Huhu! Hat ein bisschen länger gedauert mit meinem Update – hab's ein bisschen vergessen … Aber es geht weiter! Danke für eure lieben Reviews (:
CaroloveSeverus: *Dir ein Taschentuch zum Tränenabwischen reicht* Freut mich, dass du hierhergefunden hast ;) und keine Sorge: Claire wird noch oft laut denken – das kann ich ihr nicht nehmen.
greta-serebro: Danke für den Hinweis – ich werde mal schauen, was sich ändern lässt (aber ich schreib sooo gern in Ellipsen ;) )
blaue-banane: Oh nein! Für Entzugserscheinungen will ich natürlich nicht verantwortlich gemacht werden können, also weiter geht's *g*
Miss Perenelle: Danke! Freut mich sehr, dass du ihren Humor magst – in dem Kapitel wird es gleich die geballte Ladung davon geben ;)
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Kapitel drei – Verfluchte Verwünschungen!
Wer ist eigentlich auf die Idee gekommen, einen Geist als Lehrer einzustellen? Langweile mich seit knapp zwei Stunden in diesem Kurs und anscheinend bin ich nicht allein. Irgendwie macht jeder, was er will, aber nicht, was er soll. Allerdings bin ich wiederrum allein, da weder Hermione noch ihr Anhängsel noch Ginny oder Luna oder sonst wer, den ich bereits kennengelernt hab, Geschichte gewählt haben. Schlaue Kinder! Merke, wie mich einer der Typen aus der hinteren Reihe angafft. Hab ihn heute glaub ich beim Mittag am Slytherintisch gesehen. Komischer Kerl, sieht aus, als würde er morgens Gel statt Wasser zum Haare waschen verwenden. Kalte, blaue Augen, arrogant-aristokratische Haltung. Ich tippe auf Reinblüter. Allerdings sieht er ein bisschen geknickt aus.
Schrecke hoch, als sich eine Pergamentschlange um mein Handgelenk wickelt und von da auf den Tisch schlängelt. Wie subtil. Zischend öffnet sie sich und so kann ich ihre Nachricht lesen.
Diamond, wer sich mit Dreck abgibt, wird selbst zu Dreck! Draco
Draco. Ja, wer so heißt, ist schon irgendwie vom Schicksal geschlagen. Ich habe einen Vornamen, du Idiot! Bin ich hier eigentlich nur von Kleingeistern umgeben? Und überhaupt: Dreck! Eine Claire Diamond gibt sich nicht mit Dreck ab! Niemand beleidigt die Menschen, die sich um Claire Diamond scharen! Muss fies grinsen. Habe da gerade eine Idee.
Beobachte neugierig, wie mein Rabe auf Dracos Schulter landet und an seinem Ohrläppchen knabbert. Ja Junge, ich kann auch Papier magisch falten, also glotz nicht so blöd! Na ja, ich habe seinen Zauber ein bisschen perfektioniert … Grinse schadenfroh, als mein Rabe plötzlich lautstark auf Dracos bis dahin makellosen Umhang kackt und dazu lauthals krächzt:
„Dreck zu Dreck!"
Gelächter macht sich im Raum breit, na ja, zumindest unter den Nicht-Slytherins. Die Slytherins mahlen mit den Zähnen, der fette Typ neben Draco zieht sogar den Zauberstab und richtet ihn auf mich. Whoops, Kinder! Ruhig bleiben!
Binns ist aus seiner Vorratter-Trance erwacht und sieht sich verwirrt im Raum um. Anscheinend hat er keine Ahnung, wie er die Situation unter Kontrolle bringen kann. Lehne mich entspannt zurück und überlasse alles dem Chaos. Ein paar der Slytherins verfluchen Ravenclaws. Sehe, wie der fette Typ neben Draco aufsteht und auf mich zurollt. Bedrohlich mit seinem Zauberstab wackelnd. Einen gut angesetzten – zugegebenermaßen – schwarzmagischen Fluch (aus Tantchens Hausgebrauch) später liegt er am Boden und röchelt.
Dann ist auf einmal alles ganz still. Außer dem fetten Typen, der anscheinend versucht, meinen Fluch mit Keuchen loszuwerden. Dummer Junge! Alle sehen plötzlich völlig geschockt zur Tür. Was da wohl so spannendes passiert? Drehe mich langsam um und sehe Snape in die Augen. Was macht denn der hier? Neben ihm steht Flitwick. Whoops … Wo kommen die denn so plötzlich her? Da geht mir ein Licht auf; immerhin sind hier Ravenclaws und Slytherins am – ich nenn es mal – kämpfen. Und Flitwick ist unser Hauslehrer. Also wird Snape … Man hat dem Mann ein Haus anvertraut? Wahnsinn. Hätte ich ja nicht gemacht.
Der fette Kerl liegt immer noch am Boden, hat aber das Röcheln aufgegeben und beschränkt sich darauf, blau anzulaufen. Bekomme ein schlechtes Gewissen, sollte ihn stoppen, bevor einer der Lehrer einen Finite spricht, der würde sich recht bösartig auswirken … Will gerade meinen Zauberstab zücken, als Snape vorspringt und den Fluch fachmännisch aufhebt. Wow, Professor. Für einen Tränkemeister kennen Sie sich erstaunlich gut mit schwarzmagischen Flüchen aus. Halt? Was hatte Terry gestern gesagt? Ex-Todesser? Das würde eventuell einiges klären.
Plötzlich dreht er sich um und funkelt mich böse an. Habe mich wohl selber verraten, als ich den Zauberstab drehen wollte. Was muss ich auch immer so blöde Flüche verwenden? Ein einfacher Kitzelfluch hätte völlig ausgereicht … Allerdings habe ich so gleich allen gezeigt, dass mit mir eher weniger gut Kirschen essen ist.
„WAS FÄLLT IHNEN EIN?", brüllt Snape plötzlich los. Der Mann ist wirklich unbeherrscht. Wahrscheinlich hat er zu wenig Sex. Muss grinsen. Keine gute Idee, wie mir das zornfunkelnde Antlitz meines Professors zeigt. Merlin … Rette mich!
Anscheinend hilft mein kleines Stoßgebet, denn Flitwick tritt neben Snape und sieht mich aus großen Augen an.
„In mein Büro – sofort!", piepst er. Glaube, er hat ein klein wenig Angst vor mir.
Brav dackele ich dem kleinen Magier hinterher. Uns folgen Snape und der fette Kerl. Sieht doch eigentlich schon wieder ganz gut aus. Also, zumindest ist er nicht mehr blau im Gesicht. Von gut aussehen kann man bei dem Kerl ja nicht reden. Außer man nimmt die Aussehensskala eines Schweins. Da würde er bei mir eine glatte neun bei einer Messlatte von null bis zehn schaffen.
Flitwick bleibt mitten im Gang stehen und ich renne fast auf ihn drauf. Ich glaube, Snape hat's bemerkt, denn er guckt noch ein bisschen finsterer. Mir egal, denn plötzlich schiebt sich der Wandteppich zur Seite und eine schicke Holztür kommt zum Vorschein. Flitwick drückt die Klinke, die irgendwann einmal jemand auf seine Größe montiert haben muss (oder passt sie sich automatisch dem Besitzer des Raumes dahinter an?) und ein paar Minuten später stehen wir im Büro des Zauberkunstprofessors.
„Setzen Sie sich doch!", sagt Flitwick, noch immer leicht zittrig, und beschwört zwei weitere Stühle für den fetten Kerl und Snape herauf. Ich lasse mich auf den fallen, der schon beim Eintreten vor Flitwicks Schreibtisch stand. Snape guckt noch eine Nuance böser. Muss damit zusammenhängen, dass er und der Slytherin Holzstühle für Menschen mit Flitwicks Größe haben und ich mich in einem gemütlichen, großen Ohrenbackensessel breit machen kann.
„Bitte, Miss Diamond, erzählen Sie doch, was in Geschichte der Zauberei passiert ist!", Flitwick scheint wirklich völlig von der Rolle. Wahrscheinlich hat er sowas noch nie miterlebt. Oder zumindest war noch nie sein eigenes Haus so direkt involviert. Reiße mich also zusammen und zeige mich von meiner besten Berichterstatterinnenseite. Langweilt Snape offensichtlich. Oder der Stuhl ist wirklich unbequem. Zumindest funkelt er mich böse an. Vielleicht ist das seine Version des Todesblickes. Nein mein Guter, da hab ich schon schlimmere gesehen!
Komme zu der Stelle, die selbst Snape zu interessieren scheint. Mein vermeintlicher Angriff auf den fetten Kerl neben ihm, dessen Stuhl bedrohlich ächzt. Schildere, dass ich mich nur gewehrt habe.
„Sie wollen meinem Schüler also unterstellen, dass er sie angreifen wollte?", fragt Snape leise und bedrohlich und sieht mir verächtlich in die Augen. JETZT hab ich doch ein klein wenig Angst vor ihm.
„Ja.", sage ich, „und ich sagte nicht, dass er mich angreifen WOLLTE, sondern dass er mich angegriffen HAT!", füge ich hinzu und irgendwie sieht Flitwick ein wenig erleichterter aus.
„Und da hat Ihnen natürlich kein einfacher Protego gereicht?", bohrt Snape auf diese beängstigende Art weiter.
„Nein. Schließlich wollte ich mich verteidigen. Wer weiß, was er-", ich deute auf den fetten Kerl, der bei der bloßen Handbewegung ängstlich guckt und sich eine Sekunde lang an Snapes Umhang festkrallt, „sonst getan hätte!"
„Und ein Expelliarmus ist Ihnen nicht eingefallen?", fragt Snape ein wenig lauter, sodass ich seine Wut fast körperlich spüre.
„Nein.", sage ich kleinlaut und blicke zu Boden.
„Woher kennen Sie solche Flüche?", fragt nun Flitwick.
„Von … zu Hause?"
„Ach ja! Sie wollen mir weiß machen, dass Ihre Eltern zu Hause mit Flüchen wie diesen um sich werfen?", fragt Snape spöttisch und guckt immer noch bedrohlich.
„Na ja …", was soll ich sagen? ‚Meine Mutter nutzt den zum Ratten töten'? Das würde ein schlechtes Bild auf meine Absichten werfen. Ich hatte ehrlich niemals vor, den fetten Kerl umzubringen.
„Antworten Sie auf Professor Snapes Frage!", ermahnt mich Flitwick und sieht mich misstrauisch an. Offensichtlich ist er nicht mehr ganz so froh, dass ich in seinem Haus bin.
„Meine Mutter hat ihn mir mal gezeigt …"
„Und sie hat Ihnen natürlich nicht erklärt, dass der Fluch zum Töten verwendet wird?", worauf will Snape raus? Will er mir einen Mordversuch anhängen?
„Soweit hätte ich es niemals kommen lassen! Ich sagte bereits, ich kann NICHT töten!", sage ich entschieden.
Snape murmelt etwas, was sich wie „und auch nicht besonders gut quälen" anhört, aber ich glaube (HOFFE!), dass ich da was falsch verstanden habe.
„Das wären dann 10 Punkte von Ravenclaw für unfaires Verhalten gegenüber einem Mitschüler und noch einmal 70 Punkte für das Verwenden eines schwarzmagischen Fluchs!", sagt Snape kalt. Momentmal? Ich bekomm 10 Punkte, weil ich den fetten Kerl hätte töten können und 70 wegen dem Fluch, den ich dafür verwendet habe? Flitwick guckt genauso bestürzt wie ich, aber ich glaube, ihm geht es mehr um die verlorenen Hauspunkte.
„Unfair haben Sie sich Mr. Malfoy gegenüber verhalten!", sagt Snape glatt, der anscheinend meinen Gedanken richtig erahnt hat.
„Ich ziehe Slytherin 20 Punkte ab, immerhin haben Ihre Schüler angefangen, die Zauberstäbe zu zücken!", sagt Flitwick und funkelt kampflustig mit den Augen.
„DAS behauptet eine Schülerin Ihres Hauses!", sagt Snape glatt. Moment mal! Will er behaupten, ich wäre parteiisch?
„Nun gut, Mr. Goyle – erzählen Sie uns die Version der Geschichte!", fordert ihn Flitwick auf. Sehe interessiert in das Gesicht des fetten Kerls. Der schaut wieder so aus, als würde eine Welt zusammenbrechen und krallt sich erneut an Snapes Umhang. Dem ist das offensichtlich peinlich und er zieht seinen Umhang ruckartig aus den Fängen Goyles. Der winselt. Sind die Kerle hier alle solche Memmen?
Snape wirft mir einen und-vor-dem-wolltest-du-dich-schützen-Blick zu. Jetzt, wo ich so drüber nachdenke … Den hätte wahrscheinlich schon ein stinknormaler Protego von den Füßen gerissen und für die nächsten Stunden unschädlich gemacht. Grinse innerlich. Soll noch mal wer behaupten, Snape bevorzuge Slytherins. Tief im Inneren scheint er zu wissen, dass sie nichts als Memmen sind.
„Nun, da Mr. Goyle offensichtlich noch mit den Nebenwirkungen des Fluches zu kämpfen hat, schlage ich vor, wir befragen Mr. Malfoy!", schlägt Snape ölig vor.
Irgendwie klingelt die ganze Zeit irgendeins meiner unterbewussten Glöckchen. Malfoy … Etwa Zissys Sohn? Kurze Zeit später tritt der gegelte Typ ins Zimmer. Nach wie vor in dieser arroganten Haltung. Kommt mir irgendwie bekannt vor. Hab ich doch gleich unterbewusst geahnt!
„Nun, Mr. Malfoy. Erzählen Sie uns Ihre Sicht der Geschichtsstunde!", fordert ihn Snape auf, nachdem er seinem Schüler einen schicken Holzstuhl heraufbeschworen hat.
Und Malfoy redet. Und redet. Und redet. Er scheint den Klang seiner Stimme unendlich zu lieben, da er gar nicht mehr damit aufhören kann. Langweile mich etwas und ziehe meinen Zauberstab, um mir ein Glas Wasser zu beschwören. Goyle keucht entsetzt auf und erschüttert damit seinen Stuhl zu sehr, dieser kracht mit einem unschönen Knacken in sich zusammen. Au revoir, Stuhl! Goyle guckt blöd aus der Wäsche, als er so plötzlich auf dem Fußboden sitzt. Betrachte fasziniert die Bilder an den Wänden, die nach dieser Erschütterung bedrohlich schaukeln, während ihre Portraits böse und lauthals schimpfen.
„Ich wollte mir lediglich ein Wasser heraufbeschwören", sage ich entschuldigend, als mich Snapes Todesblick und Flitwicks ängstlicher Blick treffen. Und setze mein Vorhaben in die Tat um. Goyle sitzt noch immer bedeppert am Boden und niemand nimmt mehr Notiz von ihm. Tja Junge, du bist so unwichtig, dass sich nicht einmal dein eigener Hauslehrer für dich interessiert! Malfoy redet weiter, nachdem Snape eine entsprechende Geste gemacht hat.
Nach einer halben Unendlichkeit sagt er: „Danke, Mr. Malfoy!" Malfoy grinst, als dürfe er für die Quidditch-Nationalmannschaft von England spielen. Widerlicher Schleimer!
„Nun steht es Aussage gegen Aussage!", sagt Snape. Hat er denn wirklich was anderes erwartet?
„So oder so, die zwanzig Punkte von Slytherins Konto werden abgezogen. Ihre Schüler hätten sich nicht provozieren lassen müssen!", sagt Flitwick wie aus der Pistole geschossen.
Snape sieht aus, als würde er irgendwas Fieses antworten wollen, besinnt sich eines Besseren. „Nun, wenn dem so ist … Mr. Malfoy, Sie werden einen Strafaufsatz schreiben, warum man junge Frauen nicht während des Unterrichts belästigt. Eine Pergamentrolle!"
Malfoy sieht aus, als hätte man ihm eiskaltes Wasser ins Gesicht gegossen. „Aber Sir …"
„Keine Wiederrede!", befiehlt Snape in einer Tonlage, in der ich sicherheitshalber nichts Gegenteiliges sagen würde, „Außerdem erwarte ich von Professor Flitwick, dass er seine Schülerin entsprechend maßregelt!" Ach darum ging es ihm! Hätte ich mir auch gleich denken können.
„Nun, Miss Diamond, Sie werden fünf Rollen Pergament darüber schreiben, weshalb schwarzmagische Flüche nicht ohne genaue Kenntnis der Folgen verwandt werden dürfen!", sagt Flitwick.
„Halten Sie das für gerecht? Ich lasse Mr. Malfoy einen Aufsatz schreiben, nur weil er Miss Diamond angeblich belästigt hat und sie – die einen schwarzmagischen Fluch gegen einen Mitschüler gebraucht hat – lassen Sie ebenfalls nur etwas schreiben?", ölt Snape.
Idiot!
„Professor Snape, wie ich meine Schüler bestrafe, ist noch immer meine Sache!", begehrt Flitwick auf. Hätte ihm gar nicht so viel Temperament zugetraut. „Außerdem wird sich Miss Diamond bei Mr. Goyle entschuldigen!"
Oh nein. Das ist unter meiner Würde. Plötzlich hat Goyle wieder die volle Aufmerksamkeit. Innerlich seufze ich laut auf und stehe langsam auf. Als ich auf ihn zugehe, keucht er erschrocken auf. Meine Güte Jungchen, denkst du wirklich, ich würde dich angreifen, solange zwei Lehrer im Raum sind?
„Excusez - moi, Monsieur Goyle!", sage ich hoheitlich und ergreife seine Hand. Nachdem ich kurz in das schwabbelige Fleisch gegriffen hab, lasse ich ihn schnell wieder los. Will mir nichts von ihm wegholen.
Die drei Slytherins erheben sich, um aus Flitwicks Büro zu verschwinden. Als ich ebenfalls abhauen will, ist die Tür verschlossen. „Miss Diamond – auf ein Wort!", sagt Flitwick.
„Was gibt es denn noch, Professor Flitwick? In fünf Minuten fängt Verteidigung gegen die dunklen Künste an."
„Als ob Sie die so dringend nötig hätten!", lächelt er matt, „ich wollte Ihnen nur noch einmal nahe legen, in nächster Zeit bitte auf Flüche dieser Art zu verzichten!"
„Ja, Professor Flitwick, Sir! Es tut mir ehrlich leid. Ich war nur … ich bin nur … etwas aufgeregt in dem Moment gewesen!", druckse ich herum und hoffe, es klingt bedauernd genug. Offensichtlich, denn er lächelt noch einmal aufmunternd und entlässt mich.
