Kreuzungen
Am nächsten Morgen kam Deidara in den neuen Kleidern ins Wohnzimmer. Eine enge schwarze Jeans und Shirt ließen sie jünger erscheinen als sie war. Sie war überrascht, dass keine anzüglichen Dessous oder Abartigkeiten darunter waren und hatte sich vorgenommen Lucifer nochmals zu danken. Lucifer stand schon in seinem Morgenmantel hinter der Theke und genehmigte sich einen Drink. Irgendwie war ihr dieses Bild seltsam vertraut. „Guten Morgen!" ließ er fröhlich verlauten. Ein fröhliches Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus.
„Guten Morgen." Gab Deidara vorsichtig zurück und setzte sich an die Theke. „ Eine schöne Nacht gehabt?" sagte sie mehr wissend als fragend.
„Sie war sehr erregend, danke der Nachfrage!" erwiderte er fröhlich. „Hören Sie, Lucifer, ich wollte mich entschuldigen. Also wegen gestern Abend. Sie sind zwar unausstehlich, das wissen sie ja sicherlich selber, aber normalerweise bin ich souveräner im Umgang mit solchen Menschen wie Ihnen." Lucifer sah sie verwirrt an. „Erstaunlich ehrliche Worte für eine Entschuldigung. Nun gut.." er sammelte sich kurz „ ich wüsste etwas womit sie es wieder gut machen könnten." Setzte er nach.
„Oh Bitte, keine Anzüglichkeiten so früh am Tag.." verzweifelt legte Deidara ihren Kopf in die Hände.
„Ach Miss. Black, für wie barbarisch halten sie mich? Ich würde doch nur gerne mehr über sie erfahren! Woher sie kommen und vieles mehr.." Sie sahen sich an. In seinem Morgenmantel um halbacht Uhr morgens mit einem Drink in der Hand sah er mehr aus wie ein Millionär aus einem Comic der Nachts als Superheld durch die Stadt streift. Er wirkte plötzlich so unwirklich auf Deidara.
„Alles okay bei Ihnen?" sagte Lucifer, er hob seine Hand in den verträumten Blick von Deidara. Sie schüttelte sich als würde sie aufwachen. „Ich..ja.. ich sage Ihnen nochmals Mr. Moningstar: Es gibt über mich nicht viel zu erzählen. Vater unbekannt. Mutter Tod. Waisenhaus. Ausgebrochen. Im Obdachlosenheim die Musik entdeckt und dann in Clubs gearbeitet und weitere kleinere Jobs." Während sie ihr Leben genervt in kurzen Stichworten runter bettete stand sie auf. Sie strich um das Piano. Es schien Erinnerungen in ihr hervor zu rufen. „ Wissen sie… es gibt viele verschiedene Menschen in Obdachlosenheime. Viele Menschen die das Pech verfolgt hat oder schlicht schlechte Entscheidungen getroffen haben. Aus vielen verschiedenen Wege des Lebens kamen sie doch zusammen in dieses Heim und saßen zusammen an dieser Kreuzung .." Mit einer Geste fragte sie nach Erlaubnis spielen zu dürfen als Lucifer nickte setzte sie sich. Es war nicht ganz die Richtung die er im Sinn hatte für das Gespräch, jedoch ließ er sie reden. Ihn interessierte dieser Mensch? In Gedanken ließ er die Frage hängen.
„ Viele nahmen eine Abkürzung, stiegen aus… aus dem Leben." Sie begann zu spielen. Lucifer erkannte johann sebastian bach prelude in c major. „So auch der Mann der mir die Liebe zur Musik näher brachte…mir die ersten Stücke am ramponierten Klavier lehrte…"
Sie hielt kurz inne und spielte ihr Stück zu ende. „Andere nahmen den beschwerlichen Weg, inspiriert durch Tragödien oder nicht wer weiß, und Kämpften um ein Leben nach dieser Kreuzung" Sie begann erneut und spielte Chopin Spring Waltz mit so einer Sehnsucht, dass selbst Lucifer Gänsehaut bekam. „Es ist nicht wichtig woher jemand kommt. Wichtig ist, dass sie hinter jeder Entscheidung die sie treffen stehen können, sodass ihr Tun das wiederspiegelt was Sie sind." Erneut setzte sie an, Comptine d'Un Autre Été glitt ihr aus den Fingern. „Das ist das was sie von mir wissen müssen. Ich habe Kampf und Aufgabe gesehen an einer Biegung des Lebens. Ich habe mich für ersteres entschieden. Größtenteils allein. James war einer meiner wenigen Freunde. Tun sie mir den Gefallen…" die letzte Note verstummte. „ Finden sie seinen Mörder." Sie blickte Lucifer mit eindrucksvollem starkem Blick an. Es ist nicht wichtig woher jemand kommt, hallte es in seinen Gedanken. Wenn du wüsstest, dachte er nur bitter als der Aufzug Besuch ankündigte.
