Kapitel 3

So gingen wir durch die Straßen in der Nähe und er hielt schon wieder meine Hand, vermutlich damit wir uns nicht irgendwo verloren, sollte es doch wider Erwarten hektisch werden. Doch wir sahen nichts, außer Backsteinhäusern und ziemlich langweilig aussehenden Passanten. Banker, die nach der Arbeit in ihre Vorstadthäuser mit dem ordentlich gepflegten Rasen zurückkamen, aber kein seltsames Wesen, was scheinbar nicht von dieser Welt stammte. Warum musste sich das Ding denn verstecken? Ich hatte so viel Action in der Serie gesehen, ich wollte auch endlich etwas davon erleben, doch statt dessen suchten wir die stille Straße ab,

bis der Doctor endlich etwas bemerkte. Eine ganz dünne, kaum sichtbare Spur aus Staub zog sich die Straßen entlang, wo das seltsame Wesen vorhin gelaufen war.

Er ging in die Hocke und besah sich den Staub erst einmal misstrauisch, ehe er mit dem Finger die Straße entlang fuhr und etwas von der Substanz zwischen Daumen und Zeigefinger hielt. Er roch daran! Ich verzog kurz das Gesicht, ließ mir aber meinen kurzen Anfall von Ekel nicht anderweitig anmerken, statt dessen blickte ich den Doctor interessiert an, hockte mich neben ihn murmelte leise: „Lass mich raten. Das ist kein normaler Staub wie der von der Erde?" Doch er antwortete genau das, was ich nicht erwartet hatte. „Doch ist es. Allerdings ist da auch eine Art Energiesignatur dran zu riechen. Das ..." Er blickte nachdenklich, begeistert, verwirrt und irgendwie wahnsinnig, alles auf einmal und jetzt musste ich ein Kichern unterdrücken. „... das ist lebender Staub." Und schon war mein leicht angedeutetes Grinsen verschwunden. Lebender Staub, wie konnte das denn sein? Naja, wenn es schon lebendes Bleistiftgekritzel, echte Werwölfe, Pseudohexen und Satan gab, dann war lebender Staub ja gar nicht mal so unwahrscheinlich.

„Also gut... was machen wir?", fragte ich nur und er schaute mich fast schon streng an. „Dass ihr Menschen es immer eilig habt", kritisierte der Doctor und ich war mir nicht sicher, ob er das ernst meinte, oder nur ein wenig jammern wollte. Als ich jedoch zu bedenken gab: „Wir haben nun ein paar Jahrhunderte weniger zu leben. Und außerdem: Wer von uns hibbelt denn sonst immer herum, wie ein Wiesel auf Crack?", grinste er nur und schien fast schon stolz, dass ich mich traute, ihm die Stirn zu bieten. Verstehe einer diesen Mann! „Nun gut. Jedenfalls weiß ich nicht, was wir tun sollen, außer, dass wir der Spur folgen könnten."

Gesagt - getan. Jedenfalls gingen wir tatsächlich einfach der Spur nach, bis wir schließlich vor einem Haus standen. Ich sah sie zuerst, die Frau, die eine Staubspur auf dem Shirt hatte und auf dem Boden lag. Ich zog sie hoch, während der Doctor einen Blick durchs Fenster ins Haus warf.

„Was auch immer es war, es hat mich einfach aus dem Weg geschubst und ist in mein Haus gelaufen", erzählte die junge Frau eher verwirrt und schockiert, aber sie sagte eindeutig die Wahrheit, denn in dem Moment kam das Staubetwas wieder aus dem Haus und in seinem Körper bildete sich eine Öffnung. Es saugte die Hausbesitzerin einfach auf und wuchs einige Dezimeter.