicht das Gefühl, es mir leisten zu können, einen Anderen einfach so von vornherein abzuschreiben."
"Mit Ausnahme von Malfoy."
"Öh...ja", machte Harry verlegen. "Aber das war eine Entscheidung, die ebenfalls von meinen Erfahrungen bei den Dursleys geprägt war. Ich hatte elf Jahre lang nicht einen Cent, nicht einmal eigene, passende Kleidung oder gar Spielsachen. All mein Hab und Gut war aus zweiter Hand. Malfoy hat sich über deine Familie lustig gemacht, das war an sich schon schlimm; aber als er dann noch über den monetären Status der Weasleys herzog, war für mich klar, dass ich mit diesem verzogenen, engstirnigen Egoisten nichts zu tun haben wollte. Das galt insbesondere, wenn ich zwischen ihm, der in seinem Leben noch nie erfahren hat, was Mangel ist, und der sich über Hagrid lustig gemacht hatte, und dir, der du es nicht als Nachteil, sondern im Gegenteil als spannend empfandest, dass ich bei Muggeln aufgewachsen war, und der du mir alles erzähltest, was ich wissen wollte, zu wählen hatte.
"Ich bereute bis heute nicht, wie ich mich damals entschieden habe. Du warst mir, trotz unserer vielen Herumstreitereien und Meinungsverschiedenheiten, ein wundervoller Freund, der immer dann für mich da war, wenn es wirklich darauf ankam."
Ron sagte nichts.
Der Wind frischte auf und trieb trockene Blätter vom Rand des Verbotenen Waldes herüber. Harry zog sich seinen Mantel eng um die Schultern und musterte seinen Freund von der Seite.
Ron hatte immer noch einige Sommersprossen, die meisten hatten sich aber nach seiner Pubertät verloren. Seine feuerroten Haare hingen ihm in frechen Kringeln in die Stirn und über beide Ohren. Die noch immer kindlich weich aussehende Haut seines Gesichts war straff über die breiten Wangenknochen gespannt; in seinen Mundwinkeln und zwischen den Augen zeichneten sich Ansätze tiefer Sorgenfalten ab.
Der Krieg war nicht spurlos an dem früher so naiven und sorglosen Rotschopf vorbeigegangen.
Harry bemerkte, dass Ron die Augen beinahe gänzlich geschlossen und das Gesicht leicht von ihm abgewandt hatte.
"Ron? Ron, was ist?"
Ron hielt den Blick gesenkt und sah Harry nicht an, als er antwortete.
"Ich hätte für dich da sein müssen. Jahr für Jahr kamst du so blass von deinen Verwandten zurück, so ausgehungert... Einmal haben wir dich wie einen Verbrecher aus seiner Zelle heimlich befreit, zweimal bist du sogar in Konflikt mit dem Ministerium gekommen - warum haben wir uns eigentlich nicht schon früher Gedanken darüber gemacht, dass die Situation weiter eskalieren könnte? Ich hätte wissen müssen, dass du bei deinen Verwandten nicht sicher bist. Ich hätte dich da rausholen müssen. Ich... ich..."
"Nicht, Ron. Bitte", unterbrach Harry ihn sanft. "Ich will nicht, dass du dir meinetwegen Vorwürfe machst. Wenn irgendjemand Schuld an der ganzen Misere hat, dann Vernon Dursley, aber der lebt nicht mehr. Oder vielleicht noch Dumbledore, der mich immer wieder zu meinen Verwandten zurückgeschickt hat. Aber ich weiß, dass er nur mein Bestes wollte, das macht es so schwer, den Fehler nicht bei mir selbst zu suchen..."
"Aber du hattest doch nichts getan!!"
Endlich schaute Ron seinen Freund an. Die feuchten braunen Augen trafen auf schwermütige blaue. Harry lächelte sein trauriges Lächeln, das seine Muggel-Freunde an ihm gewohnt waren, und sagte leise: "Ich weiß, dass ich nichts getan habe, das sie dazu berechtigte, ein Kind zu misshandeln, ihm die Liebe und Zuneigung zu verweigern, die ein Mensch zum Aufwachsen braucht. Doch es ist genauso wahr, dass sie in dieser Geschichte auch Opfer sind."
"Das ist doch-!"
"Nein, lass mich ausreden, Ron.
"Vernon und Petunia Dursley hassen Magie und alles, was damit zu tun hat. Diesen Leuten legte man nun ein kleines Kind auf die Türschwelle, das so offensichtlich Teil der Welt war, welche sie hassten, und verlangte von ihnen, dass sie es aufzogen wie ihr eigenes.
"Stell dir vor, man gibt dir einen kleinen Dementor und sagt dir, du sollst ihn großziehen wie dein eigenes Kind. Du kannst nicht ablehnen, denn er ist das Kind deiner Schwester, welche unter tragischen Umständen gestorben ist. Das kleine Wesen hat niemanden außer dir. Du stimmst zu. Aber jedes Mal, wenn du das Wesen anschaust, denkst du dir: Wenn es mal groß ist, wird es meinen Kindern und mir die Seele aussaugen. Es ist nicht normal, es ist gefährlich und eine Plage.
"Wirst du das Dementorbaby mit Liebe überschütten?"
"Du bist aber kein Dementor!"
"Für die Dursleys schon. Für sie ist ein Zauberer die Personifikation des Bösen, ein Wesen, das Ängste in ihnen weckt und ihre schöne, ordentliche kleine Welt der Durchschnittlichkeit zum Bröckeln bringt. Verstehst du? Es gab von Anfang an keine Chance, dass sie mich akzeptieren. Und doch mussten sie mich aufnehmen.
"Ich habe Petunia vorgestern besucht. Meine Tante war ohne ihren Mann und mit Abstand zu unserer gemeinsamen Vergangenheit erstaunlich einsichtig und umgänglich. Es sind keine schlechten Menschen, Ron. Sie waren mit der Situation nur einfach vollkommen überfordert."
"Aber dein Onkel! Er hat... "
Ron verstummte, unsicher, wie Harry auf dieses Thema reagieren würde.
"Ich weiß, Ron." Ein tiefer Seufzer folgte. "Ich denke, im Gegensatz zu meiner Tante war Vernon Dursley wirklich verhaltensgestört. Es ist nicht normal, so zwanghaft durchschnittlich sein zu wollen. Es ist allerdings, zugegeben, sehr menschlich, die Schuld für alles Unglück bei Anderen zu suchen. Vernon war zwar ein massiver Mann, aber psychisch stark war er nicht. Wenn etwas nicht nach seinen Plänen lief, so war es nur allzu leicht für ihn, seinen Frust am missratenen Neffen seiner Frau abzulassen. Du musst bedenken, ich war nicht direkt ein Mitglied seiner Familie; lediglich angeheiratet.
"Ich verstehe bis heute nicht, wie dieser um Angepasstheit bemühte Mann an einem einzigen Tag so viele Grenzen der Normalität zugleich missachten konnte, ohne dadurch verrückt zu werden. Was er getan hat, widersprach seinem ganzen Wesen: Verkehr zwischen zwei Männern, einer davon minderjährig und unwillig. Wieviel perverser kann man von der Norm abweichen? Dass ihm selbst das nicht aufgefallen ist... Ich nehme an, in jener Woche wurde er allein von seinem Hass auf mich getrieben, sodass seine übrigen Maximen in den Hintergrund treten mussten..."
"Harry? Du findest es pervers?", unterbrach Rons unsichere Stimme Harrys abdriftende Gedanken.
"Was? Missbrauch? Natürlich!"
"Nein, ich meine... den Ver... äh... eine Beziehung zwischen zwei Männern."
Harrys Gesicht verdüsterte sich. "Ich kann mir schon denken, warum du fragst."
Ron schluckte hörbar.
"Es geht um Seamus, nicht?"
Es war Rons Glück, dass in diesem Moment ein besonders heftiger Windstoß über sie hinweg fegte und Harrys Schal mitnahm. Harry stürzte ihm sogleich hinterher und verpasste dadurch den Ausdruck tiefster Erleichterung, welcher von Rons Gesicht Besitz ergriffen hatte.
Ron brachte seine Züge eiligst wieder unter Kontrolle und sah Harry tatsächlich mit entspanntem, ruhigen Blick entgegen, als dieser mit seinem Schal zurückkam.
"Ich... ich habe nichts gegen Schwule, wenn du das meinst. Auch wenn ich Seamus' Wahl seines Partners wirklich nicht nachvollziehen kann. Ehrlich muss ich aber zugeben, dass mir der Anblick von zwei Männern miteinander immer unangenehm ist. Es erinnert mich zu sehr an das, was mir angetan wurde. Ich will glauben, dass Vernon nicht die Macht hat, mein Leben so nachhaltig zu zerstören, doch es war mir bis heute unmöglich, eine Beziehung aufzubauen und zu halten.
"Meistens lasse ich die Leute gar nicht an mich heran - mit ganz wenigen Ausnahmen. Und wenn es doch jemand schafft, mir näher zu kommen, scheitert es unweigerlich, sobald der körperliche Aspekt der Beziehung zum Thema wird."
Harry seufzte und lehnte sich gegen Rons Schulter.
"Ich will glauben, dass ich zu einer Beziehung fähig bin. Vielleicht habe ich die Richtige einfach noch nicht gefunden. Über 'den' Richtigen habe ich mir nie Gedanken gemacht. Nach allem, was mir passiert ist, machen Männer mir einfach Angst. Ich weiß nicht, was aus meinem Liebesleben geworden wäre, wenn Vernon mich in Ruhe gelassen hätte. Vielleicht hätte ich sowohl Männer als auch Frauen zu schätzen gewusst. Momentan kann ich weder mit den einen noch mit den anderen viel anfangen. Myriel sagt, ich muss mir selbst eine Chance geben, und ich weiß, dass sie Recht hat. Ich weiß, dass ein so schüchterner Typ wie ich froh um alles sein muss, das er kriegen kann, dazu gehören vielleicht auch Männer. Aber darüber denke ich meistens lieber gar nicht nach, verstehst du? Ich will das alles nicht..."
"Ich verstehe..."
Harry klammerte sich an Rons Arme, welche seinen Oberkörper sanft umschlungen hielten.
Es tat gut, seinen Freund aus seinen Hogwarts-Jahren wieder bei sich zu haben. Harry schloss die Augen und genoss das Gefühl, jemandem ganz vertrauen zu können.
Rons stumme Tränen, welche die Wangen des Rotschopfes hinab liefen und heiß in seine dichten blonden Haare tropften, bemerkte er nicht.
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Wenn man einmal beobachtet hat, wie eine Ölschicht sich über einem Bach verteilt, weiß man, dass es ein schleichender, aber doch unaufhaltsamer Prozess ist. Hin und wieder gibt es kleine oder größere Wirbel, wilde Tropfen spritzen bis ans Ufer; dann wieder ist die Oberfläche absolut still und die klebrige, zähe Flüssigkeit breitet sich schimmernd über die ganze Weite des Gewässers aus.
Die nächsten Wochen flossen an Harry vorbei wie vergossenes Öl.
Alles schien unter einem Schleier zu liegen. Die Welt, die er als Jugendlicher kennen und lieben gelernt hatte, umgab ihn wieder in all ihrer Pracht und Herrlichkeit. Und doch war da eine Wand zwischen seiner damaligen kindlichen Freude und den Gefühlen, die ihn heute beim Anblick der altvertrauten Orte und Personen überkam.
Es war seine verlorene Unschuld.
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"Tom?"
Der Ausruf seiner Freundin riss Tom aus seinen trüben Gedanken. Myriel stand hinter ihm im Gang und suchte ängstlich in seinem Gesicht nach neuen Sorgenfalten. Wie am vorigen Wochenende hatte sie seinen Kamin benutzt, welcher nun an das Floh-Netzwerk angeschlossen war, und hatte sich aufgemacht, um ihn zu besuchen.
Tom wohnte jetzt dauerhaft in Hogwarts, um seine verpasste Ausbildung mit Hilfe der Bücherei und der Lehrerschaft nachzuholen. Wenn die Schüler am ersten September für ihr nächstes Schuljahr zurückkehrten, würde Dumbledore sich etwas einfallen lassen müssen, um Toms Anwesenheit im Schloss zu erklären; doch das überließ der blonde Mann gerne dem alten Schulleiter.
Was Dumbledore Mühe machte, das würde er ihm nicht abnehmen.
Harry hasste den Schulleiter nicht. Doch er sah ihn als Mitverantwortlichen für all das Elend, welches er erlitten hatte. Und so benahm er sich Dumbledore gegenüber immer sehr kühl und kurz angebunden.
Von persönlichen Problemen einmal abgesehen war Harry jedoch nicht unzufrieden. Er hatte in den wenigen Tagen seit seiner Rückkehr schon viel erreicht.
Der Orden hatte zugestimmt, die Hilfe der Schlangen anzunehmen, nachdem Harry unter Veritaserum beteuert hatte, dass er Salmissra mit seinem Leben vertraute. Seitdem hatte man magische Gegenstände und verschiedene Zauber entwickelt, welche es den Schlangen ermöglichten, wichtige Gespräche im Schloss Voldemorts aufzuzeichnen und für die Mitglieder des Ordens abzuspielen.
Natürlich wäre es einfacher gewesen, wenn sie direkt an Harry Bericht erstattet hätten, doch dafür müssten sie jedes Mal den weiten Weg nach Hogwarts kommen - wohingegen die magischen Instrumente eine direkte Übertragung ähnlich einem Muggel-Abhörgerät erlaubten. Darüber hinaus verstanden sie die Sprache der Menschen genauso wenig wie anders herum.
"Hi, Myriel! Hat Dumbledore dich abgeholt?"
"Ja, wie wir es besprochen hatten. Ich bin immer noch sehr dankbar, dass ich das Schloss überhaupt sehen kann, Muggel, die ich bin..." Ein reumütiges Lächeln begleitete die Worte.
Tom war froh, dass er Myriel hatte. Sie brachte es immer wieder mit ihren Bemerkungen fertig, dass er seine Situation als etwas Gutes, geradezu Bewundernswertes betrachtete und nicht als den Fluch, als den er sein Leben so lange Zeit angesehen hatte.
"Ich bin gerade auf dem Weg zu Professor Flitwick, er will mir helfen, meinen neuen Zauberstab besser kontrollieren zu lernen, ohne meine Begabung zur zauberstablosen Magie dadurch zu hemmen."
"Das klingt interessant. Darf ich mitkommen?"
"Selbstverständlich."
"Übrigens, Tiara macht ihren Eltern derzeit das Leben zur Hölle. Sie ist so aufgeregt über ihren Schulanfang nächste Woche, dass sie Setsuna und Sara keine ruhige Minute mehr lässt. Rosiel und Katan scheinen ihre Aufregung geradezu aufzusaugen und machen das Chaos perfekt. Man sollte nicht glauben, wieviel Lärm so eine kleine Eule machen kann!"
Tom lachte.
"Übrigens, ich habe über dein Problem nachgedacht", fuhr Myriel etwas ernster fort. "Ich verstehe, dass du nicht als Harry Potter umherlaufen kannst; wenn Voldemort davon erfährt, verlierst du nicht nur das Überraschungsmoment, sondern wirst auch wieder wie früher zur Zielscheibe.
"Aber wie wäre es, wenn du in deiner tatsächlichen Berufung als Therapeut Mitglied des Kollegiums würdest? Immerhin bist du ein ausgebildeter Psychotherapeut, der sich auf Kinder spezialisiert hat. Warum nicht Vertrauenslehrer oder etwas Ähnliches hier an der Schule werden?
Eure Welt befindet sich im Krieg, ich bin sicher, es gibt ausreichend Kinder, die ein wenig Fürsorge gut brauchen können."
Tom war stehen geblieben und hatte seiner Freundin aufmerksam zugehört.
Jetzt zog er sie sanft in seine Arme und drückte der etwas kleineren Frau einen Kuss auf die Stirn.
"Myriel, du bist ein Goldstück! Das ist eine wundervolle Idee!"
"Harry?!"
Der Angesprochene drehte sich herum, einen Arm noch immer um Myriel geschlungen.
Hinter ihm im Gang stand Ron und schaute mit weit aufgerissenen Augen auf das Paar.
"Harry... Ich dachte, du... Ist sie denn doch... Wie...", stammelte der Rotschopf.
Myriel gab plötzlich ein leises 'Oh!' von sich und trat einen Schritt zur Seite, sodass Toms Hand von ihrer Hüfte rutschte und der Kontakt zwischen ihnen unterbrochen wurde.
Der Ausdruck in Ronald Weasleys Gesicht hatte ihr soeben die Lösung eines Rätsels verschafft, welches sie schon seit Tagen beschäftigte. Es gab also doch einen Grund, warum gerade dieser Mann Tom nach all den Jahren trotz seiner Verkleidung sofort erkannt hatte.
Myriel wünschte sich nichts so sehr, als dass Tom eines Tages erfahren durfte, was Liebe war. Wenn dieser Zauberer ihm dabei helfen konnte, wollte sie ihm ganz sicher nicht im Wege stehen.
Sie blickte dem Mann fest in die Augen und schüttelte mit einem schnellen Seitenblick auf Tom leicht den Kopf. Dann ging sie noch einen Schritt weiter und ruckte ihren Kopf lächelnd in Richtung Tom, um den Anderen zum Handeln aufzufordern.
Rons Augen öffneten sich wenn möglich noch weiter, als er begriff, dass Harrys Ersatzmutter seinem Werben um seinen ehemaligen Schulfreund ihren Segen gegeben hatte.
Tom hatte allerdings keine Ahnung, was soeben vorgefallen war. "Myriel, was ist denn?"
"Ich ... äh, ... Kannst du mir sagen, wo ich hier eine Toilette finde?"
Es war eine lahme Ausrede dafür, dass sie sich so abrupt von ihm gelöst hatte, doch Tom schien es nicht weiter aufzufallen.
Kaum dass Myriel sich den Gang hinunter entfernt hatte, trat Ron näher an Harry heran. "Hey, Kumpel. Wie geht's?"
Harry seufzte und lehnte sich an die Wand, die Arme schützend vor der Brust verschränkt. "Ich weiß es ganz ehrlich nicht, Ron. Einerseits ist es gut, wieder zurück zu sein. Andererseits ist jetzt auch der ganze Erwartungsdruck von früher wieder da, und dazu noch das Wissen, dass jeder, der mir begegnet, meine Vergangenheit kennt und mich entweder verachtet oder bemitleidet."
"Niemand würde dich dafür verachten, Harry!!"
"Doch, Ron. Das tun sie. Vielleicht nicht offen, vielleicht nicht einmal bewusst; aber egal, wie sehr sie rational von der Schuldlosigkeit des Opfers überzeugt sein mögen, Menschen haben immer die Tendenz dazu, das Opfer als... Teil der Handlung anzusehen.
"Ich bin nicht mehr der unschuldige und unfehlbare Junge-der-Lebt, Ron. Ich bin beschmutzt und zerbrochen worden, und es hat Spuren hinterlassen. Die Leute spüren das.
"Und ich spüre ihre Blicke, wie sie mich auf Schritt und Tritt verfolgen. Es ist unangenehm."
"Oh Harry", seufzte Ron.
Zögernd machte er einen Schritt auf seinen erblondeten Freund zu. "Darf ich... Darf ich dich umarmen?", fragte er stockend.
Harry sah ihn erstaunt an. "Ja, natürlich! Da musst du nicht erst fragen."
Schnell hatte Ron ihn gepackt uns sanft an sich gedrückt. "Es ist nur, weil du das letzte Mal so erschrocken bist", erklärte er.
Harry hob den Kopf und starrte ihm in die Augen. Ihre Gesichter waren nur eine Handbreit voneinander entfernt. "Da kamst du von hinten. Ich wusste nicht gleich, dass du es warst; und auf jegliche Annäherung von hinten reagiere ich nun mal seit damals mit übersteigerter Vorsicht. Es war nichts gegen dich persönlich, Ron."
Ron nickte und speicherte diese Information säuberlich im für Harry reservierten Teil seines Hirns ab. Dieser Teil nahm mehr und mehr Raum ein und drohte zeitweise, alle anderen Funktionen seines Denkapparates außer Kraft zu setzen.
Ron wusste, dass er ein Problem hatte.
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Dumbledore war gerne bereit, Myriels Plan aufzugreifen und Harry als Schultherapeut anzustellen. Er bat sich lediglich aus, dass er eng mit Poppy Pomfrey zusammenarbeitete und nicht nur die Schüler, sondern auch Mitglieder der Lehrerschaft seine Dienste in Anspruch nehmen durften, falls sie es für nötig erachten sollten.
Etwas zögernd stimmte Tom zu. Er hatte keine Ausbildung für die Probleme Erwachsener und konnte sich nur schlecht vorstellen, den Seelsorger für Professor McGonagall oder gar für Snape zu geben - aber da dieser Fall ohnehin erst eintreten würde, wenn Voldemort in pinkem Tütü über die Schuldächer lief, sollte es kein allzu großes Problem darstellen.
Nach seinem Gespräch mit dem Schulleiter pilgerte Harry wie so oft dieser Tage in die Bücherei.
Hermione grüßte ihn freundlich, ließ ihn ansonsten aber in Ruhe, wenn er nicht von sich aus eine Unterhaltung begann. Bisher hatte er nur ein oder zweimal kurz ein paar Worte mit ihr gewechselt, wenn er ein bestimmtes Buch suchte oder ihre Meinung zu einem der Autoren brauchte.
Er spürte, dass seine ehemalige zweitbeste Freundin - nach Ron - bis zum Bersten mit Fragen gefüllt war und darauf brannte, ihn in eine lange Unterhaltung über sein Leben, seine Pläne und Gott und die Welt zu verwickeln.
Harry war ihr sehr dankbar, dass sie sich bislang zurückgehalten hatte. Er hatte schon genug, mit dem er fertig werden musste, auch ohne seiner Freundin von früher die eigene Seele auf einem Silbertablett zu präsentieren.
Heute aber sollte etwas geschehen, das ihn trotz allem das Gespräch mit ihr suchen ließ.
In der Geschichtsabteilung der Bücherei war ihm ein Buch unter die Finger gekommen, welches sämtliche Gedankenprozesse in seinem Hirn augenblicklich lahmlegte.
"Harry Potter - Mensch und Mythos"
Harry starrte minutenlang ungläubig auf den Titel.
Darunter war in roten Lettern gedruckt: "Autorin: Prof. hist. H.Krum"
Wie ein Roboter steckte Harry das Buch in seine Tasche und tappte mit hölzernen Schritten aus der Bücherei.
Er war schon beinahe in seinem Zimmer angekommen, als seine Gedanken endlich wieder aus ihrer Starre erwachten.
Über mich?! Ist sie wahnsinnig?! ... Ich war doch immer so durchschnittlich ... Sieht sie etwa auch nur den Jungen-der-Lebt in mir?! ... Welche Anmaßung, ein Buch über meine Person zu schreiben, mit so wenigen Fakten! ... Hermione muss mich wirklich gemocht haben, um ein Buch über mich zu schreiben ... Hat sie allen von unseren Schulstreichen erzählt? Oder von Quirrell, dem Basilisken, Sirius...?
Solche und ähnliche Gedanken purzelten in seinem Kopf wild durcheinander, widersprachen sich gegenseitig, rangen miteinander um Vorherrschaft und zeugten neue, noch verwirrendere Gedanken. Sein Kopf war ein Schlachtfeld, auf dem Misstrauen, Dankbarkeit, Enttäuschung, Wut und Verwirrung einen harten Kampf ausfochten.
Schließlich setzte er alledem ein Ende, indem er beschloss, sich erst ein Urteil zu bilden, wenn er das Buch gelesen hätte.
Für die nächsten vier Stunden war er vollkommen in seiner Lektüre versunken und verpasste sogar das Abendessen.
--
Hermione war beunruhigt.
Harry war heute so schnell wieder aus der Bücherei verschwunden.
Noch dazu ohne das sonst übliche kurze, distanzierte Kopfnicken. Sie mochte den unpersönlichen Gruß nicht, aber gar keine Anerkennung ihrer Gegenwart war noch schlimmer.
Was war nur mit Harry los?
Neugierig, dabei aber mit einem schlechten Gewissen wie eine Erstklässlerin, welche ins Denkarium ihres Professors linst, ging sie den Gang hinunter, in dem sie Harry zuletzt gesehen hatte. Als sie sah, welches Buch er mitgenommen hatte, erstarrte sie.
Oh Gott! Was wird er jetzt von mir denken? - Wird er es überhaupt lesen, oder mich sofort dafür verurteilen, dass ich über ihn geschrieben habe, wo er doch noch nicht einmal mit Sicherheit gestorben war? - Womöglich denkt er, ich habe nicht an ihn geglaubt. Oder sogar, dass ich... - Aber so kann man das Buch doch nicht verstehen, oder? - Ich wollte doch nur...
Sie ging an diesem Tag nicht zum Abendessen; ihr war schlecht vor Sorge, wie Harry auf ihr Buch reagieren würde.
Um neun Uhr abends entschloss sie sich, heute früh zu Bett zu gehen.
Im Nachthemd stand sie wenig später vor ihrem Nachttisch und kramte ein Fläschchen 'Traumloser Schlaf' hervor, als es plötzlich an der Türe klopfte.
"Wer ist es?", rief sie ihrem Porträt zu.
"Tom Effing", kam die Antwort des Gelehrten, der ihre Türe bewachte.
Hermione erbleichte, schluckte heftig und sagte schließlich matt: "Lass ihn herein."
Schnell warf sie sich eine Robe über die Schultern und ließ die Flammen im Kamin wieder höher lodern.
Harry betrat mit verschlossenem Gesicht das Zimmer. Er grüßte Hermione, die steif in ihrem Sessel vor dem Kamin saß, und nahm sich dann etwas Zeit, um ihre Gemächer in Augenschein zu nehmen.
"Darf ich dich etwas Indiskretes fragen, Hermione?"
Er wollte also gleich zum Thema kommen? Sie nickte besorgt.
"Weshalb wohnst du eigentlich nicht mit deinem Ehemann zusammen?"
Hermione stutzte; das war nicht die Frage, welche sie erwartet hatte. Abwesend strich sie sich mit der Hand über ihren runden Bauch, ehe sie antwortete. "Viktor ist inzwischen Trainer der bulgarischen Nationalmannschaft. Er hat einen Großteil des Jahres in Bulgarien zu tun. Hin und wieder kommt er vorbei, aber außer den zwei Monaten Urlaub, die er im Jahr hat, sehe ich ihn kaum."
"Warum bist du dann nicht zu ihm gezogen?"
"Wie könnte ich Hogwarts jetzt verlassen?! Voldemort ist stärker denn je, die Kinder brauchen mich! Wenn ich auch nicht unterrichte, so kann ich doch zumindest Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfe anbieten. Ich kann ihnen die richtigen Bücher geben.
"Außerdem wusste ich ja nicht, wann du zurückkommst, da musste ich doch in der Nähe bleiben! Und ich bin Teil des Ordens. Ich kann doch nicht einfach vor diesem Kampf davonlaufen!"
Plötzlich wurde Hermione klar, was sie da sagte.
"...Oh Gott, entschuldige!! Das... das war nur auf mich bezogen. Ich wollte dich damit nicht kritisieren! Ich ... du hast vollkommen Recht, dass du damals gegangen bist. Ich bin froh, dass du wieder da bist, aber ich verstehe auch nur zu gut, warum du es getan hast. Ich ... das..."
Harry lächelte traurig.
"Es ist schon gut, Hermione. Ich weiß, dass es immer Leute geben wird, die mir mein 'feiges Davonlaufen' vorwerfen werden. Ich weiß aber auch, dass du nicht dazu gehörst. Ich selbst... Nun, in den letzten Wochen habe ich mich immer damit auseinander gesetzt und bin mit Myriels Hilfe zu dem Schluss gekommen, dass es zwar vielleicht falsch war, wegzulaufen, ohne ein Wort zu sagen, dass es aber gerade das war, was mich gerettet hat.
"Nur durch meinen kompletten Ausbruch aus meinem bisherigen Leben konnte ich genügend Abstand gewinnen, um - wiederum mit Hilfe Myriels - meine Vergangenheit zu bewältigen, mehrere Selbstmordversuche zu überstehen und schließlich erneut meine Aufgabe in Angriff zu nehmen.
"Es mag sein, dass ich schwächer bin als früher, aber mein Wille zu leben ist stärker als er es war, selbst bevor Onkel Vernon..."
"Oh, Harry!", schniefte Hermione. Dann fasste sie sich wieder. "Sag mal, warum fragst du gerade nach Viktor?"
"Ich habe dein Buch gelesen."
Als Hermiones einzige Antwort ein hörbares Schlucken war, hob Harry amüsiert eine Augenbraue, bevor er fortfuhr: "Ich habe da etwas gelesen, das mich stutzig machte. Ich wollte darüber Gewissheit erlangen."
"Was... was war es denn?"
"Das spielt keine Rolle. Du hast meine Frage schon beantwortet."
Außerdem wusste ich ja nicht, wann du zurückkommst...
Hermione hatte all die Jahre nicht weniger fest an ihn geglaubt als Ron.
Ein warmes Gefühl machte sich in seiner Brust breit und zauberte ein sanftes Lächeln auf sein Gesicht.
Hermione nahm es mit Erleichterung wahr. Was auch immer sie gesagt haben mochte, Harry hatte es offensichtlich positiv aufgenommen.
"Es ist schon seltsam", sagte Harry etwas später. "Ich war immer fest davon überzeugt, dass du und Ron einmal ein Paar werden würdet."
Hermione lachte leise. "Nein, das hätte nicht gut gehen können. Ron ist viel zu ungestüm, während ich ihm zu viel kalte Logik anwende. Außerdem ist Ron-"
Hermione brach abrupt ab und maß Harry mit taxierenden Blicken.
Harry wand sich unter ihrem Blick unbehaglich. "Was denn?", fragte er nervös. Er verstand ihr Verhalten nicht.
Hermione schüttelte den Kopf in Beantwortung einer Frage, die sie sich selbst gestellt haben musste, und antwortete ausweichend: "Ron und ich haben nach deinem Verschwinden viele Auseinandersetzungen gehabt. Ich bin sicher, wenn du mein Buch gelesen hast, dann kennst du meine Ansichten zu diesem Thema und kannst dir denken, dass Ron dem niemals zustimmen konnte."
"Ja, wie war es noch?
"'...Angesichts dieser Tatsachen mag es sein, dass Harry Potter unsere Welt für immer verlassen hat, da wir Zauberer es nicht verdienen, gerettet zu werden. Wie konnten wir all unsere Hoffnung auf die Schultern eines Kindes legen? Sind wir denn so unselbstständig?...'
"Deine Position, dass ich freiwillig verschwunden sein könnte, und wenn das der Fall sein sollte, dass ihr mich dann auch gefälligst in Ruhe zu lassen habt, fand ich ganz schön mutig und... ziemlich beeindruckend.
"Aber du hast Recht, ich kann mir nicht vorstellen, dass Ron wegen so etwas die Suche nach mir aufgegeben hätte.
"Deine Argumentation gegen die Vorstellung, dass ich mich Voldemort angeschlossen haben oder von ihm entführt worden sein könnte, fand ich übrigens sehr schlüssig und gut durchdacht - auch wenn ich mich nicht so recht mit der Bezeichnung 'wahrer Gryffindor' anfreunden kann."
Hermione setzte mit heißen Ohren zu einer langen Entschuldigung an. Doch kein Wort kam über ihre Lippen, als sie ins Gesicht des blonden Mannes sah, der ihr gegenüber saß.
Harry grinste.
Es war nicht das traurige Lächeln, das er zu einer Art Markenzeichen perfektioniert zu haben schien, sondern ein breites, fröhliches Grinsen, das augenblicklich den Harry von früher wieder in den Vordergrund ihrer Gedanken rückte.
"Wobei du mit 'an Dummheit grenzender Hilfsbereitschaft und Selbstlosigkeit' vermutlich Recht hattest", fügte er hinzu und Hermione verbarg vor dem breit grinsenden Mann das Gesicht in den Händen wie ein Kind, das man beim Abschreiben ertappt hat. Nur einer konnte sie so in Verlegenheit bringen.
Es war gut, Harry wieder um sich zu haben.
A/N: Hey! Diesmal nicht so schrecklich spät (nur eine Woche!) - auch wenn ich dadurch weniger reviews bekomme. ;D Glaubt mir, ein Rüffel, weil es nicht weitergeht, ist unvorstellbar viel wertvoller als gar keine reviews! -alten Zaunpfahl herauskram und freudig schwenk-
An diejenigen aber, welche mir reviews geschenkt haben, meinen allerherzlichsten Dank: Tanja74, Sin Angel, Still-Maybe, Mystic und Dragonix712. Danke!!
Tanja: Danke! Ich fühle mich geehrt. : ) Angel: Engel in Hogwarts sind leider nicht im großen Stil eingeplant, sorry. Dafür aber... -Hände reib- Maybe: Okay, okay, ich werde mich um regelmäßigere updates bemühen. Da guck: Das hier kam nach grade mal 8 Tagen... ; ) Mystic: Es freut mich, dass dir mein Umgang mit dem Thema zusagt. Ich kann glücklicherweise nicht von mir behaupten, eigene Erfahrungen damit zu haben; ich habe nur viel drüber gelesen. Dragonix: Danke.
Allen viele Grüße und bis bald! - Dime
