Hey ihr Lieben!

Hier kommt nun der letzte Teil meiner Kurzgeschichte!

Ich wünsche euch viel Spaß beim lesenzwinker

Chap 3

Grace lief den Weg zum See hinunter und schaute sich suchend um.
„Wo steckt sie nur wieder? Ich könnte Mandy auf den Mond schießen, für ihre spitzen Bemerkungen", dachte Grace, und steuerte auf die dicke Eiche zu, wo es sich Sirius, Isabelle und James gemütlich gemacht haben.
„Habt ihr vielleicht Lily gesehen?" fragte sie hoffnungsvoll.
James und Sirius schüttelten den Kopf.
„Nein hier ist sie nicht lang gekommen, dass hätten wir sehen müssen", antwortete Isabelle.
„ Warte ich helfe dir suchen."
Sie verabschiedete sich von Sirius mit einem Kuss und ging mit Grace in die andere Richtung.
„Prongs?"
„Du suchst im Schloss nach ihr, und ich im verbotenem Wald", erklärte James und stand auf.
„Denkst du wirklich, sie ist dort hingegangen?"
„Auf dem Quiddichfeld ist sie jedenfalls nicht", dabei zeigte James in die Richtung.
„Oder siehst Du sie vielleicht?"
Sirius hörte den leicht besorgten Unterton heraus, auch wenn James versucht hatte, diesen zu unterdrücken.
„Ich werde auf der Karte nach sehen", meinte er und ging ins Schloss.
James lief auf den Rand des Waldes zu und schaute sich immer wieder um. Doch nirgends war eine Spur von Lily. Darum beschloss er etwas tiefer in den Wald zu gehen, hoffte aber gleichzeitig, dass sie dort nicht war. Ein Geräusch hinter ihm, ließ ihn herumfahren und entsetzt und ungläubig riss er die Augen auf.
„Das ist unmöglich", keuchte er und rieb sich die Augen.
„James, mein Junge", flüsterte die vertraute Stimme, die er so schmerzlich vermisste.
„Grandma, was hat das zu bedeuten? Wie kommst Du hierher?" James hatte tausend Fragen und ein paar Tränen liefen ihm über das Gesicht.
Seine Grandma ging auf ihn zu und umarmte ihn liebevoll. Obwohl Clementine Potter mittlerweile gut ein Kopf kleiner war als ihr Enkel, zog sie ihn an ihre Brust und strich ihm beruhigend über den Kopf. So wie sie es früher immer getan hatte, wenn er traurig war oder sich verletzt hatte.
„Ich beobachte dich schon ganze Weile James, und ich muss sagen, dass ich sehr unglücklich bin. Anstatt dein Leben zu leben und Spaß zu haben, trauerst Du mir immer noch nach und versteckst deine wahren Gefühle vor jedermann. Das ist nicht gut mein Junge. Nicht für dich und auch nicht für mich. Ich kann keine Ruhe und Frieden finden, wenn ich weiß, dass Du in der Vergangenheit lebst und nicht siehst, dass sich jemand sehr um dich bemüht", sprach sie sanft, doch eindringlich auf ihren Enkel ein.
„Wen meinst du?"
Clementine Potter lachte leise auf.
„ Warum bist Du hier?", fragte sie James, der verlegen mit seinen Finger spielte.
„Um Lily zu finden", gab er kleinlaut zu.
„Lily Evans, die kleine Rothaarige. Du magst sie demnach", stellte sie sachlich fest.
„Wie kommst Du denn darauf?", brauste James auf und wurde dabei leicht rot.
„Wenn dem nicht so wäre, würdest Du sie nicht suchen, oder?" hakte seine Großmutter wissend nach.
James konnte nur nicken. Seine Großmutter durchschaute ihn immer.
„Auch dein Wutausbruch, als sie deinen Besen zerlegt hat, lässt daraus schließen."
„Gut das Du es erwähnst, Grandma. Ich dachte der Zauber schützt nur mich?"
„Das stimmt auch und er ist auch nicht übertragbar, James. Ich war in deinem Zimmer, als Lily den Besen genommen hat und bin ihr gefolgt. Als ich sah, dass sie fliegen wollte, habe ich einen zusätzlichen Schutzzauber mit ihrem Namen auf den Besen gelegt und gehofft, dass es funktioniert."
James sah seine Grandma ungläubig an.
„ Du hast sie beschützt? Warum? Du kennst Lily doch gar nicht und trotzdem beschützt du sie?"
„Ich kenne sie nicht so gut wie du, aber das was ich bis jetzt gesehen habe, sagt mir, dass sie es wert ist. Sie mag dich James, so wie Du bist und sie will zurzeit nichts anderes als das es dir gut geht."
„Wie kommst Du nur auf so komische Gedanken?"
„Das sieht man, wenn man nicht wie du blind und taub durch die Gegend läuft", meinte sie ernst.
„Warum sollte Lily ausgerechnet mich mögen?", dachte James.
„Weißt du wo sie ist?"
„Ja, ich weiß wo Lily ist, und es geht ihr gut", lächelte sie ihren Enkel an.
„Und wo ist sie?", hakte James nach.
Clementine Potter beschrieb ihm die Stelle.
„Das ist nicht möglich. Dort ist nur Morast und Wasser. Kein normaler Mensch kann dort stehen, ohne zu versinken."
„Lily ist eine sehr begabte junge Hexe, James. Sie hat schon vor gut 1 ½ Jahren einen Teil davon trocken gezaubert und benutzt es nun als Versteck, wenn sie alleine und ungestört sein will. Was glaubst du, warum sie so gut fliegen kann?"
„Keine Ahnung!"
„Und davon sehr viel. Sie schaut dir immer beim fliegen zu. Du bist ihr Lehrer", lachte sie.
„Ich bin was?" James Großmutter nickte.
„James hör' auf deine Gefühle zu verstecken und fange an zu leben. Irgendwann ist es zu spät und ein anderer schnappt dir dein Glück vor der Nase weg, weil du zu lange gezögert hast!"
„Ich weiß nicht so recht. Was wenn sie mich auch auslacht?", fragte er unsicher.
Es tat James gut mit seiner Grandma darüber zu sprechen.
„Sie wird dich nicht auslachen. Gib ihr eine Chance es dir zu beweisen", bat sie ihn.
„Ich werde es versuchen", gab James zögerlich nach.
„ Wirst Du ein Geist bleiben?"
„Ich hoffe nicht. Ich habe diesen Schritt nur gewählt, um mit dir zu reden. Aber sei nicht traurig, ich werde immer bei dir sein", zärtlich strich sie ihm dabei über den Kopf.
„ Und nun geh und finde dein Glück."
Sie küsste James ein letztes Mal auf die Stirn und verschwand dann so lautlos, wie sie gekommen war.
James starrte auf die Stelle, wo bis vor ein paar Sekunden seine geliebte Grandma noch stand und seufzte tief.

Er ging zu der Stelle die seine Grandma ihm beschrieben hat. Ein Grinsen huschte über sein Gesicht, als er Lily entdeckte.

„ Nicht schlecht für ein Mädchen", dachte er und zupfte einen Grashalm ab.
Leise näherte er sich Lily und wartete auf eine Reaktion, aber Lily rührte sich nicht. James setzte sich vor Lily, die auf dem Bauch lag und strich ihr mit dem Grashalm über die Wange.
„Lass das", nuschelte Lily und drehte ihren Kopf weg.
James schmunzelte und strich weiter mit dem Grashalm durch Lilys Gesicht.
„Aufwachen Sleepyhead, es wird Zeit aufzustehen."
„Mag aber nicht."
„Was wird McGonagall dazu sagen, wenn ihre Lieblingsschülerin blau macht?"
„Bin ich das denn?"
James hob eine Augenbraue und schüttelte den Kopf.
„ Denke schon, dass Du das bist."
„Will aber heute nicht lernen."
„Du willst freiwillig den Unterricht schwänzen?", hakte James ungläubig nach.
„Jep, weil du für uns beide aufpassen wirst", klärte sie ihn auf.
Worauf James sie erstaunt ansah.
„Und was fehlt dir, nur für den Fall das McGonagall nachfragt?"
„Zickigkeit als Folge schlafloser Nächte."
James kam aus dem Staunen nicht mehr raus und überlegte krampfhaft, ob Lily es ernst meinte.
„McGonagall wird wissen was ich damit meine", erklärte sie James, so als hätte sie seine Gedanken gelesen.
„Na, wenn Du meinst. Gehst Du wenigstens zum Essen?"
„ Hm, ich versuche es mit Telepathie."
Über James Kopf erschien ein riesesgroßes Fragezeichen, was Lily allerdings nicht sah da sie immer noch nicht gewillt war, ihre Augen zu öffnen.
„Ich werde einfach versuchen einen der Hauselfen mit Telepathie auf mich aufmerksam zu machen und ihn dann bitten, mir das Essen hier raus zu bringen", erklärte Lily worauf James lachte.
„Na dann viel Glück", meinte er nur und kitzelte sie noch einmal mit dem Grashalm, bevor er sich erhob und zurück ins Schloss ging.
Plötzlich hatte er eine Idee. Anstatt sofort zum Klassenraum zu gehen, ging er in die Küche und schaute sich nach Trixi um.
„Guten Tag, Master James, was kann ich für sie tun, Sir?"
James erklärte der Hauselfe was er wollte, und fragte sie, ob dies möglich wäre.
„Natürlich Master James, ich werde für Miss Lily einen Picknickkorb packen und ihr diesen bringen", antwortete Trixi ihm.
„Soll ich auch etwas Schokoladenkuchen einpacken? Den mag Miss Lily besonders gern."
„ Schokoladenkuchen? Ja warum eigentlich nicht."
James erklärte Trixi wo Lily ist und bedankte sich bei ihr. Dann machte er sich auf dem Weg zum Unterricht. Vor dem Klassenzimmer wartete James auf McGonagall, um ihr zu sagen warum Lily nicht da war. Die Professorin sah ihn skeptisch an.
„ Sind sie sicher, dass Miss Evans das gesagt hat?"
James zuckte mit den Schultern und meinte nur:
„ Wörtlich, und sie wüssten schon was sie damit meinte."
Er sah ihr an, dass sie ihm nicht glaubte, darum ging er ohne noch etwas zu sagen in den Klassenraum und setzte sich auf seinen Platz. Kurz vor Ende der letzten Stunde, verteilte McGonagall Aufgabenzettel wobei sie James zwei gab, aber so das kein anderer Schüler es mit bekam, wofür er ihr sehr dankbar war.

„Albus, du wirst nicht glauben, was heute passiert ist", seufzte McGonagall als sie sich in den Sessel, vor Dumbledores Schreibtisch setzte.
Der Schulleiter sah seine Kollegin fragend an.
„Was ist denn passiert, Minerva?"
„James Potter kam doch heute tatsächlich vor dem Unterricht zu mir, um Miss Evans zu entschuldigen."
„Was fehlt ihr denn?", fragte der alte Mann.
„Das ist es ja gerade! Er behauptet, Miss Evans habe Bauchschmerzen und ich wüsste schon was sie meinte. Sie hat noch nie den Unterricht versäumt und ich bezweifle einfach, dass sie aus diesem Grund fehlen würde."
„Ich weiß Minerva und eigentlich wissen wir auch, dass Miss Evans nicht wirklich krank ist. Sie hat sich, sagen wir es mal so, frei genommen", dabei huschte ein Lächeln über das Gesicht des alten Mannes.
„Es wundert mich nur, dass James überhaupt etwas gesagt hat", dabei strich er sich nachdenklich durch den weißen Bart.
„ Minerva, wir sollten James nicht merken lassen, dass wir ihm seine Entschuldigung nicht glauben und das wir wissen, dass Miss Evans geschwänzt hat."
„Aber Albus, dass können wir doch nicht durchgehen lassen", empörte sich die Professorin.
„Beruhige dich Minerva. Ich denke nicht das Miss Evans nun öfter dem Unterricht fern bleiben wird."
McGonagall schauten ihrem Gegenüber an und legte dabei ihre Finger aneinander.
„Wahrscheinlich hast du Recht, Albus. Doch worum möchtest Du nicht, dass die Beiden erfahren das ich ihnen nicht glaube?"
„So wie es aussieht, vertraut Miss Evans James und sie scheint ihn in irgendeiner Weise beeindruckt zu haben, sonst hätte er dir nichts gesagt. Ich halte es daher für das Beste, wenn wir es einfach so hinnehmen und abwarten."
„Wenn Du meinst", entgegnete McGonagall und erhob sich aus ihrem Sessel.
„Ich werde mir nichts anmerken lassen. Wir sehen uns beim Essen", damit verabschiedete sie sich und verließ das Büro.

Als Lily die Augen auf machte, wusste sie im ersten Moment nicht wo sie war. Sie setzte sich hin und entdeckte den Picknickkorb, der neben ihr auf einer Decke stand. Sie brauchte nicht lange zu überlegen wer ihn hier hin gestellt hatte, schließlich wusste nur James wo sie war.
„Wie nett", dachte Lily und öffnete den Korb, indem sich Kürbissaft, Pasteten, kalter Braten, Obst, rohes Gemüse, Brot, Schokoladenkuchen, und eine weiße Rose mit blassrosa Linien befand.
Lily nahm die Rose heraus und drehte sie zwischen ihren Fingern.
„Nie hätte ich es für möglich gehalten, dass James Potter mir eine Rose schenken würde."
Was Lily nicht wissen konnte war, das nicht James, sondern Trixi die Rose in den Korb gelegt hatte und das er gar nichts davon wusste.
Die Zeit bis zu den Prüfungen flog nur so dahin und die Fünft-, und Siebt Klässler stöhnten immer öfter und wurden immer gereizter. Was die anderen aber nicht davon abhielt, den einen oder anderen Schabernack zu machen. Sehr zum Missfallen der Prüflinge.
Fast allen fiel in diesen Tagen auf, wie angespannt das Verhältnis zwischen Mandy und Lily geworden war und wie sehr sich die Beiden anzickten. Während Mandy Lily dafür die Schuld gab, weil sie einfach nicht mit sich reden lassen wollte, winkte Lily immer nur freundlich, aber bestimmt ab und meinte, das dies eine Sache zwischen Mandy und ihr wäre.
Nach dem Mittagessen brachen die meisten Mädchen schon in hektisches treiben aus, da sie sich für den Abschlussball am Abend fertig machen wollten.
Mandy und Marie, die vierte im Schlafsaal, wuselten im Zimmer umher und verteilten ihre Sachen im ganzen Schlafsaal, so dass Grace und Lily kaum noch Platz für ihre Sachen hatten.
„Lily wir haben beschlossen, dass du als letztes duschen wirst. Du brauchst einfach zu lange und dann haben wir nicht mehr genügend heißes Wasser", verkündete Mandy und verschwand als erste im Bad.
Grace, die die Szene kopfschüttelnd beobachtetet hatte meinte:
„ Das haben Mandy und Marie beschlossen. Wenn Du möchtest kannst Du vor mir duschen gehen."
„Danke Grace, dass ist sehr lieb, aber mir ist es egal ob ich zu spät komme, ist ja nicht mein Abschluss", stellte Lily gleichgültig fest und packte ihre Sachen in eine Tasche.
„Wo willst Du denn hin?"
„Nur weg von hier. Ich habe dieses Theater so satt."
Lily zauberte ihre Tasche klein und verließ wortlos ihren Schlafsaal. Missmutig und verärgert stapfte sie durch die Gänge und überlegte wo sie sich nun duschen und umziehen konnte. Sie war so in Gedanken, dass sie nicht wahrnahm, wo hin sie ging. Mit einem Mal stand Lily vor den Umkleidekabinen der Quiddichmannschaft.
„Genau hier kann ich so lange duschen wie ich will und mich in aller Seelenruhe fertig machen", freute sie sich und öffnete die Tür.
Zu ihrem Glück war diese nicht verschlossen. Lily wunderte sich etwas darüber und verschloss sie mit „Colloportus" und einem zusätzlichen Passwort. Da Lily sich immer noch über Mandy und Marie ärgerte, bemerkte sie auch nicht, dass das Licht im hinteren Teil der Umkleide schon brannte. Sie stellte ihre Tasche auf den Stuhl und zauberte sie wieder groß. Als sie ihr Handtuch und ihr Duschzeug aus der Tasche nehmen wollte, entdeckte sie neben sich ein paar nackte Füße. Sie hielt den Atem an, ihr Blick verharrte bei den Füßen und wanderte in Zeitlupe aufwärts .Lily bedauerte sehr, dass die Beine und der Rest des Unterleibs in schwarze Jeans steckte, was sie aber nicht davon abhielt, eine gewisse Körperstelle länger in Augenschein zu nehmen. Als sie nun am Hosenbund ankam, wäre ihr fast ein Keuchen entwichen. Genüsslich betrachtete sie den braungebrannten Waschbrettbauch, die muskulöse Brust und die breiten Schultern. Lily fuhr sich langsam über die Lippen und nahm nichts mehr um sie herum wahr.
„Zufrieden mit dem was du siehst?", hörte sie die Stimme wie aus weiter Ferne fragen.
Langsam hob sie den Kopf und schaute in James braune Augen, die sie belustigt anfunkelten. Lily legte den Kopf leicht schief und musste sich sehr zusammen reißen, ihre Hände nicht über seinen Oberkörper wandern zu lassen.
„Darf ich fragen, was Du hier machst?"
Lilys Gesichtsausdruck änderte sich schlagartig und sie erzählte James was Mandy gesagt hat. James lachte leise auf.
„ Willkommen im Club. Sirius und die anderen werfen mich auch immer raus, weil ich, angeblich, stundenlang dusche."
„Bist du deshalb hier?", fragte Lily, wobei sie sich umdreht und begann, sich auszuziehen.
„Hast du eigentlich keine Angst so ganz alleine hier?"
„Nein, warum auch? Ich habe die Tür verriegelt und mit einem Passwort gesichert, dass nicht so leicht zu knacken ist, und außerdem bin ich ja nicht alleine", meinte sie und verschwand nackt unter der Dusche.
James starrte ihr verblüfft hinter her, beschoss dann aber es ihr gleich zu tun und zog sich weiter aus. Er ging zur Duschkabine und versuchte dabei noch einen Blick auf Lily zu erhaschen.
In James wuchs der Wunsch kalt zu duschen, aber es kam noch besser. Lilys Stimme ertönte mit einem lauten „ Mist".
„Was ist dein Problem?", fragte James.
„Ich habe mein Shampoo vergessen!"
„Wenn du willst kannst Du meins nehmen. Warte ich reich es dir rüber."
James streckte sich und versuchte Lily die Shampooflasche zugeben, doch sie kam nicht dran. Kurz entschlossen marschierte sie in James Kabine und nahm ihm die Flasche aus der Hand. James stellte den Wasserhahn auf kalt und wünschte sich damit, Lilys nackte Tatsachen aus seinem Kopf zu bekommen. Er beschloss schnellst möglich die Dusche zu verlassen, während Lily ihren Gedanken nachhing. Im Gegensatz zu James, wollte und konnte sie James Anblick nicht vergessen. Vielmehr sinnierte sie über seine nackten Tatsachen, als sie seine Stimme vernahm.
„Hast Du eigentlich dein Abendkleid dabei?"
Vorsichtig lugte sie um die Ecke, um vielleicht noch einen letzten Blick auf den nackten James zu erhaschen.
„Ja, habe ich", worauf James süffisant grinsend über seine Schulter schaute.
„Solltest Du dich nicht langsam beeilen, sonst kommst Du noch zu spät."
Lily überlegte wie sie zu ihrem Handtuch kommen würde. Mit einem Mal huschte ein Lächeln über ihr Gesicht und sie ging lasziv auf James zu und griff nach ihrem Handtuch.
„Sklaventreiber", meinte sie.
„Aber ich werde schon noch pünktlich fertig."
James wendet sich abrupt ab und zog sich an.
„Ich warte draußen auf dich", dabei stürmte er Richtung Tür.
Im vorbei gehen schaute er in Lilys Gesicht im Spiegel.
„Oder darf ich dir helfen?"
Überrascht hob Lily den Kopf und sah James belustigt an.
„Wie willst du mir denn helfen?"
„Ich zaubere dir die Haare."
Lily schaute ihn leicht skeptisch an und meinte:
„ Du kannst es ja mal probieren."
„Zweifelst Du etwa an meine Fähigkeiten?", wollte er gespielt beleidigt wissen, und fing an ihre Haare zu bürsten.
„Stört es dich, wenn ich mich zwischenzeitlich schminke?"
„Überhaupt nicht", schmunzelte James und holte seinen Zauberstab aus der Tasche.
Er schaute Lily abschätzend an und überlegte, welche Frisur wohl am besten zu diesem Kleid passen würde. Plötzlich hellte sich sein Gesicht auf und er schwenkte voller Eifer seinen Zauberstab. Zuerst zauberte er ihr Locken, und steckte diese dann am Hinterkopf mit Perlenkämmen locker hoch. Zwei Strähnen ließ er ihr ins Gesicht fallen.
„Zufrieden?", fragte er und sah Lily nervös dabei an.
Lily betrachtete fasziniert ihr Spiegelbild.
„Ich hätte nie gedacht, dass es so fantastisch wird", gab sie ehrlich und anerkennend zu. Etwas verlegen grinste James sie an.
„Lass uns gehen, sonst ist der Ball zu Ende, bevor wir auch nur einmal getanzt haben."
„ Ach, tanzen kann man dort auch?", neckte sie ihn und zauberte ihre Tasche wieder klein und hielt sie ihm hin.
„Die musst du nehmen, ich habe keine Taschen", meinte sie entschuldigend und öffnete die Tür.
„Mädchen", murmelte James und folgte ihr nach draußen.
Als sie in die große Halle kamen, war der Ball schon im vollen Gange. Sie bahnten sich einen Weg zum Büfett und zu ihrem Glück gab es auch noch was zu Essen.
„Gibt es irgendwo noch einen freien Platz, wo wir in Ruhe essen können?", fragte Lily und stellte sich auf Zehenspitzen, um besser sehen zu können.
James lachte amüsiert auf.
„Schon Mist, wenn man zu klein ist!"
„James Potter, ich bin nicht klein merk dir das!" rief Lily empört und funkelte ihn böse an.
„Bist du nicht? Ich dachte alle Stöpsel wären klein", lachte James, und fing sich einen Stoss in die Rippen ein.
Lily drehte sich energisch um und ging auf einen freien Tisch, in der hintersten Ecke zu.
„Stöpsel! Dem werde ich es schon zeigen", knurrte sie schmollend.
James der hinter ihr ging, hatte es dennoch gehört.
„Nicht jeder kann ein Stöpsel sein."
„Pah", schnappte Lily, und drehte sich demonstrativ von ihm weg.
Etwa unsicher nahm James einer ihrer Haarsträhnen und kitzelte sie damit.
„Ich rede nicht mit Sklaventreiber", aber an ihrem Tonfall konnte James hören, dass sie es nicht so meinte.
Erleichtert atmete er innerlich auf und fing an zu essen. Lily drehte sich um und streckte ihm die Zunge aus, genau in dem Moment als James den Kopf hob.
„Also wirklich, so etwas schickt sich aber nicht für eine junge Dame", tadelte er sie.
„Das sagt gerade der Richtige", fuhr Mandy dazwischen und baute sich vor Lily auf.
„Wo warst Du die ganze Zeit?", verlangte sie zu wissen.
Wenn Blicke töten könnten, wäre sie im selbem Moment tot umgefallen.
„Ich denke nicht, dass es dich etwas angeht", meinte Lily ruhig, zu ruhig wie Mandy feststellen musste.
„Sag mal bist du nun komplett übergeschnappt? Nicht nur das du stundenlang nicht auffindbar bist. Nun sitzt du auch noch mit dem da an einem Tisch", regte sie sich auf und zeigte angewidert auf James.
„Ich sitze nicht nur mit James an einem Tisch und unterhalte mich mit ihm, ich möchte auch noch mit ihm tanzen, wenn er mir die Ehre erweist", dabei stand sie auf.
„Darf ich bitten?", fragte sie ihn und hoffte, dass er nicht nein sagen würde.
„Mit dem größtem Vergnügen", lächelte er sie an und zog Lily mit auf die Tanzfläche.
Unsicher schaute Lily James an und wartete auf das Donnerwetter.
„Was ist? Hat dich meine Reaktion überrascht?"
„Jein, ich hatte nur befürchtet, dass du schimpfen würdest", gab sie ehrlich zu.
James musste lachen.
„ Warum sollte ich mit dir schimpfen? Du hast doch genauso reagiert, wie ich es gehofft habe."
„Habe ich das?"
James nickte und zog sie noch etwas näher zu sich heran.
Mandy stand noch immer fassungslos an dem Tisch und starrte auf die Tanzfläche, wo James gerade Lily an sich zog. Wütend und nicht mehr Herr ihrer Sinne, rannte Mandy auf die Tanzfläche und riss Lily von James weg.
„Komm sofort mit! Ich will mit dir reden!" schrie Mandy schon fast, doch Lily stieß sie von sich.
„Was bildest Du dir eigentlich ein? Ich tanze mit wem und wann ich will. Ist das klar?"
„Oh nein meine Liebe. Ich weiß zwar nicht, was Potter dir für einen Trank gegeben hat, oder mit welchem Fluch er dich belegt hat, aber er schadet deinem guten Ruf."
Klatsch
„Du hältst jetzt am besten die Klappe. Es reicht nämlich. Du weißt ganz genau, dass James nicht so ist, wie du ihn immer darstellst. Bevor Du ihn überall schlecht gemacht hast, hat niemand hier so über ihn gedacht. Und nun geh und lass mich bloß in Ruhe!" stieß Lily zornig aus, doch Mandy gab noch nicht auf.
„Du bist auf dem besten Wege so zu werden wie er", giftete Mandy und wollte Lily von der Tanzfläche ziehen.
„Das reicht De Winter. Hast Du Lily in den letzten Wochen noch nicht genug zugesetzt? Und warst nicht du es, die Lily heute Nachmittag aus dem Schlafsaal vertrieben hat?"
Misstrauisch sah Mandy James an.
„Woher weißt Du das?"
James schaute Lily kurz an, als diese ihm verschwörerisch zuzwinkerte, fing er breit an zu grinsen.
„Hat mir Lily unter der Dusche erzählt", und nur Lily und Sirius wussten, wie sehr er sich das Lachen verkneifen musste.
Alle anderen japsten oder ihnen fiel die Kinnlade herunter.
„Ihr habt zusammen geduscht? Das glaube ich dir nicht, Potter!"
„Solltest du aber, und wenn du es genau wissen willst, in den Umkleidekabinen der Gryffindors", meinte Lily und lachte.
James der hinter ihr stand flüsterte ihr etwas ins Ohr.
„Das sollte besser unser Geheimnis bleiben, sonst hast Du keine ruhige Minute mehr."
Nun war es Sirius Kinnlade die herunter fiel und grinsend klappte Lily sie wieder zu.
„Dein Freund hat viele verborgende Fähigkeiten und Talente .Pass gut auf ihn auf."
„Lily!" rief Mandy entsetzt.
„Du hast doch nicht etwa…?"
„Doch habe ich und ich hätte nie gedacht, dass es so fantastisch wird."
Sirius, der sich nun wieder aus seiner Starre gelöst hatte, meinte darauf nur trocken:
„Wahrscheinlich ist es James lieber, wenn Du auf ihn aufpasst Lily, aber wenn Du willst helfe ich dir ab und zu dabei."
„Auf mich muss man nicht aufpassen, aber auf St…, Aua", lachte James und zog Lily zu sich.
„Du hast damit angefangen", flüsterte er ihr ins Ohr.
Lily sah James in die Augen und ging aus der Halle. Nachdenklich schaute James ihr hinterher. Mandy wollte hinter Lily her laufen, als sie von Isabelle in die andere Richtung geschoben wurde.
„ Du kommst am Besten mit mir mit", entschied sie energisch.
Sirius wollte James gerade nach Lily fragen, als dieser sich umdrehte und ihr hinterher eilte. James konnte sich denken, wo Lily hingelaufen ist und genau dort fand er sie auch.
„Ich möchte jetzt lieber alleine sein. Bitte geh wieder."
Doch James dachte gar nicht daran zu gehen. Langsam trat er hinter sie und schob seine Hände mit sanfter Gewalt zwischen ihre Arme, die sie eng an ihren Körper gepresst hat. James dachte daran, was seine Grandma ihm gesagt hatte und beschloss alles auf eine Karte zu setzten.
„Weißt Du, ich habe mir in den letzten Wochen hundert Entschuldigungen überlegt, warum ich dich schon am ersten Ferientag besuchen kommen muss und wie ich es schaffen könnte, dass du dich mit mir triffst. Am liebsten täglich", redete er mit sanften Stimme auf Lily ein.
Lily sagte erstmal nichts, nur eine Träne lief ihr über das Gesicht und tropfte auf James Hand. Vorsichtig drehte er Lily in seinen Armen um und hob ihr Kinn an, so dass sie ihn ansehen musste.
„Du brauchst nicht eine", dabei versank sie in seinen Augen die sie so sehr liebte.
James beugte sich langsam zu ihr herunter und küsste sie zärtlich. Als sich ihre Lippen trafen, spürte James, wie sein Eispanzer in tausend Teile zersprang.

Ende

Ich hoffe, es hat euch gefallen!

liebe Grüße jas