Kapitel 2

Beim Eintreten in die TARDIS verkniff ich mir den Satz, dass sie von innen größer ist und lächelte nur.

„Na, gefällt sie dir?", fragte der Doctor mich und ich grinste: „Och, ist nur das, wovon ich immer geträumt habe." Dass ich überwältigt war, weil ich nicht gedacht hätte, jemals wirklich in der Tardis zu stehen, sagte ich ihm nicht. Es war wirklich ein himmlisches Gefühl, selber hier zu sein und nicht nur die Perspektive der Kamera zu haben.

Der Doctor wies mich an, mich festzuhalten, drückte ein paar Knöpfe, zog ein paar Hebel und schon setzte sich die Tardis ruckelnd in Bewegung. „Auf geht´s", sagte der Doctor mit strahlenden Augen und noch strahlenderem Grinsen, doch ich erlitt gerade einen kurzen Dämpfer meiner Begeisterung, lief grün im Gesicht an und musste aufpassen, mich nicht zu übergeben. Die dämliche Reisekrankheit hatte ich ja total vergessen. Aber das war egal, das würde ja bald wieder vorbei sein. Warum zur Hölle kam die denn auch jetzt durch, so langsam hatte ich mich doch sogar an die Busreisen zur Schule gewöhnt. Aber nein, mein Magen machte den schönsten Tag meines bisherigen Lebens etwas weniger schön.

Der Doctor merkte, dass meine Gesichtsfarbe doch nicht mehr ganz normal aussah, schaute besorgt und fragte: „Ist alles in Ordnung?"

Ich lächelte schwach, schluckte, um allen Eventualitäten vorzubeugen, und antwortete mit zittriger und unsicherer Stimme: „Ich bin nur ein Opfer der Reisekrankheit."

Das schien ihm zu reichen. Ein paar besorgte Blicke während der Reise, doch er sprach mich nicht noch mal darauf an, was mir nur recht war. Klar hätte ich ihn gerne ausgequetscht, doch während sich mir der Magen umdrehte, war es sicherlich besser, nicht zu reden.

Bald setzten wir endlich auf irgendeinem Boden auf und nach ein paar Atemzügen hörte auch mein Magen auf, zu rebellieren. „Besser?", fragte auch der Doctor mich, und ich grinste ihn an und sagte: „Auf ins Abenteuer."

Er strahlte, nahm meine Hand, und wir gingen hinaus. Wir fanden uns mitten auf einer Straße wieder, die nicht sehr anders aussah, als die Straßen in meiner Gegenwart, doch der Doctor meinte: „In etwa März 2023, ich denke wir sind in Europa." Er legte den Kopf leicht zurück, schnüffelte etwas und meinte dann: „Wir sind noch in Deutschland. Seltsam. Normalerweise sucht sich die Tardis etwas ausgefalleneres aus."

„Hey", kicherte ich. „Ist Deutschland etwa nicht ausgefallen?"

„Nein, ihr seid zu sehr in der Bürokratie verwurzelt, als dass bei euch in der näheren Zukunft allzu viel passieren wird", antwortete der Doctor mir mit einem Grinsen, wie ich es aus der Serie schon immer geliebt hatte.

Ich nickte, denn ich musste zugeben, dass der Doctor vermutlich recht hatte, aber er sah es wohl nicht, denn er ging mittlerweile schon ein Stück weiter die Straße entlang. Ich eilte ihm hinterher und er reichte mir wieder seine Hand. Es war ein seltsames Gefühl, die Hand eines Mannes zu halten, den ich nur aus dem Fernsehen und Internet kannte.

Ich war neugierig und fragte deshalb: „Und? Weshalb hat die Tardis uns hierher gebracht, schon irgendeine Idee?" Doch er schaute mich nur seltsam an und meinte: „Hältst du mich für einen Hellseher?" Sein Stimmton sagte mir aber, dass er nicht sauer war oder mir Vorwürfe machte, sondern mich eher mit meiner Neugier und Ungeduld aufzog.

Doch kurz darauf lief ein graues, recht fluffig aussehendes Wesen direkt vor unseren Augen über die Straße und in die nächste Querstraße hinein. Der Doctor und ich schauten uns kurz in die Augen und schon spurteten wir los, dem Wesen hinterher, was unmöglich ein Mensch gewesen sein konnte.

Als wir in die Seitenstraße einbogen, war das Wesen schon außer Sichtweite, vielleicht war es in einem Haus verschwunden, vielleicht in die nächste Straße eingebogen. „Was jetzt", fragte ich den Doctor und er schaute mich kurz ratlos an, doch kurz darauf zeigte sich ein Strahlen auf seinen Lippen. „Wir suchen es, spätestens beim ersten panischen Schrei wissen wir, wo es ist."