A/N: Ja! Das dritte Kapitel! Hoffe, euch gefällt es. Bin gerade arbeitstechnisch ziemlich eingebunden, aber ich hoffe das nächste Kapitel kann ich schneller posten. :-)
Vielen Dank an die Reviewer! *knuddel*
Wortanzahl: 1478 Wörter
Kapitel 3 - DiNozzo, Antoinette DiNozzo
"So ... Senior Special Agent Leroy Jethro Gibbs ... darf ich Sie Leroy nennen oder doch lieber ... Jet?" "Ja, wenn Sie diesen Fall gleich ganz los sein wollen. Ich bin für sie Agent Gibbs und nichts anderes!", entgegnete der NCIS-Agent beißend auf Tonis Flirtversuch, um das Schweigen zu brechen.
Während dieses kurzen Monologs waren die beiden auch schon an Tonis Schreibtisch angekommen. Leicht lehnte sich Toni mit ihrem Po gegen die Kante und streckte kokett lächelnd ihre rechte Hand aus. "Ich habe mich noch nicht richtig vorgestellt. Mein Name ist Antoinette Lucia DiNozzo, seit fast zwei Jahren Detektive und Heldin der Baltimorer Mordkommission sowie der sexy Engel für Undercovereinsätze. Sehr erfreut!"
Die Miene des Agenten drückte puren Unwillen aus, doch nahm er die Hand trotzdem an und antwortete ihr: "Agent Gibbs. Bisher eher weniger erfreut. Ich will, dass mein Gerichtsmediziner die Leichen untersucht. Ich habe ihn schon mitgebracht. Er wartet auf uns in Ihrer Gerichtsmedizin. Sie können mir alle Fakten zum Fall nennen, während wir uns dahin begeben."
Verblüfft blinzelnd reagierte Toni auf die Rede des Agenten. Sie kannte es ja das Bundesagenten sich ihrer sicher waren (um es mal nett zu formulieren...), aber normalerweise warteten sie wenigstens das OK der anderen Behörde ab, bevor sie den Fall an sich rissen. Leicht wütend schluckte Toni jedoch ihren Protest herunter und sagte: "Gut, wenn Sie das wollen, Sir."
Toni wollte diesen arroganten Schnösel zwar nicht gleich am Anfang direkt beleidigen, aber sie konnte es nicht verhindern das ihr Sir eher wie Arschloch klang. Und auch Gibbs bekam das mit.
Innerlich grinsend darüber das er diese Polizistin, die ihn so durcheinander brachte, aufgebracht hatte, entgegnete er nonchalant: "Sie brauchen mich nicht Sir nennen, ich arbeite für mein Geld, Ma'am."
Mit blitzenden Augen drehte sich Toni um. Sie wusste was dieser Idiot vorhatte und sie wollte ihm nicht die Genugtuung geben. "Ach wissen Sie, man hat mir beigebracht das ich alte Menschen ... ach pardon, ich meine natürlich ältere Mitmenschen mit Respekt anspreche, auch wenn Sie diesen nicht verdienen." Das Ganze unterstützte sie mit einem zuckersüßen Lächeln und drehte sich dann um.
Mit schwingenden Hüften setzte sie sich in Bewegung um den Raum zu verlassen. Als sie keine Schritte hinter sich hörte, blickte sie über ihre Schulter hinweg noch einmal zurück. "Kommen Sie, Sir?"
Gibbs fragte sich währenddessen, ob diese Frau mutig oder einfach nur todessehnsüchtig war. Normalerweise kuschten die meisten Menschen, sobald er sie einmal richtig angeknurrt hatte, aber diese Polizistin schien nicht zu kapieren, wer der Stärkere von ihnen beiden war. Und auch wenn er es nicht wollte, gefiel ihm das. Ebenso wie ihr Hüftschwung.
Diesem folgte er nun auch mit verstecktem Interesse als sie zu Tonis Auto, einem Mustang, gingen. Ihm fiel zwar bei dieser Art von Gefährt ein passender Spruch ein, aber als er die Warnung in DiNozzos Augen sah, schwieg er lieber. Er wollte sie so wütend machen, dass sie die Zusammenarbeit mit ihm hinschmiss, aber nicht so sehr, dass seine edelsten Teile gefährdet waren. Und diese Warnung nichts gegen ihr Auto zu sagen, richtete sich hundertprozentig an gerade diesen Körperteil von ihm.
Darum beschränkte er sich auf eine erhobene Augenbraue als er das Auto sah und sich hineinsetzte. Kurz darauf waren sie auch schon auf den Weg zur Gerichtsmedizin und seine Gedanken richteten sich wieder auf wichtigere Dinge.
"Wir wurden gestern Morgen in den Country Club 'Beautiful Sun' gerufen, da vier ihrer Gäste Blut gespuckt hatten und danach leblos zusammengebrochen sind. Alle Opfer sind Kinder von einflussreichen Baltimorer-Persönlichkeiten und seit Jahren miteinander befreundet. Die bisherige Vermutung der Todesursache ist Vergiftung. Die Vier trafen sich regelmäßig im Club um Kaffee zu trinken."
Bei diesem Satz stoppte Toni ihre Erzählung und blickte kurz fragend auf ihren Beifahrer, der leicht zusammengezuckt war. Dieser äußerte jedoch nicht seine Gedanken, darüber wie man Kaffee so vergeuden und missbrauchen kann, und nickte nur kurz damit der Detektive fortfuhr.
"Das erste Opfer heißt Katherine Salvatore. Sie war 22 Jahre alt und im Geschäft ihres Vaters, Damon Salvatore, tätig. Dieser ist der Inhaber einer Modelagentur und Kat, wie sie genannt wurde, modelte selbst und war immer wieder auf der Suche nach neuen Talenten. Nach Aussage ihrer Mutter Elena war sie gerade erst seit einer Woche wieder zu Hause und freute sich sehr auf das Treffen mit ihren Freunden. Wirklich ernsthafte Feinde scheint es auf den ersten Blick nicht zu geben. Kat wird als sehr umgänglich und fröhlich beschrieben. Jedoch müssen wir daran denken, dass es gerade in dieser Branche sehr viele Neider gibt."
Kurz wartend, ob der Agent eine Frage hatte, fuhr Toni nach der antwortenden Stille fort.
"Opfer Nummer zwei heißt Elizabeth Whitlock, 24 Jahre, Spitzname Liz. Ihre Mutter, Isabelle Whitlock geborene Swan, und ihr Vater, Jasper Whitlock, sind beide erfolgreiche Psychologen. Elizabeth studierte, anders als ihre Eltern, lieber Biologie und Soziologie. In den letzten Monaten war sie in Südamerika und erforschte zusammen mit einem ihrer Professoren einen Ureinwohnerstamm. Sie ist vor drei Wochen nach Hause gekommen. Auch hier keine bekannten Feinde, jedoch war diese Forschungsstelle wohl sehr begehrt. Viele Mitschüler haben sich darüber beschwert, dass Liz die Stelle nur bekommen hat, weil ihre Eltern große Spender sind."
Leicht die Stirn runzelnd, fragte Gibbs: "Gab es Probleme zwischen den Eltern, weil Elizabeth so einen gefährlichen und zudem schlecht bezahlten Job wählte?"
Verneinend schüttelte Toni ihren Kopf und wiederholte die Antwort der Eltern. "Sie waren stolz auf sie, weil sie ihren eigenen Weg ging und dabei auch noch die Wissenschaft unterstützte. Zwar machten sie sich Sorgen wegen der Gefahren, aber sie unterstützten sie mit allen Mitteln."
"Das gleiche ist auch beim nächsten Opfer zu sagen. John Winchester, 23 Jahre alt. Kein Spitzname. Seine Mutter, Samantha Winchester geborene Simpson, ist Familienanwältin. Sie war früher Scheidungsanwältin, aber nach ein paar Jahren wechselte sie in das soziale Fach. Sie vertritt heutzutage meist Fälle von Misshandlungen in der Familie und ähnliches.
Ihr Mann Dean Winchester ist Besitzer mehrerer Autohäuser und Werkstätten. Er hat sich hochgearbeitet und mit einer kleinen Werkstatt angefangen, aber innerhalb einiger Jahre wurde er der Name für Autoqualität in Baltimore. Sein Sohn war im Begriff ihm zu folgen.
Er fing als Mechaniker in einer der väterlichen Werkstätten an und arbeitete sich hoch. Nebenbei studierte er Wirtschaftsmanagement und Marketing. Nach Beendigung des Studiums wurde er von seinem Vater in der Werbeabteilung eingesetzt. Im Gegensatz zu den anderen beiden Opfer war seine letzte Reise jedoch schon 3 Monate her. Er besuchte eine Automesse in Deutschland.
Überraschung, Überraschung. ER hat bekannte Feinde. Ein paar Jahre lang hatte er Probleme mit Alkohol und Drogen, bis er es angeblich wieder in Griff bekam. Davor soll er wohl vielen Leuten auf den Schlips getreten seien. Wir sind gerade dabei eine vollständige Liste zu erstellen und zu überprüfen, ob sie Alibis haben.
Zu guter letzt das Opfer, weswegen wir diese wundervolle Bekanntschaft machen durften. Petty Officer Robert Mitchell. Vater ist Cam Mitchell. Ein Colonel in der Air Force. Die Mutter ist bei der Geburt verstorben. Bobby ist 21. Das Küken in der Gruppe und erst seit kurzem wieder auf dem Lande. Davor war er für ein Jahr auf der USS Seahawk stationiert. Seit drei Tagen hat er wieder festen Boden unter den Füßen. Er sollte jedoch in 2 1/2 Wochen wieder auslaufen. Auch seinem Vater fiel niemand ein der einen Groll gegen seinen Sohn hegte. Jedoch sah er ihn in den letzten Jahren nur sporadisch und kommunizierte mehr durch E-Mail mit ihm. Darum können wir uns darauf nicht so sehr verlassen. Vor allem, weil Bobby anscheinend die Meinung vertrat er könne alles alleine schaffen.
Scheint wohl ein normales Problem im Militär zu sein. Wenn gleich Marines wohl noch schlimmer sind, nicht wahr, Sir?", damit wandte sich Toni wieder ihrem Gesprächspartner zu.
Dieser hatte sich während ihrer Schilderungen die Akte angesehen. Es waren nur 10 Minuten Autofahrt bis zur Gerichtsmedizin und bis dahin wollte er sich ein Bild von diesem Fall gemacht haben. Nur so konnte er den Mörder schnell finden und dabei auch noch dieser Frau ein Schnippchen schlagen.
Als die junge Polizistin mit ihrem Bericht endete, hob Gibbs seinen Kopf und fragte mit einem Stirnrunzeln: "Wenn es ein geplanter Mord war, woher wusste der Mörder das die Vier um diese Zeit da sein würden? Vor allem, wenn sie nur sporadisch hier sind."
"Es war wohl eine allseits bekannte Tatsache, dass die vier sich jeden Sonntagmorgen treffen, wenn alle vier in der Stadt sind. Auch das sie alle Kaffeetrinker sind, war bekannt. Und bevor Sie fragen. Ja, wir überprüfen auch die Hintergründe von den Köchen und Kellnern, die an diesem Morgen Dienst hatten."
Mit diesem Satz parkte Toni ihr Auto in der Nähe der Gerichtsmedizin und wandte ihr Gesicht ganz dem Agenten zu. "Ich denke, das wären die wichtigsten Informationen. Hören wir uns erstmal an was der Gerichtsmediziner herausgefunden hat." Nickend bejahte Gibbs den Vorschlag von DiNozzo und stieg aus dem Wagen aus. In Schweigen gehüllt, betraten die beiden daraufhin das Gebäude.
Ende Kapitel 3
