Kapitel 4

Es war schon nach Mitternacht, als Kelly nach Hause wollte. Susan - die mit ihrer neuen Eroberung, dem Patty Officer Joseph Michaels bei ihr und Tony an einem der gemütlichen Tische in der Lounge saßen – verneinte. Sie wollte noch etwas länger mit Joe, wie sie ihn nannte, in der Disco bleiben. Etwas traurig nickte Kelly und erhob sich von ihrem Platz. Tony hatte die bedrückte Stimmung Kellys bemerkt und erhob sich ebenfalls. Er nahm ihre Hand und schaute ihr tief in die Augen.

„Soll ich dich nach Hause bringen?", fragte er sich.

Skeptisch musterte sie ihn. Sie hatte ihn zwar sehr gerne, doch ob sie schon so weit gehen wollte, da war sie sich nicht sicher. Sie kräuselte nachdenklich die Stirn.

Tony bemerkte ihr Unbehagen und legte ihr beruhigend eine Hand auf die Schulter.

„Nur nach Hause bringen, nichts weiter!", versprach er ihr.

Sie schaute ihm in die Augen und sah dort die Ehrlichkeit seiner Worte darin und so beschloss sie sein Angebot gerne anzunehmen. Sie verabschiedeten sich von Susan und Joe und verließen gemeinsam das Silver Star. Sie gingen ganz dicht neben einander her. Tony hatte das Gefühl, als wäre sie ein Magnet und würde ihn immer näher an sich ran ziehen, so dass er schließlich ihre Hand in der seinen hatte. Er befürchtete schon, dass sie ihre Hand wieder wegziehen würde, doch sie blickte ihn nur an und lächelte. Erleichtert seufzte er und drückte ihre Hand sanft. Sie strahlten um die Wette, wo noch nicht feststand, wer die Wette Gewinnen würde.

Sie erreichten den Parkplatz. Tony führte sie zu seinem Auto und Kelly klappte vor Staunen die Kinnlade runter. Vor ihr stand eine waschechte Viper in metallic rot. „Wow!", flüsterte sie und ging ehrfürchtig auf die Viper zu. Vorsichtig strich sie mit ihrer Hand an der Tür entlang.

Tony grinste stolz. Nach dem seine heiß geliebte Corvette gestohlen wurde und zu Bruch gefahren, hatte er sich nach einem neuen Auto umgeschaut. Als er die Viper sah, verfiel er dem Auto sofort. Er wusste in dem Moment, er würde keinen besseren Ersatz für seine geliebte Corvette finden und kaufte den Roadster sofort.

„Das ist der reinste Wahnsinn!", strahlte sie und freute sich sichtlich darauf eine Spritztour mit dem Roadster zu fahren.

Tony nickte und ging um das Auto rum. Er öffnete die Beifahrertür und machte ihr mit einer Handbewegung deutlich, dass sie einsteigen sollte. Sie hüpfte auf ihn zu, drückte ihm einen Kuss auf die Wange und stieg in das Auto ein. Das Leder fühlte sich weich und geschmeidig unter der leichten Berührung ihrer Finger an und sie fragte sich, wie es wohl wäre, über Tonys Oberschenkel zu streicheln, anstelle des neuen schwarzen Leders.

Schmunzelnd schlug Tony die Tür zu und ging zur Fahrertür um dort ebenfalls einzusteigen.
Während der Fahrt zum Hotel, unterhielten sich die beiden um alles mögliche. Oder aber sie schwiegen und genossen die Nähe des jeweils anderen. Für die zwei ging die Fahrt viel zu schnell zu ende und so standen sie vor dem Hoteleingang. Der Hotelpage öffnete ihr die Tür. Bevor sie ausstieg, drehte sie sich lächelnd zu ihm.

„Danke für den schönen Abend!", sagte sie und küsste ihn zum Abschied auf die Wange.

Verblüfft schaute er ihr nach, als sie ausstieg und zum Hoteleingang ging. Er lächelte verträumt. Er hob seine Hand und legte sie auf seine Wange, genau auf die Stelle, wo sie ihn geküsst hatte. Ein Hupen riss ihn aus seinen Tagträumen. Erschrocken zuckte er zusammen und schaute in den Rückspiegel, dort sah er, wie ein Mann hinter ihm in seinem Auto wütend auf das Lenkrad hämmerte. Entschuldigend hob er seinen Arm und fuhr zu sich nach Hause.

Nachdem Kelly ausgestiegen war, ging sie sofort hoch in ihr Zimmer und zog sich im Badezimmer um. Mit einem strahlendem Lächeln ging sie ins Bett, kuschelte sich in ihrer Decke ein und fiel in einen Schlaf, in dem sie von einem ganz gewissen Bundesagenten träumte.

Am nächsten Morgen

Als Kelly am Morgen aufwachte, wunderte sie sich darüber, dass sie Susan weder im Bett neben dem ihren sah, noch das sie sie hörte. Mit einem mulmigen Gefühl im Bauch, stand sie auf und verschwand im Badezimmer. Auch hier war kein Zeichen, dass Susan hier gewesen war. Besorgt stellte sie sich unter die Dusche. Alle mögliche Szenarien, was passiert sein könnte, schossen ihr durch den Kopf, doch sie schüttelte die schrecklichen Bilder fort, denn sie hatte immer noch die Hoffnung, dass Susan gleich noch kommen würde. Wahrscheinlich hatte sie die Nacht mit Joe verbracht, was bei Susan nichts ungewöhnliches war. Dennoch machte sich ein schreckliches Gefühl in ihr breit.

Nach dem Duschen zog sie sich schnell an und ging nach unten in das Hotelrestaurant zum frühstücken. Sie grinste erfreut, als sie den Kaffee entdeckte.

„Gott sei Dank gibt es heute Morgen Kaffee!", murmelte sie.

Sie nahm sich einen Becher Kaffee und setzte sich an einen Tisch. Sie trank den Kaffee und starrte gedankenverloren durch die Gegend.

NCIS Hauptquartier

Tony war an diesem Morgen über pünktlich. Schon eine halbe Stunde vor Dienstbeginn, saß er an seinem Schreibtisch und kämpfte sich durch den Berg Akten auf seinem Schreibtisch.
Als er in der Nacht nach Hause gekommen war, war er auch sogleich ins Bett gegangen, und nicht wie sonst immer vorm Fernseher zu sitzen und sich Magnum rein zuziehen. Magnum war in dieser Nacht unwichtig gewesen, er wollte lieber die Ereignisse der letzten Stunden mit Kelly immer wieder Revue passieren lassen. Am Morgen war er sehr zeitig aufgewacht und fuhr auch gleich ins Büro, in der Hoffnung - sollte kein Fall rein kommen - früher gehen zu können, um Kelly noch mal wieder zusehen. Allein der Gedanke an die hübsche Frau scheuchte die Schmetterlinge in seinem Bauch auf. Er lächelte verträumt und seufzte. Oh, wie sehr er sich freute sie wieder zu sehen.

Doch das er sie so schnell wieder sehen würde, dass hätte er nicht gedacht und schon gar nicht unter solchen Umständen.
Zwanzig Minuten vor Dienstbeginn trat dann auch Gibbs – natürlich mit einem Becher Kaffee in der Hand – aus dem Fahrstuhl. Vor Tonys Schreibtisch blieb er abrupt stehen und schaute seinen ranghöchsten Agent verwundert an.

‚DiNozzo und pünktlich? Das ich das noch erleben darf!', dachte Gibbs und grinste.

„Morgen Boss!", trällerte Tony und lächelte verschmitzt.

Das warf Gibbs erst Recht aus der Bahn und er zog skeptisch die Augenbrauen zusammen. Irgendetwas stimmte nicht mit Tony. Aber solange es sich positiv auf seinen Agent auswirkte, störte es ihn nicht weiter.

„Morgen!", grummelte Gibbs und ging zu seinem Schreibtisch um sich dort niederzulassen. Schweigsam arbeiteten sie, bis sich um Punkt sieben Uhr erneut die Fahrstuhltür öffnete und Ziva, gefolgt von McGee, heraustraten. Diese blieben, wie Gibbs zwanzig Minuten zuvor auch, verwundert vor Tony stehen und starrten diesen an. Sie konnten einfach nicht fassen, was sie da sahen. DiNozzo, der schon vor ihnen da war und voll konzentriert arbeitete.

„Irgendetwas stimmt an diesem Bild nicht!", begrüßte Ziva Tony trocken. „Wer sind sie und was haben sie mit Agent DiNozzo gemacht?", fragte sie ihn und schaute ihn dabei tot ernst an.

Gibbs schmunzelte und McGee ließ sich an seinem Platz nieder, nur Ziva stand noch dort.

„Ha ha, sehr witzig Zee-vah!", entgegnete Tony und kniff die Augen zusammen.

Ziva grinste frech und verschwand an ihrem Platz.

In dem Moment klingelte das Telefon auf Gibbs' Schreibtisch und drei hoffende Augenpaare waren auf ihn gerichtet. Gibbs rollte mit den Augen und hob den Hörer ab.

„Gibbs!", knurrte er. Aufmerksam hörte er dem Gesprächspartner auf der anderen Leitung zu und nickte schließlich. „Wir kommen!", antwortete er und legte auf.

Er erhob sich und schaute auf seine Agents.

„Tony tank den Wagen, McGee sag Ducky und Palmer Bescheid, Ziva mitkommen!", befahl er kurz und knapp, warf Tony den Schlüssel zu und ging – natürlich nicht ohne seinen Kaffee – zum Fahrstuhl, dicht gefolgt von Ziva.

Im NCIS Einsatzwagen - McGee wurde, wie eigentlich immer, nach hinten verfrachtet – erklärte Gibbs seinem Team, was der Anrufer ihm mitgeteilt hatte.

„Ein Patty Officer und ein Zivilist wurden tot aufgefunden. Hinter dem Silver Star! Was auch immer das ist!", erklärte er.

Tony rollte mit den Augen. Manchmal glaubte er wirklich, dass Gibbs hinterm Mond lebte, deshalb erbarmte er sich und klärte ihn auf.

„Das Silver Star ist eine Disco, die neu eröffnet wurde!"

„Aha, und?", schnaufte Gibbs und trat noch ein bisschen mehr aufs Gaspedal, so dass sich seine Agents fest halten mussten und noch mehr als sonst um ihr Leben bangten.

Endlich kamen sie an und Gibbs hielt den Wagen abrupt an, so dass McGee nach hinten flog und hart auf dem Boden landete und das auch noch auf seinem Allerwertesten.

„Ziva, schau nach, ob McGee noch lebt und kommt dann nach!", befahl Gibbs und ging mit Tony zum Hintereingang des Silver Stars.

Sie durchquerten das Absperrband der Polizei und traten zum ermittelnden Officers, der schon auf sie zu warten schien.
Gibbs ging direkt auf ihn zu und Tony schaute sich um, während er seinem Boss folgte.

„Special Agent Gibbs und DiNozzo!", stellte er sich vor und zeigte dem Officer seine Marke.

„Officer Davis!", nickte dieser ihm zu und führte die Agents zum Tatort.

„Und?", fragte Gibbs, als müsste der Officer wissen, was er wollte.

„Zwei Leichen, eine Zivilistin und ein Patty Officer. Brutal nieder gestochen, nichts wurde gestohlen. Unser Pathologe ist schon vor Ort und kümmert sich um die Zivilistin!", klärte Officer Davis Gibbs auf. Gibbs nickte als Zeichen das er verstanden hatte.

Tonys Blick wanderte zu der Zivilistin - der Pathologe der hiesigen Polizei stieß bereits sein Thermometer in die Leber - und erstarrte. Dort vor ihm lag die Leiche von Susan. Sein Magen zog sich krampfhaft zusammen und jegliche Farbe wich aus seinem Gesicht. Er spürte wie sich die Galle seinen Weg hoch in seinen Mund suchte und schluckte trocken. Er konnte einfach nicht glauben was er da sah. Der Anblick von Susans Leiche schnürte ihm der Magen zu.

„DiNozzo!", hörte er die verärgerte Stimme von Gibbs.

Wie in Trance drehte er seinen Kopf in die Richtung der Stimme. Gibbs hockte vor der Leiche des Patty Officers und schaute verärgert auf seinen ranghöchsten Agents, doch als er sich Tony näher betrachtete, machte sich Besorgnis in seinem Blick breit.

In dem Moment kamen auch Ducky und Palmer.

„Hallo Jethro, na was haben wir denn hier?", fragte Ducky – eher zu sich selbst, als an Gibbs gerichtet – und schaute sich die Leiche näher an. Der Patty Officer hatte mehrere Einstiche im Brust und Bauchbereich. Er war regelrecht abgeschlachtet worden.

„Todeszeitpunkt?", fragte Gibbs, behielt Tony aber weiterhin im Auge. McGee und Ziva trafen nun auch endlich am Tatort ein. Gibbs schaute auf als er sie hörte. Ducky stieß nun seiner Seits das Thermometer in die Leber der Leiche und schaute Gibbs entrüstet an.

„Immer mit der Ruhe, mein Guter!", beschwichtete Ducky.

Gibbs nickte und grummelte.

„Ziva, sammle die Beweise ein und McGee mach Fotos!", verteilte er seine Befehle. Er stand auf und trat auf Tony zu.

Wie zu einer Salzsäule erstarrt, stand Tony immer noch da und blickte auf die junge Frau, die er noch vor wenigen Stunden lachend in der Disco, zusammen mit Kelly und Joe gesehen hatte. Er konnte es einfach nicht fassen.

Gibbs blieb neben ihm stehen und schaute ihn eindringlich von der Seite aus an.

„Was ist los DiNozzo?", fragte er in seiner typischen Art.

Tony seufzte.

„Ich kenne sie, Boss. Noch vor wenigen Stunden saßen wir zusammen in der Disco und haben uns unterhalten und gelacht. Ich kann's nicht fassen, Boss!", erklärte er.

Gibbs nickte, so was hatte er sich schon fast gedacht.

„Wer ist wir, DiNozzo?", harkte Gibbs nach und schaute ihn eindringlich an, immerhin war Tony einer der letzten, der die Opfer als letztes lebend gesehen hatte.

„Kelly, Susan." Er deutete auf die Frauenleiche. „Und Joseph Michaels, der Patty Officer!", erklärte er. „Ich habe Kelly gestern Morgen in dem Coffee Shop getroffen und abends haben wir uns zufällig hier in der Disco wieder getroffen. Susan ist… war ihre beste Freundin. Sie leben in Philli und wollten ihre Semesterferien hier in D.C verbringen. Susan hat gestern Abend Patty Officer Joseph Michaels kennen gelernt. Sie schienen sich prima zu verstehen. Na ja, ich und Kelly sind dann früher gegangen, daher kann ich dir leider nicht sagen, was mit den beiden passiert ist!", sagte er und hatte sich langsam wieder gefasst.

Gibbs hatte neben ihm gestanden und ihm zugehört, hatte ab und an mal genickt. Nun verstand er das Verhalten seines Agents auch.

„DiNozzo, mach die Skizzen!", befahl Gibbs nach einem weiteren Moment des Schweigens.

Tony grinste, das war doch so typisch Gibbs.

„Ja, Boss!", sagte Tony und riss sich von dem furchtbaren Anblick von Susan los und ging hinüber zum Patty Officer.

„Hallo Ducky!", begrüßte er den Pathologen.

Ducky schaute auf und lächelte dem Agent freundlich zu. Gibbs kam wieder zurück zu Ducky und schaute diesen auffordernd an.

„Todeszeitpunkt muss so zwischen 1.30 Uhr und 2.30 Uhr gewesen sein, genaueres erfährst du wie immer, wenn ich unseren Freund hier nach Hause gebracht habe.", erklärte Ducky und Gibbs nickte.
Ducky winkte Palmer zu sich heran und zusammen packte n sie die Leiche auf die Trage und verschwanden schließlich im Einsatzwagen.

Ziva stand derweil vor einem Müllcontainer und schien auf irgendetwas zu warten. Gibbs schaute sich um, konnte McGee aber nirgends entdecken. Gereizt ging er schnellen Schrittes zu Ziva.

„Wo ist McGee, Ziva?", fauchte er.

„Ich bin hier Boss!", kam die gedämpfte Stimme aus dem Müllcontainer. Gibbs zog die Augenbraue hoch. ‚Was macht McGee im Müllcontainer?', fragte er sich und schaute über den Rand, hinein in eben diesen Container.

McGee kniete im Müll – im wahrsten Sinne des Wortes - und wühlte darin herum.

„Was wird das wenn es fertig ist?", fragte Gibbs.

McGee schaute auf und blickte den Chefermittler unsicher an.

„Ich.. also ich… ich meine!", stotterte McGee.

„Raus mit der Sprache!", ungeduldig trommelte Gibbs mit den Fingern am Containerrand.

McGee verzog das Gesicht.

„Ich suche nach der Mordwaffe?", platzte es aus ihm heraus und wühlte weiter. Wie gut, dass er Handschuhe an hatte.

Gibbs nickte und wandte sich an Ziva, diese zuckte bloß mit den Schultern und lächelte ihn unschuldig an. Kopf schüttelnd ging Gibbs wieder zurück zu Tony, doch nicht ohne Ziva eine Kopfnuss zu verpassen.

„Autsch, wofür war die denn?", fragte sie entrüstet.

„Das nächste mal gehst du selber hinein, Ziva!", grinste er und verschwand.

Tony packte seinen Skizzenblock gerade wieder in den Rucksack, als er den Chefermittler auf sich zu kommen sah.

„Tony, übernimm die Fotos, McGee ist grad anderweitig beschäftigt!", befahl Gibbs und grinste amüsiert.

Etwas verwundert nickte Tony und holte seine Kamera heraus um Fotos zu machen. Er fragte sich, worüber sich Gibbs so amüsierte und wo mit McGee beschäftigt war. Doch seine Fragen wurden kurz darauf beantwortet, als ein verdreckter und stinkender McGee, gefolgt von einer frech grinsenden Ziva, zum Einsatzwagen ging. In seiner Hand hielt er eine Tüte, in dem sich ein Messer, dessen Spitze voller Blut war, befand.

„Hast du heute Morgen nicht geduscht Bambino?", fragte Tony und rümpfte angeekelt von dem Geruch die Nase.

McGee verzog sein Gesicht zu einer Grimasse.

„Sehr witzig Tony!", antwortete McGee und verschwand hinten im Wagen. Ziva und Tony lachten über den jüngeren Agent.

„Musst du ihm immer die Drecksarbeit geben?", fragte Tony Ziva lachend.

„Drecksarbeit trifft es und ja muss ich. Schließlich bin ich eine Frau!", erklärte sie.

„Na das erklärt so einiges!", frech grinste er seine Kollegin an, die ihm einen Klapps auf den Oberarm gab, und sie stiegen vorne ein. Gibbs schwang sich hinters Lenkrad und fuhr los.

***

Zurück im Hauptquartier, brachte McGee Abby die eingesammelten Beweise. Abby, die sich vor Langeweile die Fingernägel lackiert hatte, sprang freudig auf McGee zu, doch blieb abrupt stehen, als sie den Gestank von ihm roch. Angeekelt rümpfte sie die Nase.
Abwehrend hob er die Hände und stoppte somit ihren beginnenden Redeschwall.

„Muss unter die Dusche!", nuschelte er nur und verschwand wieder.

Abby grinste, schnappte sich als erstes die Mordwaffe und fing mit den Untersuchungen an.

***

Gibbs begab sich hinab in die Pathologie, während die anderen Agents aus seinem Team, nach Hintergrundinformationen suchten. Als Gibbs bei Ducky ankam, war Ducky gerade dabei den Y-Schnitt auf der Brust der Leiche, wieder zu schließen.

„Hallo Ducky!", begrüßte er seinen Freund und Pathologen.

„Ah Jethro, gerade rechtzeitig, wie immer. Dieser Fall erinnert mich an einen Fall, zurück im guten alten England, als ein junger…", begann Ducky eines seiner zahlreichen Geschichten zu erzählen, doch wurde jäh von Gibbs unterbrochen, der nur genervt die Augen rollte.

„Ducky, nicht jetzt!", sagte er etwas schroff.

Ducky zuckte mit den Schultern, murmelte etwas dass sich anhörte, wie: ‚Kein Sinn für gute Geschichten!' und ging zu den Röntgenbilder, die an der Wand hingen. Er schaltete das Licht an.

„Also Ducky, was hast du jetzt für mich!", fragte Gibbs ungeduldig. Ducky grinste ihn nur freundlich an.

„Oh Jethro, Geduld ist eine Tugend!", sagte Ducky.

„Die ich aber nicht habe, Ducky. Ich habe einen Mord aufzuklären!", knurrte Gibbs. Ducky schüttelte mit dem Kopf, er kannte seinen Freund und war ihm für seine Schroffheit auch nicht böse, eher im Gegenteil, er fand es Amüsant.

Ducky zeigte auf die Röntgenbilder. Es waren vier verschiedene Röntgenbilder. Eines vom Kopf, eines vom Brustbereich und die anderen beiden von Armen und Beinen. Ducky zeigte auf das eine mit dem Schädel.

„Unser Freund hier erlitt eine Hirnblutung, hervorgerufen durch ein Schädel-Hirn-Trauma!", erklärte er.

„Todesursache?", fragte Gibbs kurz und knapp.

Ducky nickte mit dem Kopf. „So sieht's aus Jethro."

„Und die Messerstiche?", fragte Gibbs verwirrt.

„Die waren zu Oberflächlich, es sollte wohl nur so aussehen, als ob.", erklärte Ducky und ging zurück zum Patty Officer.