Wie versprochen: für eine Rückmeldung gibt es ein neues Kapitel. Hier also die Überlegung, wie es mit Bellatrix und Voldemort weitergehen könnte.

Natürlich hoff ich, dass ich euch auch dieses Mal begeistern kann. Für jede Rückmeldung bin ich wie immer total dankbar und freu mich drauf!!!

Ach ja und auch dieses Mal: für jede Rückmeldung ein neues Kapitel ;-)

Viel Spaß!


A new beginning

Nun war es endgültig genug. Sie konnte einfach nicht weiter diese Lüge leben, auch wenn ihr klar war, dass sie die magisch geschlossene Ehe nicht brechen konnte. Und doch war es an der Zeit, die Wahl ihrer Mutter in Frage zu stellen, ihr eigenes Leben zu beginnen.

I've made up my mind
It's time for a new beginning
I'm livin my life
It's time for a new beginning

Mit der Gewissheit, dass immer irgendwer hinter ihr stehen würde - und dabei dachte sie nicht nur an ihren Lord – schritt sie voller Überzeugung auf das Wohnzimmer zu.

In ihrer grenzenlosen Wut konnte sie nicht anders und hatte fest im Auge, ihm alles entgegen zu schleudern, was sie all die Jahre ertragen hatte. Denn endlich würde sie frei sein. Frei von allem.

Hast du geglaubt ich liebe dich?
Hast du geglaubt ich achte dich?
Hast du geglaubt ich fürchte dich?

„Ah, Bellatrix, wie du siehst, haben wir Besuch." Säuselte Rodolphus wahrlich widerwärtig süß.

„Ist das so?" presste zwischen harten Atemzügen und zusammengebissenen Zähnen hervor.

„Das ist also die liebreizende Bellatrix?" fragte die andere Hexe im Raum eher rhetorisch.

„Ja, ist sie nicht eine Augenweide?" erkundigte sich deren Mann in einem ebenso theoretischen Ton.

Seiner Frau kam es dabei so vor, als würde sie gar nicht im gleichen Raum stehen. Doch all das schürte ihre Wut nur noch weiter und machte ihr Ziel deutlicher sichtbar.

Hast du geglaubt ich wein' um dich?
Hast du geglaubt es gibt nur dich?
Hast du geglaubt ich kenn' dich nicht?

„Du hast doch nicht wirklich geglaubt, dass ich das ewig mitmachen werde, oder?" spie Bellatrix nun voller Abscheu, Wut und Hass.

In seinen Augen wechselten sich verschiedene Richtungen des Erkennens wider und doch kam keiner dieser Eindrücke der Wahrheit nahe genug.

„Mein Leben hat einen neuen Sinn gefunden. Ich werde mächtiger werden, als du dir das je vorgestellt hast. Und genau hier werde ich beginnen." Sie war wie von allen Sinnen. Und doch drückte ihre Haltung mehr als wilde Entschlossenheit aus. Bellatrix war soweit, dass sie keine Gnade zeigen würde und jeden einzelnen Augenblick auskosten würde.

„Was ist mit dir?" fragte Rodolphus nun doch etwas irritiert und langsam machte sich etwas wie Panik in ihm breit. Auch die andere Hexe – die sich weder vorgestellt hatte, noch vorgestellt wurde – wurde unruhig.

„Endlich weiß ich, was es heißt, geliebt zu werden und wahrhaftig Liebe zu schenken. Endlich weiß ich, was es bedeutet, zu leben. Doch ihr werdet nicht lange genug leben, um es mit mir auszukosten. Denn ich werde mich von allen Zwängen dieser Hülle befreien und euch vernichten." Ein sadistisches Lächeln begann ihre Züge schemenhaft, geisterhaft zu umspielen.

Ihre Augen leuchteten in absoluter Sicherheit. Ungesehen hatte eine Gänsehaut ihren Körper überzogen, gekennzeichnet. Eine unwillkürliche Erregung baute sich in ihren Gedärmen auf. Endlich war sie nur noch diesen winzigen Schritt von dem entfernt, das ihr all dies erst ermöglichte.

The moment you steped into the room

You took my breath away

Bellatrix ging auf die Knie, schloss die Augen und hob die Arme. Langsam drehte sie ihre Handflächen nach oben und richtete ihren Blick in die gleiche Richtung.

„Dies wird meine Rache sein, dies wird meine Erlösung sein. Mein Lord steht hinter mir, gibt mir die Macht es zu tun." Ihr Lächeln schien noch sadistischer zu werden, ehe sie einige unverständliche Worte murmelte.

Ein wahrer Sturm jagte durch den Raum, schien alles mit sich zu reißen und ließ doch alles stehen. Kälte ergriff von allen Gliedern Besitz. Im Auge all dessen kniete Bellatrix mit geschlossenen Augen und genoss mit jedem Atemzug, wie die tiefe Befriedigung durch ihren Körper zog.

Asche zu Asche

Und

Staub zu Staub

Ob Stunden oder nur Minuten vergangen waren, war ihr im Nachhinein nicht klar. Sie hatte sich auf eine Ebene der Magie begeben, die eigentlich weit über ihren Talenten hätte stehen müssen und doch hatte sie die Kraft dazu gehabt. Langsam erhob sie sich, sah sich vorsichtig um. Jeder Schritt überzeugte sie mehr davon, dass ihr Leben nun rein war. Kein Mann mehr, der sie unterdrückte und demütigen konnte. Die noch immer kalte Luft war erfrischend. Nur ein feiner Hauch von Staub bedeckte den Boden gleichmäßig. Die letzte Spur und auch diese würde bald für immer verschwunden sein.

It´s a beautiful day

The sun is shinning

I feel good, I feel fine

and no one´s gonna stop me now

Mit einem Lächeln, das man ihr schon Jahre lang nicht mehr angesehen hatte, lief sie am Tag nach ihrer Tat durch die Welt. Sie hatte sich erlöst, Erlösung verschafft. Endlich waren die Ketten ihres Daseins zerbrochen.

Frieden ist eine Lüge.

Es gibt nur Leidenschaft.

Durch Leidenschaft erlange ich Kraft.

Durch Kraft erlange ich Macht.

Durch Macht erlange ich den Sieg.

Der Sieg zerbricht meine Ketten.

Eigentlich war es eine Schande, dass Bellatrix nicht schon früher die Macht und die Kraft gehabt hatte, um den Sieg zu erlangen. Nun aber hatte sie mit all ihrer Leidenschaft und ihrem Mut bewiesen, dass sich die Welt geirrt hatte. Eine kleine, unbedeutende Frau wie sie es war, konnte ebenso ihr Glück finden, wie alle anderen auch. Und endlich wusste sie es auch selbst.