Sara vergessen
Brass sah auf sein Handy.
Grissoms Nummer leuchtete auf und er dachte sich gleich, dass das nichts Gutes bedeuten konnte.
Wielange war Grissom weg? Noch nicht einmal 1 Woche.
Irgendwas musste schief gegangen sein. Aber was ?
Brass konnte sich nicht vorstellen, dass Sara seinen Freund abgewiesen hatte. Dazu war die Liebe zwischen den beiden zu groß. Und die Missverständnisse würden die beiden lösen, wenn sie nur wieder zusammen wären. Aber das war anscheinend nicht passiert.
„Hallo Gil. Was macht die Suche?"
Ohne große Vorrede schilderte Grissom das Problem. Brass schrieb alles mit und nickte verständnisvoll.
„Ok, ich kümmere mich um die Adresse. Besorg dir dein Visum, pack deine Überlebensausrüstung und warte auf meinen Anruf."
Brass lächelte als er auflegte. Das war endlich mal eine Herausforderung für Grissom. Nicht für ihn, denn die Adresse hatte er in 10 Minuten. Maximum.
Grissom stand vor seinem Auto und warf einen Blick auf die Taschen und Kartons, die er einladen wollte. Brass hatte ihn alle nötigen Angaben verschafft und danach war es ein leichtes gewesen mehr über das Projekt zu erfahren an dem Sara arbeitete. Schließlich hatte er in der USA-Zentrale angerufen und sein Anliegen erklärt. Man hielt ihn nun sicher für einen liebeskranken Mann, aber damit konnte er leben. Und irgendwie war es ja auch war.
Seine Sehnsucht und sein Verlangen nach Sara wuchs mit jedem Tag. Er dachte daran dass er sie bald wieder sehen würde, was er sagen wollte und wie Sara reagieren würde. Oder wie er hoffte, dass sie regieren würde.
Darüber, dass es schief gehen könnte, wollte er nicht nachdenken. Sein Ziel war Sara und was danach kam – man würde sein.
20 Minuten später war alles eingeladen und er machte sich auf den Weg. Rund 5 Stunden Autofahrt lagen vor ihm.
Das härteste für Sara waren die Nächte. Es fiel ihr schwer einzuschlafen, denn sie konnte einfach nicht aufhören an ihn zu denken. Was er gerade machte und wie es war, wenn sie zusammen waren.
Sie vermisste sie Gris und die Gefühle, die er in ihr erweckte wenn sie sich liebten. Entgegen seiner Befürchtungen war er ein phantastischer Liebhaber. Er lies sich und Sara Zeit. Fragte was ihr gefiel, wie sie sich fühlte. Und wenn Sara etwas dagegen sagte, meinte er nur durch sie würde er den Sex so genießen können wie noch nie in seinem Leben. Und das merkwürdige war, dass sie ihm das glaubte. Auch als sie von einander getrennt waren.
Und dann hatte sie das Video von sich gemacht und ihm geschickt. Sie hatte es einfach nicht ausgehalten – die Hoffnung, das Warten – kommt er oder nicht. Und mit jedem Tag wurde es schlimmer und die Hoffnung kleiner.
Greg hatte ihr erzählt, dass sich Grissom komisch verhielt, aber das würde mit jedem Tag besser.
Leider, dachte sie als das Telefonat mit ihm zu Ende war. Sie hatte gehofft, dass er sie so sehr vermisste wie sie ihn. Stattdessen schien er zu seinem alten Leben ohne sie zurückzukehren.
Es war wie eine Tür die sich schloss. Es fehlte nun noch jemand, der den Schlüssel umdrehte und das würde sie sein.
So entstand das Video. Sie übte und übte und es wurde immer schlimmer. Zum Schluss war sie froh, dass ganze ohne Tränen überstanden zu haben. Sie war nun wieder Single.
Auf dem Weg zu Sara hatte Grissom genug Zeit über sein Leben in den letzten Monaten nachzudenken. Und da gab es eine Menge Dinge auf die er nicht stolz war.
Er erinnerte sich daran wie glücklich er war als sie wieder in seinen Armen lag. Er fühlte sich schuldig, weil sie ihn Warricks Tod vergessen lies. Aber er konnte einfach nicht anders, immer wenn er sie sah, musste er lächeln. Bis zu dem Morgen an dem sie ihn sagte, dass sie nicht bleiben konnte.
Irgendetwas war in diesem Moment in ihm passiert. Sie würde ihn wieder verlassen, ganz einfach. Wie konnte sie nur. Er war so wütend auf sie. Und es schien immer schlimmer zu werden.
An Ende war er froh, als er eines Abends nach Hause kam und sie nicht mehr da war.
Ihre Wahl, er würde sie nicht vermissen. Vielleicht gelang es ihn irgendwann sie zu vergessen.
Unbewusst schüttelte er den Kopf. Wie dumm er doch gewesen war. Sara vergessen?
Das war einfach nicht möglich.
Sara saß mit den anderen beim Frühstück und lächelte über die Themen ihrer neuen Kollegen. Es gab einige sehr junge Leute unter ihnen und sie waren so voller Optimismus. Ob sie auch so gewesen war? Für sie schien alles möglich zu sein. Sie hatten vor nichts Angst.
Und sie – nach vielen Nächten in denen sie über nichts anderes nachgedacht hatte, musste sie es sich eingestehen – sie hatte Angst vor der Liebe.
Am späten Abend kam Grissom in der Hafenstadt an. Das Schiff würde erst am nächsten Tag ablegen und er suchte sich ein Hotel für die Nacht.
Als er endlich im Bett lag, müde und trotzdem aufgeregt, gingen seine Gedanken zurück an eine bestimmte Nacht in Las Vegas. In dieser Nacht hatte er das Video von Sara bekommen.
