A/N: Wow, ein Update. Ich weiß. Aber wer ein paar meiner letzten Arbeiten (s. Booklet, Eins zwei drei, Lächle, Beobachten und Handeln etc.) verfolgt hat, weiß das es mir nicht sehr gut ging/geht. Doch endlich hab ich dieses Kapitel beenden kann.
Es gefällt mir nicht sehr..., aber vielleicht mögt ihr es.
Reviews sind immer gerne gesehen.
Vielen Dank für die Reviews für das letzte Kapitel. :)
Wortanzahl: 2102 Wörter
Kapitel 8 – Die Salvatores
Schweigend gingen die beiden Ermittler zu ihrem Wagen. Beide waren immer noch aufgewühlt von dem eben passierten ... oder eher, dem beinahe passierten. Aber sowohl bei der NCIS-Agent als auch bei der Polizistin ließ ihr Äußeres nichts von dem Gefühlssturm in ihren Inneren merken.
Beide fragten sich was eben passiert war und was an ihren Zwangspartner so besonders sei, dass die letzten Stunden solch ein Wechselbad der Gefühle sein konnten. Doch während Gibbs dies eher als vorübergehende Unzurechnungsfähigkeit abtat, machte sich Toni mehr Gedanken. Sie war es nicht gewohnt, dass jemand sie so aus dem Konzept bringen konnte und ganz ehrlich. Sie wusste nicht wie sie darauf reagieren sollte.
Normalerweise konnte sie jeden Mann um ihren Finger wickeln und mit ihnen machen was sie wollte ohne das es sie selbst berührte... aber heute? Heute ... war es als wäre sie wieder ein unbeholfener Teenager, der nicht wusste wie die Welt funktionierte und dies war etwas was sie wirklich nicht mochte. Sie wollte nie wieder in so eine Position geraten wie damals. Sie war weder so dumm noch so schwach wie damals...
Aber vielleicht war es einfach die falsche Methode bei diesem Mann?, überlegte Toni als sie das Auto aufschloss und Gibbs unauffällig währenddessen beobachtete.
Ebenso wie die vorige Fahrt verging auch diese in Schweigen. Der eine war vertieft in die neuen Informationen der Opfer und die andere... die andere suchte einen Weg ihr Gleichgewicht wieder zu finden.
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„Mrs. Salvatores, ich weiß wie schwer das für sie sein muss … aber ich muss ihnen einige Fragen in Bezug auf ihre Tochter stellen.", sagte Gibbs ruhig.
Er versuchte nun schon seit sie angekommen waren, sie wieder zu beruhigen, doch Mrs. Salvatores weinte weiter leise vor sich hin. Sie hatte ihnen mit geröteten Augen, die Tür geöffnet und sie leise in den Salon geführt, doch sobald klar wurde, wer ihre Besucher waren und warum sie hier waren... fingen langsam an Tränen über ihre Wangen zu laufen.
"Es... es tut mir leid", sagte sie leise, während sie ihre Hände auf ihren Augen presste, doch immer noch rannen die Tränen ungehindert über ihre Wangen.
Hilfesuchend blickte Gibbs sich nach seiner `Partnerin´ um, hoffend das Toni sie vielleicht beruhigen konnte. Denn auf ihren Mann konnten sie nun wirklich nicht zählen. Mr. Salvatores stand an dem großen Fenster des Wohnzimmers und starrte mit leerem Blick auf die Straße. Kühl, ohne eine Regung auf seinem fast faltenlosem Gesicht, stand er gerade an dem Fenster.
Er war das perfekte Bild eines gefassten und kalkulierten Geschäftsmannes, aber trotz allem umgab ihn eine Aura der Trauer, eine Mauer die ihn von allem anderen in der Welt abtrennte.
Als klar wurde, dass dieser auch auf seine Frau nicht eingehen würde, stand Toni leise auf und setzte sich neben die trauernde Frau.
„Mrs. Salvatore ...", fing Toni an und hockte sich dabei vor die verzweifelte Frau und versuchte so beruhigend und freundlich wie möglich zu wirken. Vorsichtig legte sie eine Hand auf die Schulter von der anderen Frau und gab ihr ein weiteres Taschentuch aus der Box, die auf dem Tisch stand.
Trotz ihrer Tränen war sie immer noch wunderschön. Ihr dunkelbraunes Haar fiel in leichten Locken über ihre Schultern und ihr Gesicht verriet ebenso wenig wie bei ihrem Mann ihr Alter. Zumindest war dies so vor einigen Tagen gewesen, als sie und ihre Familie wieder mal Themen in der Klatschpresse mit dazu gehörigem Foto gewesen war. Doch jetzt... jetzt hatten sich Falten der Gram und Trauer in ihr Gesicht gegraben und ließen sie um Jahre altern. Sah sie vorher wie Mitte dreißig aus, zeugte nun jede Faser ihres Gesichtes von den 45 Jahren die sie auf der Erde gelebt hatte.
Dies war immer der Teil den Toni immer am meisten an ihrem Beruf gehasst hatte. Hinterbliebenen die Nachricht überbringen und mit ihnen über das Opfer sprechen. Ihnen versuchen Informationen, die vielleicht hilfreich waren, zu entlocken und gleichzeitig stark für sie zu sein, damit sie in ihrer Zeit der Trauer zumindest für einige Minuten eine starke Schulter haben an den sie sich anlehnen können.
Oftmals war aber auch die junge Polizistin immer nur heillos überfordert. Sie hatte nie jemanden gehabt mit dem sie eine solche starke Bindung gehabt hätte und den sie so vermissen würde. Alles was ihr übrig blieb, war ihr Bestes zu geben und versuchen die Hinterbliebenen für einen kurzen Moment abzulenken von ihrer Trauer und ihnen zu zeigen, dass ihren Geliebten Genugtuung zu teil werden würde, dass sie den Mörder finden würde.
So wie sie es in diesem Moment auch leise mit Elena Salvatore tat, als sie sanft mit ihrer Hand über deren Arm rieb und ihre Worte des Trostes zu murmelte, einfach eine kleiner Beistand fungierend.
Kurz warf Gibbs ihr einen Blick zu, doch dieser wurde von der Polizistin ignorierend. Dankbar, dass sie jedoch die Mutter beruhigt, wandte sich der NCIS-Agent nun dem Vater des Opfers zu. Von einem der Opfer, wie er sich mit einen leichten innerlichen Seufzer erinnerte. Noch 3 weitere trauernde Elternpaare, denen sie einen Besuch abstatten mussten und die sie in ihrer Trauer stören mussten.
"Mister Salvatore", fing Gibbs wieder an und blickte dem schwarzhaarigen Mann am Fenster an, darauf wartend, dass dieser sich umdrehte. Dieses Gefallen würde ihm jedoch nicht getan. Mit verschränkten Armen blickte er weiter auf den großen Garten, der sich vor dem großen, viktorianischen Herrenhaus erstreckte.
Unbeirrt sprach der Agent diesmal jedoch weiter. "Ich weiß, dass es ihnen schwer fällt, aber jede kleine Information kann uns helfen den Mörder ihrer Tochter zu finden." Doch bevor er weiter sprechen konnte, unterbrach ihn auf einmal eine höhnische Stimme.
"Sie wissen, dass es mir schwer fällt? Woher wollen sie das denn wissen? Woher wollen wie wissen, wie es ist wenn man einen geliebten Menschen verliert? Wenn man sein einziges Kind verliert? Das Kind, dass noch so viele Jahre leben sollte und das, anstatt das sie uns beerdigen wird, müssen wir sie nun beerdigen?" Kalte Augen wandten sich der Sitzgruppe zu und fixierten den Polizisten und sein Mund, der in ein bitteres Lächeln verzogen war, drückte besser als tausend Worte aus was Damon Salvatore in diesem Moment über die beiden Ermittler und besonders Gibbs dachte. Dieser erwiderte jedoch genauso kühl den Blick. Nichts verriet seine Gedanken über den verbalen Angriff des Mannes. Zumindest... nichts offensichtliches war als Reaktion erkennbar. Keiner der Anwesenden merkte wie der NCIS-Agent für eine Sekunde seine Hände ballte, sie jedoch gleich wieder lockerte. Ein jeder hatte seinen Blick auf den Hausherren gerichtet und erst die tränenerstickte Stimme seiner Frau brach den Bann.
"Bitte, Damon ... Sie wollen doch nur ihren ..." doch hier stockte seine Frau, denn sie konnte dieses Wort nicht aussprechen. Sie konnte es ganz einfach noch immer nicht glauben. Nicht verstehen, dass ihre kleine Prinzessin tot war... Genauso tot wie ihre Namensgeberin. Ohne es zu wollen, krümmten sich ihre Finger um das Papiertaschentuch, zerrissen es leicht und spannten es an. Ihr Blick, der vorher noch auf ihrem Mann lagen, wanderten wieder herunter auf ihre Hände, die auf ihrem Schoß lagen.
Dies riss den wütenden Mann jedoch endgültig aus dem Nebel aus Hass, der ihn umhüllte. Es war als wäre ein Schulter umgelegt worden, den auf einmal lag auf seinem Gesicht ein kleines zärtliches Lächeln und mit zügigen Schritten stand er vor seiner Frau. Ohne einen Laut kniete er sich vor ihr und nahm ihre verkrampften Hände in die seine. "Ich weiß Schatz... Und ich werde jetzt auch mit Ihnen vernünftig reden, doch zuerst beruhige dich erstmal. Danach werden wir mit den beiden Agenten helfen und ... bald wissen wir, wer uns unser Mädchen genommen hat und wir können dafür sorgen, dass diese Person seine gerechte Strafe bekommt..."
Er sprach mit seiner Frau aber mit jedem weiteren Wort wurde klarer, dass er gleichzeitig einen Schwur tat. Still trafen sich die Blicke der beiden Ermittler und beide mussten nicht die Gedanken des anderen lesen um zu wissen, was der Andere dachte. Wer auch immer Schuld am Tod dieser jungen Menschen hatte... er würde sein Leben für immer hinter Gittern verbringen und dies auch nur, wenn er Glück hatte...
Leise räuspernd unterbrach Toni den Blickkontakt der trauernden Eltern. Sie verstand deren Drang nach Vergeltung, doch im Moment waren andere Dinge wichtig... wie z.B. Informationen über das Opfer zu bekommen um den Mörder erst einmal zu finden.
"Mr. Salvatore, Mrs. Salvatore. Auch wenn es Ihnen nicht so erscheint, jede Kleinigkeit über Katherine kann uns helfen Hinweise über den Mörder zu finden. Könnten Sie uns bitte noch mal kurz die letzten Tage ihrer Tochter schildern?" Ihre Stimme war ruhig und gefasst, professionell als sie zu sah wie der erwähnte Herr sich langsam neben seine Frau setzte und deren eine Hand in der seinen beließ, sie langsam streichelte und einfach nur festhielt, während sie als Einheit auf seinem Schoß lagen. Ihr Blick glitt wie von alleine über dieses Symbol des Zusammenseins und unweigerlich spürte sie einen Stich in ihrem Herzen. Doch all dies spielte keine Rolle als sie Elena Salvatore langsam räusperte und zu sprechen anfing.
"Also... wie wir den anderen Offiziers schon gesagt haben... Kat kam vor etwa einer Woche von Mailand nach Hause. Dort hatte sie nach neuen Talenten für Damons Agentur gesucht. Sie war schon länger nicht Zuhause gewesen, weil davor Modewochen in verschiedenen Städten waren. Sie nutzte diese Zeit immer um neue Talente zu finden. Sie weiß wie viele junge Mädchen davon träumen und sie ist immer glücklich einem davon zu helfen ihren Traum zu erfüllen, auch wenn sie weiß wie schwer diese Karriere ist. Darum ist es ihr auch so wichtig, dass den Mädchen dies auch klar ist. Manchmal ist sie mehr eine Mutter und Schwester für sie als eine Chefin." Ein leises Glucksen begleitete den letzten Satz und allein durch dieses Lächeln schien ihre Schönheit sich zu verdoppeln und zeigte die ehemalige Schönheitskönigin, die sie gewesen war. Doch dann legte sich wieder der Schleier der Trauer über ihr Gesicht und sie sprach leise weiter. "Ich meine... sie war es... Sie..."
Hilflos schluckend, suchend nach Worten griff sie wieder nach ihrem zerfetzten Taschentuch, doch kaum hatte sie es in der Hand wurde es ihr von einer größeren, hellhäutigen weggenommen. "Nicht...", erklang die ruhige Stimme ihres Ehemannes und nahm auch ihre zweite Hand in die seine. Still saßen sie nun so da. Sich an beiden Händen haltend und auch wenn sie keinen weiteren Körperkontakt hielten... es war deutlich, dass sie der jeweilige Rettungsanker für den anderen waren.
Langsam ließ sie ihren Kopf gegen seine breite Schulter sinken und schloss dabei die Augen. Als wenn sie die ganze Welt aussperren wollte ... all das Böse, was ihnen in den letzten Tagen widerfahren war, nicht in ihre kleine, perfekte Welt hereinlassend.
Doch dies war unmöglich und Toni sowie Gibbs hatten die Aufgabe diese Illusion zu zerstören. Leise seufzend blickte die weibliche Ermittlerin zu ihrem Partner hin, bevor sie sich räusperte und den Faden wieder aufnahm.
"Hatte Kat vielleicht erwähnt, dass irgendjemand auf sie wütend sei oder dass sie mit jemanden gestritten hatte? Oder hatte sie sich irgendwie seltsam benommen?" Ihre Stimme war immer noch ruhig, doch diesmal war sie härter. Als würde sie den Eltern einen weiteren Halt in ihrer Not geben wollen und vielleicht war sie dies auch. Sie würden den Mörder ihrer Tochter finden und damit den trauernden Eltern den nötigen Frieden finden um irgendwann damit klar zu kommen, was ihnen und ihrer Familie passiert war.
Doch all dies brachte nichts. Jede Informationen, die ihnen gegeben wurde, war ihnen schon bekannt. Ob nun durch die Regenbogenpresse, durch ihre Akten oder durch die ersten Befragungen der ersten Polizisten, die den Eltern die Nachricht vom Tode der eigenen Tochter überbracht hatten.
Aber am Ende war dieses Treffen doch nicht umsonst gewesen. Alleine, weil die Eltern nun wussten, dass jemand wirklich alles tun würde um den Täter zu fassen. Egal, was passierte.
Katherine Salvatore würde kein weiteres Gesicht in der Masse der Statistiken werden, doch auf den Weg dahin musste noch vieles geschehen.
Aus diesem Grund machten sich die beiden Ermittler in Stille auf dem Weg zu ihrem nächsten Ziel. Immer noch die bitteren Worte der trauernden Eltern in ihren Ohren hörend, während sich Ideen und Theorien in ihren Köpfen überwarfen.
"Feinde? Sie war ein Model? Natürlich war sie da nicht bei jedem beliebt, aber wenn es einen Unruhestifter in ihrer Clique gab, dann war es John Winchester. Drogen, Alkohol, zwielichtige Gestalten, doch Kat hat immer wieder darauf bestanden, dass er ein guter Junge sei. Ein guter Freund, der alles für sie und die Anderen tun würde. Und vielleicht hatte er das auch getan? Er hat alles getan um sie zu töten nur, weil er rebellieren wollte."
Ende Kapitel 8
