Disclaimer: Wie immer nicht meine, ich spiele nur gerne mit ihnen…
Warnungen: AU, Kein Beta
Danke für die Kommis, ich hoffe es bleibt interessant. ;)
02. - … denn die Tränen liegen einfach zu nahe.
4. Oktober 1997
Professor Dumbledore betrachtete schweigend seinen jüngsten Lehrer. Dieser hatte wie immer das Gesicht verzogen und die Arme vor der Brust verschränkt.
„Tee, Severus?" Das Grollen im Gesicht verstärkte sich. Dumbledore lächelte nur.
„Also was hast du mir zu berichten?"
„Nichts, Albus. Der Dunkle Lord hat nicht durchklingen lassen, das er dein Märchen von Potters verbleiben nicht glaubt. Er fragt sich nur was du ihm im vergangenen Jahr alles beigebracht haben könntest."
Albus nickte nur als Antwort.
„Albus-"
„Ich weiß Severus, ich weiß. Ich werde die Zauberwelt nicht mehr lange hinhalten können. Sie wollen ihr Idol sehen, ihre Hoffnung. Sie brauchen ihn."
„Was sollen wir tun?"
„Ich kann es dir nicht sagen. Ich habe keine Ahnung was vor einem Jahr geschehen ist, als sich die Zauber getroffen haben. Harry wurde bewegt, die Frage ist nur wohin. Und ohne seine Zauberstab…" Severus Snape wusste das man diesen Satz nicht beenden brauchte.
Genau vor einem Jahr und einem Tag war Harry Potter verschwunden, ein kraftvoller Bewegungszauber von Draco Malfoy hat ihn einfach so verschwinden lassen. Nur seine Brille und sein Zauberstab waren im Klassenzimmer verblieben. Danach hatte man Malfoy eingehend befragt, doch dieser war genau so überrascht gewesen. Eine Tage später, nach dem man das ganze Schloss und die Umgebung auf den Kopf gestellt hatte, war man zu dem Schluss gekommen das Harry vom Erdboden verschluckt worden sein muss. Albus hatte der Presse deswegen die Geschichte von einem geheimen Trainingsort aufgetischt, nach einigem zögern, um zu zeigen, das er eher wiederwillig bereit war die Information herauszugeben. Bisher war auch alles ruhig geblieben, doch langsam wurde die Welt da draußen unruhig.
Snape wollte gerade ansetzten zu sprechen, als ein Krachen durch die Schilde von Hogwarts ging. Beide Zauberer zogen alarmiert ihre Zauberstäbe, doch was sie dann erblickten überrascht sie mehr als alles andere, vor dem Kamin erschien ein bewusstloser Harry Potter.
5. Oktober 1997
Nachdenklich betrachteten die beiden mächtigsten Zauberer der Schule die schlafende Gestalt von Harry Potter. Madame Pomfrey hatte versichert, dass dem Jungen gesundheitlich nichts fehlte, doch etwas an ihm erschien seltsam. Er war in schwarzen Mugglesachen erschienen, darüber eine dunkelgrüne Unterrobe und darüber eine schwarze Überrobe aus sehr teurem Material, an seiner Brust waren drei Pins befestigt. Sie zeigten die Meisterschaft in Heilkunde, Verteidigung gegen die Dunklen Künste und seltsamerweise die Dunklen Künste an sich. Egal wie man versuchte die Teile zusammenzusetzen, das Puzzle ergab kein schlüssiges Bild, sie mussten wohl darauf warten, dass Harry erwachte.
Wie auf Kommando begann sich der Körper vor ihnen zu bewegen. Augenlider hoben sich träge, grüne Augen zuckten von einer Seite zur anderen, bevor einer auch nur sprechen konnte, hatte Harry die rechte Hand gehoben und zeichnete etwas in die Luft. Nach einem Schnippen mit dem Finger erschien Fawkes vor ihnen, als dessen Trillern erklang lächelte der Junge und wisperte: „Zu Hause…" Dann war er wieder bewusstlos. Der Phoenix ließ sich am Fußende nieder und sang leise weiter. Dumbledore und Snape konnten nur fragend zwischen den beiden hin und her schauen.
Es dauerte zwei weitere Tage bevor Harry soweit Herr seiner geistigen Sinne war, das er wach blieb und zum befragen bereit war. Dumbledore betrachtete ihn mit einem Lächeln, während Snape ihn misstrauisch musterte.
„Harry was ist geschehen?"
„Potter woher hast die Meisterschaften?"
„Langsam meine Herren, bitte einer nach dem anderen."
„Potter!"
„Se-Sn-Se-Pr-Professor?"
„Wie-" Doch Dumbledore unterbrach ihn.
„Ich kann mir vorstellen, dass unser Harry nur etwas verwirrt ist." Snape schnaubte. „Mein Junge, warum beginnst du nicht am Anfang."
Harrys Augen wurden groß, dann schloss er sie wieder und verbarg das Gesicht in den Augen. Sein Körper begann zu beben. Weinte Harry Potter? Doch kurz darauf ertönte Gelächter. Harry hatte die Hände wieder herunter genommen und lachte aus vollem Halse. Ein Laut der Gänsehaut auf Snapes Armen erzeugte. Harry warf sich auf dem Bett hin und her und schlug mit den Fäusten auf die Matratze. Es brauchte mehrere Beruhigungszauber ehe er wieder ansprechbar.
Snapes Gesicht war düster. „POTTER!"
„Es tut mir leid Pr-Professor. Aber das war einfach zu witzig." Er wischte sich damit dem Finger einige Tränen weg.
„POT-" Doch Dumbledore unterbrach ihn wieder.
„Was war denn deiner Meinung nach so erheiternd, Harry?" Dieser lächelte nur traurig und schüttelte den Kopf. Dann erstarrte er kurz, als würde ihm etwas einfallen. Abermals malte seine rechte Hand etwas in die Luft, eine Ziffer erschien, 6. Harry zog kurz die Augenbrauen zusammen als würde er über etwas nachdenken, dann erhellte sich seine Miene. Snape verlor langsam seine Geduld, er war nahe dran das Balg zu erwürgen. Albus schoss ihm einen warnenden Blick, Snape schnaubte.
„Am Anfang… der Anfang liegt genau 50 Jahre zurück." Snape zog die Augenbrauen zusammen, Albus strich sich nachdenklich durch den Bart.
„Als mich… Malfoys Zauber getroffen… hatte… wachte… ich denke in einem grauen Raum auf… nach einigem rumsuchen traf ich auf das Fenster von Zeit und Suche und dann war ich weg."
„Du wurdest in eine andere Welt gezogen?" Harry lachte leise.
„Eine? Ich denke, es waren Neun."
„Wie? Neun?" Es war Snape.
„Ich wurde in neun verschiedene Welten gezogen. Immer nacheinander, von unterschiedlicher Zeit." Sein Gesicht verzog sich zu einer Grimasse aus Schmerz und Traurigkeit. Sein Blick streifte Snape, der unter dem intensiven Blick fast zusammen zuckte, aber auch nur fast, war er doch schließlich kein Spion für nichts. Harry fixierte dann Fawkes.
„Mal sechs Jahre, dann zwanzig, dann ein paar Monate oder ein paar Stunden. Zusammen ein wenig über fünfzig Jahre und neun Welten, ja ich denke es waren neun." Diesmal las Snape nicht nur Schmerz, sondern auch Resignation.
„Aber dein Körper-"
„Ist an jedem Anfang sechzehn. Dann werde ich Älter, baue mir ein Leben auf und dann wenn ich denke, ich bleibe wirklich, bin ich weg." Bitterkeit sprach aus jedem der Wörter. „Jedes verfluchte mal." Fäuste krachten wieder auf die Matratze.
„Pot-"
„Raus." Die Stimme nur ein Wispern.
„Har-"
„RAUS!"
„POTT-"
Das nächste was Snape sah waren grüne Augen, die vor Macht nur so erglühten, dann standen er und der Schulleiter vor der Tür des Krankenflügels neben ihnen eine verwirrte Madame Pomfrey.
„Was ist geschehen?"
„Harry hat uns rausgeschmissen." Dumbledore kicherte leise. Dann versuchte er eine Reihe von Öffnungszaubern und einige die Snape nicht kannte. Jedes Mal schimmerte eine blaue Wand vor ihnen auf.
„Schutzwall über Schutzwall, kann nicht mal die Anzahl der Lagen ausmachen. Ich bin beeindruckt." Snape schnaubte nur als Antwort, Poppy schaute sie entgeistert an.
„Albus!"
„Oh ja ja, ich werde dein Büro erst mal verlegen, ich werde mit dem Schloss sprechen, ich bin sicher es wird dir helfen. Severus, Tee?"
Angesprochener nickte und gemeinsam machten sie sich auf in Richtung Büro.
„Also." Begann Albus nach dem sich beide Zauberer wieder gesetzt hatten.
„Also was? Du glaubst dem Jungen doch nicht?"
„Warum nicht?"
„Die Erklärung wäre zu einfach und mit Potter ist nie etwas einfach." Snape verschränkte die Arme vor seiner Brust.
„Severus, Severus. Die Erklärung mag vielleicht einfach sein, durch ein magisches Fenster in parallele Welten gezogen. Doch die Frage ist: Ist es einfach, in eine fremde Welt gezogen zu werden, nicht zu wissen was man zu erwarten hat und vielleicht dort gute Jahre verbringen, sich ein neues Leben aufzubauen und dann plötzlich wieder zu verschwinden, in einer neuen Welt zu landen, wieder ist alles fremd, wieder musst du erst herausfinden wer Freund und Feind ist. Was ist mit dem eigenen Ich, existiert es in dieser Welt, hat es existiert, in welcher Rolle befindet man sich selbst, was ist mit Voldemort und den Todesser, was ist geschehen, welchen Weg hat das Schicksal genommen? Das alles einmal durch zu gehen ist schwer und das dann neun Mal. Glaubst du wirklich das seine Erklärung am Ende einfach war?"
Severus Snape wusste darauf nichts zu erwidern.
Es vergingen einige Minuten in denen sich beiden anschwiegen. Wie sollten sie vorgehen? Harry Potter war zurückgekehrt, doch in welcher Verfassung, was für eine Person war er jetzt geworden? Die wichtigste Frage war wohl: Konnte man ihm noch trauen?
