Beide sahen zum Aufzug als die Tür sich öffnete und Chloe heraus trat. „Detektive! Hatten sie eine erholsame Nacht?" Lucifer begrüßte Chloe überschwänglich freundlich um die gedrückte Stimmung aufzulockern. Chloe schien die Stimmung dennoch zu spüren. „Alles in Ordnung?" fragte sie ohne Lucifers Frage zu beantworten. Beide nickten.,,Ich muss mit Ihnen reden Miss Black." Chloe begann Deidara die Ermittlungsergebnisse von gestern Nacht zu erläutern als Maze aus dem Fahrstuhl trat.

Sie ging ohne ein Wort an den zwei Frauen vorbei und Lucifer folgte ihr auf die Terrasse. „Was hast du für mich?" sagte er leise zu ihr. „Noch nicht viel, aber ihre Geschichte über ihre Eltern und ihren Geburtsort scheinen zu stimmen. Mehr habe ich noch nicht herausfinden können..." auf Lucifers enttäuschte Miene reagierte sie gereizt. „Es war mitten in der Nacht, glaub ja nicht, dass ich diese Informationen einfach irgendwo gefunden habe! Ich habe noch ein paar Spuren..." sie drehte sich um und ging so Wortkarg wie sie gekommen ist.

Lucifer lehnte sich auf das Geländer der Terrasse und sah in seinen Drink. Die Bestätigung der Familiengeschichte stimmte ihn nachdenklicher als er vermutet hätte. Was hatte er denn erwartet? Einen Eintrag in der Geburtsurkunde : Nephilim? Er schüttelte den Kopf. Er sollte sich doch erstmal auf den Mord konzentrieren, bei dem seine Mutter mit mischt. Aber wieso jetzt? Und wieso so nah an Deidara? Will sie einen vermeintlichen Nephilim für sich verwenden? Nur wieso dann das Brutale Vorgehen?

„Lucifer, kommen sie mit oder vergnügen sie sich noch etwas?" Chloe stand mit verschränkten Armen hinter ihm. „Ich würde mich gerne noch etwas vergnügen, vorzugsweise mit Ihnen." mit anzüglichen Lächeln trat er näher zu ihr. „Nein, danke. Kommen sie?" erwiderte sie genervt. „Was gibt es denn? Für langweilige Schreibtischarbeit bin ich nicht zu haben." Chloe verdrehte die Augen und trat zurück in die Wohnung. „ Es gab einen weiteren Mord. Es sieht nach dem gleichen Vorgehen wie bei James Oldrin aus, deswegen sollen wir uns das mal ansehen. Diesmal konnten DNA Spuren gesichert werden.". Deidara war nicht mehr zu sehen als Lucifer und Chloe das Wohnzimmer durchschritten.

„Ich bin sofort wieder da." Lucifer verschwand in Richtung seines Schlafzimmers. Als er zurück kam trug er den üblichen Anzug und ein schwarzes Hemd. Chloe musterte Ihn von oben bis unten. „Hm hm, Detektive, ihnen gefällt wohl was sie sehen?" Lucifer blieb stehen um ihr einen guten Blick zu gewähren. „Hören sie auf mit dem Quatsch." Sie lächelte und schüttelte den Kopf. „ Der Tote ist wohl ein Straßenmusiker. Jedenfalls deuten alle gefundenen persönlichen Sachen darauf hin. Er wurde am Rande des Lincoln Park gefunden. Eine eher ungewöhnlichere Stelle für .." mit diesen Worten traten Lucifer und Chloe in den Aufzug und verstummten als dieser sich schloss.

Deidara stand wie erstarrt in ihrer Tür. Sie hatte nicht vorgehabt Chloe und Lucifer zu belauschen. Es ist einfach passiert. Und nun stand sie im Türrahmen und musste hören, wie die beiden über den Tod eines weiteren Freundes gesprochen haben. Vielleicht ist es ja nicht er…Es gab einen weiteren Mord. Es sieht nach dem gleichen Vorgehen wie bei James Oldrin…ließ sie es in Gedanken ablaufen… Straßenmusiker…

Sie wartete kurz bis sie vermutete, dass Lucifer und Chloe aus dem Aufzug gestiegen sind und machte sich selber auf den Weg. Sie musste es einfach herausfinden. Es konnte einfach nicht er sein. Es durfte nicht sein. Den ganzen Weg durch die Stadt wiederholte sie die Worte wie ein Gebet. Nicht er. Nicht er. Nicht er.

Den Weg zum Obdachlosenheim kannte sie noch immer im Schlaf. Er war schwer aufzufinden, aber Claire von der Aufnahme wusste immer wo er war. Jedenfalls für sie. Am Tresen des Einganges des Obdachlosenheimes rief Deidara verzweifelt nach Claire. Sie hämmerte mit der flachen Hand auf den Tresen und drehte sich gerade fluchend um als Claire aus dem Raum hinter dem Tresen trat, die Arme voller Decken. „Jaja ist ja gut, ich bin ja da." Sie drehte sich halb um und schrie in den Raum hinter ihr. „Dereck! Hol doch mal bitte die Decken und bring sie nach oben wir haben hier jemand ganz ungeduldigen zum Einchecken!" als Dereck ihr die Decken abnahm erblickte sie Deidara. „Dai Schätzchen! Wie schön dich zu sehen!" schnellen Schrittes trat die kleine dickliche Frau um den Tresen und umarmte Deidara herzlich. Diese erwiderte die Umarmung ebenso herzlich.

„Claire, wo finde ich Dexter?" die zwei Frauen standen noch in einer halben Umarmung und sahen sich eindringlich an. „Ich weiß es nicht." Sie schüttelte den Kopf und ging wieder hinter den Tresen um etwas im Kalender nachzusehen. Sie zog mit dem Finger die Termine der Woche nach. „Das letzte Mal war er vor 6 Tagen hier, er sagte mir er würde für drei Tage zum Südtreff gehen…aber pünktlich zum.." als Claire Deidaras entsetztes Gesicht sah verstummte sie mitten im Satz. „Was ist passiert? Dai?" sie sah Deidara entsetzt an.

„Das erzähl ich dir später." Ohne ein weiteres Wort drehte sie sich um und lief erneut los. Es gab nur noch einen Ort an dem sie nachsehen konnte. Wenn Dex nicht dort war, musste sie sich der Wahrheit stellen. Auf dem Weg zur nächsten U-Bahnstation sah sie ein unachtsam abgestelltes Fahrrad. Mit dem Gedanken es später mit Dex zurück zu bringen schwang sie sich auf das Fahrrad und spurtete unter Protest des Besitzers los. Deidara fuhr durch Fußgängerzonen, Vorgärten und Treppen um schnell zum Stadtrand zu gelangen.

Als sie am Bauwagen ankam wusste sie schon, dass etwas nicht stimmte. Die versteckte Tür war nicht länger mit einem Stück Blechzaun verdeckt. Als sie durch den halb zu gewucherten Weg trat kamen ihr schon abgebrochene Äste entgegen. Das sah Dex oder seinen Freunden nicht ähnlich. Der Garten vor dem Bauwagen war übersäht mir zerstörten Möbeln und die Tür des Bauwagens hing in den Angeln. Deidara blieb stehen. Sie spürte wie ihr das Herz zu Eis gefror.

Der Tote ist wohl ein Straßenmusiker hallte Chloes Stimme in ihrem Kopf wieder. Gleiches Vorgehen. Sie sackte auf die Knie. Das kann nicht wahr sein dachte sie. Er konnte immer noch irgendwo sein. Sie blickte sich suchend um als würde Dex jeden Augenblick hinter dem Bauwagen hervortreten und Überraschung rufen. So verwüstet der Platz um den Bauwagen zurück gelassen wurde so friedlich wirkte er in der Mittagssonne mit leichtem Wind und Vogelgezwitscher. Ein surreales Bild von Frieden malte das Schattenmuster der Blätter auf die Verwüstung.

Deidara stand auf und machte sich innerlich auf das ebenfalls verwüstete Innere des Bauwagens gefasst als sie hinter diesem ein Geräusch vernahm. Langsam wurde das Geräusch lauter und kündigte jemanden oder etwas an der sich durch das Gestrüpp hinter dem Bauwagen kämpfte. Aus Angst, der Besuch könnte nicht freundlich gesinnt sein, nahm sie sich ein Tischbein.

Mit wildem knurren schlitterte ein Hund groß wie ein Pony um die Ecke des Bauwagens. Sein kurzes schwarzes Fell glänzte im Sonnenlicht und seine roten Augen stachen hervor. Deidara hielt dem Hund zitternd das Stuhlbein entgegen wohlwissen, dass dies keine erfolgsversprechende Waffe ist. „Gutes Hundi, braves Hundi.." sagte sie sanft jedoch mit zitternder Stimme.

Der Hund schien ihre Angst zu spüren und begab sich in Angriffsposition. Knurrend fixierte er sie. Langsamen Schrittes ging Deidara rückwärts in den Bauwagen. Sie hatte keine Ahnung wie sie diesem Höllenhund entkommen sollte, aber versuchen würde sie es. Plötzlich setzte der Hund zum Sprung an. Deidara hielt ihm das Tischbein hin, dieser packte es mit der Schnauze und stieß mit beiden Enden an der Tür an, sie nutze den Moment in dem sich der Hund sortierte und hastete durch den verwüsteten Bauwagen. Schnell kletterte sie durch das zerbrochene Fenster und lief Richtung Ausgang. Der Hund erfasste sie mit einem Sprung, doch Deidara trat und schlug um sich.

Gerade als der Hund über sie gebeugt die Zähne fletschte und im Begriff war zuzubeißen ertönte ein Schuss, der ihn einige Meter zurück schrecken ließ. Aus reinem Fluchtinstinkt krabbelte Deidara zunächst rückwärts dann halb laufend vom Hund weg in Richtung der abgefeuerten Waffe. Chloe und Lucifer standen im verwilderten Eingang des Gartens. Chloe fixierte mit gezogener Waffe den Hund. Ihr Blick zeugte von Unglauben. „ Deidara ?" Lucifer half Deidara auf.

„Danke.." keuchte sie. „Schon wieder.." doch der Hund setzte erneut zum Angriff an. Diesmal schoss Chloe direkt auf den Hund. Die Kugeln schlugen in den massigen Tierkörper ein und die Wucht des Aufpralls rissen ihn zu Boden. Während er versuchte sich erneut aufzurichten holte Lucifer die zwei Frauen aus ihrer Erstarrung.

„Weg hier, hier könnten noch mehr sein." Sagte er nur knapp und scheuchte beide Frauen zurück durch den zu gewucherten Gang auf die Straße. „Noch mehr von was zum Teufel war das?!" fluchte Deidara als sie auf die Rückbank des Autos kletterte. „Lass mich da bitte raus. Meine Idee waren diese Höllenhunde nicht!" Chloe ließ den Wagen an und fuhr mit quietschenden Reifen an, sie wollte nur weg von diesen Monstern und überging Lucifers Kommentar. „Maze? Ich schicke dir eine Adresse. Dort gibt es etwas zu beseitigen." Lucifer legte verärgert auf.

„Höllenhunde? Du machst wohl Witze?" spottete Chloe sichtlich beruhigter außer Reichweite des Tieres. „Selbst jetzt glaubst du mir nicht?" verärgert schüttelte er den Kopf. „Als Höllenhunde sollten diese doch dem Herrn der Unterwelt gehorchen oder nicht? Sehr zutraulich sah es jedenfalls nicht aus. Ich denke es war einfach ein sehr bösartiges Tier…" in Chloes Stimme schwang nun mehr Belustigung mit.

„Ja ein sehr bösartiges Tier, welches nach 4 Kugeln immer noch in der Lage war aufzustehen. Meine liebe sieh es ein." Er winkte mit einer Handbewegung ab. Er hatte keine Lust jetzt das Mutter Thema auf den Tisch zu bringen ohne zu wissen, welche Rolle Deidara darin spielte.

„Und du? Was hast du dir dabei gedacht, nach einem Attentat auf dich durch die Gegend zu streifen?" fragte Lucifer Deidara verärgert.

„Ich .. ich wollte..Ich habe Ihre Unterhaltung heute Morgen mitbekommen…" plötzlich stiegen ihr Tränen in die Augen. Leise fragte sie „Ist er tot? Ist Dex tot?" als sie Aufsah sah sie wie Lucifer und Chloe Blicke austauschten. „Ja, wir haben heute einen Straßenmusiker mit Namen Dexter.

tot aufgefunden. Deswegen waren wir auch an diesem Bauwagen. Uns wurde berichtet, dass er dort lebt." Deidara nickte nur und sah aus dem Fenster.

„Wie standen Sie zu ihm?" fragte Chloe. Deidara reagierte zunächst nicht. Sie blickte nur stumm aus dem Fenster des Autos. „ Im Grund waren wir wie Geschwister. Wir waren im gleichen Waisenhaus, sind zusammen abgehauen…musizierten zusammen…"ihre Stimme brach ab. „Es reicht, Fragen können sie auch morgen stellen." Sagte Lucifer bestimmt. Er konnte es nicht sehen wenn Deidara weinte. Er stutzte, normalerweise widerten ihn weinende Frauen nur an. „Okay" erwiderte Chloe nur und musterte Lucifer mit hochgezogenen Augenbrauen.

„Ich bringe euch zurück ins Lux und fahre dann mit ein paar Kollegen zurück. Vielleicht finden wir einige Hinweise." Lucifer nickte. Maze würde sich um die Hunde kümmern.