Teil 5

Dumbledore hatte nicht gelogen als er sagte, dass Hermine und Severus nicht das erste Schülerin - Lehrer - Paar waren. Allerdings war dies erst einmal geschehen. Und es hatte auch kein gutes Ende genommen. Aber das konnte er ja wohl nicht erzählen.

Albus Dumbledore schaute auf die Karten die vor ihm lagen. Dann ging er zum großen Fernrohr und blickte in den dunklen Sternenhimmel.

Wenn er die Zeichen richtig deutete, dann war die Zeit gekommen.

Die Prophezeiung könnte sich erfüllen.

Er würde in die Geschichte eingehen – wieder einmal.

Und Severus Snape und Hermine Granger würden ein Paar werden.

Leider sagten ihm die Karten nicht wie sich die Prophezeiung erfüllen würde und auch in den Archiven war nichts dazu zu finden.

Er hatte gehofft, dass Hermine bei ihren Recherchen etwas finden würde. Nicht weil sie über besondere Fähigkeiten verfügte, sondern weil er dachte, dass es vielleicht Part der Vorsehung war. Aber anscheinend nicht.

Wenn er die Sterne richtig deutete, würde es heute Nacht passieren.

Und deshalb würden die beiden die Gemächer nicht verlassen.

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So sehr sich Hermine auch bemühte sie konnte die Tür nicht erreichen.

„Professor, bitte. Heben Sie den Zauber auf."

„Welchen Zauber ? Ich habe nichts getan."

Er ging auf sie zu. Nichts zu spüren. Aber nur einen Schritt weiter und er prallte gegen eine unsichtbare Wand.

Was sollte das ? Er hatte schon geahnt, dass Dumbledore etwas im Schilde, aber das schien ihm doch etwas übertrieben.

„Dobby."

Der Hauself ploppte ohne Probleme in den Raum.

„Kannst du dem Schuldirektor sagen, dass ich ihn sprechen möchte."

Statt eines „Ja, Sir. Sofort Sir.", blieb Dobby mit gesenktem Kopf stehen.

„Sir, Professor Snape. Ich darf den Headmaster nicht stören."

Auch der strenge Blick von Snape änderte nichts an der Haltung Dobby.

„Sir, Miss Granger. Dobby würde gern helfen. Aber der Headmaster hat es mir verboten."

Dobby senkte den Kopf und verschwand mit einem Plopp.

„Wie es scheint, will der Professor uns mit Gewalt zusammen bringen."

Hermine mochte es nicht, wenn sie manipuliert wurde. Aber sie hatte eine Idee.

„Dobby."

Plopp.

„Ja, Miss Granger. Kann Dobby helfen?"

„Ich möchte wissen welches Buch der Professor gerade liest?"

Dobby strahlte. Diese Frage konnte er beantworten.

„Die Weissagen des Großen Magnus. Ein altes, sehr großes Buch. Der Professor liest fast jeden Tag darin."

„Danke Dobby."

Plopp und der Hauself war wieder verschwunden.

„Sehr gut. Vielleicht hilft uns diese Information weiter."

Die beiden setzen sich an den Tisch und überlegten was sie tun konnten. Schließlich verfügte Severus über eine umfangreiche Bibliothek. Auch wenn er von diesem Buch noch nie gehört hatte.

Hermine war inzwischen aufgestanden und stand vor den vollen Regalen.

Severus stellte sich neben sie.

„Wir sollten einfach alle Bücher durchsehen, die uns helfen könnten. Wie es aussieht ist es das einzige was wir im Moment tun können."

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Dunkle Wolken zogen sich über Hogwarts zusammen. Alles war genauso wie es Dumbledore erwartet hatte.

Plötzlich klopfte es an seiner Tür.

„Minerva, du kommst genau zur richtigen Zeit."

„Ich fürchte auch zu spät um Deine Aktionen zu verhindern. Ich habe gehört, dass Du Hermine und Severus eingesperrt hast. Was soll das Albus ? Du solltest wissen, dass man Weissagungen nicht erzwingen kann. Sie erfüllen sich nicht immer."

Albus nickte.

„Ich weiß. Leider."

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Ein paar Minuten später saßen Hermine und Severus nebeneinander und blätterten in den Büchern.

Vergessen waren alle Unstimmigkeiten.

Hermine hatte Feuer gefangen und redete und redete.

Severus beobachtete sie fasziniert.

Sie war einfach unglaublich. So klug. So hübsch. Und so jung.

Das Ziel seiner Beobachtung räusperte sich.

„Ja?"

„Ich hatte etwas gefragt."

Verdammt, er hatte wohl nicht zugehört.

Und sie hatte es leider gemerkt.

„Würdest Du die Frage wiederholen, Hermine?"

„Aber gern, Severus."

Er beschloss nicht darauf zu reagieren.

„Haben Sie schon einmal von dem Großen Magnus gehört?"

Er schüttelte den Kopf.

„Der Große Magnus war einer der bekanntesten Zauberer des Mittelalters. Er lebte fast 200 Jahre und dann verschwand er einfach. Und seine Weissagungen wurden vergessen. Fast – hier steht, dass es ein paar Verrückte gibt, die seine Anhänger sind. Verrückte ? Ist Professor Dumbledore verrückt ?"

„Ich könnte darauf eine Menge erwidern."

„Ich verstehe."

Sie beugte sich wieder über die Bücher, aber Snape hatte ihr Lächeln gesehen.

„Miss Granger. Wo bleibt Ihr Respekt?"

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Ein Blitz folgte den anderen.

Dumbledore und Minerva standen schweigend am Fenster. Das stand jedenfalls nicht in dem Buch des Großen Magnus.

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Severus rückte näher an Hermine heran. Natürlich nur damit er besser lesen konnte. Allerdings breitete sich in ihm ein angenehmes Gefühl aus. Angenehm war vielleicht das falsche Wort. Es war mehr. Wundervoll, aufregend, einmalig – diese Worte kamen ihm in den Sinn.

Verdammt, er musste sich konzentrieren. Dabei würde er viel lieber ihre Haut berühren. Oder sie küssen.

Was – er hatte sich niemals zuvor erlaubt so zu denken. Vielleicht lag es daran, dass er Hermine noch nie so nahe war.

„Hier steht es. „In vielen Jahren wird das Unwahrscheinliche geschehen. Das Dunkle wird versuchen die Macht in Angelsachsen zu übernehmen. In dieser Zeit werden zwei Menschen geboren, die unterschiedlicher nicht sein können. Aber ihre Begegnung wird entscheidend für den Sieg über das Böse sein. Erst wenn diese Menschen zueinander finden und sich lieben lernen, ist die Zukunft der Zauberwelt gesichert."

Hermine drehte sich zu Severus um.

Professor Dumbledore konnte doch nicht ernsthaft daran glauben. Und überhaupt war doch Harry Potter der Bezwinger von Voldemort und damit für die Zukunft ihrer Welt verantwortlich.

Snape war erschüttert. Er kannte Albus lange genug. Wenn dieser an so etwas glaubte, dann war die Wahrscheinlichkeit, dass es stimmte groß.

Aber dieser hatte auch von einer Tradition gesprochen.

„Mehr steht dort nicht ?"

„Nicht in diesem Buch. Ich weiß nicht. Es ist doch sehr ungenau. Wie kommt Professor Dumbledore darauf, dass wir beide …."

Sie beendete den Satz nicht, sah Severus nur an.

Warum? Er kannte es ihr nicht erklären. Nur zeigen.

Er beugte sich zu ihr und küsste sie. Vorsichtig. Aus Sorge, dass ihn seine Gefühle überwältigen würden.

„Oh."

Hermine war sprachlos. War es dass, was sie dachte oder …

Er merkte, dass sie der Kuß noch nicht ganz überzeugt hat.

„Komm näher."

Das lies sich Hermine nicht zwei Mal sagen.

Lächelnd legte sie ihre Arme um seinen Hals.

Obwohl Hermine geahnt hatte, dass er sie küssen würde, war sie doch überrascht. Es lag eine Sicherheit in seinen Handlungen, die nicht zu seiner früheren ablehnenden Haltung passte.

Nach ein paar Sekunden löste sie sich von ihm.

„Magst du es nicht wenn ich dich küsse?", fragte Severus leise.

„Doch es gefällt mir."

„Aber du bist nicht mit dem ganzen Herzen dabei. War es nicht das was du wolltest? Was geht in deinem Kopf vor?"

Sie ging zu dem kleinen Sofa, schob die darauf liegenden Bücher zur Seite und setzte sich.

„Ja, das wollte ich. Und es fühlt sich wunderbar an. Aber du hast mir deutlich zu verstehen gegeben, dass du nicht an mir interessiert bist."

Er setzte sich zu ihr.

„Du hast das falsch verstanden. Ich bin an dir interessiert. Mit jeden Tag mehr. Aber ich wollte keine Beziehung beginnen."

„Was hat sich geändert?"

Mit dieser Frage hatte er gerechnet, wusste aber nicht was er darauf antworten sollte.

Er zuckte mit den Schultern.

"Ich weiß nicht."

„Soll ich deine Gedanken lesen, Severus ? Gut, ich kann es versuchen. Du willst mich. In sexueller Hinsicht ?"

Ein Blick zeigte ihr, dass sie anscheinend richtig geraten hatte.

Sie lehnte sich zu ihm herüber und küsste ihn.

„Meinst du das ?"

Noch ein Kuss.

„Oder das?"

Sie nahm seine Hand und legte sie auf ihre Brust. Er stöhnte auf.

„Bist du sicher?"

Sie rückte noch näher an ihn heran.

„Ich bin sicher. Wollen wir es nicht einfach probieren?"

Statt einer Antwort zog er Hermine zu sich herüber und presste sie an sich.

Sie lachte auf als er ihren Hals küsste. Das war die Antwort, die sie hören wollte.

Ohne ihren Blick zu senken, begann sie ihre Bluse aufzuknöpfen.

Er ergriff Hermines Hand und schüttelte den Kopf.

„Nein, nicht so."

„Aber …?"

„Vertraust du mir?"

Er nahm ihre Hand und zog sie in Richtung Schlafzimmer.

„Ein schönes Zimmer."

„Und so praktische Möbel."

Sie setzten sich aufs Bett.

„Eine komische Situation. Ich habe so etwas noch nie gemacht."

„Was Sex mit einer Frau ?"

„Nein, Liebe mit einer Schülerin."

„Ich bin keine Schülerin mehr."

„Gut, dann darf ich das machen?"

Während er sie küsste, begann er damit ihren Körper zu erkunden. Als er an ihrem Po ankam, hob er sie etwas hoch und beide legten sich aufs Bett.

„Es ist schön, dass du hier bist. Hoffentlich bereust du es nicht."

„Niemals."

Nach einer Weile waren Küsse nicht mehr genug.

„In meiner Phantasie habe ich mir immer vorgestellt, dass ich dich so berühren kann. Das du so unter mir liegst. Hast du auch von mir geträumt?"

Er fuhr mit seiner Hand zwischen ihre Schenkel und Hermine stöhnte vor Leidenschaft auf.

„Nun Liebling, wie lautet deine Antwort?"

Es kostete ihn Überwindung, sie nicht sofort zu seiner Geliebten zu machen. Aber er wollte jeden Moment auskosten und er wollte, dass sie soviel Lust empfand wie er.

„Bitte. Tu es. Beim nächsten Mal haben wir mehr Zeit, aber nun will ich dich in mir spüren."

Sie drängte sich ihm entgegen und er hatte keine andere Wahl als in sie einzudringen.

„Oh Hermine. Du fühlst dich so gut an."

Mit jeder Bewegung, sagte er leise ihren Namen.

Sie war es die diese Gefühle auslöste. Und ihr wollte er die Freude und Lust, die sie in ihm auslöste zurückgeben.

„Was machst du nur mit mir. Ich habe so etwas noch nie gefühlt."

Ihre Worte lösten eine unendliche Welle des Glückes in ihm aus.

„Mache ich dich glücklich?"

„Oh, ja. Nur du. Mach weiter. Es wird immer besser."

Und wurde besser.

Sie hatte vollkommen Recht.

Sie erreichten fast zur selben Zeit den Höhepunkt und auch danach konnten sie sich nicht voneinander lösen.

„Hast du gewusst, dass es so seien würde?", fragte Hermine kurz bevor sie einschlief.

„Ich habe es gehofft."

Aber das hörte sie schon nicht mehr. Severus Snape zog sie ganz fest an sich und schlief dann ebenfalls ein.


Als Prophezeiung – auch Weissagung oder Verheißung – bezeichnet man allgemein eine Voraussage von Zukunftsereignissen. Der Oberbegriff für gesammelte mündliche oder schriftliche Prophezeiungen, meist einer Einzelperson, ist Prophetie. Dieser Ausdruck stammt vom altgriechischen propheteía für „aussprechen", „aussagen" oder „für jemanden sprechen" (φηµί phēmí = ich spreche; pro = für, heraus, anstelle).


Besser ?