Auch dieses Kapitel ist überarbeitet worden.
Kapitel 3
Gegenwart
Hermine öffnete die Augen. Ihre kleine Tochter hatte anscheinend schon wieder Hunger.
Sie stand auf und ging zum Kinderbett. Normalerweise hätte sie das Krankenhaus längst verlassen, aber sie wusste nicht wohin. Niemand hatte ein Wort darüber verloren, aber sie spürte sehr wohl die Blicke der Schwestern und Ärzte.
Vorsichtig nahm sie ihr Baby auf den Arm und ging zurück zum Bett.
In diesem Moment kam eine Schwester herein und fragte, ob sie Hilfe brauchte. Hermine nickte. Es war nicht so einfach sich bequem zum Stillen hinzusetzen.
Die Frau nahm ihr das Baby ab.
„Sie haben Ihr noch immer keinen Namen gegeben. Das ist eigentlich nicht üblich."
Hermine schaute sie an.
„Ich weiß, aber ich habe gehofft ihr Vater wird kommen und wir können gemeinsam entscheiden."
Jeder im Krankenhaus wusste von der Patientin, die nicht wusste, wohin sie sollte und die keinen Vater für ihr Baby hatte. Natürlich hatte sie einen Vater, aber der kam nicht. Es kam niemand. Nicht zu Besuch, nicht zum Baby schauen, nicht zum Gratulieren. Wie es schien, war die junge Frau ganz allein.
Die Krankenschwester hatte Mitleid, aber die Verwaltung war schon jetzt ungeduldig und am Montag würde man die junge Mutter „rauswerfen".
„Haben Sie denn nie über einen Namen gesprochen?"
Hermine schüttelte den Kopf.
„Welcher Name fällt Ihnen ein, wenn Sie Ihre Tochter ansehen? Nicht nachdenken."
„Alexandra."
Hermine war sich kaum bewusst, dass sie den Namen gesagt hatte.
Alexandra?
Sie wiederholte den Namen. Diesmal lauter. Alexandra.
Ja, das klang stark und stolz.
Ein guter Name.
Die Schwester sah sie freundlich an.
„Sehen Sie. Ein schöner Name. Und unsere Verwaltung wird sich freuen. Wenigstens können sie nun etwas in die Akten schreiben."
Die Schwester wagte es endlich eine Frage zu stellen, die sie alle plagten.
„Es ist so traurig Sie hier allein zu sehen. Haben Sie denn keine Familie?"
Hermine sah ihre Tochter an. Familie – sie wusste nicht, wo sie war. Ob sie die große Schlacht überlebt hatte oder nicht? Sie hatte sie jedenfalls nicht finden können.
Freunde – oh ja, die hatte sie.
Einen Ehemann – darüber wollte sie nicht nachdenken.
Lieber erinnerte sie sich an den schönsten Abend ihres Lebens.
Rückblick
Sie konnte sich nicht erinnern, wie sie in Severus Schlafzimmer gekommen war. Sie erinnerte sich nur daran, wie er sie geküsst hatte. Zuerst nur vorsichtig, aber dann voller Leidenschaft und nun stand sie hier.
Severus begann sich auszuziehen. Sie folgte jeder seiner Bewegung neugierig.
„Nun Miss Granger, worauf warten Sie?"
Hermine nickte und ein paar Augenblicke stand sie in T-Shirt und Slip vor ihm.
Ganz in Weiß und so begehrenswert.
War sie wirklich noch unberührt? Mit 18? Er wollte lieber nicht über ihr Alter nachdenken. Aber alle moralischen Bedenken verflogen, als sie sich auf das Bett setzte, sein Bett.
Schließlich stand auch er in T-Shirt und Shorts (schwarz) vor ihr.
Er strich ihr über die Wange, ganz vorsichtig.
„Keine Angst. Es wird Dir gefallen."
Und es gefiel ihr. Seine Berührungen, seine Küsse, seine geflüsterten Zärtlichkeiten. Seine Geduld, aber auch die war irgendwann zu Ende.
„Genug des Vorspiels."
Hermine erkannte seine Stimme kaum. So atemlos, so tief. Aber bevor sie etwas erwidern konnte, lag er schon auf ihr. Sie fühlte seinen ganzen Körper, seinen heißen Atem. Seinen Penis.
„Hermine. Berühr mich."
Sie spreizte ihre Beine, fühlte, wie er zwischen sie glitt. Vorsichtig berührte sie ihn. Severus stöhnte auf und Hermine wurde mutiger. Schließlich hielt er es nicht mehr aus. Er schob ihre Hand zur Seite.
„Lass mich das machen. Beim ersten Mal."
Hermine spürte wir er vorsichtig in sie eindrang, bis er an eine Barriere stieß. Er stoppte und sah sie an.
„Es wird nur ein wenig weh tun. Ich …"
„Severus, bitte. Hör auf darüber zu reden. Tu es."
Severus hatte recht gehabt, es tat weh, aber es war auch überwältigend. Sie wusste nicht, woher die Tränen kamen.
„Wein nicht. Bitte nicht weinen. Es tut mir so leid."
Er bekam es mit der Angst zu tun. Hatte er etwas falsch gemacht?
Hermine versuchte ihm zu sagen, dass es nicht an ihm lag. Dass er wundervoll war. Dass sie deshalb weinen musste. Aber sie bekam kein Wort heraus.
Die Tränen brachten Severus dazu sich von ihr zu lösen, das allerdings wollte Hermine nicht zu lassen. Sie hielt ihn fest, bis sie es ihm endlich erklären konnte.
Danach lagen sie eng beieinander und sahen sich an.
„Ich sollte duschen", sagte sie schließlich. Hermine waren die Spuren des ersten Mals unangenehm. Aber erst als er eingeschlafen war, stand sie auf und ging duschen. Danach fühlte sie sich viel besser. Sie legte sich zu Severus ins Bett und hatte nun genug Zeit ihn anzusehen und zu berühren. Damit weckte sie ihn allerdings und auch seine Leidenschaft war neu entfacht worden.
Die nächsten Stunden verbrachten sie damit die Körper des jeweils anderen zu erkunden, zu reden oder sich nur anzusehen. Sie wollten sich jeden Augenblick einprägen.
Sich an alles Erinnern bis zum Wiedersehen.
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Albus Dumbledore stand unschlüssig vor Professor Snapes Tür. Es war Zeit. Die Schlacht würde bald beginnen und es tat ihm leid die beiden zu wecken. Zumindest nahm er an, dass Miss Granger die Nacht hier verbracht hatte.
Er klopfte an die Tür. Einige Momente später hörte er jemanden kommen und die Tür öffnete sich.
„Severus, es tut mir leid. Aber …"
Der Professor winkte ab.
„Keine Entschuldigung. Ich bin in 30 Minuten fertig."
Bevor Dumbledore nach Hermine fragen konnte, war die Tür wieder zu.
Severus ging zurück zu seinem Bett.
Hermine schlief noch. Auf dem Laken waren kleine Blutspritzer zu sehen. Ein Zeichen, was heute Nacht geschehen war.
Er war ihr erster Liebhaber gewesen. Jemanden den sie nie vergessen würde.
„Hermine, aufstehen."
Keine Reaktion.
„Miss Granger."
Er war sich fast sicher, dass seine Professorenstimme mehr erfolgt haben würde. Und wirklich. Sie öffnete die Augen.
„Professor."
Dann erinnerte sie sich und lächelte. Seit gestern war er nicht nur ihr Professor, er war Severus.
Dieser beugte sich zu ihr herunter und gab ihr einen kurzen Kuss. Dann trat er rasch zurück. Dafür war jetzt keine Zeit.
„Du musst aufstehen. Die ersten Truppen Voldemorts sind gesehen worden."
Schlagartig war sie wach.
„Ich ziehe mich an."
Der Professor sah ihr zu, wie sie ihre Sachen suchte und sich anzog. Vielleicht sollte er sie allein lassen, aber er wollte keinen Moment mit ihr versäumen.
Wenn er schon sterben sollte, dann wenigstens mit guten Erinnerungen.
„Was machen wir jetzt?"
Sie sah ihn an.
„Du kennst den Plan."
Natürlich. Jeder kannte den Plan. Aber sie beide wussten, dass sie etwas anderes meinte.
Severus wusste nicht, was er ihr sagen sollte. Er war Realist.
Aber ihr zuliebe würde er auch Optimist sein.
„Wir werden kämpfen und wir werden gewinnen."
Hermine nickte.
„Und dann sehen wir uns wieder?"
xxx
