Disclaimer: Alle Charaktere gehören Marvel und den jeweiligen Rechteinhabern, ich leihe sie mir nur aus.
Wie kühler Regen prasselte das Wasser über ihren Rücken und spülte den roten Staub von ihrer Haut. Der Sand war einfach überall, in der Luft, den Häusern, in den Möbeln, in der Kleidung. Der einzige Ort, um ihm zu entfliehen war die Dusche. Darcy strich sich die nassen, dunklen Haare zurück, ließ sich das kühle Wasser übers Gesicht laufen und genoss das Gefühl der Reinheit.
Sie griff nach dem Duschgel, gab eine große Menge auf den breiten, runenverzierten Armreif und verrieb es. Mit aller Kraft versuchte sie das rutschige Metall irgendwie über ihre Hand zu schieben, erfolglos. Der Reif saß wie angegossen. Darcy zog und zerrte, doch es half nichts. Seufzend gab sie auf, vielleicht war es einfach nur eine Art Diebstahlschutz und dieser Loki würde es mit einem einfachen Zauberspruch oder sowas wieder aufheben können. Hoffentlich. Wenn nicht hatte sie noch einen Plan B und der hieß: Seitenschneider.
Darcy duschte geschwind zu Ende, schlüpfte in frische Klamotten und hatte schon wieder das Gefühl, schweißgebadet zu sein. Verdammte, warum konnten die anderen nicht in der Karibik Sterne zählen und ihre Nachforschungen betreiben? Das wäre für alle angenehmer gewesen! Aber nein, es musste das gottverdammte New Mexico sein! Grob kämmte sie ihr dunkles Haar durch und band es zu einem einfachen Knoten.
»Wie geht's ihm?«, fragte sie und lief die Treppe hinunter, während Dr. Selvig die Ausrüstung, die ihnen die Männer von S.H.I.E.L.D. noch gelassen hatten, mit verschränkten Armen begutachtete. Es war nicht viel. Der ältere Mann seufzte.
»Na ja. So mächtig diese Götter auch sein mögen, Elektroschocker scheinen nicht gut zu bekommen. Ich habe ihn vorsichtshalber in den Lagerraum gesperrt, ich habe keine Lust, dass er uns das bisschen Ausrüstung, dass geblieben ist kurz und klein schlägt wie sein Bruder im Krankenhaus. «
»Woher weißt du, dass sie Brüder sind? Sie sehen sich doch überhaupt nicht ähnlich.«
»Hier.« Selvig deutete auf ein altes, abgegriffenes Buch und Darcy betrachtete den Einband.
»Nordische Mythologie? Ähm, das ist ein Kinderbuch.«
»Lies nach. Wenn all das stimmt, woran ich allerdings noch so meine Zweifel habe, sind unsere beiden Jungs Brüder.«, seufzte Selvig erneut und wischte sich den Schweiß von der Stirn. Er wusste ja selbst nicht so recht, was er von all dem halten sollte und Antworten in einem Kinderbuch zu finden war selbst ihm zu abgedreht.
»Okay. Ist er denn schon aufgewacht?«,
»Nein. Ich war vor zehn Minuten unten, aber er schläft noch immer wie ein Baby..«
»Na gut, dann seh ich jetzt mal nach unserem Patienten. Schließlich hab ich ihn in diesen Zustand versetzt.«, seufzte sie und legte das Buch wieder auf den leergefegten Schreibtisch.«
»Nein. Darcy, ich werde diesen armen Kerl nicht noch einmal mit dir alleine lassen.«, grinste der Doktor und die Praktikantin nahm einen empörten Gesichtsausdruck an.
»So schlimm bin ich dann auch wieder nicht! Außerdem muss sich der Elektroschocker erst mal wieder aufladen, es droht also niemandem Gefahr.«, verteidigte sie sich.
»Ich weiß doch.« Sein Gesicht wurde wieder ernst. »Und trotzdem, ich möchte nicht, dass du da alleine runter gehst. Wir sehen nachher zusammen nach ihm, versprochen. Aber hat sich Jane in der Zwischenzeit bei dir gemeldet? Sie ist jetzt schon seit über einer Stunde weg und ich beginne mir ernsthafte Sorgen zu machen.«
»Nein, tut mir leid. Mein Handyakku ist leer und diese Regierungstypen haben mir mein Ladegerät genommen. Ich kann also nicht einmal nachsehen, ob sie versucht hat bei mir anzurufen.«, antwortete Darcy niedergeschlagen und Selvig entfuhr ein unschöner Fluch. »Keine Sorge, sie taucht schon wieder auf. Es ist nicht das erste mal, dass sie ausgebüchst ist um irgendeiner Theorie nachzujagen.«
»Ja, schon, aber sie war noch nie so lange weg, ohne sich zu melden.«
»Jane kann auf sich aufpassen, sie kommt schon wieder, glaub mir.«, versuchte Darcy ihn zu beruhigen, aber Selvig seufzte nur und fuhr sich durch das verschwitzte graue Haar.
»Wahrscheinlich hast du recht. Ich mache mir einfach mal wieder viel zu viele Gedanken. Trotzdem, bitte gib mir Bescheid, sobald du etwas von ihr hörst.«
»Aber natürlich.«, versicherte sie ihm. Darcy war schon im Begriff wieder zu gehen, als Dr. Selvigs Stimme sie zurückhielt.
»Eine Sache noch, als Loki hier ankam, trug er etwas bei sich? Eine Waffe oder so etwas vielleicht?«
»Äh.« Dracy schluckte und versteckte die Hand mit dem Armreif unauffällig hinter dem Rücken. »Nein, nein ich habe nichts gesehen.«
»Hmm, seltsam. Er trägt eine Art Rüstung, kommt aber völlig unbewaffnet auf einen fremden Planeten. Daraus schließe ich, dass er auch ohne Waffen enorm gefährlich ist. Und in dem Buch wird er auch Loki, Gott des Unheils genannt. Mir gefällt dieses ganze Sache nicht. Wäre Thor jetzt hier, könnte er uns vielleicht näheres dazu sagen. Nun, ich hoffe nur, dass sein komatöser Zustand noch länger anhält und die Wände und Türen des Lagerraumes dick genug sind.«
Etwas in seiner Stimme ließ der jungen Frau einen Schauder über den Rücken laufen, hatte sie da wirklich Angst herausgehört? Nun, ihr Mentor wusste viel mehr über nordische Mythologie als sie. War dieser Loki wirklich so schlimm? Darcy schluckte schwer als das Gewicht des Armreifens sie erinnerte, was sie mit seinem Speer angestellt hatte. Er würde darüber definitiv nicht erfreut sein. Verdammt, warum musste sie auch nur so neugierig sein und das blöde Ding anfassen?
»Nun, es wird schon nichts passieren. Ich häng den Schocker an den Strom und sollte er Krawall machen, legen wir ihn einfach wieder lahm.«, versuchte sie gewohnt frech zu antworten, doch sie klang nicht sehr überzeugend. Bevor Selvig darauf reagieren konnte, war sie schon in den ersten Stock gelaufen, zog die Selbstverteidigungswaffe aus der Handtasche und legte den Akku in die Ladestation. Sie würde diesen Loki aufsuchen, jedoch nicht ohne Bewaffnung, Selvigs Besorgnis hatte ihr zu denken gegeben.
Eine halbe Stunde später hörte sie Selvig in der Küche rumoren, Darcy blieb also ein kleines Zeitfenster, um nach dem Gott zu sehen und endlich den Armreif los zu werden. Sie sah auf die Ladestation, der Akku des Elektroschockers war erst auf halber Füllstandanzeige. Verdammt, dann musste sie wohl ohne in die Höhle des Löwen.
Leise schlich sie die Treppen hinab, hinunter bis in den schummrigen Keller. Der Lagerraum war mit einer großen Stahltüre versehen und die junge Frau konnte ihr Herz in der Brust hämmern hören. Was, wenn er wach war und nur auf sie wartete? Ihre Schritte hallten ungewöhnlich laut auf dem Betonboden, der Weg fühlte sich kilometerlang an.
Darcy schluckte und versuchte ihre innere Stimme zum Schweigen zu bringen die ihr riet, ja keinen Schritt weiter zu gehen. Doch sie musste diesen Armreifen loswerden. Die Luft in dem Keller war stickig und abgestanden, eine einzelne Glühbirne schenkte diffuses Licht.
Nach einer gefühlten Ewigkeit stand sie endlich vor der schlichten Stahltür, dahinter herrschte vollkommene Stille. Vielleicht war er wirklich noch bewusstlos und Darcy machte sich hier völlig umsonst fast in die Unterwäsche. Sie nahm all ihren Mut zusammen, fummelte den Schlüssel aus der Hosentasche und sperrte auf. Die schwere Tür gab ein unangenehm metallisches Quietschen von sich und erleichtert erkannte sie, dass der Mann seelenruhig auf einer improvisierten Pritsche schlief.
Darcy atmete auf und bemerkte erst jetzt, dass sie die ganze Zeit die Luft angehalten hatte. Insgeheim war sie mehr als froh darüber, dass nicht bei Bewusstsein war, auch wenn sie den Armreif dadurch wohl noch etwas länger tragen musste, als erhofft. Doch im Moment sog sie diese Option vor als Lokis Reaktion auf dieses kleine... Problem zu erleben.
Und eigentlich hätte sie sich umdrehen, den Lagerraum verlassen und abschließen sollen. Eigentlich. Stattdessen trat die Studentin näher auf den Gott zu, ihr Herz pochte aufgeregt. Sie wusste, dass es gefährlich war und dass sie lieber das Weite suchen sollte, doch er wirkte eine eigenartige Faszination auf sie aus. Loki sah so friedlich aus, es schien fast, als würde er lächeln und seine ebenmäßige, blasse Haut wirkte ihn im Neonlicht ätherisch.
Darcy bewunderte sein glänzendes, schwarzes Haar und fragte sich, wie es sich wohl anfühle, die seidigen Strähnen durch ihre Finger rinnen zu lassen. Sie hatte einen Faible für Männer mit schönem, vollem Haar.
Mutig trat sie einen weiteren Schritt auf Loki zu und stand nun neben ihm, seine Brust hob und senkte sich in regelmäßigen Abständen. Warum er wohl hier, auf der Erde war? Sicherlich wegen seines Bruders. Er hatte sie ja nach Thor gefragt. Doch kam er in guter Absicht oder führte er möglicherweise etwas im Schilde? Immerhin war er, laut Dr. Selvig der Gott des Unheils.
Aber er sieht gar nicht so böse aus, dachte Darcy. Im Gegenteil, er sieht sogar ziemlich gut aus. Ein breites Grinsen schlich sich auf ihre Lippen. Während Thor die personifizierte Männlichkeit darstellte wirkte sein Bruder Loki viel tiefgründiger, geheimnisvoller und man sollte nicht den Fehler begehen, ihn zu unterschätzen.
Wie gut, dass Jane scheinbar eher auf Mukitypen steht. Ihr Grinsen wurde eine Spur verschlagener. Ihr Lachen gefror in ihrem Gesicht, als klare, grüne Augen sie anstarrten und bevor sie auch nur reagieren konnte hatte er ihren Arm gepackt und hielt sie in schmerzhaftem Griff. Darcy quietschte erschrocken auf.
»Wo bin ich?«
»Äh immer noch in New Mexiko. Im Keller unseres Labors. Es ging Ihnen nicht gut, Sie sind... ähm, in der Wüste einfach umgekippt.«, log sie schnell und hoffte, dass er sich nicht mehr an den Elektroschock erinnerte.
»Ja, etwas ist... anders.« Langsam setzte Loki sich auf und ließ ihren Arm nicht los. Daryc war sich sicher, dass von seinem Griff blaue Flecken zurückbleiben würden. Verwundert sah der Gott auf seine freie Hand und ballte sie kurz zur Faust. Diesen Vorgang wiederholte er einige male und sein erwartungsvoller Gesichtsausdruck wich grimmiger Erkenntnis. »Was hast du mit mir gemacht?«
»Ich? Äh, gar nichts! Also, nichts schlimmes. Ein kleiner Stromschlag vielleicht?«, quietschte Darcy verängstigt während er sich vor ihr zu voller Größe aufbaute. Warum war sie nur alleine hier hinunter gegangen? Die Wände waren so dick, dass Selvig ihre Schreie nie bis in den ersten Stock hören konnte.
»Stromschlag? Nein. So etwas banales kann einem Gott wie mir keinen Schaden zufügen, es muss etwas anderes gewesen sein. Sprich, Weib!«, zischte er gefährlich, in seinen grünen Augen loderte Zorn. Darcy stotterte und versuchte vor ihm zurückzuweichen bis sie die kalte Betonmauer an ihrem Rücken spürte. Loki hatte sie inzwischen an den Schultern gepackt und presste ihren zitternden Körper an die Wand.
»Ich habe keine Zeit für solche Spielchen. Ich kenne andere Wege dich dazu zu bringen, mir zu sagen, was ich wissen will...« Der Gott erhob die Hand und Darcy kreischte auf, in Erwartung auf den Schmerz, doch er kam nicht. Seine Hand schwebte einfach in der Luft, als läge sie auf einem unsichtbaren Widerstand. Erneut holte er aus und versuchte nach ihr zu schlagen, doch wieder blieb sein Arm einfach auf halber Strecke in der Luft hängen. »Was ist das für ein Zauber?«
»Ich- ich weiß nicht.«, zitterte Darcy voll Furcht.
»Aber ich weiß es.«, erklang plötzlich eine tiefe Stimme aus dem Nichts. »Lasst ab von der Frau.« Ein großer, dunkelhäutiger Mann in schimmernder, goldener Rüstung materialisierte sich vor ihnen.
»Heimdall?« Loki ließ Darcy los, die zitternd zu Boden sank. »Der große Heimdall, Wächter der Welten, lässt sich dazu herab, Midgard persönlich einen Besuch abzustatten?«
»Ich habe eine Nachricht an Euch.«
»Eine Nachricht? Nun denn, knie nieder und überbringe deinem König deine Kunde.«, grinste Loki breit und Darcy blickte verwundert aus. Er war ihr König? Sie kannte sich in nordischer Mythologie zwar nicht sehr gut aus, doch das war selbst ihr neu.
»Nein.« Heimdalls Blick wurde hart. »Ich werde nicht knien.«
»Ihr verweigert einen Befehl Eures Königs?«
»Ich kniete nicht vor dem Allvater und werde auch vor euch nicht in den Staub fallen.«
»Was?«, zischte der schwarzhaarige bedrohlich und trat unheilvoll auf Heimdall zu. »Du wagst es, so mit mir zu sprechen?«
»Ich spreche mit Euch, wie es mir beliebt, Loki Laufeyson. Ihr seit kein Sohn Odins, also habt Ihr offiziell auch keinen Anspruch auf sein Erbe.« Darcys Mund klappte auf. Sollte es wirklich das bedeuten, was sie vermutete?
»Ach, hat es sich also schon herumgesprochen?«, flüsterte der Gott, in seiner Stimme lag Eis. »Tratscht bereits ganz Asgard über mich? Sag, Heimdall, was gibt es noch über mich zu wissen, dass man mir Jahrzehntelang verschwiegen hat? SPRICH!« Seine Hände waren zu Fäusten geballt, jederzeit bereit zuzuschlagen.
»Ich habe den Allvater damals gesehen, als er mit Euch im Arm von der großen Schlacht zurükkehrte. Trotz meiner Weigerung und meiner Bedenken brach er die Regeln und nahm Euch mit nach Asgard. Diesen Fehler müssen wir nun alle büßen.«
»Fehler? FEHLER? Du hättest mich damals in Jotunheim verrecken lassen, wenn Odin sich nicht für mich eingesetzt hätte? Oh Heimdall, es gab eine Zeit, in der ich dich nicht leiden konnte. Doch das ist vorbei, denn inzwischen empfinde ich nur noch Hass gegen dich.«
»Dann haben wir wenigstens eine Gemeinsamkeit. Glaubt Ihr denn, ich hätte es nicht gemerkt, dass Ihr die Eisriesen vor der Krönungszeremonie hereingelassen habt? Dass Ihr uns alle verraten habt? Odin Allvater ist derzeit machtlos, sein einziger Sohn befindet sich im Exil und Ihr werdet den Thron nicht besteigen.«
»Zu spät. Falls es dir entgangen sein sollte, das habe ich bereits.« Ein überhebliches Grinsen verunstaltete Lokis Gesicht.
»Vielleicht. Aber ohne Eure Kräfte ist das völlig irrelevant.« Heimdalls Grinsen war breiter.
»Was soll das heißen?«
»Ich habe nicht die Macht Euch des Thrones zu entheben, doch ich konnte Eure Kräfte binden.«
»DU HAST WAS?« Loki schäumte vor Wut.
»Kurz nach Eurer Ankunft in Midgard band ich Eure Fähigkeiten an das königliche Zepter und der erste Sterbliche, der es berührt soll darüber wachen.«
»Was?«, rief Darcy entsetzt.
»Heißt das jetzt etwa, das dieses törichte Weib über meine Kräfte verfügt?«, brüllte Loki.
»Ja. Sie wir davon keinen Gebrauch machen können, aber sie untersteht dem Schutz des Zepters. Und Ihr werdet Euch nicht weit von ihr entfernen können, ohne Lebensenergie einbüßen zu müssen. Es wird so lange andauern, bis der Allvater erwacht oder der rechtmäßige Thronfolger nach Asgard zurückkehrt und über Euch urteilt. Bis dahin seit Ihr eine Gefahr für Asgard und Euch wird die Rückreise durch den Bifröst verwehrt.«, erklärte Heimdall seelenruhig während Loki schäumte vor Hass.
»Oh, ich schwöre dir, ich finden einen Weg zurück. Und dann werde ich dir eigenhändig den Kopf von den Schultern reißen.«, schrie der Gott, doch Heimdall hatte sich schon in Luft aufgelöst. Unheilvoll drehte er sich auf den Fersen um und starrte auf Darcy, die noch immer auf dem kalten Boden kauerte. »Wo ist es?«
Zitternd zog die Studentin den Ärmel hoch und präsentierte ihm den goldenen Armreif. Loki griff grob danach und betrachtete das Schmuckstück.
»Nun, ich sehe da eine einfache Lösung, wir schneiden einfach die Hand ab.«
»Nein!«, schrie Darcy in Panik und versuchte, sich seinem Griff zu entwinden, doch er war viel stärker als sie.
»Ich hasse es, wenn sie so zappeln.«, murmelte Loki, während er unter seinem Mantel einen schlanken Dolch hervorzog. Die junge Frau schrie auf, versuchte nach ihm zu treten und zu schlagen, doch er setzte seelenruhig die Klinge an. Doch das Metall traf ihre Haut nicht. Es schwebte wenige Millimeter darüber. Er versuchte mehr Kraft aufzuwenden, doch er schaffte es nicht die unsichtbare Barriere zu überwinden. Der Armreif erglomm inzwischen in einem intensiven Goldschimmer und Darcy begriff, dass der Reif sie vor Lokis Angriffen schützte.
Diese Erkenntnis traf scheinbar auch den Gott, denn er gab seinen Versuch auf. In einer fremden Sprache fluchend steckte er den Dolch wieder weg und setzte sich auf den breiten Tisch, auf dem er noch vor kurzem geschlafen hatte. Er rieb sich über das Gesicht, strich sich die schwarzen Haare zurück und verschränkte die Hände hinter dem Nacken. Er wirkte plötzlich so ratlos und verzweifelt. Einen Moment lang berührte sein Anblick Darcys Inneres, bis sie sich daran erinnerte, dass er ihr vor wenigen Augenblicken noch die Hand abschneiden wollte. Doch nun erinnerte er sie weniger an einen grausamen Gott, als an ein Kind, dass in seiner Wut ein geliebtes Spielzeug zerstört hatte und es nun zu tiefst bereute.
»Ich... ich hab das alles nicht gewollt.«, murmelte sie um die unerträgliche Stille zu durchbrechen. Er hob den Kopf um sie mit seinen grünen, klaren Augen anzusehen und Darcy verschlug es den Atem. Schmerz. Es lag so unendlich viel Schmerz in diesen traurigen Augen. So viel Verzweiflung, so viel Verletzlichkeit.
»Ich muss nachdenken. Geh.« Das ließ Darcy sich nicht zweimal sagen, sie stürmte aus dem Lagerraum, warf die Tür hinter sich zu, lehnte sich dagegen und ließ den Tränen freien Lauf.
*** To be continued... ***
So, ich hoffe, euch hat das Kapitel gefallen :) Die Fertigstellung des nächsten Kapitels wird noch etwas dauern, da ich bald Klausuren schreibe. Aber es wird auf jeden Fall weiter gehen :)
