Huhu =)
mit ein klein wenig Verspätung kommt hier jetzt das dritte Kapitel.
Vielen Dank für an Salinas, die mir zum letzten Pitel ein nettes Review dagelassen hat! Danke!! *keks rüberreich*
Großes Danke an Mamodo, die dieses Pitel wieder gebetat hat! *knuddel*
jetzt viel spaß beim Chapter!
Faerietayle
Loom of weavers, weaving lies,
Hiding truth from lonely eyes,
As belief in others slowly dies,
For honesty and trust, he cries.
Orion öffnete langsam die Augen, sich in dem gemütlichen Bett bewegend. Sein Blick ging nach unten, als er spürte wie sich etwas auf seiner Brust bewegte. Wo war er? Was war passiert? Er erinnerte sich daran, Voldemort endlich besiegt zu haben, aber alles danach war irgendwie undeutlich.
Eine Person lag neben ihm, mit dem Kopf auf seiner Brust. Eine vertraute Masse schwarzen Haares wurde zur Seite gestrichen und eine identische Narbe enthüllt. „Harry.", wisperte er.
Seine Arme verstärkten ihren Griff um den schlafenden Jungen. Er erinnerte sich nun. Luna hatte ihn in diese alternative Welt geschickt, sodass er sich selbst retten und Liebe und Akzeptanz finden würde. Er hob eine blasse Hand und streichelte durch die schwarzen Locken. Ein sanftes und nachdenkliches Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus. Er hatte sich immer gewünscht, jemand würde das für ihn tun.
Harry bewegte sich kurz unruhig, ehe er ein zufriedenes Seufzen hören ließ. Sein warmer Atem roch lächerlich süß für jemanden, der seit dem frühen Morgen schlief. Er drückte sein Gesicht tiefer in den schützenden Kokon der Arme, die ihn sicher hielten.
Orion grinste leicht und bewegte seine Finger weiterhin methodisch durch Harrys Haare, seine Finger durch die Massen gleiten lassend.
Es würde noch einmal passieren. Er würde die Horkruxe noch einmal zerstören müssen; er würde Voldemort ein weiteres Mal umbringen müssen. Allerdings würde er es nicht bereuen. Harry würde seine Unschuld und seine reine Seele behalten. Kein Blut würde an seinen Händen kleben. Der Tod würde seine Seele nicht beschmutzen.
Seine Finger verkrampften sich ohne sein Zutun, scharf an dem weichen Haar ziehend. Dies weckte Harry aus seinem Schlaf. Grüne Augen blinzelten langsam ehe sie sich vor unbändiger Freude weiteten. Es war kein Traum gewesen. Es war wirklich jemand gekommen, um ihn zu retten und zu beschützen.
Das Licht der immer brennenden Kerzen spiegelte sich an Orions linkem Handgelenk und Harry griff neugierig danach. Es wurde von einem Armband umfasst, dass identisch zu seinem war. Er konnte die leichte magische Aura spüren, die es um gab. „Sie sind magisch."
„In der Tat, sie sind verbunden. Sodass wir einander immer finden können.", erwiderte Orion ehrlich.
Harry nickte in Akzeptanz auf die Antwort. Hätte jemand anders einen Aufspürzauber auf ihn gelegt, wäre er stinksauer gewesen. Aber das, dass war in Ordnung. Orion tat es nicht, um ihn zu kontrollieren. Er hatte keine Absicht, ihn auszuspionieren und seine Geheimnisse zu verraten; er wollte ihn nur in Sicherheit wissen.
„Wie?", fragte Harry.
„Wenn du ein klein wenig Magie in das Armband führst, wird es sich mit meinem verbinden und ich werde wissen, dass du mich brauchst. Hab keine Angst, es zu benutzen. Jederzeit wenn du mich brauchst, werde ich kommen – ganz egal, ob es wichtig ist oder nicht. Ich will für dich da sein.", prägte Orion ihm ein.
Harry grinste. „Niemand hat sich je so gekümmert."
„Ich weiß.", flüstere Orion. Es war die Wahrheit. „Ich werde dich nie anlügen, Harry."
Ihre Augen trafen sich und hielten einander fest. „Ich weiß."
„Wir hassen Lügen und Betrug mehr als alles andere.", sagten sie gemeinsam.
„Warum Orion?", fragte Harry.
Orion blickte seinen jüngeren Gegenpart an und biss sich traurig auf die Unterlippe. „Sirius – sein voller Name war Sirius Orion Black. Ich habe den Namen gewählt, um seine Erinnerung zu ehren."
„Ich mag ihn.", murmelte Harry.
Sie lagen für einen Moment still nebeneinander, über den Mann nachdenkend, den sie als Vaterfigur angesehen hatten – der Zauberer, der so lange gelitten hatte. Sirius war ihre letzte Hoffnung auf eine normale Familie gewesen; sie hatten mehr als alles andere mit ihm leben wollen. Diese Hoffnung wurde erstickt und ging in den Schatten verloren.
Orion seufzte und bewegte sich zur Seite, sich langsam aufsetzend. Er machte ein wenig Platz, damit Harry sich ebenfalls aufsetzen konnte. „Tempus.", sagte Orion, als er seinen Zauberstab schwang. 6:23 p.m. „Wir sollten runter zum Abendessen gehen."
Er packte den Zauberstab etwas fester und mit einer geübten Bewegung und einem gemurmelten Spruch transfigurierte er ihre Kleidung in passende, ausgewaschene Jeans und weiche T-Shirts.
Harry blickte mit einem geschockten, aber zufriedenem Lächeln auf seine Kleidung. Er hatte nie zuvor Kleidung getragen, die passte, wenn man mal von der Schuluniform absah. Er strich eine Hand über den Stoff; er konnte sich definitiv an solche Kleidung gewöhnen. „Danke.", sagte er.
„Bitteschön, Harry.", antwortet Orion. Er knuffte Harrys Schulter mit seiner eigenen und führte ihn dann aus dem Raum und nach unten. Sie gingen an dem Portrait von Walburga Black vorbei und versuchten dabei, kein Geräusch zu machen.
„Harry.", rief Ginny. „Wie geht es dir?"
„Gut.", erwiderte er und schockte damit die meisten Anwesenden. Es war das erste Mal, soweit sie sich erinnern konnten, dass er nicht sagten, er sei 'in Ordnung'.
„Hast du gut geschlafen, Harry, Schatz?", fragte Molly.
„Ja, Mrs. Weasley.", sagte er.
Die Blicke richteten sich auf Orion. „Ich bin in Ordnung.", sagte er ruhig.
Die Zwillinge konnten ihr Kichern nicht unterdrücken, als er sagte, was Harry bisher immer gesagt hatte. Bill und Charlie bissen sich auf die Lippen, um sich das Lachen zu verkneifen.
„Setzt euch, ihr Lieben, und ich bring euch was zu essen.", wies Molly sie an.
Orion und Harry setzten sich wieder an das Tischende und warteten, bis Molly das Essen vor ihnen auf den Tisch schweben ließ, ehe sie sich genau dasselbe nahmen: Truthahn, Kartoffelpüree, grüne Bohnen und Brötchen. Sie machten sich eifrig über ihre Teller her. Es kam nicht oft vor, dass sie etwas hausgemachtes vorgesetzt bekamen.
Orion lehnte sich in seinem Stuhl zurück, das Glas Kürbissaft in seinen Händen hin- und herdrehend, als die unausweichliche Konfrontation begann.
„Du hättest in Slytherin sein sollen?", rief Ron anklagend.
„Ja, der Hut wollte mich nach Slytherin schicken.", antwortete Harry.
„Also hast du uns die ganze Zeit angelogen?", spie Ron aus.
„Das habe ich nicht!", verteidigte Harry sich.
„Ronald Bilius Weasley!", kreischte Molly.
„Nein.", unterbrach Orion sie, ehe sie loslegen konnte, ihren jüngsten Sohn in die Mangel zu nehmen. „Das ist etwas, dass sie alleine klären müssen, auf die ein oder andere Art."
„Ich wette, du bist sogar heimlich mit Malfoy befreundet, nicht wahr?", schnarrte Ron.
„Ich bin ganz sicher nicht mit Malfoy befreundet!", rief Harry erhitzt. „Für den Fall, dass du es nicht mehr weißt, im ersten Jahr habe ich dich, statt ihn, als Freund gewählt."
„Woher soll ich wissen, dass das nicht alles eine Lüge war?", forderte Ron zu wissen.
„Was hätte ich denn davon haben sollen, mich als dein Freund auszugeben?", schnappte Harry zurück.
„Informationen über den Orden!", rief Ron aus.
„Ja, weil das ja auch so viel Sinn macht.", spottete Harry. „Als elfjähriger, der nicht in der Zaubererwelt aufgewachsen ist, wusste ich irgendwie über eine absolut geheime Organisation Bescheid, die gegen Voldemort gekämpft hat. Dann wusste ich seltsamerweise, dass deine Eltern ein Teil davon sind und dass ich, wenn ich mich mit dir anfreunden würde, Informationen klauen konnte."
Rons Gesicht wechselte die Farbe von Rot zu Lila. „Ich wusste es!", erklärte er.
Harry zuckte zurück, als Ron dies sagte. Sein bester Freund dachte, dass was er gerade gesagt hatte, war die Wahrheit. Er dachte wirklich, dass Harry die Art von Mensch war, die das Leben anderer Leute in Gefahr brachte, indem er sie ausspionierte und Informationen stahl.
„Denkst du das wirklich?", fragte er ernst.
Ron Weasley fühlte, dass es einen versteckten Part in dieser Frage gab. Der Ton in Harrys Stimme war beinahe eine Warnung, als ob Ron etwas verpasst hätte. Er wusste nicht, dass er als Mensch getestet wurde, als Freund. Also ignorierte er das Gefühl und sagte mit fester Stimme: „Ja, das tue ich." Daher wusste er nicht, dass er nicht bestanden hatte.
Harry senkte den Kopf und atmete tief ein. Er glaubte daran, den Menschen eine zweite Chance zu geben, aber er hatte Ronald Weasley zu viele gegeben. Ron hatte heute unwiderruflich bewiesen, dass er kein wahrer Freund war und es auch nie sein würde. Er hatte Harry bereits vorher im Stich gelassen und kam hinterher immer wieder, aber dieses Mal würde Harry nicht einfach vergeben und vergessen.
„So sei es.", murmelte Harry.
Diejenigen, die verstanden, was gerade passiert war, sahen Ron mit Mitleid in den Augen an. Er war verblüffend dämlich, ihrer Meinung nach. Er hatte gerade einen der besten Freunde verloren, die man haben konnte und wusste es nicht einmal. Und wenn er dann seinen Fehler erkannte, würde es zu spät sein. Es war bereits jetzt zu spät.
„Mine?", fragte Harry.
Die intelligente Hexe sah mit nervösen Augen zwischen Harry und Ron hin- und her. Der eine war ihr bester Freund; der andere ihr fester Freund und der Mann, in den sie verliebt war. „Harry, ich..."
Harry zuckte zusammen. Er hatte sie heute beide verloren.
„Es war dumm von mir, zu hoffen, dass ihr anders sein würdet, als die Verräter in meiner Welt.", meldete Orion sich zu Wort.
Hermine fuhr zusammen.
„Ich bin kein Verräter!", brüllte Ron. „Du bist einer! Er ist einer! Ihr beide seid es!"
„Du verstehst es wirklich nicht, oder?", murmelte Lupin kopfschüttelnd.
„Was meinen Sie?", schnappte Ron.
„Wenn Harry in der Zeit zurückgehen und die Prophezeiung Lucius Malfoy übergeben könnte, wissend, dass das Sirius wieder ins Leben zurückholen würde, würde er es tun?", fragte Remus.
Ron blickte finster drein. Er verstand nicht, was das mit der momentanen Situation zu tun hatte.
„Natürlich würde er das. Harry hat sich immer eine Familie gewünscht und Sirius war diese Familie für ihn.", behauptete Hermine.
„Nein, das würde ich nicht.", flüsterte Harry. „Auch wenn er dadurch wieder leben könnte, auch wenn ich so wieder sein Lachen hören oder sein Gesicht sehen könnte, würde ich das niemals tun."
„Was?", hauchte Hermine geschockt.
„Ganz egal wie viel Schmerz es mir bereitet, ich würde es niemals tun.", wiederholte Harry mit Tränen in den Augen.
„Warum?", wollte Ron widerwillig von dem Jungen wissen, den er als Verräter ansah.
„Weil es sein Vertrauen missbrauchen würde, würde er es tun und somit die Liebe, die er für Sirius fühlt, weniger real macht.", antwortete Orion.
„Ich verstehe nicht.", gab Hermine zu, von sich selbst genervt.
„Sein Leben würde auf Kosten vieler anderer wieder hergestellt werden. Seine Seele wäre gerettet, weil die Prophezeiung in Voldemorts Händen wäre und ihm somit einen Vorteil verschafft. Sirius würde sein Leben nicht als wertvoller betrachten als das von anderen.", mischte Lupin sich ein.
„Sirius würde glauben, dass, wenn ich ihn wirklich liebe und respektiere, ich das tue, was er wollte. Das tue, was richtig ist. Ihm erlauben zu sterben, sodass andere leben können.", sagte Harry erstickt.
Hermines Augen weiteten sich, als sie die Folgen dessen begriff, was sie vor ein paar Minuten gesagt hatte. „Harry, ich..."
„Es ist zu spät, Mine.", unterbrach er. „Du hast deine Wahl getroffen."
„Aber ich..."
„Wirst hoffentlich ein langes und erfülltes Leben haben, mit dem Mann, den du gewählt hast.", sagte Orion ruhig.
Rons Kopf bewegte sich zwischen den dreien hin und her. Er verstand die versteckten Aspekte der Unterhaltung nicht, aber er spürte, dass er etwas verpasste. Es fühlte sich an, als würde sich alles um ihn herum ändern, nur er war immer noch derselbe.
Das hier war nur einer ihrer normalen Streits, nicht wahr? Er war sauer auf Harry, ließ seine Wut raus, blieb ein paar Tage für sich, entschuldigte sich und alles war wieder beim Alten. Es war immer so gewesen. Also warum fühlte es sich dann so an, als wäre es diesmal anders? Warum ahnte er, dass er etwas unglaublich Wertvolles verloren hatte und es nie wieder zurück bekommen würde?
Er wandte sich seiner Freundin zu und sah den panischen Blick in ihren Augen. Was war passiert? Was hatte er verpasst? Was verstand er nicht?
Das Geräusch eines Stuhls, der zurückgeschoben wurde, lenkte seine Aufmerksamkeit auf Orion, der den Raum mit Harry an seiner Seite verließ. Harrys Gesicht verriet einen Mix aus Resignation und Enttäuschung.
Harry war doch nicht etwa von ihm enttäuscht, oder? Ron war immer schon so gewesen. Harry kannte ihn doch seit Jahren; sicherlich hatte er erkannt, dass Ron ab und zu mal ein völliger dickköpfiger Idiot war? Aber andererseits, falls Harry nicht enttäuscht von ihm war, von wem dann?
„Mine, was ist gerade passiert?", murmelte er.
„Harry vertraut uns nicht mehr.", antwortete sie erstickt. „Weil wir ihm nicht vertrauen."
Ron zuckte bei dieser Erklärung zurück, seine blauen Augen weiteten sich ungläubig. Diese drei Worte, die Harry gemurmelt hatte, wiederholten sich in seinen Gedanken. „So sei es."
Was hatte er getan?
-
Orion und Harry verließen die Küche und betraten den Salon, sich nebeneinander auf die Couch setzend. „Du wirst schon wieder.", sagte Orion, als er durch Harrys Haare wuschelte.
Harry sah zu ihm auf und nickte. „Ich weiß, ich habe so lange überlebt und werde jetzt nicht einfach so aufgeben."
„Gut."
Harry lehnte den Kopf zurück und seufzte. Er hätte wissen sollen, dass Ron so reagieren würde; er hatte gehofft, er würde es nicht tun, aber er hatte. Es war egal, ob Ron all diese Dinge ernst gemeint hatte oder ob er einfach nur wieder geredet hatte, ohne nachzudenken; Harry war dessen müde.
Er hatte es satt einen besten Freund zu haben, der sich von ihm abwandte und ihn Lügner nannte. Ein Freund, der nicht an ihn glaubte und ihn wie Dreck behandelte, war nutzlos. Der Junge war ein eifersüchtiges Balg, das sich mehr um seine dummen Vorurteile scherte, als um die Wahrheit.
Es tat weh, aber er zweifelte nicht daran, dass es ihm in Zukunft noch mehr Schmerz bereiten würde, würde er so einen Menschen weiter so nah an sich heran lassen. Schmerz, den er verhindern konnte, indem er jetzt alle Bande kappte, die sie verbanden.
Sein Blick landete auf dem Armband, dass Orion ihm gegeben hatte und er blinzelte, als er etwas erkannte, dass vollkommen offensichtlich war, woran er aber bisher nicht gedacht hatte. „Happy Birthday, Orion.", sagte er.
Die Hand, die noch immer durch sein Haar strich, glitt zu seinen Schultern hinunter und zog ihn in eine Umarmung. „Danke, Harry."
„Ich habe kein Geschenk für dich.", murrte Harry. Orion war nur für ihn von so weit her gekommen und er hatte nichts, was er ihm als Zeichen seiner Dankbarkeit überreichen konnte.
„Das macht nichts, Harry.", versicherte Orion ihm.
„Aber du hast meine Sehkraft korrigiert und das Armband für mich gemacht und...", seine Worte blieben ihm im Hals stecken. Niemand war jemals so nett zu ihm gewesen, ohne etwas als Gegenleistung zu erwarten. Alles was Orion scheinbar wollte, war ihn glücklich und in Sicherheit zu wissen.
„Das Wissen, dass du kein Blut an deinen Händen kleben haben wirst, ist mir Geschenk genug.", sagte Orion überzeugt.
Harry zitterte und schmiegte sich an Orion. „Ich glaube nicht, dass ich es hätte tun können.", gab er zu; seine Stimme schuldbeladen.
„Reinen Herzens zu sein ist keine Schwäche.", sagte Orion ihm. „Ich hätte mir mehr Sorgen gemacht, wenn du jemanden hättest töten wollen. Ich weiß, dass es dir nicht bestimmt ist, Blut an den Händen zu haben, Harry. Ich bin hier, um sicher zu stellen, dass das nicht passiert."
„Auch du solltest kein Blut an den Händen kleben haben.", flüsterte Harry.
Orion zuckte bei der Ehrlichkeit in seiner Stimme zusammen. „Es tut mir leid. Ich hätte erkennen müssen, dass es dich stören würde und das..."
Harry legte ihm eine Hand auf den Mund. „Du hast mich missverstanden. Ich habe gemeint, dass ich wünschte, du hättest nicht töten müssen. Du hattest keine Wahl und hast deine Prophezeiung erfüllt; wie könnte ich dich nicht dafür respektieren? Dann, nach all dem Leid das du ertragen musstest, kommst du hierher, damit ich das nicht durchmachen muss."
„Ich habe nur getan, was richtig ist.", sagte Orion.
„Viele Menschen entscheiden sich dazu, nicht das richtige zu tun, weil es schwerer ist. Du bist eine unglaubliche Person, Harry Potter.", sagte Harry zu ihm.
Beiden wurde es bei diesen Worten warm ums Herz. Keiner der Beiden hatte diese Worte je in diesem Tonfall gesagt bekommen.
Harry legte seinen Kopf genau über Orions Herz und hörte den regelmäßigen Schlägen zu. Es war seltsam zu wissen, dass er nicht mehr allein war. Dass jemand da war, der ihn immer unterstützen und führen würde. Sirius hatte versucht, das zu tun, aber es war nicht immer möglich gewesen. Nicht einmal Sirius hatte von seinen tiefsten Unsicherheiten gewusst.
Er fühlte sich sicher, wenn er bei Orion war. Beschützt und geliebt.
Er konnte sich nicht erinnern, jemals so gefühlt zu haben. Die Dursleys hatten ihn sicherlich niemals gehalten und auf ihn aufgepasst. Molly Weasley erdrückte ihn mehr als alles andere. Dumbledore war jemand, der ab und zu da war, aber die meiste Zeit über war er unerreichbar aufgrund seiner vielen Aufgaben. Und Sirius... war nun nicht mehr.
Orion hebte seine Hand begann wieder, durch die ungezähmten Haare zu streicheln. „Ich werde dich nicht verlassen.", sagte er.
„Ich weiß.", erwiderte Harry.
Orion würde sich so fühlen, wie er. Beide befürchteten, dass das alles nur ein wunderschöner Traum war und wenn sie aufwachten, ihnen wie der grausamste Alptraum erscheinen würde: endlich glücklich zu sein, nur um im nächsten Moment wieder in der Realität zu landen.
„Wirst du nicht zu ihnen zurück müssen, nachdem du ihn besiegt hast?", fragte Harry. Er unterdrückte den selbstsüchtigen Drang, zu sagen, dass er Orion für immer hier bei sich haben wollte.
„Nein, ich kann nicht zurück. Ich habe es so gemeint, als ich sagte, ich würde dich nicht verlassen.", beruhigte Orion ihn.
„Wirst du sie nicht vermissen?", harkte Harry nach.
Orion schüttelte den Kopf. „Nein.", erwiderte er. „Es gibt nur eine Handvoll Leute, die ich vermissen würde, aber sie sind alle hier, also sollte das kein Problem sein."
„Jemand bestimmten?" Harry war zweifellos neugierig, wer Orions Vertrauen und Loyalität gewonnen hatte.
„Luna Lovegood.", sagte er sofort.
Ein kleines Lächeln bildete sich auf Harrys Gesicht. „Ich mag sie."
„Ich auch. Außerdem bin ich ziemlich sicher, dass deine Luna ganz genau wissen wird, wer ich bin und woher ich komme.", sagte Orion.
„Sie war die Seherin.", rief Harry aus.
„In der Tat.", stimmte Orion zu. „Sie war diejenige, die mir gesagt hat, dass ich hierher kommen könnte und hat mich hierher gesandt, als ich sie darum bat."
„Ich bin sicher, ihre Erklärung für dein Verschwinden wird ziemlich einfallsreich sein.", kicherte Harry vergnügt.
„Ah ja, ich kann es schon sehen. Nachdem der Nargel den Schrumpfhörnigen Schnarchkackler besiegt hat, hat das Schlickschlupf den Nargel fortgebracht, damit der Mini-Nargel nicht das Leid ertragen muss, Thestrale zu bekämpfen.", sagte Orion mit mystischer Stimme.
Die zwei Zauberer sahen sich an und brachten in lautes Gelächter aus; die Spannung, die sich während des Essens aufgebaut hatte, verschwand nun endgültig.
Eines der Dielenbretter knarrte leise und Orion war sofort auf den Beinen, Zauberstab gezogen und auf den Eindringling gerichtet, während er Harry sicher hinter sich brachte.
„Exzellente Reflexe, mein Junge.", kommentierte Dumbledore.
„Danke, Albus.", sagte er.
„Ich befürchte, wir müssen deine Pläne für die Zukunft besprechen, mein lieber Junge.", stellte der Direktor fröhlich fest, als er über seinen Bart strich.
Orion blickte auf den beschädigten Arm des Direktors und seufzte. Er war zu spät, um den Mann zu retten, aber er war nicht zu spät, um vielen anderen zu helfen, die niemals wissen würden, das und auf welche Art und Weise er ihre Zukunft und den Krieg verändert hatte.
„Natürlich, Albus.", antwortete er.
„Der junge Mr. Potter wird Anfang September wieder in den Unterricht müssen.", sagte Albus.
„Dessen bin ich mir bewusst.", erwiderte Orion. „Ich habe vor, in der Schule zu bleiben, während er dort ist. Ich bin sicher, du kannst mir entsprechende Wohnräume zuteilen?" Es war keine Bitte.
„Natürlich, lieber Junge.", versicherte Dumbledore. „Du weißt aber, dass du nicht mit in den Unterricht kannst, die Schüler werden misstrauisch werden, wenn sie zwei Harry Potters in Hogwarts sehen."
„Er ist nicht dumm.", murrte Harry.
Orion gluckste laut, während Dumbledore tatsächlich etwas rötlich um die Nase wurde und eine Entschuldigung murmelte.
„Ich bin ein voll zertifizierter Zauberer, Albus. Auch habe ich Aurortraining von Moody, Shacklebolt und ein paar anderen erhalten. Ich werde den Unterricht nicht besuchen müssen. Bezüglich deiner Befürchtung, dass mich jemand sehen könnte, keine Sorge. Ich kann einen Zauber nutzen, der mein Äußeres verändert.", erklärte Orion.
„Es gibt magische Gegenstände, die einem erlauben, durch solche Zauber hindurch zu sehen, mein Junge.", sagte Dumbledore.
Ein Slytherin-ähnliches Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus. „Moody hat mir den Zauber der Unsäglichen beigebracht. Nicht einmal er wird dadurch sehen können.", sagte Orion. „Er wird vielleicht erkennen, dass ich einen Zauber trage, aber er wird nicht wissen, wer ich bin."
Harry blinzelte. „Der Zauber der Unsäglichen?", fragte er nach.
„Das ist der Zauber, den die Unsäglichen benutzen. Er ist völlig fehlerlos und kann nur aufgelöst werden, wenn der Träger damit einverstanden ist.", erklärte Orion.
„Könnte er meine Narbe überdecken?", fragte Harry.
„In der Tat, ich benutze ihn oft für genau das. Das und eine Veränderung meiner Augenfarbe zwingt andere dazu, mich als jemand anderen zu sehen. Eine Person, die dem berüchtigten Harry Potter leicht ähnelt.", zog er ihn auf.
Harry runzelte die Stirn bei dieser Aussage.
„Da du das schon einmal durchgemacht hast,", begann Dumbledore. „nehme ich an, dass du den Aufenthaltsort bestimmter Artefakte kennst?"
Der verspielte Ausdruck auf Orions Gesicht verschwand, als die Ernsthaftigkeit in seine Augen zurückkehrte. „Das tue ich."
„Wirst du sie alle wieder zerstören können?", fragte Albus.
„Ja.", bestätigte Orion. „Diese Zeit erlaubt es uns sogar, Pläne zu erstellen."
„Ihr habt vorher nicht geplant?", fragte der Direktor geschockt.
Orion seufzte und strich sich müde über das Gesicht. „Ich war das letzte Mal allein, Albus. Es gab niemanden, der mich leiten könnte; alle, denen ich vertraut hatte, waren tot."
„Es tut mir Leid, dass ich dich mit dieser furchtbaren Aufgabe allein gelassen hab, mein Junge.", entschuldige Dumbledore sich.
„Das war nicht deine Schuld. Das Schicksal war es, dass entschieden hat, dass ich diese Bürde alleine tragen sollte.", sprach Orion.
Harry fühlte Schuldgefühle in sich aufkommen. Orion hatte bereits soviel Schmerz erlitten und er tat nichts, außer sich zurückzulehnen und es noch einmal passieren zu lassen. Er hatte ihrer Unterhaltung beinahe passiv zugehört und das war gar nicht seine Art. Ja, er war glücklich, dass er das nicht selbst tun musste, aber er wollte auch keine Bürde sein.
Orion streckte die Hand aus und verpasste Harry einen leichten Klaps auf den Hinterkopf. „Hör auf, so zu denken."
„Wie?"
„Ich würde genau das gleiche denken, wäre ich in deiner Position.", murmelte Orion. „Du bist keine Bürde, Harry. Es stört mich nicht, die Prophezeiung in deiner Welt noch einmal zu erfüllen. Es war meine Entscheidung, hierher zu kommen."
Dumbledore verfolgte die Geschehnisse mit großem Interesse.
„Bist du sicher?", fragte Harry. „Ich will dir helfen..."
„Nein!", rief Orion aus. „Ich will nicht, dass du dir ebenfalls die Hände schmutzig machst, Harry. Ich bin hergekommen, damit dir das nicht passiert."
„Aber..."
Orion nahm Harrys Gesicht in eine Hand, tief in seine beunruhigten Augen blickend. „Lass mich dich beschützen, Harry. Lass mich bitte diese Bürde tragen.", bat er.
„Ich will nicht, dass du bereust, hierher gekommen zu sein.", murmelte Harry.
„Das werde ich nicht.", schwor Orion. „Ich werde es niemals bereuen, dir zu helfen. Ich habe mir immer gewünscht, jemand würde mich retten, Harry. Niemand ist gekommen, aber ich kann dir helfen. Lass mich helfen."
„Versprich mir, dass du es nicht bereuen wirst.", verlangte Harry.
„Ich verspreche es.", erwiderte er. Wie könnte ich es jemals bereuen, bei dir zu sein?, fragte Orion sich.
Harry akzeptierte das Versprechen und erlaubte sich, sich zu entspannen, als eine schwielige Hand an seinem Shirt zog und ihn in Orions Arme brachte.
Orion blickte Dumbledore mit entschlossenen Augen an und lehnte den Kopf zur Seite, den Mann beobachtend, der ihn damals mit einer unglaublichen Aufgabe versehen hatte. Allerdings würde Dumbledore dieses Mal hier sein, um ihm dabei zu helfen, ein wenig der Last zu tragen.
„Ich weiß, wo sie sind, Albus... jeder einzelne. Ich habe ihn einmal besiegt, ich werde es wieder tun.", Orions Stimme bebte vor Entschlossenheit.
Albus Dumbledore blickte den Mann an, der Harry Potter war und neigte den Kopf. Der Junge hatte sich zu einem starken, entschlossenen und mutigen jungen Mann entwickelt. Seine Eltern wären stolz auf ihn gewesen.
„Ich glaube dir, mein Junge, ich glaube dir.", sagte Dumbledore.
Ginny betrat zögerlich den Raum, den Blickkontakt der beiden mächtigen Zauberer unterbrechend. „Mum wollte jetzt den Kuchen anschneiden.", sagte sie, sich unwohl fühlend.
„Wir sind gleich da.", antwortete Orion für sie.
Er stand auf und wartete darauf, dass Harry ebenfalls hochkam; dem Jüngeren und Ginny in den Flur und zurück in die Küche folgend.
Die betraten den Raum und starrten auf die schwebenden Ballons und die Schokoladentorte. Ein lautes und nicht ganz einstimmes „Happy Birthday" hallte durch den Raum.
Zusammen traten sie vor und pusteten die Kerzen aus. Zum ersten Mal in ihrem Leben, wussten sie nicht, was sie sich wünschen sollten.
Loom that does our dreams weave,
To faith and hope, we wish to cleave,
Yet, our hearts can do naught but grieve,
We're trapped in nightmares that never leave.
Review? *liebguck* =)
glg wölfin
