Teil 3

San Francisco – Gegenwart

Sara liebte diese Stadt. Sie konnte in der Masse untertauchen, aber trotzdem die persönliche Atmosphäre genießen.

Diesmal fiel ihr der Abschied von Grissom leichter.

Auch wenn der Anlass ein trauriger war, so hatte ihr Aufenthalt in Las Vegas gezeigt, dass sie und Grissom zusammengehörten. Sie hatten geredet, miteinander viel Zeit verbracht und sich geliebt.

Sara hatte alles getan um ihn zu zeigen wie sehr sie ihn brauchte. Und dass sie mit ihm leben wollte, überall nur nicht in Las Vegas.

Jetzt konnte sie nur hoffen, dass Grissom zu ihr kommen würde. Sie hatte ihm nicht gesagt, wo sie war. Aber wenn er wollte, dann würde er sie finden.

Wie sie Grissom kannte, würde er Zeit brauchen. Die bekam er von ihr.

Aber bis es so weit war, verschwand sie aus seinem Radar.

Und das war schwer genug.

Xxx

Bei Lady Heather

Grissom verstand nicht so ganz was Heather damit sagen wollte. Besser gesagt, er verstand es ganz genau.

„Heather, ich bin hier, weil wir Freunde sind. Nicht mehr."

Sie rutschte näher.

„Ja, aber wir könnten mehr sein. Gib es zu, es gibt diese Verbindung zwischen uns."

Grissom schüttelte den Kopf.

„Nein. Ich würde das Sara nie antun."

Sie lachte auf.

„Warum nicht? Sie ist nicht hier. Es ist wie damals. Nur du und ich und sie in einer anderen Stadt."

Xxx

San Francisco – in der Vergangenheit

Sie ging nicht ans Telefon. Er hatte es immer wieder versucht - umsonst.

Wie sollte er sich entschuldigen, wenn sie nicht mit ihm sprechen wollte.

Er sah auf die Uhr. Ihm blieb nur noch wenig Zeit in der Stadt. Den Flug konnte er nicht verschieben.

Grissom verlies das Hotel und rief sich ein Taxi. Wenig später stand er vor Saras Wohnhaus und klingelte.

Ja?", erklang Lisas Stimme.

Hier ist Grissom. Kann ich mit Sara reden?"

Die Tür ging auf.

Lisa war froh, dass Grissom da war. Sie kannte die Männer und sie kannte Grissom. Der würde vor Schuldgefühlen umkommen. Aber sie wusste genau, dass sich die beiden liebten. Und der Liebe sollte man immer eine Chance geben. So etwas einfach wegzuwerfen, aus gekränktem Stolz – nein, dass kam nicht in Frage.

Hallo. Sie wollen sich hoffentlich entschuldigen?"

Ja, wenn Sara mit mir redet."

Das wird sie."

Danke."

Ich hoffe, dass ich es nicht bereue."

Xxx

Grissom klopfte an Saras Zimmertür.

Ich bin's. Kann ich mit dir reden?"

Ja."

Sie sah schrecklich aus. Vollkommen verweint. Und er war schuld daran. Schnell ging er zu ihr hinüber und wollte sie in den Arm nehmen. Im letzten Moment stockte er. Durfte er das überhaupt. Aber dann sah sie ihn an und er konnte nicht anders.

Oh Sara, es tut mir so leid."

Er zog sie an sich und strich ihr über den Rücken.

Ich weiß auch nicht wie es dazu gekommen ist. Ich liebe dich und niemals hätte ich daran gedacht, dass so etwas passieren würde."

Sara schon ihn leicht von sich und sah ihn an.

Würde sie ihm jemals wieder vertrauen können?

Grissom, ich muss immer darüber nach denken wie wir uns kennen gelernt haben. Du hast jemand zu deiner Begleitung engagiert. Du wolltest mich bezahlen. Und nun hast du einen One Night Stand mit einer Frau aus einer Bar. Ich weiß nicht, ob du zwei Leben führst."

Er konnte verstehen was sie meinte. Aber wie sollte er ihr erklären, dass er nicht so war.

Ich habe bisher fast nur für meine Arbeit gelebt. Und abends – es ist halt Las Vegas. Durch meine Arbeit in der Nacht lerne ich besonders diese Seiten des Lebens kennen. Aber das bin ich nicht. Und du und ich. Dich habe ich kennen gelernt, weil ich so bin. Ich hatte eine Freundin, keine Begleiterin. Ich war noch nie richtig verliebt bevor du kamst. Und eine richtige Beziehung hatte ich auch noch nie."

Wir haben auch jetzt keine richtige Beziehung. Du in Las Vegas, ich hier."

Was wollte Sara damit sagen? Dass sie Schluss machen sollten? Oder gab sie ihm noch eine Chance?

Las Vegas – Gegenwart

„Ich hatte Glück, dass mir Sara verziehen hat. Denkst du, dass ich ein zweites Mal den gleichen Fehler mache."

Sie zuckte mit den Schultern.

„Heather, bitte. Ich bin zu dir gekommen, weil ich dachte…"

Warum eigentlich ? Er fühlte sich einsam und verlassen und was tat er?

Er ging zu Heather. Kein Wunder, dass sie sich Hoffnungen machte. Und er schien auch nie zu lernen.

San Francisco – Gegenwart

„Es geht ihm schlecht, Sara. Und warum weiß er nicht wo du bist?"

Catherine hatte Brass gebeten nach Saras neuer Handynummer zu suchen. Und nur 5 Minuten später hatte sie ihre ehemalige Kollegin angerufen.

„Er kommt zu spät zur Arbeit. Schläft nicht."

„Das hört sich doch gut an."

Sara hoffte, dass Catherine verstand was sie meinte.

„Ja, schon. Aber ich habe Angst und mache mir Sorgen. Warum bist du gegangen?"

„Ich konnte nicht anders. Bitte. Wir hätten uns beide zerstört. Oder die Stadt hätte uns zerstört. Aber ich hoffe, dass Grissom bald zu derselben Einsicht kommt. Ich warte auf ihn."

„Ach und Catherine, wenn du mich gefunden hast, dann findet er mich auch. Denkst du nicht."

„Ja schon."

Sie wusste nicht, ob sie Sara von Heather erzählen sollte. Aber durch ihr kurzes Zögern hatte sie Saras Aufmerksamkeit gewonnen.

„Was gibt es sonst noch?"

„Gil. Er will zu Heather. Wir haben einen SM-Fall und er wollte sie um Rat fragen."

Heather – diese Frau verfolgte sie seit sie Grissom kannte. Sie erinnerte sich ungern an diese Frau.

„Ich vertraue Gil."

„Wirklich. Er ist auch nur ein Mann und in der Vergangenheit."

Sara unterbrach sie.

„Ich kenne Gil. Er würde mich nicht noch einmal betrügen."

Oops. Das klang ja interessant. Sara wusste anscheinend mehr als sie. Catherine hatte ja nur ihre Vermutungen, aber nun bestätigte Sara diese.

Aber sie war klug genug um nicht nachzufragen.

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Grissom sah Heather an. Er wusste wie er handeln musste.

Aber trotzdem fiel es ihm schwer. In all den Jahren war sie in der einen oder anderen Form immer für ihn da gewesen. Und auch diesmal hatte sie in einem Recht und ihm damit die Augen geöffnet. Er stand an einem Scheideweg. Er konnte wählen und er wusste wie seine Wahl ausfiel.

Er nahm Heathers Hand.

„Du bist eine gute Freundin, eine sehr gute. Aber ich brauche mehr. Mein Leben ist mit Sara. Das weiß ich jetzt."

Er lies ihrer Hand los und stand auf.

„Good bye Heather."

Sie sah ihm wortlos hinterher.

Es war ein Abschied für immer. Sie wusste, dass sie ihn nicht wieder sehen würde.

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