~ herrje! Wie die Zeit vergeht! Ich habe so viel zu tun in letzter Zeit, da kommt das Schreiben viel zu kurz! Dafür gibts jetzt zwei Kapitel zu lesen, damit die Geschichte mal richtig anfängt! :) ~
Als Thorin erwachte, befand er sich nicht mehr dort, wo er eingeschlafen war. Bevor er die Augen öffnete verwünschte er sich erst einmal selbst, denn eigentlich hatte er sich nicht vom Schlaf übermannen lassen wollen. Doch seine Lider waren plötzlich so schwer geworden.
Stark musste er gegen das grelle Licht anblinzeln, das ihn anstrahlte. Und in diesem Moment merkte er auch, dass er keine Waffe mehr trug.
Mit einem Satz stand er wieder auf seinen zwei Beinen und versuchte sich zu orientieren.
Er war auf einer etwa zwanzig Meter großen Lichtung erwacht, über ihm sah er die Wolken vorüberziehen, um den lichten Fleck herum aber befanden sich wiederum nur schwarze Bäume. Das Gras duftete frisch und war von Morgentau bedeckt. In der Mitte der sattgrünen Wiese befand sich eine Art großer, reichverzierter Pavillon, allerdings verschlossen durch undurchsichtiges Glas.
Nachdem Thorin nichts anderes übrig blieb, unbewaffnet wie er war, tat er einfach einige Schritte darauf zu und fasste den Entschluss, dort an eine der Scheiben zu klopfen. Wo so etwas erbaut wurde, da mussten auch zivilisierte Lebewesen sein. Zumindest hoffte Thorin das.
Doch als er seine Hand hob um mit seinem Fingerknöcheln leicht gegen die Verglasung zu klopfen, da verschwand sie einfach und gab den Weg in das Innere frei und nachdem er eingetreten war verschloss sie sich augenblicklich wieder.
Vor ihm lag eine alte Frau, gebettet auf einen Berg von Fell und Pelzen in gleißendes Licht getaucht. Sie war keine Elbin, aber auch kein Zwerg. Ein Mensch war sie auch nicht. Mehr eine Mischung aus allen auf einmal.
Ihre Gestalt war kleiner, als es für einen Menschen oder Elben üblich war, aber sie war zu groß für einen Zwerg. Ihre Ohren waren leicht spitz, so wie man es von den edlen Waldwesen kannte, aber doch waren ihre Gesichtszüge zu normal. War sie das Orakel aus dem Lied?
Um ihr Lager herum standen zudem vier weitere Frauen, die Thorin aber ziemlich sicher als Menschen identifizierte.
Die alte Dame betrachtete unseren Zwerg eindringlich mit ihren stechend grauen Augen und verfolgte jede seiner Regungen. Sie schien nicht nur ihn zu sehen, sondern sogar durch ihn hindurch und alles was ihn ausmachte zu erfassen.
Nach einiger Zeit gespannter Stille ergriff sie das Wort mit ihrer weichen, aber gebrochenen Stimme: „Thorin Eichenschild. Sohn des Thráin, Sohn des Thrór. Deine Reise findet hier ihr Ende und ihren neuen Anfang."
Die Frauen, die sich um die Dame geschart hatten knieten nieder, sodass eine Art Gasse für Thorin entstand, die er beschreiten sollte und erhoben ihre Hände wie zu einem Gebet.
„Tritt vor, junger Krieger."
Thorin traute sich nicht zu antworten, ihm schien es als würde er einer uralten, ungreifbaren Macht gegenüberstehen. Und so tat er nur wie ihm geheißen und kniete sich ebenfalls vor der alten Dame nieder.
„Es vergingen Jahrhunderte, in denen wir auf dich warteten. Der Mann der im Himmel die Spitze seiner nebligen Heimat sieht. Der König unter dem Felsen.", sie verdeutlichte Himmel und Erde mit einer ausladenden Handbewegung, „Es wird Zeit nach Hause zurück zu kehren."
Beeindruckt von ihrer Gestalt und der ruhigen Art zu Sprechen blieb Thorin der Mund offen stehen.
„Thorin, ihr seid der Erbe der Bürde. Der Erwählte der Ents. Euch ist es bestimmt den Weg zu beschreiten."
Eine lange Pause entstand und die Frau schien in weite Ferne zu blicken. Da nahm er seinen ganzen Mut zusammen und fragte, wenn auch etwas kleinlaut: „W-Wie?"
Dies schien sie ins Hier und Jetzt zurückzuholen und sie sprach: „Der Kampf wird kommen und er wird glorreich enden. 14 Begleiter werden mit dir sein auf deinen Wegen. Doch bis dahin musst du noch die eine Waffe finden und zu deiner machen."
Langsam hatte Thorin wieder alle seine Sinne beisammen und fragte: „Welche Waffe? Wie finde ich sie?"
„Meine Zeit ist zu Ende, König Thorin. Es ist nicht meine Aufgabe dir diese Informationen zu geben.", da griffen ihn die Dienerinnen des Orakels von hinten und zogen ihn zurück. Er versuchte sich zu wehren, doch konnte er nichts gegen sie ausrichten.
„Es ist nicht meine Aufgabe.", sprach die Frau noch einmal und schloss ihre Augen.
Da verschwand die Verglasung des Pavillons und strahlendes Licht strömte herein und nahm allen für kurze Zeit die Sicht.
Als Thorin sich an die Verhältnisse gewöhnt hatte sah er eine junge Frau auf das Bett der Alten zugehen. Ein Messer blitzte in ihrer Hand. Eine weitere ältere, die Thorin bisher garnicht bemerkt hatte, die aber durchaus die gesamte Zeit im Hintergrund gestanden hatte, legte die Hand auf die rechte Brust des Orakels und führte die der jungen Frau. Sie stichen zu, mitten in ihr Herz und rotes Blut ergoss sich über den Boden. Es benetzte Felle und Pelze, auf denen die alte Frau gebettet lag. Ein erlösendes Seufzen entfuhr ihren Lippen und schließlich sackte sie in sich zusammen.
Noch immer festgehalten von den Dienerinnen musste Thorin dieses grausige Schauspiel mitansehen. Die junge Frau lag nun zusammengekauert über dem ehemaligen Orakel und rührte sich für einen Augenblick nicht. Dann begann sie von innen zu strahlen und sich langsam wieder aufzusetzen. Ihre Augen waren geschlossen, ihr Mund leicht geöffnet. So verharrte sie einige Zeit und die Frauen, die Thorin festhielten, ließen von ihm ab und knieten sich vor ihr nieder. Ein Gesang wurde angestimmt, der von Himmelswesen selbst hätte stammen können. Gesungen in einer Sprache, derer Thorin nicht mächtig war. Verblüfft und auch ein wenig verängstigt, wir werden es ihm in dieser Situation verzeihen, lauschte er den Klängen.
Die Tatsache, dass er gerade einem Mord beigewohnt hatte, schien seltsamerweise nicht schlimm, es wirkte mehr, wie der Anbeginn einer neuen wunderbaren Zeit und es war auch niemand darüber entsetzt. Die alte Dame lag friedlich auf ihrem blutgetränkten Bett, welches die eine, die die Hand der jungen Unbekannten geführt hatte schließlich entzündete. Eine Stichflamme erleuchtete den bereits strahlend hellen Raum und tauchte alles in rot schimmerndes, warmes Licht.
„Mögest du in die Ewigkeit eingehen.", sprach die Junge in das Feuer, die sich darauf umwandte und Thorin erblickte.
Als sie auf ihn zu schritt veränderte sich ihr Äußeres.
War sie zuvor eine blonde, groß gewachsene Menschenfrau gewesen, so schien sie zu schrumpfen, ihre Haare wurden dunkel, Ihre Kleider färbten sich von weiß zu einem dunklen Grün, wie das des Waldes und ihr Gesicht wurde älter. Sie schien nun so alt wie eine 25 jährige Frau, allerdings nur so groß wie Thorin. Bildschön umrahmten dunkelbraune Locken ihr engelsgleiches Gesicht.
„Thorin Eichenschild, ich kenne nun eure Queste. König unter dem Berge.", ihre Stimme klang, wie das Schallen von tausend hellen Glocken. Sie legte ihre rechte Hand auf sein Herz und blickte ihm tief in die Augen, „Sohn des Thráin, Sohn des Thrór."
Ein breites, wunderschönes Lächeln zeigte sich auf ihrem Gesicht und als sie Thorins verwirrte Miene sah, da blitzte wahres Glück in ihrem Ausdruck auf. Schließlich wandte sie sich von ihm ab und wies zwei der Dienerinnen an, sich um ihn zu kümmern.
Diese führten unseren verdutzten Freund eine Treppe hinab, die sich in einer hinteren Ecke des Pavillons befand. Thorin konnte kaum glauben, was in so kurzer Zeit geschehen war und was er nun sah. Vor ihm lag eine Art unterirdischer Palast. Blumen rankten sich an den Wänden der prachtvoll geschmückten Gänge, die im dunklen leuchteten und alles in ein magisches, aber warmes Licht tauchten. Fast so als wäre man nicht unter der Erde, sondern an der Oberfläche. Sie gingen einige Minuten, bis sie ein Zimmer erreichten. Eine seiner zwei Begleiterinnen (die ihn beide um mindestens zwei Köpfe überragten) schob ihn hinein. Er solle sich nun ausruhen und waschen. Am heutigen Abend müsse er zu dem Fest der Neugeburt erscheinen. Eine heilige Feier, wie er erfuhr und die er so, wie er nach seiner langen Reise aussah, anscheinend nicht besuchen konnte. Sie würden ihn in einigen Stunden abholen.
„Ich hoffe es macht euch nichts aus. Wir werden die Türe absperren, damit ihr uns nicht abhanden kommt." Beide Frauen lächelten und schlossen die Türe ehe Thorin überhaupt etwas erwidern konnte. Das Schloss klackte und der Schlüssel wurde auf der anderen Seite der Türe entfernt und eingesteckt.
Nun war Thorin alleine.
Er setzte sich erst einmal, etwas erschlagen und verwirrt aufgrund der ganzen Geschehnisse des Tages (und da er ja sonst nirgendwo anders hin konnte), auf das große Himmelbett, das in der Mitte des Raumes stand.
Eigentlich sollte er hier verschwinden, dachte er so bei sich. Er wusste nicht, wo er war, was da draußen eigentlich gerade passierte und warum er nun auch noch eingesperrt wurde. Aber sie hatten ihm nichts angetan, obwohl sie mehr als genug Zeit dafür gehabt hätten. Und einen Gefangenen in solch einem edlen Zimmer zu beherbergen schien ihm äußerst seltsam. Das Orakel hatte außerdem gesagt er würde mit 14 Begleitern nach Erebor ziehen. Wenn das wahr war, dann würde er ja nicht hier bleiben. Er entschloss sich, einfach abzuwarten, was passieren würde.
Dann strich er mit seinen Händen über den weichen Seidenbezug der Matratze, auf der er saß.
Viel zu groß für einen Zwerg, dachte er, denn er war kein Freund von dem, was er nicht kannte. Nichts gegen mein Bett in Ered Luin.
Dennoch dauerte es nicht lange, bis er einschlief. Denn auch wenn er es nicht zugegeben hätte, er hatte noch nie in solch einem komfortablem Bett gelegen.
Als Thorin erwachte, befand er sich nicht mehr dort, wo er eingeschlafen war. Bevor er die Augen öffnete verwünschte er sich erst einmal selbst, denn eigentlich hatte er sich nicht vom Schlaf übermannen lassen wollen. Doch seine Lider waren plötzlich so schwer geworden.
Stark musste er gegen das grelle Licht anblinzeln, das ihn anstrahlte. Und in diesem Moment merkte er auch, dass er keine Waffe mehr trug.
Mit einem Satz stand er wieder auf seinen zwei Beinen und versuchte sich zu orientieren.
Er war auf einer etwa zwanzig Meter großen Lichtung erwacht, über ihm sah er die Wolken vorüberziehen, um den lichten Fleck herum aber befanden sich wiederum nur schwarze Bäume. Das Gras duftete frisch und war von Morgentau bedeckt. In der Mitte der sattgrünen Wiese befand sich eine Art großer, reichverzierter Pavillon, allerdings verschlossen durch undurchsichtiges Glas.
Nachdem Thorin nichts anderes übrig blieb, unbewaffnet wie er war, tat er einfach einige Schritte darauf zu und fasste den Entschluss, dort an eine der Scheiben zu klopfen. Wo so etwas erbaut wurde, da mussten auch zivilisierte Lebewesen sein. Zumindest hoffte Thorin das.
Doch als er seine Hand hob um mit seinem Fingerknöcheln leicht gegen die Verglasung zu klopfen, da verschwand sie einfach und gab den Weg in das Innere frei und nachdem er eingetreten war verschloss sie sich augenblicklich wieder.
Vor ihm lag eine alte Frau, gebettet auf einen Berg von Fell und Pelzen in gleißendes Licht getaucht. Sie war keine Elbin, aber auch kein Zwerg. Ein Mensch war sie auch nicht. Mehr eine Mischung aus allen auf einmal.
Ihre Gestalt war kleiner, als es für einen Menschen oder Elben üblich war, aber sie war zu groß für einen Zwerg. Ihre Ohren waren leicht spitz, so wie man es von den edlen Waldwesen kannte, aber doch waren ihre Gesichtszüge zu normal. War sie das Orakel aus dem Lied?
Um ihr Lager herum standen zudem vier weitere Frauen, die Thorin aber ziemlich sicher als Menschen identifizierte.
Die alte Dame betrachtete unseren Zwerg eindringlich mit ihren stechend grauen Augen und verfolgte jede seiner Regungen. Sie schien nicht nur ihn zu sehen, sondern sogar durch ihn hindurch und alles was ihn ausmachte zu erfassen.
Nach einiger Zeit gespannter Stille ergriff sie das Wort mit ihrer weichen, aber gebrochenen Stimme: „Thorin Eichenschild. Sohn des Thráin, Sohn des Thrór. Deine Reise findet hier ihr Ende und ihren neuen Anfang."
Die Frauen, die sich um die Dame geschart hatten knieten nieder, sodass eine Art Gasse für Thorin entstand, die er beschreiten sollte und erhoben ihre Hände wie zu einem Gebet.
„Tritt vor, junger Krieger."
Thorin traute sich nicht zu antworten, ihm schien es als würde er einer uralten, ungreifbaren Macht gegenüberstehen. Und so tat er nur wie ihm geheißen und kniete sich ebenfalls vor der alten Dame nieder.
„Es vergingen Jahrhunderte, in denen wir auf dich warteten. Der Mann der im Himmel die Spitze seiner nebligen Heimat sieht. Der König unter dem Felsen.", sie verdeutlichte Himmel und Erde mit einer ausladenden Handbewegung, „Es wird Zeit nach Hause zurück zu kehren."
Beeindruckt von ihrer Gestalt und der ruhigen Art zu Sprechen blieb Thorin der Mund offen stehen.
„Thorin, ihr seid der Erbe der Bürde. Der Erwählte der Ents. Euch ist es bestimmt den Weg zu beschreiten."
Eine lange Pause entstand und die Frau schien in weite Ferne zu blicken. Da nahm er seinen ganzen Mut zusammen und fragte, wenn auch etwas kleinlaut: „W-Wie?"
Dies schien sie ins Hier und Jetzt zurückzuholen und sie sprach: „Der Kampf wird kommen und er wird glorreich enden. 14 Begleiter werden mit dir sein auf deinen Wegen. Doch bis dahin musst du noch die eine Waffe finden und zu deiner machen."
Langsam hatte Thorin wieder alle seine Sinne beisammen und fragte: „Welche Waffe? Wie finde ich sie?"
„Meine Zeit ist zu Ende, König Thorin. Es ist nicht meine Aufgabe dir diese Informationen zu geben.", da griffen ihn die Dienerinnen des Orakels von hinten und zogen ihn zurück. Er versuchte sich zu wehren, doch konnte er nichts gegen sie ausrichten.
„Es ist nicht meine Aufgabe.", sprach die Frau noch einmal und schloss ihre Augen.
Da verschwand die Verglasung des Pavillons und strahlendes Licht strömte herein und nahm allen für kurze Zeit die Sicht.
Als Thorin sich an die Verhältnisse gewöhnt hatte sah er eine junge Frau auf das Bett der Alten zugehen. Ein Messer blitzte in ihrer Hand. Eine weitere ältere, die Thorin bisher garnicht bemerkt hatte, die aber durchaus die gesamte Zeit im Hintergrund gestanden hatte, legte die Hand auf die rechte Brust des Orakels und führte die der jungen Frau. Sie stichen zu, mitten in ihr Herz und rotes Blut ergoss sich über den Boden. Es benetzte Felle und Pelze, auf denen die alte Frau gebettet lag. Ein erlösendes Seufzen entfuhr ihren Lippen und schließlich sackte sie in sich zusammen.
Noch immer festgehalten von den Dienerinnen musste Thorin dieses grausige Schauspiel mitansehen. Die junge Frau lag nun zusammengekauert über dem ehemaligen Orakel und rührte sich für einen Augenblick nicht. Dann begann sie von innen zu strahlen und sich langsam wieder aufzusetzen. Ihre Augen waren geschlossen, ihr Mund leicht geöffnet. So verharrte sie einige Zeit und die Frauen, die Thorin festhielten, ließen von ihm ab und knieten sich vor ihr nieder. Ein Gesang wurde angestimmt, der von Himmelswesen selbst hätte stammen können. Gesungen in einer Sprache, derer Thorin nicht mächtig war. Verblüfft und auch ein wenig verängstigt, wir werden es ihm in dieser Situation verzeihen, lauschte er den Klängen.
Die Tatsache, dass er gerade einem Mord beigewohnt hatte, schien seltsamerweise nicht schlimm, es wirkte mehr, wie der Anbeginn einer neuen wunderbaren Zeit und es war auch niemand darüber entsetzt. Die alte Dame lag friedlich auf ihrem blutgetränkten Bett, welches die eine, die die Hand der jungen Unbekannten geführt hatte schließlich entzündete. Eine Stichflamme erleuchtete den bereits strahlend hellen Raum und tauchte alles in rot schimmerndes, warmes Licht.
„Mögest du in die Ewigkeit eingehen.", sprach die Junge in das Feuer, die sich darauf umwandte und Thorin erblickte.
Als sie auf ihn zu schritt veränderte sich ihr Äußeres.
War sie zuvor eine blonde, groß gewachsene Menschenfrau gewesen, so schien sie zu schrumpfen, ihre Haare wurden dunkel, Ihre Kleider färbten sich von weiß zu einem dunklen Grün, wie das des Waldes und ihr Gesicht wurde älter. Sie schien nun so alt wie eine 25 jährige Frau, allerdings nur so groß wie Thorin. Bildschön umrahmten dunkelbraune Locken ihr engelsgleiches Gesicht.
„Thorin Eichenschild, ich kenne nun eure Queste. König unter dem Berge.", ihre Stimme klang, wie das Schallen von tausend hellen Glocken. Sie legte ihre rechte Hand auf sein Herz und blickte ihm tief in die Augen, „Sohn des Thráin, Sohn des Thrór."
Ein breites, wunderschönes Lächeln zeigte sich auf ihrem Gesicht und als sie Thorins verwirrte Miene sah, da blitzte wahres Glück in ihrem Ausdruck auf. Schließlich wandte sie sich von ihm ab und wies zwei der Dienerinnen an, sich um ihn zu kümmern.
Diese führten unseren verdutzten Freund eine Treppe hinab, die sich in einer hinteren Ecke des Pavillons befand. Thorin konnte kaum glauben, was in so kurzer Zeit geschehen war und was er nun sah. Vor ihm lag eine Art unterirdischer Palast. Blumen rankten sich an den Wänden der prachtvoll geschmückten Gänge, die im dunklen leuchteten und alles in ein magisches, aber warmes Licht tauchten. Fast so als wäre man nicht unter der Erde, sondern an der Oberfläche. Sie gingen einige Minuten, bis sie ein Zimmer erreichten. Eine seiner zwei Begleiterinnen (die ihn beide um mindestens zwei Köpfe überragten) schob ihn hinein. Er solle sich nun ausruhen und waschen. Am heutigen Abend müsse er zu dem Fest der Neugeburt erscheinen. Eine heilige Feier, wie er erfuhr und die er so, wie er nach seiner langen Reise aussah, anscheinend nicht besuchen konnte. Sie würden ihn in einigen Stunden abholen.
„Ich hoffe es macht euch nichts aus. Wir werden die Türe absperren, damit ihr uns nicht abhanden kommt." Beide Frauen lächelten und schlossen die Türe ehe Thorin überhaupt etwas erwidern konnte. Das Schloss klackte und der Schlüssel wurde auf der anderen Seite der Türe entfernt und eingesteckt.
Nun war Thorin alleine.
Er setzte sich erst einmal, etwas erschlagen und verwirrt aufgrund der ganzen Geschehnisse des Tages (und da er ja sonst nirgendwo anders hin konnte), auf das große Himmelbett, das in der Mitte des Raumes stand.
Eigentlich sollte er hier verschwinden, dachte er so bei sich. Er wusste nicht, wo er war, was da draußen eigentlich gerade passierte und warum er nun auch noch eingesperrt wurde. Aber sie hatten ihm nichts angetan, obwohl sie mehr als genug Zeit dafür gehabt hätten. Und einen Gefangenen in solch einem edlen Zimmer zu beherbergen schien ihm äußerst seltsam. Das Orakel hatte außerdem gesagt er würde mit 14 Begleitern nach Erebor ziehen. Wenn das wahr war, dann würde er ja nicht hier bleiben. Er entschloss sich, einfach abzuwarten, was passieren würde.
Dann strich er mit seinen Händen über den weichen Seidenbezug der Matratze, auf der er saß.
Viel zu groß für einen Zwerg, dachte er, denn er war kein Freund von dem, was er nicht kannte. Nichts gegen mein Bett in Ered Luin.
Dennoch dauerte es nicht lange, bis er einschlief. Denn auch wenn er es nicht zugegeben hätte, er hatte noch nie in solch einem komfortablem Bett gelegen.
