Mitbewohner

Draußen im Rettungswagen wurden Deidaras wunden versorgt. Ein blaues Auge und eine aufgeplatzte Lippe waren kleinere Spuren an ihr. Der Schock saß tiefer. Traurig sah sie zu wie ihre Arbeitsstätte und Wohnung abbrannte. Es stellte sich heraus, dass im Gebäude nur wenige Brandschutzbestimmungen umgesetzt wurden, sodass das gesamte Gebäude in kürzester Zeit in Flammen stand. Chloe stand etwas Abseits und telefonierte angeregt. Die Leiche von Miss. Oldrin wurde schon abtransportiert. Schaulustige standen um Krankenwagen und Löschfahrzeugen und wurden von uniformierten Polizisten in Zaum gehalten.

„Wie geht es Ihnen?" fragte Lucifer aufrichtig. Deidara schaute mit leerem Blick auf das brennende Gebäude. „Wie soll es mir schon gehen?!" bebte ihre Stimme „ Innerhalb von 24 Stunden stirbt einer der wenigen Menschen in meinem Leben, seine Mutter wird anscheinend wahnsinnig stürzt sich in den Tod und der Club in dem ich arbeite UND lebe brennt ab. Mir geht es super Mr. Morningstar! Einfach perfekt …" Ihre Stimme wurde immer lauter doch sie ließ die Augen nicht von den Flammen ab.

„ Sie haben ihre Verletzungen vergessen…" sagte er trocken. Blitzschnell schaute sie ihn wütend an doch brach dann in Gelächter aus.

„Was hat sie?" fragte Chloe besorgt als sie zu den beiden trat. „ War wohl etwas viel für einen Tag…" sagte Lucifer der die sich vor Lachen schüttelnde Deidara auf der Trage hielt. Die Sanitäterin trat zu ihnen. „Miss. Black sie können jetzt heimgehen wenn sie möchten. Ihre Verletzungen müssen nicht weiter überwacht werden. Aber wenn es ihnen schlechter gehen sollte gehen sie bitte direkt zu einem Arzt, okay?" sprach sie eindringlich auf sie ein.

Deidara verstummte und nickte, stand auf und ging wie mechanisch in Richtung Absperrung. „ Auf Wiedersehen Detektive." Sagte sie trocken. Chloe und Lucifer sahen sich erstaunt an. „Moment, Miss. Black. Wohin gehen sie denn jetzt?" fragte Chloe besorgt und stellte sich ihr in den Weg.

In der Dunkelheit, durch die Polizeitleuchten erhellt erschien ihre helle Haut noch durchscheinender. „Ich.. ich weiß nicht. Mal sehen." Ihre Stimme war tonlos. Augenscheinlich unter Schock stand sie da und zitterte. „ Wir werden sehen, ob wir für sie eine Bleibe finden." Chloe zog ihr Handy und war gerade im Begriff zu wählen als Lucifer sie unterbrach. „Sie kann bei mir bleiben. Ich habe viele Gästezimmer, das ist kein Problem." Er zog sein Jackett aus und legte es Deidara um die zitternde Schulter.

„Ich nein, das kann ich nicht annehmen.. ich sagte doch ich finde schon etwas…" gab Deidara zurück.

„Hören sie.." begann Chloe und sah sie eindringlich an „ Wir haben Grund zur Annahme, dass der oder die Täter nicht hinter James her waren sondern hinter Ihnen. Was jetzt mit seiner Mutter passiert ist, konnte keiner ahnen. Aber der Täter ist noch da draußen. Und ich sage es nicht gerne aber bei Lucifer…da sind sie sicher." Deidara nickte nur kurz und beide führten sie in Richtung des geparkten Autos.

Als Deidara starr in Lucifers Auto saß, sah Chloe besorgt den Flammen zu. „Ich habe noch nie erlebt, wie jemand so schnell Feuer gelegt hat." Sorgenfalten breiteten sich auf Lucifers Gesicht aus. Er schon dachte er nur. „Wie kommen Sie darauf, dass das eigentliche Ziel Miss. Black ist?"

Er hoffte, dass Chloe nicht erkannte wie wichtig diese Frage für ihn war. „ Der Anruf eben kam vom Präsidium..die Techniker haben die Überwachungskameras in der Gegend gecheckt. Da Miss Black einen sehr geregelten Tagesablauf hat war es ein leichtes mehrere Tage durchzugehen. Es stellte sich heraus, dass sie mindestens seit zwei Wochen von zwei verkleideten Personen überwacht wurde." Sie seufzte. „ Es kann sein, dass die eine Person zu letzte Miss. Oldrin war. Sie stritt sich am Abend von James Tod mit ihm. Sie gingen trotz Streit sehr vertraulich miteinander um und trotz Verkleidung passt das Aussehen." Lucifer lehnte sich gegen sein Auto. „ Und die andere Person?"

Chloe zuckte mit den Schultern und verschränkte die Arme. „ Wir haben kein deutliches Bild. Als hätte sie gewusst, wo alle Kameras sind. Beschreibung: Groß, lange blonde Haare, Frau." Sie schüttelte resignierend den Kopf. „Was so ziemlich auf jede zweite Frau in LA passt." Sagte Lucifer bitter. Sie spielt mit euch setzte er in Gedanken hinzu.

„Jetzt verstehe ich ihren Kommentar zu meiner Wohngegend." durchbrach Deidara die Stille im Auto. Als Lucifer und sie aus seinem Auto ausstiegen und in den Aufzug zum Apartment stiegen sah sie sich ausgiebig um. „Hören Sie, ich habe so etwas wie einen Wachhund. Sie heißt Maze, sie bellt nur und beißt nur wenn sie es muss." Er kicherte. „Seien sie einfach auf der Hut." Setzte er nach und beide betraten das ausladende hauptsächlich in schwarz gehaltene Wohnung. Deidara nickte und folgte ihm. An der Bar angelangt fragte er sie ob sie einen Drink wolle. Sie schüttelte den Kopf. Sie wollte nur allein sein, etwas Ruhe. „Darf ich?" sie zeigte auf die Terrasse. Lucifer machte eine einladende Geste. Deidara legte sich auf eine Liege und starrte in den wolkenlosen Himmel.

„Dein Zimmer ist das am Ende des Flures." Sagte Lucifer in die Dunkelheit und setzte sich neben Deidara. „Ich habe dir ein Paar Kleidungsstücke kaufen lassen, du kannst ja nicht ewig in diesem Jumpsuit rumlaufen." Deidara setzte an sich zu beschweren doch Lucifer unterbrach sie. „Doch das war nötig. Spätestens in ein paar Tagen würdest du zum Himmel stinken. Und stell dir vor was meine Gäste sagen würden?" sie hörte förmlich wie er grinste. Die Eiswürfel in seinem Glas klirrten. „Danke" sagte Deidara schlicht.

Über was denken Sie nach?" fragte Lucifer eindringlich. Sie setzte sich auf. Legte ihren Kopf in die Hände und seufzte. „Ich überlege, ob mir irgendjemand in letzter Zeit aufgefallen ist. Wenn es tatsächlich stimmen sollte, dass jemand hinter mir her ist, dann ist James wegen mir gestorben…"

„Nein geben Sie sich nicht die Schuld! Sie sind nicht dafür verantwortlich was andere schlechtes tun oder lassen…sie müssen versuchen sich etwas auszuruhen. Wir werden das alles aufklären." Er sah sie beunruhigt an. „Wissen Sie, auch wenn Detektive Decker verklemmt wirkt. Sie ist sehr gut indem was sie tut, sie.." Deidara schnaubte verächtlich.

Ach hören sie auf. Hört doch BITTE alle auf mir zu sagen wie ich mich beruhigen soll! Ich wurde verdammt nochmal aus heiterem Himmel in die Hölle verfrachtet und das ohne Grund! Und da soll ich mich beruhigen? Sie wissen doch gar nicht wie es mir geht!" mit jedem Wort wurde Deidaras Stimme lauter bis sie Lucifer Hemmungslos anschrie. Schwer atmend stand sie dem sitzenden Lucifer gegenüber. Dieser schaute sie verwundert an. Ihm viel die aufgebehrende Kraft erneut auf, welche einen ganz anderen Schatten warf als die seiner Mutter. Viel reiner und weißer.

Moment, Moment, Moment… vielleicht ist dir nicht ganz klar. Aber ganz genau das ist mir passiert.." setzte er entrüstet an und stand auf. „Jaja jetzt die alte Leier wieder.. Ich bin der Teufel.. ich wurde aus dem Himmel verbannt in die Hölle..Buuhu mein Böser Vater.. ach hören sie doch auf!" wetterte Deidara weiter. „Diesen Teufelsmist nimmt ihnen doch eh keiner ab." Lucifer und Deidara standen wenige Zentimeter voneinander entfernt. „Ihr Menschen wieder. Ich beansprucht all das Leid der Welt nur für euch! Wenn etwas passiert, dann ist es natürlich das schlimmste der Welt und alle sind gegen euch. Und nicht ihr seid schuld sondern alle anderen…oder am besten noch ..ICH" Sie starrten sich böse an. Er merkte wie mit abebbender Wut die Macht verschwand und entschied sich dazu diese etwas heraus zu fordern. „Vielleicht seid ihr Menschen einfach der Grund für euer Leid? Schiebt es immer allen anderen in die Schuhe, sucht nie den Grund bei euch und euren Sünden.." ganz leise und besonnen sprach er die Worte und verfolgte das Gefühlschaos in Deidaras Gesicht. Von Zorn über Entsetzen wartete Lucifer auf einen erneuten Ausbruch, nur was blieb ließ ihn enttäuschen. Ihr Gesicht verzog sich kurz vor Schmerz.

" Wissen sie was? Es war vielleicht keine gute Idee ihr Angebot anzusehen. Morgen früh bin ich weg." Sagte Deidara voller Abscheu drehte sich um und verließ Lucifer in Richtung des Gästezimmers.

Lucifer machte sich auf den Weg ins Lux. Seine Idee Deidara bis aufs Blut zu reizen hat nicht so funktioniert wie er sich das vorstellte. Dann musste er eben einen anderen Weg einschlagen um herauszufinden wer dieses Mädchen ist. Maze stand tief verschlungen mit einem jungen sehr spärlich bekleideten Mann hinter der Bar als Lucifer sie erblickte. „Maze, ist das nicht gegen die Hygienevorschriften?" sagte er belustigt während er über die Bar griff um sich selbst einen Drink einzuschenken. Der Mann griff nach ihren Beinen und Maze schlang diese um seinen Rumpf. Sie berührten die Bar nicht mehr. „Besser?" sagte sie neckisch als sie sich dem Mann erneut widmen wollte räusperte Lucifer sich. „Maze, ich will, dass du mehr über Deidara Black herausfindest. Woher sie kommt, was sie dort gemacht hat, wo sie aufgewachsen ist. Alles. Verstanden?" sagte er während er auf die Bar gelehnt in seinen Drink sah. „JETZT" setzte er nachdrücklich hinzu als sie keine Anstalten machte sich von dem Mann zu lösen. Mit einem vernichtenden Blick ließ sie von ihm ab und verschwand wortlos im Gedränge des Lux in Richtung Ausgang.

Lucifer sah sich zufrieden im Lux um. Jetzt würde er bald wissen, wer Deidara Black ist. Ihm vielen drei Frauen auf. Brittanys dachte er erfreut und machte sich auf den Weg zu ihnen.