Mutterkomplexe

„Da haben wir wohl die zweite Frau gefunden, die ihrem Charme nicht erlegen ist." Sagte Chloe trocken als sie den Club verließen. „Es muss an Ihnen liegen, bei mir hat sich noch keine beschwert." Sagte er nachdenklich. Viel mehr machte Ihm die vernommene Spur seiner Mutter zu schaffen als sein anscheinend nachlassender Charme. Wobei Deidara auch problematische Sinneseindrücke hinterließ. Er wusste diese nur noch nicht einzuordnen.

„Wir werden jetzt erstmal James Oldrins Mutter befragen. Ich schlage vor sie halten sich etwas zurück sie sind ja nicht gerade für ihr Einfühlungsvermögen bekannt." Sagte Chloe während sie das Auto durch den dichten Stadtverkehr fuhr. „Vielleicht setzten sie ihr Charmding nochmal bei Ihr ein, nur um heraus zu finden ob es wirklich kaputt ist oder nur bei älteren Psychiaterinnen und Vorstadtmüttern funktioniert." Schmunzelte sie. Lucifer runzelte die Stirn. „Bitte setzen sie mich am Lux ab. Ich habe noch etwas zu tun." Sagte Lucifer besorgt. „ Ach Lucifer, das war doch nur ein Scherz seien sie nicht so…" sie blickte besorgt zu ihm herüber „ es tut mir leid."

Lucifer blickte Chloe verwirrt an „ Was? Wofür ? Entschuldigen Sie Detektive ich habe nicht zugehört. Aber wenn es Ihnen so leid tut ich wüsste wie sie sich entschuldigen könnten." Sagte er mit einem anstößigen Lächeln. „Wir sind da." Gab Chloe nur kurz zurück und bremste abrupt ab sodass Lucifer in den Sitz gedrückt wurde. Er stieg aus und duckte sich noch einmal um durch das Seitenfenster zu blicken. „Dann bis heut Abend Detektive?" fragte er erfreut. „Ach da sind sie wieder dabei?" fragte Chloe bissig. „Aber natürlich. Ich muss mich nur um etwas kümmern." Gab er zurück und machte sich auf den Weg in den Club.

Im Lux waren die Reinigungskräfte noch bei der Arbeit. Nur Maze stand gelangweilt hinter der Bar. Als sie Lucifer erkannte erhellte sich ihr Blick mit Vorfreude. „Maze meine Liebe, du hast doch so ein Ding mit meinem Bruder oder? Wärest du so freundlich und würdest Ihn rufen?" sagte er im Vorbeigehen. Ohne sie direkt anzusehen nahm er ihren Drink und fuhr hoch in sein Apartment.

Amanedil erwartete Lucifer schon. „Amanedil! Da war Maze aber schnell." Sagte Lucifer freudig als er seinen Bruder erblickte. „Maze? Ich weiß nicht wovon du sprichst. Ich muss mit dir reden Lucifer." Gab er zurück. Verwundert drehte sich Lucifer zu ihm „Das trifft sich gut. Ich auch mit dir."

„Es geht um Mum." Sagte Lucifer während er sich einen Drink nachschenkte. „Ich glaube Sie hat einen Menschen ermordet. Oder wenigstens ihre Fänge im Spiel. Der heutige Mord stank nur so nach Ihr." Er blickte besorgt zu seinem Bruder. „Genau deswegen bin ich hier. Ich spürte ihre Präsenz auch. Nur nicht so stark..ab und zu ..sie schlägt nicht direkt zu. Was glaubst du wieso?" fragte Amenedil während er durch die Wohnung schritt. „Ich weiß nicht mein liebster Bruder? Wieso fragst du mich das? Vielleicht weil du glaubst, dass ich Sie besser kenne weil ich für Jahrhunderte vor ihrer Zelle festsaß und ihre Wehklagen horchen durfte?" fragte er ironisch.

„Lucifer, hier geht es zur Abwechslung mal nicht um dich. Ich dachte wir seien uns einig Sie wieder dahin zu bringen wo sie hingehört?" sagte Amenedil erzürnt.

„Ja, dabei wir waren uns einig. Aber sage mir, Amenedil, verfolgen wir auch wirklich dasselbe Ziel?"

Die zwei Männer trennte nur noch die Theke. Sie starrten sich an bis Amendil die Stille unterbrach. „Was meinst du damit?" entgegnete er verwirrt „Moment, was ist passiert?"

Lucifer stellte seinen Drink langsam ab und seufzte. „Hast du Sie geschickt? Hast du Sie geschickt um mich hinterrücks mit in die Hölle zurück zu bringen?" Lucifers Stimme bebte vor Wut.

Wen meinst du? Du weißt, dass Sie erstmal im Vordergrund steht. Bevor Sie nicht zurück ist, ist niemand sicher. Ich brauche deine Hilfe." Sprach er eindringlich auf Lucifer ein. „Sie heißt Deidara Black. Sie ist Immun, wie Detektive Decker und doch nicht wie Sie. Es ist wie ein Schatten einer Macht der nicht da sein sollte. Ein Aufgebehren, ein ..höchst aufwühlender Schatten, besonders an einem Tatort der nur so nach Mutter stinkt." Sagte Lucifer besorgt.

„Sie kommt also nicht von dir?" fragte er Amenedil nochmals eindringlich. Er schüttelte langsam den Kopf. „Gut, dann werde ich herausfinden, was es mit diesem Mord und unserer Mutter auf sich hat. Diese Deidara Black werde ich erstmal beobachten."

„Ich werde mich mal umhören. Wegen beiden." Beendete Amenedil die Auseinandersetzung und verschwand. Lucifer starrte ins Leere. Nachdem Sie aus der Hölle entkommen ist, blieb es erstaunlich ruhig. Es war nur eine Frage der Zeit bis sie etwas unternehmen würde. Dennoch hatte Lucifer gedacht, dass sie nach all den Jahrhunderten nicht so viel Geduld aufbringen würde wie sie momentan zeigt. Doch diese auftauchenden Kräfte müssen etwas mit ihr zu tun haben. „Mutter was hast du nur vor…" sprach Lucifer vor sich hin und setzte seinen Drink ab, entschlossen ein Rätsel nach dem anderen zu lösen.

Deidara stolperte mit vier Hunden gleichzeitig durch den Park. Sie entschuldige sich in alle Richtungen, da keiner der Hunde es für nötig hielt auch nur einmal in die gleiche Richtung und somit kein wandelndes Hund-Leinen-Bollwerk zu errichten. Fluchend zog sie alle auf eine Wiese in Richtung eines kleinen Bach. Als sich die Hunde auf das Wasser konzentrierten konnte sie kurz aufatmen. „Na seht ihr, würdet ihr einmal auf mich hören, wäre das alles viel einfacher!" sagte sie schmunzelnd und kraulte dem schwarzen Mischling ein Ohr.

„Wie schön zu sehen, dass auch Ihnen nicht alle gehorchen Miss. Black." Erhob Lucifer seine Stimme und trat näher an sie heran. „Mr. Morningstar! Verfolgen Sie mich? Oder suchen sie nur ein Lebewesen welches gerne mit Ihnen zusammen ist? Ich muss Sie warnen auch Hunde sind wählerisch." Gab Deidara trocken zurück ohne das Kraulen zu unterbrechen.

„Ich war nur zufällig in der Gegend" entgegnete er lächelnd und begann ebenfalls einen größeren Schäferhund zu kraulen. „Sehen Sie, auch Tiere lieben mich."

„Was wollen Sie?" fragte sie während sie die Hunde aus dem Bach zog und den Rückweg durch den Park anvisierte. „Ich habe nur ein paar Fragen.. wegen der Ermittlung natürlich..Woher kommen Sie?" Lucifer nahm zwei der Vier leinen an sich und machte ein ermahnendes Geräusch. Alle Hunde beruhigten sich abrupt. „Soso ein Hundeflüsterer, ich wusste gar nicht, dass der Fürst der Finsternis auch ein Fürst der Hunde ist." Erstaunt lächelte sie Lucifer an. Dieser lächelte erstaunt zurück, zum ersten Mal sah er Sie ehrlich ohne Bitterkeit oder Ironie lächeln. „Ich wüsste nicht, wie es Ihnen helfen sollte den Mörder von James zu finden, wenn sie wissen woher ich komme." Seite an Seite verließen Deidara und Lucifer den Park.

„ Das sind Ermittlungstechnische Dinge, LAPD Zeug, nicht direkt verständlich für Zivilisten." Plauderte Lucifer los. „Moooment! Zum einen bin ich mir ziemlich sicher, dass sie nur ein Berater sind und kein Detektive und zum anderen: Haben Sie mich gerade zu dumm genannt die Hintergründe zu verstehen?!" Deidaras Stimme wurde immer lauter bis ihr auffiel, dass sie fast schrie. Lucifer hob entschuldigend die Hände im Angesicht des Gefühlsausbruchs. Verwundert über ihre völlig überzogene Reaktion ging sie etwas schneller weiter als gewollt. „Entschuldigen Sie. Ich bin in letzter Zeit etwas leicht zu reizen. Bestimmt wegen James… Ich .. ich komme aus Detroit. Aber wenn Sie auf irgendwelche Freunde, Verwandte oder ähnliches hinaus wollen die James etwas angetan haben könnten. Ich hab keine." Endete sie ohne Lucifer anzusehen.

„Wie Sie haben keine? Keine Rachsüchtige Mutter, böse Stiefmutter, prügelnden Vater?" erstaunt hielt er Deidara am Arm und stoppte sie. „ Nein. Ich wurde ausgesetzt okay? Also müssen Sie wohl doch im Dreck der Familie Oldrin wühlen." Erzürnt riss sie Lucifer die Leinen aus der Hand und verschwand mit den Hunden im Wohnblock. Nach kurzer Zeit kam Deidara wieder heraus. Ohne auf den wartenden Lucifer zu achten machte sich sie sich vom Wohnblock aus auf den Weg nach Hause. „ Hat ein Verwandter mal versucht sie zu kontaktieren? Versucht an sie heran zu kommen? Vielleicht über James?" Lucifer holte Deidara ein, welche schnellen Schrittes fast vor ihm wegzulaufen schien.

„Hören Sie. Ich habe keine Ahnung was sie hier wollen. Wie ich schon sagte : Ich habe keine Verwandten.. soweit ich weiß hat meine Mutter sich nach meiner Geburt selbst gerichtet." Die beiden blickten sich an. Lucifers Blick wurde weich. „ Das tut mir leid ich.." setzte er an doch Deidara unterbrach ihn. „ Nicht! Es muss niemanden leidtun. Nur Sie kann was dafür. Manche Menschen hätten einfach niemals Mutter werden dürfen." Sagte sie resignierend. „ Nicht nur Menschen…"flüsterte Lucifer „Ich glaube da haben wir was gemeinsam." Einen kurzen Moment standen sie still voreinander und blickten sich an. Lucifer spürte erneut diese undefinierbare Kraft. „Ein hoch auf den Mutterkomplex!" lachte Deidara unsicher über den seltsam stillen Moment. „Mr. Morningstar, ich muss mich entschuldigen. Ich habe noch einen Job für heute. Bis heute Abend, schätze ich?" sagte sie als sie die Hand auf die Türklinke zum Treppenhaus neben dem Club hielt. „ Ja bis heute Abend, Misss. Black."