Ich will bei dir bleiben!
Da war er wieder, dieser Knoten, der sich fest um Setsunas Brust schnürte. Immer noch lag die süße Stimme von Bunny in ihren Ohren.
Bitte lass mich bei dir bleiben.
„Bunny…", schwer seufzte die Frau mit den traurigen Augen. Bunny richtete sich leicht auf
und schaute ihrer Freundin in die Augen. Das Lächeln auf ihren Lippen verschwand, als sie die Sehnsucht sah, mit der sie Setzuna ansah. Sanft strich Bunnys Hand durch die grün
schimmerndem Haare.
Obwohl Setsuna nicht gesprochen hatte, so wusste Bunny die Antwort.
„Warum nicht,? Ich möchte bei dir sein. Du liebst mich wie ich bin.
So wie … du mich berührt und geküsst hast, das … war wunderschön.",
hauchte die Blonde Frau leise und ihre Wangen verfärbten sich Rosa.
Setsuna schluckte schwer. Ehe sie sprach, gab sie Bunny einen zärtlichen Kuss,:
„Oh, Bunny! Ich will nichts mehr auf der Welt, als mit dir zusammen zu sein. Aber..
ich darf nicht. Wir dürfen nicht ... Du und Mamoru, ihr seit für einander bestimmt und das weißt du. Du weißt auch, dass du ihn liebst und das er dich liebt. Mehr als du mich je lieben könntest."
Sie hatte gar nicht die Tränen bemerkt, welche sich bei ihren Worten heimlich ihren Weg gesucht hatten.
Sie lächelte Bunny an. Diese schaute sie nun wiederum mit tiefer Traurigkeit an.
„Bitte schau nicht so traurig an! Mein wunderschöner Engel. Du hast mich heute so glücklich gemacht, ich werde das immer bei mir tragen, das verspreche ich dir…", sprach sie sanft weiter.
Endlich rührte Bunny sich. Sie legte den Kopf leicht schief und betrachtete Setsuna. Liebevoll
drückte sie ihre Lippen auf Setsunas kirschroten Mund. Eine Weile küssten sich die beiden. Dann hauchte Bunny ihr leise ins Ohr. „Ich liebe dich aber Setsuna."
Setsuna konnte nicht anders als Bunny. Sie konnte nicht nur vernünftig sein. Also zog sie die junge Frau an sich streichelte ihr blondes Haar. Sie, vor allen anderen hätte wissen müssen, dass sie das nicht hätte tun dürfen.
Bunny hatte sich liebevoll an sie gekuschelt. Setsuna schaute melancholisch zu
der weißen Decke über sich. Ihr war klar, so konnte es nicht bleiben, schon um Chibi Usas
Willen, aber was sollte sie tun?
Mamoru wusste, dass es das Beste war, Bunny erstmal ihre Wut austoben zu lassen. Meistens
kam sie wieder. Er hatte es ja auch nicht so gemeint, das wusste er und sie bestimmt auch.
Das waren Mamorus Gedanken, als er sich ein Glas Wein eingoss. Langsam kreisend bewegte sich der rote Wein in dem großen Glas.
Der junge Mann hatte sich auf den kleinen Balkon gesetzt und beobachtete den aufgehenden Mond. Bunny war immer noch nicht zurückgekommen oder hatte angerufen. Es schien so, als hatte er sie wirklich verletzt. Vielleicht war er doch zu weit gegangen.
Langsam machte sich der junge Mann sorgen und benachrichtigte Luna. „Luna… kann ich bitte Bunny sprechen?", fragte er die kleine Katze etwas nervös über den Kommunikator. „Bunny? Die ist nicht hier. Ich dachte sie sei bei dir? Ist was passiert?", fragte die Katze nun besorgt.
„Nein... wir.. haben uns nur etwas gestritten wegen ihren Noten… sie schmollt bestimmt.",
winkte Mamoru ab.
Nach dem Gespräch mit Luna lehnte Mamoru besorgt auf dem Geländer seines Arpartmens.
Hatte er Bunny etwa so verletzt, dass sie weg lief? Der junge Mann zögerte nicht lange. Er griff nach seiner Jacke und verlies die Wohnung, um sich auf die Suche nach Bunny zu machen.
Diese lag glücklich in Setsuna Armen. Setsuna hingegen war zwar glücklich, aber sie wusste
das Bunny nicht für sie bestimmt war. So sehr sie sich das auch wünschte. Der süße Duft von
Bunny war beruhigend und die junge Frau genoss jede Minute in der sie ihren Engel in ihren
Armen halten durfte. Sie wusste, dass es nicht für immer war. Sie wusste, dass es nicht Mal für heute war.
/Denk an die kleine Lady, du darfst sie nicht für dein Glück opfern./,
dachte Setsuna und löste sich ganz sanft aus der Umarmung. Große blaue Augen schauten sie
fragend an: „Ist etwas? Setzuna?"
Zitternd strich sie durch das goldene Haar und lächelte Matt. „Wir sollten zu Mamoru gehen.
Er wird sich sorgen um dich machen und…"
„Setsuna? Ich möchte hier bleiben… bitte schick mich nicht fort!", unterbrach Bunny flehend ihre Freundin. Setsuna seufzte hörbar und legte den Kopf zurück. „Bunny, bitte versteh doch! Glaub mir! Ich liebe dich so sehr. Ich würde mit dir so gerne die Ewigkeit verbringen, aber was soll den aus der Kleinen Lady werden? Ich darf mein Glück nicht in Fordergrund stellen… das darf ich einfach nicht! Bitte mach es mir nicht so schwer", erwiderte Setsuna traurig und küsste Bunny zärtlich auf die Stirn.
Bunny verstand ihre Freundin sehr wohl. Trotzdem war es nicht fair. Nur weil sie ihre Zukunft kannte, musste es nicht diese sein. Im Gegenteil, sie wollte keine Königin sein. Sie wollte doch immer nur ein einfaches Mädchen sein. So sein, wie sie war. So sein, wie Setsuna sie liebte.
Aber zu sehen, wie sich ihre Freundin quälte, dass wollte sie auch nicht. Sie wollte auch nicht das Leben ihrer Tochter für ihr Glück opfern.
Schweren Herzens nahm sie Setsunas Hände.
„Du hast recht! ... Aber …", sie brach ab und lächelte Matt.
„Las uns zu ihm gehen. Auch wenn ich nicht weiß, was ich ihm sagen soll."
Setsuna nickte stumm und zog sich an. Nach einem kurzen Augenblick standen sie draußen. Und die Erinnerungen an die vergangene Nacht schien sich mit der kühlen und frischen Abendluft auflösen.
Bunny harkte sich bei Setsuna ein und kuschelte sich an diese. Setsuna lies es zu. Jede Minute die ihr mit Bunny blieb, wollte sie genießen.
Ein leiser Windzug lies die Bäume über ihnen aufrascheln. An der nächsten Ecke stießen sie auf Mamoru stießen, der besorgt und zugleich glücklich auf Bunny zu lief.
„Bunny! Ich hab mir schon Sorgen um dich gemacht!", begrüßte er seine Freundin und zog sie liebevoll an sich. „Ich…", setzte Bunny an, doch sie war zu verwirt. Die Hand von
Setsuna, die sie zuvor gehalten hatte, entglitt ihr.
Diese hatte sich längst ein paar schritte entfernt und kämpfte gegen jedes Gefühl an, welches sich in ihr regte. Sie fühlte eine Mischung aus Erleichterung, Angst und Schmerz.
„Oh Bunny! Ich hab dich nicht verärgern wollen. Du weißt doch dass ich dich liebe, ich liebe
dich so wie du bist."
Dicke Tränen liefen Bunnys Wangen hinab und sie schluchzte laut: „Mamo-Chan… ich,
wir.. ich muss dir was sagen." Doch dieser Strich seiner Freundin nur liebvoll durch das Haar. Er hob ihren Kopf und küsste sie zärtlich auf den Mund. Setsuna wandte ihren Blick ab. Nun war alles wieder wie es sein sollte, aber sie konnte es nicht ertragen. Niemals hatte sie sich vorgestellt, das die Erfüllung ihrer Sehnsucht eine tiefere Sehnsucht hinterlässt.
Für eine Nacht hatte sie das Leben geführt, dass sie sich seit Anbeginn der Zeit gewünscht hatte. Aber niemals hatte sie sich auch nur vorgestellt, dass es so schön sein würde.
In der jungen Frau tobte ein Kampf, wie sollte sie sich jemals normal gegenüber Bunny benehmen. Zugleich wusste sie, dass es das einzig Richtige war.
Langsam hatte sich Setsuna davon geschlichen. Ihr Gehen blieb unbemerkt und als sie außer Sichtweite war, rannte die junge Frau. Sie rannte so schnell sie konnte. Ohne einen Blick zur Seite. Ohne einen Blick in die Ferne.
Sie wollte fort...
Plötzlich spürte sie einen heftigen Schlag. Es war mehr als ein Schlag. Eine wucht der Energie schien sie zu treffen und sie spürte, wie ihr Körper den Kontakt zum Boden verlor. Er wurde in die Luft gehoben und da war es. Sie sah überall Glas und rubinrotes Blut, ihr Blut, das wusste sie in den Moment als ihre Seele den Körper verließ.
Um sie herum hielt die Zeit an. Sie sah den gelben LKW, der nach rechts ausgeschert war. Sie sah sich ihren eigenen Körper verdreht und leblos in der Luft schweben auf dem Höhepunkt der Flugbahn. Sie selbst stand vor dem geschehen.
"Es ist besser so!"
Ruckartig wendete sie sich um und blickte in rotbraune Augen.
"Du?"
"Ja, ich!", sagte Sailor Pluto.
Warum.. du .. ich?", Setsuna schwirrten die Sinne, als sie sich selbst betrachte. Nur langsam begriff sie, was eben geschehen war.
"Ich habe die Zukunft gesehen. Ich weiß, das du es nicht schaffst. Das sie es nicht schafft. Ihr liebt euch mehr, als euch bewusst ist. Du hast dein Bestes geben, aber die Gefühle zu ihr sind zu stark, du wirst alles ins Chaos stürzen", die Stimme der Kriegerin war sanft, doch dann wurde sie fest und ernst. Sie halte durch das unwirkliche Szenario aus Tod und Nebel.
"Eure Liebe zerstört die Welt! Als musst du ... muss ich gehen!"
Tränen strömten über Setsunas Wangen. Die Wahrheit traf sie mit Macht. Ihr Leben auf der Erde war verwirkt. Durch einen Schleier von Tränen schaute sie auf ihren Körper.
"Darf ich zum Tor...?", fragte sie schwer schluckend.
"Ja. Du wirst deiner Pflicht nachgehen und es ist dir Verboten auch nur irgendeinen Menschen zu sehen. Niemand darf mehr das Tor von Raum und Zeit aufsuchen. Verstößt jemand gegen dieses Gesetzt, so wird er sterben!"
Setsuna nickte und wandte ihren Blick nicht vom Szenario ab. Warme Luft umströmte sie und zog sie mit sich. Ein silbernes Licht zog ihre Seele an den ihr so bekannten Ort. Das letzte was sie sah, war ihr Körper, wie er durch die Luft wirbelte und hart auf den Boden schlug, wo er nach einigen Überschlägen reglos liegen blieb und der gelbe LKW, wie er quietschend bremste. Das Quietschen halte noch nach, als sie am Tor stand.
"Obwohl ich es versucht habe, konnte ich nicht stark bleiben. Ich habe alles durcheinander gebracht. Es tut mir leid! Ich hätte mich gerne verabschiedet!", flüsterte sie leise in den Nebel.
Mamoru und Bunny fuhren herum, als sie in der Ferne das laute Quietschen von Reifen vernahmen, dicht gefolgt vom Zersplittern einer großen Glasfläche.
"Das klang nach einem heftigen Unfall!", sagte Mamoru besorgt und wandte sich zu Bunny um.
Doch diese schaute sich panisch um.
"Setsuna! Wo ist Setsuna!"
Ihre Stimme wurde von Panik zerrissen und Mamoru begriff sofort. Er und Bunny schauten sich nur eine Sekunde lang an und dann rannten die Beiden dem Ort des Unfalls entgegen.
Das Herz der jungen Frau schlug so schnell, dass sie eine starke Übelkeit übermannte. Die Angst kroch mit jedem Schritt ihren Körper hinauf.
Als sie um die Ecke gerannt kamen, erfüllte sich jener angstvolle Gedanke, der ihre gekommen war, als sie Setsunas Abwesenheit bemerkt hatte. Ein Mann kam den beiden Entgegen und stotterte verstört. "Haben sie ein Handy dabei? Sie ist mir einfach vor den Wagen gerannt!" Ich habe sie nicht...!"
Sein stottern wurde von Bunnys Schrei unterbrochen. Das blonde Mädchen riss sich los und rannte zu dem leblosen Körper. Überall war Blut und Glas. Bunny ließ sich einfach in die Scherben fallen und zog den Körper ihrer Freundin an sich.
„Setsuna...", hauchte sie leise. Wie erwartend kam keine Antwort von der leblosen Frau. Unsanft rüttelte Bunny an Setsuna:
"Setsuna"
Aber die Kriegerin zu Raum und Zeit öffnete ihre Augen nicht .
Bunny rüttelte nun panisch an dem Körper ihrer Freundin, dieser bewegte sich wie eine leblose Puppe.
„SETZUNA MACH DIE AUGEN AUF!"
Kein Hauch von Leben wich mehr aus dem Körper in ihren Armen. Wie ein Engel lag sie da und Bunny konnte spüren, wie die wärme von Setsunas Körper der Kälte wich.
Heiße Tränen tropften auf das Gesicht der leblosen Frau. Bunny klammerte sich fest an ihr
und vergrub ihren Kopf in das weiche grüne Haar. Da war er, der Duft von Jadeblüte: „Setzuna, lass mich nicht alleine, stirb nicht! Oh bitte, mach die Augen auf!"
Setsuna öffnete ihre Augen nicht und Bunny wusste, dass sie es nie wieder tun würde. Ein tiefer Schmerz zerriss ihre Brust. Der Himmel schien zeitgleich zu zerreißen und der Regen setze wieder ein.
Erbahmungslos prasselte er auf die weinende Bunny und den leblosen Körper von Setsuna ein.
Mamoru kam langsam zu sich. Sein Körper war von einem tauben Gefühl übermannt, als er den Unfallort erreicht hatte. Automatisch hatte der junge Mann sein Handy genommen und einen Krankenwagen gerufen. Doch die Menge des Blutes sagte ihm, dass es zu spät war.
Endlich hatte er wieder Kontrolle über seine Motorik und ging zu Bunny hinüber.
Langsam beugte er sich zu ihr hinunter und flüsterte.
"Bunny es ist zu spät... Bunny lass sie los!"
Diese reagierte zuerst nicht und starrte in das leblose Gesicht ihrer Freundin. Es war genauso schön und eigentlich hätte man glauben können, dass Setsuna nur schläft. Bunnys Tränen wollten kein Ende finden. Schluchzend beugte sie sich über Setsunas Gesicht und küsste ihre roten Lippen. Erst als sie die Kälte der sonst so warmen Lippen spürte, begriff Bunny, dass es zu spät war. Endlich sprach Bunny mit Schmerz durchzogener Stimme:
„Sie ist für mich gestorben, Mamoru!"
