Sag es noch einmal!
„Setsuna, was?",
wiederholte Bunny, als Setsuna immer noch nicht geantwortet hatte. Völlig geschockt stand Setsuna vor der blonden Frau. Der Körper der dunkelhaarigen fühlte sich taub an und sie fühlte nichts mehr. Nicht ihre Wangen, welche sich Feuerrot verfärbt hatten, nicht die Gänsehaut, die sich über ihre ganze Haut ausbreitete und auch nicht das Herzklopfen. Es war ein Herzklopfen der Angst. Eine Angst, die sie sich nicht erklären konnte.
Für nur einen Moment hatte sie sich nicht konzentriert und ihren Gedanken laut ausgesprochen.
„Setsuna, sag es noch einmal!", sprach Bunny nun fester. Diese Aufforderung kam Setsuna fast wie ein Befehl vor.
Mit einem tiefen Atemzug holte sich die Kriegerin zu Raum und Zeit zurück in das Hier und Jetzt. Sie musste ihre Aussage wieder grade rücken und sie wusste, das was sie jetzt sagte, das war entscheidend.
„Bunny, ich meinte, ich mag dich genau so wie du bist. Du musst dich nicht ändern. Ich bin mir sicher, dass dich Mamoru auch so liebt wie du bist. Wir alle lieben dich! Mamoru meinte das, was er gesagt hatte, bestimmt nicht so. Er möchte doch nur dein Bestes und deshalb…", doch die Blonde Frau unterbrach ihre Freundin mit einen Blick, den sie nicht ergründen konnte.
„Setsuna! Das hast du nicht gesagt! Du sagtest, du liebst mich so wie ich bin….!", als Bunny
die Worte leise und bewusst wiederholte, fühlte sie, wie es in ihren Bauch kribbelte und wie das Gefühl ganz langsam durch ihren Körper wanderte.
Sie wiederholte ihre bitte. „Sag das noch einmal, bitte!"
Setsuna konnte spüren, wie sich ihr Atem deutlich beschleunigte. Ihre Stimme war nicht
mehr so fest, wie sie sie gerne gehabt hätte, sondern zitterte leicht. Trotzdem strengte sie sich an und erklärte mit fester Stimme: „Bunny! Ich habe da wohl eine falsche Wortwahl gewählt. Natürlich .. liebe ich dich! Wir alle lieben dich doch! Du bist unsere Prinzessin."
Mamoru mochte glauben, dass Bunny kindisch war. Doch Bunny war nicht so viel Kind, als dass sie nicht merkte, dass ihre Freundin mehr für sie empfand. Immer noch umschlossen Setsunas Hände Bunnys Hände.
„Setsuna! Das glaube ich dir nicht. Setsuna-San … sag es noch einmal! Liebst du mich?"
Nun lies Setsuna Bunnys Hände los und wich zurück.
„Bitte verlang dass nicht von mir, Bunny! Ich kann nicht!
Das darfst du nicht von mir verlangen!", flehte die Dunkelhaarige und versuchte jedes Gefühl zu unterdrücken.
„Oh doch du kannst. Ich bitte dich. Nein, ich als deine Prinzessin verlange es!"; Bunny wollte Gewissheit und ging einen Schritt auf die Frau vor ihr zu.
Setsuna wich nicht zurück. Sie wollte stark bleiben. Sie betrachtet das liebliche Gesicht von Bunny. Ein Leugnen ihrer Gefühle schien nicht mehr zu helfen. Aber wie konnte ihr Engel das von ihr verlangen.
Die junge Frau versuchte den Kloß in ihrem Hals zu lösen und schloss die Augen. Sie wollte die Reaktion von Bunny nicht sehen. Sie kannte die Antwort. Aber eine Ablehnung in Bunnys Augen hätte sie nicht ertragen. So sehr wünschte sie sich fort an ihr Tor. Keine Fragen, keine Antworten, nur Stille umgab sie dort.
„Was ich dir jetzt sage, das sage ich dir nur, weil du es mir befiehlst. Es sollte verschlossen bleiben in meinem Herzen, bis zu dem Tag an dem ich sterbe.
Ich liebe dich!
Ich weiß, dass es ist eine unerwiderte Liebe ist, eine verbotene Liebe. Aber ich liebe
dich mit jeder Faser meiner Seele. Ich liebe deine Augen so blau wie das Meer und immer fröhlich. Ich liebe dein Lachen, das einen unweigerlich ansteckt. Ich liebe es auch, wie du dich an Kuchen und anderen Süßigkeiten erfreuen kannst, als hätte dir jemand ein Diadem geschenkt. Du bist für mich der Inbegriff von Liebe und Güte. Ein Engel den ich zu beschützen habe. Es macht mich stolz einer deiner Wächterinnen zu sein.
Nur manchmal, nur einmal würde ich mir wünschen, ich könnte dich nur ein einziges Mal berühren. Nur einmal möchte ich deine Lippen küsse. Auch wenn ich dafür verbrennen müsste. Ich würde es hinnehmen. Es tut mir leid! Ich wollte niemals, dass du das erfährst. Deine Wächterin zu sein ist mein ganzer Stolz und mein Lebensinhalt!",
der Schmerz jedes Wortes übermannte Setsuna mehr als sie gedacht hatte. Tränen verlangten ihren Tribut, doch sie wollte ihnen keine Chance geben und so öffnete sie ihre Augen.
Sie erschrak und zuckte heftig zusammen, denn Bunny stand genau vor ihr. Ganz nah war ihr blonder Engel zu ihr gekommen und schaute ihr nun direkt in die Augen. Kein Wort drang
über die wunderschönen Lippen der blonden Frau.
Die Stille im Raum war unerträglich für Setsuna. Zum ersten Mal hatte sie das Bedürfnis, wild drauf los zu plappern. Ein Gespräch über das Wetter oder die Pflanzen erschien ihr jetzt wie eine Erlösung.
Endlich brach Bunny ihr Schweigen: „Das war das schönste, was jemals jemand zu mir
gesagt hat. Setsuna - Chan!."
Setsunas Augen füllten sich mit Tränen und Bunny legte ihre Hand auf Setsunas Wange. Zärtlich streichelte sie das Gesicht der Kriegerin. Es war so makellos schön und unergründlich. Setsuna konnte sich nicht rühren. Wie betäubt stand sie da und die
Tränen suchten sich endlich ihren Weg. Bunny betrachtete die Tränen, die im Licht silbern glänzten, und lehnte sich nach vorne. Liebevoll küsste sie Setsunas Wange und damit eine Träne fort.
Doch dieser einen folgen viele andere. Es schien Setsuna so, als wollte ihre Seele endlich Freiheit. Als Bunny ihre Freundin an sich zog, legte diese automatisch ihre Arme um Bunny und vergrub ihren Kopf in deren Schulter.
Ihr dunkles Haar viel nach vorne und verdeckte ihr Gesicht. Bunny lies sich langsam mit
der weinenden Setsuna zu Boden sinken. Zärtlich strich sie ihr durch das dunkle Haar
und sie flüsterte leise: „Wie lange schon?"
"Schon immer, vom ersten Moment an als ich deine blauen Augen sah. So blau wie das
Wasser. Umrahmt von deinen blonden Haar, wie der Sonnenuntergang, den ich so liebe….
Es tut mir leid.", schluchzte Setsuna heiser und leise.
Bunny drückte sie ein wenig von sich und legte beide Hände auf Setsuna Wangen.
„Setsuna! Nichts muss dir leid tun. Mir tut es leid, dass ich es nicht bemerkt habe. Niemals dürfen dir solch schöne Worte leid tun! Niemals.!" Als Bunny bei ihren Worten in die rotbraunen Augen ihrer Freundin schaute, nahm das Kribbeln in ihrem Bauch wieder zu. Sie fühlte sich angezogenen von diesen Augen und diesen kirschroten Mund. Eine Weile saßen beide Frauen regelungslos da und schauten sich tief in die Augen.
Es war Bunny die beschloss, ihren Gefühl, die fast zu schreien schien, einfach freien lauf zu lassen. Sie lehnte sich nach vorne, so weit bis ihre Lippen die von Setsuna berührten. Sie waren weich und zärtlich. Bunny löst sich nicht von diesen Lippen und diesem wundervollen Gefühl. Im Gegenteil, sie schloss einfach die Augen, in der Hoffnung, dieser Kuss würde
niemals enden. Überrascht hatte Setsuna die Augen aufgerissen, als Bunny sie einfach geküsste hatte. Doch auch sie war nicht mehr in der Lage den Kuss zu lösen. Zu sehr hatte sie sich diesen Augenblick herbei gesehnt. Zitternd schloss Setsuna die Augen und legte ihre Arme um Bunny.
Jeder Gedanke, jede Vernunft verflog. Es zählte nur noch dieser Augenblick und sie drückte den zierlichen Körper des blonden Engel näher an sich. Ganz zärtlich erwiderte sie den Kuss und Bunny lies sich auf das zärtliche Spiel ein.
Ihre Hand strich fordernd durch das dunkle Haar und sie wurde erhört. Zärtlich strich Setsuna mit ihrer Zunge über die weichen Lippen ihrer Prinzessin. Mit einem wohligen Seufzen öffnete Bunny langsam ihre Lippen. Sie und Setsuna sanken in einem leidenschaftlichen Kuss zu Boden.
Mamoru hatte sie hundertmal geküsst, doch nie hatte er sie so berührt, so geküsst oder geliebt,
wie es Setsuna in dieser Nacht das tat. Jede Berührung, jeder Kuss auf ihrer Haut schienen die Gefühle der Kriegerin von Raum und Zeit über ihre Haut direkt in ihre Seele zu transportieren. Noch nie hatte sie sich so geliebt und begehrt gefühlt.
„Du liebst mich sehr?", fragte Bunny ihre Freundin, als diese eine Decke über sich und Bunny
zog. Setsuna nickte und drückte Bunny fest an ihren Körper. Das Gefühl von Bunny Haut an ihrer Haut verursachte einen tiefen aber angenehmen Schauer.
„Ich liebe dich mehr als alles auf der Welt!", und zum ersten Mal konnte Bunny ein Lächeln, ein liebevolles Lächeln auf Setsunas Gesicht sehen.
"Es war dein erstes Mal?", fragte sie zögernd ihre Freundin weiter. Diese lächelte weiter sanft in Bunnys Gesicht.
"Ja...", hauchte sie verlegen und schaute zur Seite. Eine Hand legte sich sanft auf ihre Wange und drückte sie zärtlich zurück, so dass sie gezwungen war, wieder in das schöne Gesicht von Bunny zu schauen. Diese hatte gerötete Wangen. "Du hast mir dein... erstes Mal geschenkt?", fragte sie in einen zärtlichen Ton. Die junge Frau nickte und lächelte erneut bevor sie antwortete: "Ich hätte es nur dir geschenkt... aber", doch
weiter kam sie nicht. Glücklich und überwältigt liebkoste Bunny die Lippen ihrer Freundin.
"Setsuna-Chan, ich will bei dir bleiben...!", flüsterte sie Setsuna sanft ins Ohr und schmiegte sich an sie. "Bitte lass mich bei dir bleiben…."
