††† Dumbledore †††

Sorgenvolle, himmelblaue Augen wanderten über die verschneiten Schlossgründe. Der Direktor machte sich langsam, große Sorgen um seinen wichtigsten Schützling. Die Todesserversammlungen dauerten in der Regel eine Stunde, maximal zwei. Severus jedoch war schon seit fast zehn Stunden nicht mehr in Hogwarts an zu treffen. Dumbledore hatte Angst davor ihn zu verlieren. Nicht nur weil Severus sein persönlicher Spion beim Dunklen Lord war. Vielmehr ist Severus in all den Jahren für ihn zu so etwas wie ein eigener Sohn geworden.

Eine schwarze Silhouette, die sich vom Waldrand her dem Schloss näherte, zog plötzlich Dumbledores Aufmerksamkeit auf sich. Schockiert musste er feststellen, dass die Person bluten musste, da die eine rote Spur im Schnee hinterließ.

Die Erkenntnis traf den Direktor wie ein Blitzschlag. Hinter dem Umriss konnte sich nur ein Mensch verbergen. Diese war die Einzige die am heutigen Abend noch nicht wieder auf das Schloss zurückgekehrt war.

Es war Severus Snape, der Meister der Zaubertränke.

Dem Schulleiter blieb nicht die Zeit um weiter über das nach zu denken, was seinem Schützling zugestoßen sein könnte, denn dessen Konturen bewegten sich auf einmal nicht mehr näher zum Schloss hin sondern einfach in sich zusammen fielen.

Unverzüglich machte sich Dumbledore auf den Weg hinab auf die Ländereien seiner Schule.

Als er durch das Eichenportal hinaus in die Kälte trat sah er, dass noch eine Weitere Person auf den kritischen Zustand des Professors aufmerksam geworden sein müsste. Leider erkannte er aus der Entfernung nicht wer es war. Zügig aber dennoch auf seine Schritte bedacht ging der Direktor auf Severus bewegungslosen Körper und die neben ihm hockende Person zu.

Schon nach wenigen Metern erkannte er die zweite Person. Es war die beste Schülerin, die je Hogwarts besucht hatte.

Hermine Granger.

Die sonst so lebensfrohe Gryffindor war nur noch ein Schatten ihrer Selbst. Tiefe, von Trauer getränkte Schluchzer wehten zu ihm herüber. Dumbledore konnte und wollte im Moment nicht verstehen, was dieses Mädchen zu ihren Gefühlsregungen trieb.

Mit jedem Schritt nähre zu den Beiden hin, wuchs seine um Severus. Seine Aura wurde zunehmend schwächer. Lange würde er hier Draußen nicht mehr überleben.

Dumbledore legte der jungen Hexe eine Hand auf ihre Schulter, als er direkt hinter ihr stand.

Sie wandte sich zu ihm um.

Ihre rehbraunen Augen trafen sich mit den Seinigen.

Geschockt zog er seine Hand zurück. Ihre Augen waren Tränen verhangen und voller Traurigkeit.

Sie schien zu glauben, dass das Leben von Severus ein jähes Ende gefunden zu haben schien.

„Hermine, es ist noch nicht alles verloren. Noch ist Severus Leben nicht vollkommen verloschen."

Nun spiegelte ihr Gesicht Hoffnung, aber auch Unglaube wider. Doch war die Hoffnung so gering, dass der Unglaube in ihren Augen dominierte.

††† Hermine †††

Sie konnte nicht glauben was Dumbledore gerade zu ihr gesagt hatte. Sollte ihr Lehrer für Zaubertränke noch am Leben sein. Wie kann so etwas nur möglich sein?

Schlagartig wurde ihr klar, dass sie auf der Stelle handeln musste, wenn sie Severus nicht verlieren wollte. Doch hatte sie nicht die Kraft und die innere Stärke um einen möglichen Verlust nach einem harten Kampf um sein Leben zu verkraften.

Erneut stiegen ihr Tränen in die Augen.

Sie versuchte sie zu unterdrücken. Doch je mehr sie es versuchte, umso mehr Tränen rannen ihre Wangen hinab.

Die samtene Stimme des Schulleiters holte sie wieder in die Realität zurück. „Wenn wir noch eine Chance haben wollen ihn zu retten müssen wir Severus so schnell wie möglich zu Poppy bringen."

„Ich halte das nicht länger aus", war alles was Hermine dem Direktor noch entgegnen konnte, ehe sie, von Weinkrämpfen geschüttelt, zusammen brach.

Ihre Augen brannten, als Hermine versuchte sie zu öffnen. Unzählige Tränen mussten ihre Spuren hinterlassen haben. Nur langsam realisierte die junge Hexe, dass sie sich im Krankenflügel befand. Jedoch hatte sie keinerlei Erinnerungen daran wie sie hier her gekommen war. Auch war ihr der Grund für ihren Aufenthalt auf der Krankensstation gänzlich unbekannt.

Ein lautes, schmerzverzerrtes Aufstöhnen riss sie aus ihren Gedanken. Nur schwerlich schaffte es Hermine, ihre Augen zu öffnen und nach dem Verursacher des Geräuschs Ausschau zu halten.

Es schockierte sie zu tiefst ihren Professor, Severus Snape, in völlig desolaten Zustand, im Nachbarbett vor zu finden.

Nur langsam kehrten die Erinnerungen an die vergangenen Stunden zurück. Bei all den grausigen Bildern, manifestierte sich eine Grege in Hermines Geist. „Was hatte man Severus Snape nur alles angetan?" Sie konnte kaum glauben, dass eine einzige Person dazu fähig war eine Anderen auf solch grausame Art und Weise zu zurichten. Sie war in ihrer Vergangenheit nur einem Menschen begegnet, dem sie eine solche Kaltherzigkeit zu traute.

Lucius Malfoy.

Voldemort würde niemals selbst die Hände schmutzig machen. Seine Seele war zwar so schwarz wie es nicht einmal die von Satan höchstpersönlich ist. Dennoch waren es immer seine Anhänger die Tod und Schrecken, in seinem Namen, verbreiteten.

Doch warum hatte man Severus so zu gerichtet. Er war doch selbst ein Todesser, zwar als Spion, aber dennoch war er Einer.

Konnte es sein das man ihn enttarnt hatte. Dann hätte man ihn aber wahrscheinlich nicht lebend nach Hogwarts zurückkehren lassen.

Erneut lies ein Stöhnen Hermine aufschrecken. Ihr Blick wanderte wieder hinüber zu ihrem Professor.

Sein Zustand schien sich nicht gerade verbessert zu haben. Hermine hielt es nicht länger in ihrem Bett aus. Zu groß war die sorge um den Mann, der im Bett neben ihr lag und so unvorstellbar litt.

Zögerlich glitt sie aus den Laken und schritt hinüber zum Bett ihres Professors.

Sie selbst verstand nicht was sie dazu bewegte.

Auch wollte sie nicht daran denken was sie sagen sollte, im Falle jemand würde den Raum betreten.

Einige Momente stand das braunhaarige Mädchen einfach nur neben seinem Bett. Dann jedoch zog sie einen nahe stehenden Stuhl herbei und setzte sich wache haltenden an Severus' Bett.

Die junge Hexe wusste nicht wie lange sie so da gesessen hatte, als, wie selbstverständlich, ihre Hände nach einer der Seinigen griffen und sie fest hielten.

Zärtlich begann sei über die markanten Fingerknöchel zu streichen. Danach verfolgte sie den Lauf seines Fingerskeletts mit ihrem Mittelfinger.

Träumerisch schloss sie die Augen als sich etwas um ihre linke Hand schloss.

Als Hermine wieder zu ihm aufblickte musste sie feststellen das er erwacht war.