Disclaimer: Never mine... seufz
Warnungen: AU, evil!Harry(?)
So und noch ein Teil. Eigentlich wollte ich ihn schon früher hochladen, aber wie das immer so ist. Ich hoffe ihr hattet alle ein schönes Weihnachtsfest. Ich danke euch für eure lieben Kommentare. Ich drück euch.
Danke an meinen Beta Trixi.
05. – Alles, was ich wollte war ein Stück vom Regenbogen; ein Stück persönliches Glück
„Was wünschst du dir?" Eine Hand strich langsam durch fast schwarzes Haar.
„Nichts."
„Harry." Die Antwort war ein leichtes Lachen. Eine zarte Hand legte sich auf die bleiche Wange.
„Ich wünsche mir Frieden, den Frieden, den man nur in den Armen einer geliebten Person findet. Ich wünsche mir Freude, Freude, die ich in den Augen meines Geliebten sehen kann, wenn er mit mir zusammen ist. Ich wünsche mir Wärme, die Wärme eines Vertrauten Körpers, Wärme, die meine Seele erreicht und mein Herz am Schlagen hält. Ich wünsche mir Sicherheit, die Sicherheit einer zweiten Seelenhälfte, die meine vollkommen macht, mich hält, wiegt und befreit. Ich wünsche mir Freiheit, Freiheit, die ich in der Erlösung finde, die mir nur ein Augenblick mit meinem Geliebten geben kann. Ich wünsch…" Der Rest ging in einem zärtlichen Kuss unter.
„Ich liebe dich, Harry Potter." Und Harry Potter weinte. Weinte zum ersten Mal Tränen des Glücks in die Roben des Tränkemeisters.
Langsam kam Harry wieder zu sich. Er saß noch immer im Büro des Schulleiters, die beiden Zauberer betrachteten ihn eingehend.
„Wie fühlst du dich, Harry?"
„I-ich muss gehen." Mit diesen Worten sprang Harry auf und rannte aus dem Büro, die beiden anderen Zauberer konnten ihm nur überrascht hinterher schauen.
Und Harry rannte, rannte so schnell er in der Lage war. Wie hatte er es auch nur für eine Sekunde vergessen können? Die Invasion seiner Erinnerungen bedeutete, dass auch er sie noch einmal erleben musste. Nein, er hatte es nicht wirklich vergessen, doch hatte er die Kraft seiner vergrabenen Gedanken, die Macht der Gefühle die hinter jedem einzelnen Fetzen standen, unterschätzt. Er würde sie wohl niemals verarbeiten, geschweige denn über sie hinwegkommen.
Seine Füße brachten ihn wie von selbst zurück in die Bibliothek, zu jenem Fenster vor dem er nur wenige Stunden zuvor gestanden hatte. Dort kam er zur Ruhe, als er die untergehende Sonne betrachtete. Dort konnte er wieder atmen.
Er ließ seine Stirn gegen das kühle Glas sinken und begann die Atemübungen, die er drei Welten zuvor gelernt hatte. Oder waren es vier gewesen? Und wie viele Jahre machte das eigentlich genau?
Die ganze Sache war einfach nur ein heilloses Durcheinander. Wie lange würde er noch durchhalten ehe er zerbrach? Bevor er dem Fenster von Zeit und Suche nachgab? Es gab so vieles über dieses magische Artefakt was niemand sonst wusste. Harry kannte alle seine Geheimnisse, er hatte drei Leben damit verbracht, sie zu entschlüsseln.
Sein Blick glitt nach draußen, dann wandte er ihn ab und ließ ihn durch die Bücherreihen schweifen. Er konnte keine Schüler entdecken. Wenn er genau überlegte, war ihm keine andere Seele außer Poppy, Dumbledore und Snape begegnet. Und wenn er wirklich nur ein Jahr fort war, dann müsste es mitten im Schuljahr sein. Was war geschehen?
Er trat aus der Bibliothek hinaus, ging zum ersten Mal aufmerksam die Gänge entlang. Selbst die Bilder schwiegen. Jene sich bewegenden Stücke Malerei, die sonst nur nachts zur Ruhe kamen. Sie schwiegen, wandten sie Köpfe ab als er vorbei schritt. Sie machten Hogwarts nun zu dem, was es eigentlich war. Ein altes, dunkles Schloss.
„Harry?" Der ‚junge Zauberer wandte sich der Stimme zu. Albus Dumbledore betrachtete ihn fragend.
„Was ist geschehen?" Seine Stimme war nur ein Flüstern. Alles andere erschien ihm in diesem Moment fremd.
„Voldemort hat mehrmals versucht den Hogwarts-Express anzugreifen, einmal direkt auf Gleis 9¾."
„Tote?"
„Zum Glück nur Verletzte, aber wir haben beschlossen, den Beginn des Schuljahres hinauszuzögern, um die Kinder nicht zusätzlich zu gefährden."
„Solange bis ich ihn erneut vernichtet habe." Harry strich mit der Hand über den blanken Stein. Er spürte, wie die Magie der alterwürdigen Gemäuer, die ihn wie eine Mutter kitzelte, ihn willkommen hieß. Er spührte auch wie sie trauerte. Sie liebte all ihre Kinder und wünschte sich nichts sehnlicher als sie wieder unter ihrem Dach zu haben, ihr Gelächter zu hören, ihre Tränen zu trösten und vor allem jene Magie zu spüren, die jeder Person zu eigen ist.
„Es tut mir leid." Die Stimme des Schulleiters holte ihn aus seinen Gedanken, in die Realität zurück. Harry blickte von der Wand auf ins Gesicht seines ehemaligen Lehrmeisters. Es war einer jener Momente, in denen man sehen konnte, wie alt Dumbledore wirklich war und wie viele Schlachten er schon hatte bestehen müssen.
Harry lächelte bitter.
„Es ist ja nicht so, als würde ich es zum ersten Mal tun."
„Und wie viele Male, oh großer Harry Potter, hast du bereits schon die Welt von diesem Übel befreit?" Gleichzeitig mit diesem Einwurf, schälte sich der Körper des Tränkemeisters aus dem Schatten. Harrys Hand ballte sich zur Faust. "Du bist erfahrener als er, weiser, älter, hast mehr gesehen, weißt mehr. Du bist erfahrener als er,…" Die Litanei im Kopf zwang Harry sich zu beruhigen.
„Dreimal." Und jedes Mal hatte es seinen Preis gekostet.
„Nur dreimal?"
„Snape, ich weiß einfach nicht was Ihr Problem ist. Wäre es zu viel verlangt, wenn Sie sich die Tatsache der Neun Welten einmal genauer durch den Kopf gehen lassen und dabei klar werden lassen, dass ein Voldemort nicht in jeder Dimension existieren muss! Dass die Mechanismen andere sind, dass es andere Lords geben könnte oder vielleicht sogar gar keiner. Dass eine Welt bereits zerstört sein könnte oder übernommen worden ist und es keine Möglichkeit gab, gegen ihn anzukommen?"
„Keine Möglichkeit? Es gibt immer eine Möglichkeit." Snape machte eine abwertende Handbewegung.
„So wie man immer eine Wahl hatte?" Harry lachte kalt. „Soll ich Ihnen sagen, wie es sich anfühlt, das Dunkle Mahl aufgebrannt zu kriegen, wie es sich an fühlt das erste Mal einen Menschen quälen, seinen Ersten sinnlosen Mord zu begehen und ganz genau zu wissen das man keine Wahl hat, dass niemand da sein wird, der einem sagt das alles gut wird, der einen hält, der einem hilft? Aber ich denke damit haben Sie bereits selber schon genug Erfahrungen gemacht. Nicht war, Professor?" Snape verengte seine Augen zu Schlitzen, seine Hände zu Fäusten geballt, bebten vor unterdrücktem Zorn.
„Wie kannst du es wagen, du-"
„Wie können Sie es wagen? Das Einzige, was ich seit meiner Rückkehr von Ihnen zu hören bekomme sind Unterstellungen, Beleidigungen und Erniedrigungen. Ich habe Ihnen sogar erlaubt sich frei in meinem Kopf zu bewegen um meine Glaubwürdigkeit unter Beweis zu stellen, aber das ist noch nicht genug. Was Snape, WAS WIRD GENUG SEIN?" Mit den Worten drehte Harry sich um und verschwand in der Dunkelheit der Gänge. Dumbledore schüttelte nur traurig den Kopf, während sich Snape noch nicht wirklich klar war, was soeben passiert war.
Nur langsam kam Harry wieder zur Ruhe. Das Hasteten durch die Gänge half ihm, sich wieder abzukühlen. Am Ende des Ganges begann er auf die Wand einzuschlagen.
„Warum, warum muss es so schwer sein? Warum?" Haltlos fing er an zu weinen. Schluchzer um Schluchzer brachten ihn in die Knie, bis er es nicht mehr aushielt, nieder sank, den Boden mit seinen Fäusten malträtierte und den Schmerz hinaus schrie.
Die Antwort auf seine Frage war einfach. In all den Welten hatte es keinen James Potter gegeben, so hatten jene Severus' keine Vorbehalte gegen den neu erschienen Harry Potter. Ihre Beziehungen konnten neu aufgebaut werden, aus Respekt und Freundschaft war in einigen Fällen sogar mehr geworden. Sein Geliebter, sein Freund, seine zweite Seelenhälfte, sein Ankerpunkt, sein Leben. Es war so schwer, ihn hier zu sehen, in all seiner dunklen Pracht und dann jene grausamen Worte aus dem Mund zu hören. Einem Mund, den er am liebsten Küsse wollte, herausfinden wollte, ob er diesen Severus auch lieben konnte. Doch alles was er fand war Schmerz. Wäre es genauso gewesen, wenn er seinen Geliebten in der Welt davor nicht so plötzlich verloren hätte? Vier Tage wären es noch gewesen, vier Tage bis zu ihrem Bund und dann bringt ihn eine Bagatelle um. Was würde er sich nicht stärker wünschen, als dass sich jene schlanken und doch so starken Arme um seine Hüfte winden, ihn an seine breite Brust drücken und seine dunkle Stimme in sein Ohr flüstert, dass Er da wäre und ihn lieben, ihn halten und nicht mehr verlassen würde. Doch Erinnerung und Realität, Wunsch und Wirklichkeit waren zwei Seiten einer Medallie, würden also nie das Gleiche sein und so blieb Harry nichts Weiteres übrig, als auf dem kalten Boden zu hocken und seine zerbrochene Seele mit zitternden Fingern wieder zusammen zu setzen.
„Harry, mein treuer Diener..."
„Meister?"
„Du kannst dich erheben. Ich bin stolz auf dich, jede Aufgabe, die man dir gestellt hat, hast du mit Freuden, Effizienz und Kälte erledigt."
„Ihr ehrt mich, doch habe ich nur getan was Ihr mir befohlen habt."
„Wie wahr, wie wahr, mein Kind." Voldemort erhob sich von seinem Thron und trat auf seine Rechte Hand zu.
„Womit könnte ich dich nur belohnen? Du trägst bereits das Mal auf deinem Arm, Slytherins Abbild auf deinem Rücken, das Zeichen deiner Macht auf deiner Stirn, bist meine Rechte Hand, führst den größten Teil meiner Armeen und verwaltest Europa." Nachdenklich tippte sich die dunkle Gestalt mit dem Zeigefinger an die Lippen.
„Ich weiß, ich werde dir Urlaub geben. Mach dir eine schöne Zeit, übergib deine Geschäfte an deine rechte Hand und geh, lass dich erst wieder blicken, wenn du etwas Ruhe gefunden hast. Denn ich habe bald große Pläne, Pläne mit dir und mit der Welt."
„Wie ihr befe-"
„Das ist kein Befehl Harry, das ist mein Wunsch." Harry nickte nur.
„Wie Ihr wünscht, mein Lord."
Fragen?... ;) Taurus
