Nicolai Technikus - ein Leben
II. Kapitel: Die Jugendjahre
Die Ernte
Währrend ich also weiterhin an meinen, für meine Zeit ungewöhnlichen, individuellen Lebens hing, ging das Leben meiner restlichen Familie den, von mir beobachteten, normalen Lauf. Bis,....ja zu diesem einen Herbsttag. Es war Erntezeit, ein jährliches Ereignis, Missernten natürlich ausgeschlossen, an dem die ganze Familie in die Arbeit einbezogen war.
Währrend Mutter und meine Schwester das Getreide mit den Sicheln schnitten, hatte ich die Ähren zusammenzubinden. Gemeinsam verfrachteten wir die Bündel auf unseren Wagen, karrten ihn zurück nach Hause, wo wir, aber vorallem Vater, da er die meiste Kraft von uns allen besaß, die Körner aus den Hülsen schlugen. Das war in der Tat Knochenarbeit. Hätten wir nicht einige Mägdte und Knechte besessen, die ganze Prozedur hätte uns wahrscheinlich mit der Zeit ausgezerrt. So befanden wir, die Familie inklusive dem Gesinde, uns auf dem Feld um die Ähren einzusammeln.
Ich schnürrte gerade ein neues Bündel, als ich plötzlich meine Eltern und meine Schwester heftig miteinander diskutieren hörte. Ich wusste, dass ich, wenn nicht in ein Gespräch miteinbezogen worden, was meistens der Fall war, mich auch gefälligst daraus fern zu halten hatte, aber ich war eben zu neugierig, und vorallem zu besorgt, was den ungewöhnlich harschen Ton angieg, um mir den Inhalt dieser angeregten Diskussion entgehen zu lassen. Also spitze ich meine Ohren und lauschte, natürlich ohne es mir anmerken zu lassen, dass ich mich von meiner Aufgabe ablenken lies.
