A/N: Es dauerte etwas, aber hier ist Kapitel 4. Diesmal featuring Ducky! Viel Spaß!
Wortanzahl: 1357 Wörter
Kapitel 4 - Nennen Sie mich Ducky!
"... diese junge Frau hatte einen Vorfahren, einen Mann namens Count Cain Hargreaves. Dieser schien die seltsame Vorliebe zu haben, Gifte zu sammeln. Er und sein Hobby waren wohl ein mehr als skandalträchtiges Thema zu seiner Zeit. Vor allem, weil ihm auch noch eine Liaison mit seinem Butler angedichtet wurde. Die junge Dame Merryweather schien selbst auch ein beliebtes Thema für die Gesellschaft zu dieser Zeit zu sein. Insbesondere, als dann klar wurde, dass sie eine Verbindung zu diesen Morden hatte. Was ..."
Dies waren die ersten Worte, die Toni hörte, als sie die sonst so stille Leichenhalle betrat. Und nach ein paar Schritten sah sie auch die dazugehörige Stimme. Ein älterer Herr redete auf die führende Gerichtsmedizinerin ein, während er gerade die ... Leber (?) eines Opfers entnahm und in den von ihr bereitgehaltenen Behälter lag.
Antoinette hatte geglaubt, dass sie sich verhört hatte, aber der ältere Mann redete immer noch. Inzwischen erzählte er, wie er einmal in einem südamerikanischen Urwald den besten Kaffee trank, den er jemals fand. Ungläubig sah Detektive DiNozzo ihren neuen 'Partner' an. Doch dieser grinste sie nur leicht an und wandte sich direkt, an das vor ihnen stehende Gerichtsmedizinerpärchen.
"Wie ich sehe, hast du dich schon eingewöhnt, Ducky? Hast du schon erste Ergebnisse?"
Damit zog er die Aufmerksamkeit der beiden Doktoren auf die beiden Ermittler. Kaum aus dem Takt gebracht, blickte Ducky zu seinem altem Freund und meinte leicht rügend: "Wo bleiben deine Manieren, Jethro? Stelle dich erstmal dieser jungen Dame vor."
Mit seinem Handgelenk auf den Agenten zeigend, wandte sich an Ducky wieder an seine Kollegin. "Darf ich vorstellen? Dieser Mann, der mal wieder seine guten Manieren vergessen hat, ist Special Agent Leroy Jethro Gibbs, von denen ich dir vorhin erzählt habe. Und Jethro, dies ist Doktor Jane Michaela Dorian. Sie ist die führende Gerichtsmedizinerin."
Die Ärztin hatte lange, braune Haare, welche in einem Pferdeschwanz zusammengebunden waren. Sie war knapp einen halben Kopf kleiner als Toni und fast leichenblass. Trotzdem war sie auf ihre Art schön, was sie auch gleich zeigte. Mit einem Lächeln, dass ihre brauen Augen zum Strahlen brachten, gab sie dem ihr vorgestellten Ermittler die Hand und sagte lächelnd: "Freut mich, Sie kennenzulernen", während Ducky weiter redete. " Und wen hast du mitgebracht?"
Ohne weiteres auf die Frau neben ihm zu achten, sagte Gibbs kurz angebunden: "Detektive Antoinette DiNozzo, Doktor Donald Mallard. Was hast du nun rausgefunden, Ducky?"
Leicht die Zähne zusammenbeißend, setzte Toni trotzdem ihr bestes Lächeln auf und stellte sich vor den NCIS-Agenten.
"Detektive Antoinette DiNozzo, freut mich ihre Bekanntschaft zu machen. Es freut mich zu sehen, dass nicht alle Menschen vom NCIS ungehobelte Holzköpfe sind. Ich bin sicher, Sie und J.D. kommen bestimmt gut zurecht. Anders, als so manch anderen Anwesenden scheinen Sie ja noch Manieren gelernt zu haben."
Spätestens da konnte, die bisher stille Jane Dorian oder für ihre Freunde kurz J.D., nicht mehr an sich halten und fing an loszukichern. Der Agent schien ja einen bleibenden Eindruck auf ihre Freundin gemacht zu haben, wenn sie schon so anfing.
Und auch der NCIS-Gerichtsmediziner konnte sich ein leichtes Lächeln nicht verkneifen. "Doktor Donald Mallard, aber Sie können mich ruhig 'Ducky' nennen. Ich finde es sehr schön, dass es endlich jemanden gibt, der sich nicht von Jethro unterbuttern lässt. Ich bin sicher, wir werden uns sehr gut verstehen."
"Dann nennen Sie mich bitte Toni.", bot die Polizistin dem Doktor an und ignorierte dabei immer noch konsequent den Mann hinter ihr. Dieser war inzwischen mehr als leicht genervt und unterbrach rüde Duckys Antwort: "Aber warum denn Liebe? Antoinette ist so ein schöner und geschichtsträchtiger Name. Er erinnert mich an..."
"Das ist ja schön und gut, Ducky. Wir haben hier jedoch vier Leichen liegen, die ihren Mörder hinter Gittern sehen wollen. Und auch ihre Eltern erwarten Ergebnisse. Also, was habt ihr herausgefunden?"
"Wir konnten noch nicht alle vier Opfer komplett untersuchen, aber sie scheinen an einer Überdosis Palytoxin gestorben zu sein. Dies ist ein Gift, das aus der Krustenanemone gewonnen wird. Es stammt ursprünglich aus Hawaii und wurde dort von den Ureinwohnern zum Präparieren ihrer Speere genutzt. Eine äußerst interessante Geschichte. Ich habe mal jemanden getroffen, der ..."
"Die beiden passen wirklich perfekt zusammen.", murmelte der weibliche Teil des Ermittlerduos. Doch ihr männliches Gegenstück ignorierte dies. Stattdessen brachte er nur ein leicht angenervtes "Ducky, der Fall!" heraus.
"Richtig, richtig. Also, der Tod ist bei fast allen zeitgleich eingetreten und wurde vorher durch starke Schmerzen im Brustbereich, Atemnot und Übelkeit begleitet. Alle weisen keinerlei äußere Verletzungen auf und waren bei bester Gesundheit. Nach dem Mageninhalt zu schließen, hatten die vier vor ihrem Tod French Toast, Rührei, Obst und Kaffee. Mehr konnten wir bisher nicht herausfinden."
Nickend bestätigte, die neben ihm stehende Ärztin dies, fügte jedoch noch hinzu. "Es war jedoch auffällig, dass das älteste Opfer Elizabeth Whitlock kurz vor ihrem Tod Geschlechtsverkehr hatte. Und ... sie war schwanger. Im vierten Monat."
Betroffen sahen die vier Anwesenden auf die junge Frau, die verhüllt durch ein weißes Tuch auf dem Obduktionstisch lag.
"Weiterhin", setzte J.D. vor, "die Leber vom Opfer John Winchester war stark geschädigt, was auf massiven Alkohol- und Drogenkonsum schließen lässt. Ein Blutschnelltest zeigt jedoch nichts davon in seinem Blut, was die anderen Testergebnisse unterstützt. Er scheint seit ein paar Jahren, clean zu sein."
Verzeihung heischend, zuckte die Ärztin die Schultern und sagte an Toni gewandt: "Tut mir leid, mehr konnten wir bisher nicht herausfinden. Wir haben verschiedene Proben an das forensische Labor geschickt und werden uns die Leichen noch genauer ansehen. Ich denke jedoch, dass wir nichts mehr finden werden."
Mit einem leichten aufmunternden Lächeln nickte die Polizistin ihrer Freundin zu. "Ich weiß, dass du dein Bestes gegeben hast. Du weißt ja, dass ich mir jeden Fall immer zu Herzen nehme. Da wäre es einfach zu schön, wenn man immer schnell den schuldigen Mistkerl erwischen kann. Aber so wie es aussieht, müssen wir unseren Frauenabend wohl verschieben."
"Ist schon ok. Ich hätte vielleicht sowieso absagen müssen. Jordan hat am Wochenende etwas vor und hat 'verlangt', dass wir uns mehr um Jack kümmern sollten. Er will unbedingt in den Freizeitpark, aber bisher konnte sich Perry immer drücken. Aber dieses Wochenende hat er komplett frei und dann muss er damit durch."
Mit einem leicht seligen Grinsen reckte J.D. ihren Kopf und sah leicht nach oben. Irritiert sahen die beiden Männer auf sie, doch die zweite Frau im Raum reagierte kaum. Mit einem kurzen klärendem "Tagträume!", stieß sie die Ärztin an, die auch gleich weiter redete.
Sich räuspernd, zog Gibbs die Aufmerksamkeit der beiden Frauen wieder auf sich. "Auch wenn dies mehr als spannend ist, haben wir einen Mordfall zu klären. Oder wollen Sie nun doch lieber mir den Fall ganz überlassen, 'Detektive' DiNozzo?"
Ohne aus den Takt zu kommen, wandte Toni leicht den Kopf in seine Richtung und meinte liebreizend. "Wieso? Ich lasse den älteren Herrschaften nur Zeit, um zum Auto zu gehen. Schließlich will ich nicht, dass Sie ihre Gelenke überanstrengen."
Trotzdem nickte Detektive DiNozzo den beiden Doktoren zu und wandte sich mit einem "Ich ruf dich an!" und einem "Ich hoffe, wir sehen uns einmal wieder!" für Ducky zur Tür.
Ohne auf den ihr zugeteilten Partner vom NCIS zu warten, ging Toni zum Ausgang und sagte: "Als nächstes würde ich einen Besuch beim forensischen Labor vorschlagen. Vielleicht haben Sie schon die ersteren Testergebnisse. Danach können wir uns den Tatort noch einmal ansehen, wenn Sie wollen, Sir."
Den Kopf schüttelnd, folgte Gibbs der Frau und überlegte sich dabei, wie er endlich die Oberhand gegen dieses unmögliche Weib bekommen könnte. Und dies würde er schaffen. So wahr, sein Name Leroy Jethro Gibbs war!
Zurück ließen die beiden, ein grinsendes Doktorenpärchen. Als die Tür sich hinter ihnen geschlossen hatte, sahen sich beide an. Mit einem Grinsen sagte J.D.: "10 $, dass am Ende Toni gewinnt."
Ohne von der Leiche aufzusehen, die er sich wieder zugewandt hatte, entgegnete Ducky nur: "Angenommen. 10 $ auf Jethro und 10 weitere darauf, dass sie am Ende des Falles miteinander geschlafen haben."
"DARÜBER brauchen wir schon gar nicht zu wetten. Das passiert hundertpro.", und damit wandte sich die junge Frau auch wieder ihrer Aufgabe zu.
Ende Kapitel 4
A/N: Interesse an wen ich gedacht habe, als ich mir meine Gerichtsmedizinerin ausdachte? Das Lob für die Schönheit richte ich an Linda Cardellini. Spätestens seit Emergency Room liebe ich sie. Hier ein schönes Bild von ihr...
.org/wikipedia/en/c/c8/Linda_
Und ist jemandem aufgefallen, woher ich meine Inspiration für meine Charaktere habe? Für jeden richtigen Tipp gibt es Cookies. *schachtel mit cookies hinstell*
Dies war noch mal ein sehr fallbetontes Kapitel. Aber ich versuche im Nächsten wieder mehr Toni/Gibbs-Interaktion einzubauen. :-)
Bis zum nächsten Mal!
