huhu,
und hier kommt das nächste Kapitel. ^^
wieder gebetat von der wunderbaren 'Mamodo'!! =) Danke süße!
auch ein großes Danke an Yanne S., die mir zum letzten Kapitel ein Review dagelassen hat! *Keks rüberreich*
Faerietayle
Apple delicious, sweet, and tart,
Color of blood inside my heart,
I'll tell you now from the very start,
I never wish from him to part.
Orion drehte sich langsam auf die Seite, rutschte ein Stück von Harry weg und stieg aus dem Bett. Er stand auf und schlich sich im Pyjama aus dem Zimmer, das Badezimmer auf der anderen Seite des Flurs anstrebend. Orion schlüpfte hinein und zog sich aus. Er stieg in die Dusche, drehte das Wasser voll auf und seufzte wohlig, als das heiße Nass auf seine angespannten Muskeln traf.
Orion lehnte mit der Stirn gegen die kühlen Fließen und atmete langsam. Er hatte eine Menge Aufgaben zu erledigen, aber Harrys Sicherheit war die Wichtigste. Um alles andere konnte er sich kümmern, sobald er Zeit hatte.
Er würde sein Ziel nicht vernachlässigen, ganz und gar nicht. Allerdings erinnerte er sich sehr genau daran, wie sehr es wehtat, allein zu sein. Es brannte und schmerzte im Innern und das Gefühl der Dunkelheit würde wachsen und ihn verschlucken. Er wollte nicht, das dieses Gefühl von Harry Besitz ergriff, wo er doch gegen die Dunkelheit ankämpfen konnte.
Orion stieg aus der Dusche und schnappte sich eines der warmen Handtücher, um sich abzutrocknen. Er gluckste, als er sah, in welchem Zustand sich seine Haare befanden, rubbelte sie aber dann trotzdem trocken. Sobald er trocken war, zog er seinen Zauberstab aus dem Pyjamahaufen hervor und schwang ihn prezise.
Im Nu war er angezogen: er trug ein blutrotes, langärmeliges Shirt mit dem Gryffindor-Wappen auf dem Rücken. Seine Jeans waren schwarz und passten gut zum Oberteil, insgesamt ein auffallend gut aussehendes Bild. Er blickte noch einmal in den Spiegel und nickte, ehe er das Badezimmer verließ.
Er ging die Treppen hinunter und in die Küche, sich an den nun stillen Tisch setzend. Er ignorierte die anderen Anwesenden und schnappte sich ein paar Pfannkuchen und einige Scheiben Bacon.
„Wo ist Harry?", fragte Molly.
„Schläft noch.", erwiderte Orion.
„Bill, sei ein Schatz und weck ihn auf, okay?", bat Molly ihren ältesten Sohn.
„Lass ihn in Ruhe.", gab Orion zurück. „Er braucht seinen Schlaf."
Molly schnaufte verärgert und legte die Hände auf die Hüften. „Nun hör mal zu, junger Mann, ich weiß, was das Beste..."
„Für deine eigenen Kinder ist.", fuhr er ihr dazwischen. „Harry war und ist keines deiner Kinder. Ich werde nicht dastehen und dir erlauben, ihn bis zum geht nicht mehr zu bemuttern und ihn herum zu kommandieren."
„Ich kommandiere ihn nicht herum!", protestierte Molly.
„Harry, geh ins Bett. Harry, es ist Zeit zu gehen. Harry, komm jetzt essen.", spottete Orion. „Er ist sechszehn Jahre alt, Mrs Weasley und durchaus fähig, solche Entscheidungen selbst zu treffen."
„Er isst aber nicht genug!", rief Molly aus.
„Ich werde mich darum kümmern, dass er genug isst.", versicherte Orion ihr. „Ich werde nicht zulassen, dass ihm etwas passiert."
Sie blickte ihn verärgert an und wandte sich dann wieder dem Rührei zu.
Er aß still zuende und verließ den Raum dann schnell; er war nicht in der Stimmung, sich mit diesen Fremden zu unterhalten, die ihm so vertraut waren. Es gab da etwas, um das er sich sofort kümmern musste.
„Kreacher!", rief er, sobald er das Wohnzimmer betrat.
Der griesgrämige Elf erschien mit verkniffenem Gesichtsausdruck.
Orion zog eine Augenbraue hoch, als der Hauself nicht sofort begann, Beleidigungen um sich zu werfen, nahm aber an, dass Harry einen Weg gefunden hatte, ihn ruhig zu stellen. „In diesem Haus gibt es ein Medaillon mit Schlangen drauf.", sagte er.
Krachers Blick wurde noch finsterer, als er das sagte.
„Ich weiß, ich weiß, das war Meister Regulus Medaillon.", fuhr er fort. „Ich will, dass du es mir gibst, damit ich es zerstören kann, so wie Regulus es wollte."
Kreachers Gesicht verriet seine Unentschlossenheit.
„Ich werde es zerstören können. Ich weiß, dass du das bereits seit Jahren versuchst, es aber nicht geschafft hast.", sagte Orion voll Mitgefühl. „Das war sehr loyal von dir."
Bei diesem Kommentar nickte Kreacher leicht.
„Wenn du mir das Medaillon bringst, werde ich dafür sorgen, dass dein Kopf an die Wand gehängt wird, wenn du stirbst.", versprach Orion ihm.
Der Elf verbeugte sich einmal und verschwand. Ein paar Momente später erschien er wieder, mit Slytherins Medaillon in der Hand. Seine knochigen Hände hielten es, als wäre es der kostbarste aller Schätze, ehe er es Orion hinhielt. Dieser nahm es an sich und steckte es vorsichtig in seine Tasche.
„Regulus wäre stolz auf dich gewesen.", komplimentierte Orion, ehe der Elf wieder verschwand.
Er ließ sich auf die Couch fallen und seufzte erleichtert. Er hatte gehofft, dass Mundungus Fletcher es in dieser Zeit noch nicht gestohlen hatte. Er hatte sich wirklich nicht darauf gefreut, es schon wieder suchen zu müssen. Sah so aus, als hätte er ein wenig Hilfe bekommen.
Er hatte einen der vier verbleibenden Horkruxe in seinem Besitz.
Er schloss die Augen und rieb sich das Gesicht. Er wollte nicht über die Horrorszenarien nachdenken, die er dieses Mal sehen würde. Seine erste Erfahrung mit den Horkruxen war schlimm genug gewesen, aber er wusste, er musste sie alle noch einmal zerstören. Das war der einzige Weg, Harry und diese Welt sicher zu machen.
Laute Geräusche von oben rissen ihn aus seinen Gedanken. Die Stufen knarrten als sie jemand hinunterrannte und dabei das Portrait von Mrs. Black weckte. Er hörte schnelle Schritte und Orion sprang von der Couch auf und lief besorgt hinaus in den Flur.
In dem Augenblick, in dem er durch die Tür trat, warf sich Harry in seine Arme. Er bebte und zitterte vor Angst. Orion legte seine Arme fest um ihn und drückte Harry an sich. „Was ist los, Harry?"
Der Junge sah verschreckt aus; seine grünen Augen waren weit aufgerissen und seine Pupillen geweitet. Hatte er einen Alptraum gehabt, nachdem Orion das Zimmer verlassen hatte?
„Ich dachte, du wärest ein Traum.", keuchte Harry. „Ich bin aufgewacht und du warst weg. Ich dachte, das alles wäre nur ein Traum und dass ich immer noch gefangen wäre und..." Er begann zu hyperventilieren.
„Shh.", beruhigte Orion ihn und strich ihm sanft über den Rücken.
Er warf den Leuten, die sie neugierig aus der Küche beobachteten einen bösen Blick zu. Als sie dennoch weiterhin starrten, drehte er sich so, dass sie Harry nicht mehr sehen konnten und schob ihn dann ins Wohnzimmer, wo er sich mit Harry auf dem Schoß wieder auf die Couch setzte.
„Ich war sicher, es war eine Lüge und ich müsste ihn töten.", sagte Harry und zitterte.
Orion seufzte und drückte Harry etwas näher an sich. „Shh.", wiederholte er.
Orion erinnerte sich an einen ähnlichen Moment in seiner Welt. Der Moment, in dem er erkannt hatte, dass er keine Wahl hatte, als zum Mörder zu werden. Dieses übelkeiterregende Gefühl war gewachsen und hatte sich ausgebreitet, an ihm gefressen, bis nichts außer Furcht und Angst zurückblieb.
Er hatte sich hilflos und pathetisch gefühlt. Er war der Retter und alle zählten auf ihn. Er war die einzige Person, die Voldemort besiegen konnte; niemand sonst würde es schaffen. Es war sein Schicksal – allein seine Aufgabe. In diesem Moment hatte er nichts mehr gewollt, als einen Menschen, der kommen und ihn retten würde. Er hatte sich gewünscht, dass diese Bürde auf den Schultern eines anderen lasten würde, ganz egal wie feige dies schien; aber niemand hatte ihm die Bürde abgenommen.
Orion konnte sich gut vorstellen, welche Angst Harry gerade hatte. Er dachte, dies wäre alles nur ein wunderbarer Traum gewesen, der sich in den grausamsten Alptraum verwandelt hatte. Dies ließ seine Beschützerinstinkte nicht ohne Effekt und sie wuchsen.
„Du bist nicht gegangen.", hauchte Harry, als er seine Wange an Orions Hals presste.
„Ich habe versprochen, dass ich bleibe.", erinnerte Orion ihn.
„Die Leute halten nie ihre Versprechen zu mir.", murmelte Harry.
Orion zuckte bei dieser Wahrheit zusammen. Dieser Fakt war ihm nur zu vertraut. „Ich weiß, aber ich bin anders. Ich werde jedes Versprechen, dass ich dir gegenüber mache, auch halten.", versicherte er ihm.
„Warum tust du das? Warum interessiert es dich?", fragte Harry.
Orion wusste, dass er keine allgemeine Antwort wollte. In Wahrheit war die Antwort komplex und nicht einmal er verstand sie vollkommen. „Sicherlich nicht, weil du Harry Potter und somit ein alternatives Selbst von mir bist. Das ist ein kleiner Teil davon, aber nicht der Hauptgrund." Er seufzte. „Niemand war je da, um mich zu retten, selbst als ich einen Retter brauchte. Ich kann dich retten."
Harry zuckte zusammen. Das klang wie eine Verpflichtung.
Orion ergriff sein Kinn und blickte ihm fest in die Augen. „Du bist keine Verpflichtung oder Bürde, also wag es nicht, so etwas zu denken."
Harry senkte kleinlaut den Blick.
„Sie hat versprochen, ich würde hier glücklich werden.", gab er zu. „Sie hat vorhergesehen, dass ich den Kampf wiederholen müsste, es das aber wert wäre."
„Was könnte soviel Leiden wert machen?", fragte Harry.
„Liebe.", erwiderte Orion. „Sie sagte, ich würde Liebe und Verständnis in dieser Welt finden." Er blinzelte langsam. „Ich bin nicht zu dir gekommen, weil du Harry Potter, sondern weil du Harry bist. Du bist die einzige Person, die mich jemals verstehen wird."
Harry starrte ihn ungläubig an. Er hatte seine eigene Welt verlassen, um Harry, dem Individuum – nicht Harry, dem Retter, zu helfen? Harry hätte an seiner Stelle etwas Ähnliches getan und das ließ ihm warm ums Herz werden. Sie verstanden einander wirklich.
„Jemand, der dich wirklich versteht, ist ein seltenes Geschenk.", gab Harry von sich.
„Und jemand, der dich bedingungslos liebt, ist unbezahlbar.", fuhr Orion fort, laut aussprechend, was sie beide dachten.
„Ich könnte nie jemanden lieben, der mich nicht versteht.", murmelte Harry. Orions verspannte sich bei diesen Worten und Harry ließ die letzten Minuten noch einmal in Gedanken Revue passieren. Er wurde rot, als er erkannte, was das beinhaltete. Orion war theoretisch Harry, also würde er genauso fühlen.
Er starrte Orion verwirrt und leicht verschämt an.
Orion blickte hinunter in seine Augen, als er mit sich selbst kämpfte. Luna hatte gesagt, dass Harry die einzige Person war, in die er sich je verlieben könnte, aber er wollte ihn nicht unter Druck setzen. Auf der anderen Seite wusste er genau, wie sehr Harry es hasste, angelogen und außen vor gelassen zu werden. Dieser eine Moment würde eine große Rolle für seine Zukunft spielen. Wie konnte er diese Situation am Besten angehen? Wie sagte man seinem alternativen Ich, dass sie nur miteinander glücklich werden konnten?
Er nahm einen tiefen Atemzug und nickte einmal.
„Oh.", keuchte Harry. Er wurde noch röter und versteckte sein Gesicht in Orions Halsbeuge.
„War das ein gutes 'oh' oder ein schlechtes 'oh', dass auf tiefe, seelische Narben hinweist?", fragte er ernst.
„Es war ein überraschend fasziniertes 'oh' natürlich.", zog Harry ihn auf.
„Also bist du nicht angewidert?", fragte Orion besorgt.
„Nein.", erwiderte Harry sofort. „Ich habe bisher nur noch nie darüber nachgedacht, mit einem Jungen zusammen zu sein.", gab er zu.
„Das ging mir genauso.", stimmte Orion zu.
„Hattest du Beziehungen in deiner Welt?", wollte Harry, sich nun doch etwas unsicher fühlend.
„Nein, nie. Ich habe niemandem genug vertraut, um ihn so nah an mich heran zu lassen.", gab Orion als Antwort.
„Luna sagt, dass wir glücklich miteinander werden.", sagte Harry, die erhaltene Information noch einmal wiederholend.
„Ja, das hat sie gesagt. Du musst dem aber nicht zustimmen. Ich würde dich niemals zwingen, mit mir auszugehen oder ähnliches.", antwortete Orion.
„Ich fühle mich sicher bei dir.", flüsterte Harry.
„Das freut mich.", sagte er.
„Ich bin nicht gegen die Vorstellung – es scheint nur seltsam zu sein. Ich würde ja praktisch mit mir selbst ausgehen.", kicherte Harry. Seine Antwort brachte Orion zum Lachen.
„Ich fühle mich grade wie Malfoy. Der einzige Weg, um glücklich zu werden, ist, sich in mich selbst zu verlieben. Niemand anderes wird mich je verstehen können.", imitierte Orion hochnäsig. Die zwei Zauberer brachen in schallendes Gelächter aus. „Das ist merkwürdig. Ich kenne dich eigentlich erst seit gestern."
„Und trotzdem kennen wir einander besser, als irgendjemand sonst. Wir haben ähnliches durchgemacht und haben beinahe die gleichen Enttäuschungen und Hürden hinter uns. Niemals wird man jemanden so gut verstehen, wie wir einander verstehen.", stellte Harry weise fest.
Orion lächelte zu ihm herunter und strich ihm beruhigend über den Rücken. „Das klingt jetzt komisch. Ähm, willst du mit mir ausgehen, Harry Potter?"
„Der Harry Potter will sich mit mir verabreden?", quietschte Harry in gespielter Aufregung. „Ich fühle mich geehrt!"
Orion verlor alle Selbstbeherrschung und brach in lautes Lachen aus. Er konnte sich nicht an das letzte Mal erinnern, dass das Leben sich so gut angefühlt hatte. Die Wärme in seiner Brust breitete sich langsam aus und schmolz das Eis, das er dort errichtet hatte. „Wie lautet Ihre Antwort, Mr. Potter?"
„Nun, Mr. Potter, ich befürchte, Sie werden mich nicht mehr los. Ich könnte einem so gut aussehendem Typen keine Abfuhr erteilen.", rief Harry mit ehrfürchtiger Stimme aus.
Orion rieb sich die Fingernägel über seine Brust. „Ja, ich sehe ziemlich gut aus, nicht wahr?"
Harry kicherte. „Ich werde sexy sein, wenn ich älter bin.", stimmte er zu. Der Augenblick, in dem diese Worte seinen Mund verließen, lief er knallrot an. „Ich meine – verdammt noch mal, ich klang eben so wie Malfoy.", grummelte er und brachte Orion damit wieder zum Lachen.
Harrys Magen wählte diesen Moment, um laut zu Knurren. Er blinzelte einmal und rieb sich dann den Hinterkopf. „Ich hatte keine Zeit zu essen, weil ich mir solche Sorgen gemacht hab."
„Ich weiß, kümmern wir jetzt mal darum.", meinte Orion. Sein Arm lag wie selbstverständlich um Harrys Schultern, als sie den Flur überquerten und die Küche betraten.
„Morgen, Harry.", sagte Lupin.
„Guten Morgen, Moony.", erwiderte Harry.
„Guten Morgen, unsere prächtigen, kleinen Harryleins!", riefen die Zwillinge mit eindeutigen Blicken.
Harry und Orion kicherten bei diesem verspielten Verhalten. „Fred, George.", sagten sie und nickten dem richtigen Zwilling jeweils zu.
„Wie könnt ihr sie auseinander halten?", fragte Charlie neugierig.
„Geheimnis!", gaben die beiden gleichzeitig zurück.
„Guten Morgen, Harry, Schatz.", trällerte Molly mit einem Lächeln. „Wie hast du geschlafen? Fühlst du dich gut? Du hast heute Morgen das Frühstück verschlafen.", rügte sie. „Ich werde dir schnell etwas machen, Schatz."
„Nicht nötig.", hielt Orion sie auf. „Ich werde für ihn kochen."
Molly stemmte die Hände in die Hüften und warf ihm einen bösen Blick zu. „Junger Mann, du musst wissen, diese Küche..."
„Gehört Harry und mir.", unterbrach er. „Genau wie dieses Haus."
Ihr Mund öffnete und schloss sich mehrmals.
„Ich habe jedes Recht, diese Küche zu benutzen, wenn ich das will." Er bedeutete Harry, sich zu setzen und lief dann um die geschockte Hexe herum zu den Schränken und dem Kühlschrank.
Harry beobachtete diese Interaktion ungläubig. Er war nicht geschockt, dass Orion Mrs. Weasley an ihren Platz verwiesen hatte, nein, dass hätte er erwarten sollen. Er war geplättet, dass Orion für ihn kochte. Harry hasste es, zu kochen; er hatte es immer als eine Art Folter bei den Dursleys angesehen und obwohl er gut darin war, genoss er es nicht.
Er hatte keinen Zweifel, dass Orion genauso fühlte. Das Wissen, dass Orion freiwillig für ihn kochte, ließ Harrys Herz schneller schlagen.
„Harry, Schatz?", flüsterte Molly.
„Hmm, oh richtig, ich hab wunderbar geschlafen und mir geht es fantastisch.", beantwortete er ihre Fragen.
Sogar Snapes Augenbrauen hoben sich bei dieser Aussage. Harry Potter fühlte sich niemals fantastisch. Er war immer in Ordnung und nur in Ordnung, bis gestern, als es ihm plötzlich gut gegangen war. Heute übertrumpfte er das und klassifizierte das Leben als fantastisch? Alle Anwesenden waren sich darüber im Klaren, dass ihr mysteriöser Gast der Grund für Harrys neuen Blick aufs Leben war.
Orion bewegte sich weiter sicher in der Küche, das Mittagessen mit präzisen Bewegungen vorbereitend. Er rührte den Topf auf dem Herd neuneinhalb Mal gegen den Uhrzeigersinn um und wiederholte das dann in die andere Richtung. Die gegrillten Käsesandwiches wurden umgedreht.
Er hasste kochen; das tat er wirklich, aber er wusste, Harry würde das Essen wirklich zu schätzen wissen. Und ehrlich gesagt, störte es ihn nicht allzu sehr, wenn er für Harry kochte.
Snape beobachtete seine präzisen Bewegungen mit intensiven, schwarzen Augen. Jede kleine Muskelanspannung wurde analysiert. „Wenn Sie so gut sind, finde ich es seltsam, dass Ihre Fähigkeiten ihm Tränkebrauen so furchtbar sind.", schnarrte er.
„Ich hasse kochen.", sagte Orion ihm. „Tränkebrauen ist dem Kochen ähnlich – also hasse ich es auch."
„Sie sind überraschend gut darin.", gab Snape widerwillig zu. „Sie könnten sich zu einem Tränkemeister ausbilden lassen."
„Würde ich nie tun.", mischte sich Harry ein.
„Und warum?", konnte Snape seine Neugier nicht unterdrücken.
Harry zuckte die Schultern. „Nur weil man in etwas gut ist, muss man es noch lange nicht mögen."
Snape nickte. Er wusste das nur zu gut. Er war ein genialer Spion, aber das bedeutete nicht, dass er es genoss, seinen Hals zu riskieren und all die Aufgaben zu erledigen, die mit dem Titel kamen. „Dieses Geschick haben Sie im Unterricht nie gezeigt.", kommentierte er.
„Natürlich nicht, warum sollte ich mich bei etwas anstrengen, dass ich hasse, wenn es nicht gefordert wird?", fragte Harry und brachte den Mann zum Blinzeln. „Ich muss den Unterricht besuchen, Sir, aber das bedeutete nicht, dass ich mein Bestes darin geben muss."
„Da haben Sie eine wahre Slytherin-Einstellung, Mr. Potter.", sagte Snape.
Lupin lächelte wissend. „Ah, ja, du hast diese kleine Enthüllung gestern verpasst, nicht wahr, Severus?"
„Welche Enthüllung?", forderte Severus zu wissen.
„Der sprechende Hut wollte Harry nach Slytherin stecken.", gab Remus zurück.
Eine tränkebefleckte Hand hob sich und fasste sich an den Nasenrücken. „Ein Slytherin mit Rumtreiber-Genen.", murmelte er. „Da wäre ich nie drauf gekommen."
„Natürlich nicht.", sagte Harry. „Das sollte auch nie jemand erfahren."
„Diese Information kam warum genau ans Licht?", fragte Snape.
„Um zu helfen, meine Identität zu überprüfen.", erwiderte Orion.
„Zwei Harry Potters.", murmelte Snape. „Nicht ein – zwei Slytherins mit Rumtreiber-Genen."
Remus, Orion und Harry brachen in lautes Lachen aus.
Als Snape ihnen böse Blicke zuwarf, brachte Remus kichernd heraus: „Du musst zugeben, es ist amüsant, Severus."
Der böse Blick wurde intensiver, aber Snapes dünne Lippen zuckten ganz leicht. „Ich nehme an, das Wiesel hat es nicht gut aufgenommen.", meinte er.
Harry zuckte bei der Erinnerung an den Verrat seines ehemaligen besten Freundes zusammen. „Nein."
Zum ersten Mal tat Snape etwas Unerwartetes; er sagte nichts Beleidigendes oder Gemeines. Er hielt tatsächlich den Mund. Ihm war das Gefühl der Einsamkeit und des Verrats sehr vertraut. Er fühlte ein klein wenig Mitgefühl in sich aufsteigen und erstickte dieses sofort wieder. Er wusste dass Harry Mitleid genau so sehr hasste, wie er selbst.
Orion bewegte sich zwischen dem Tisch und der Küchenplatte hin und her, das Mittagessen servierend. Er stellte einen Teller vor Harry, einen daneben für sich und einen dritten vor Snape ab. „Essen Sie.", trug er dem Mann auf.
Ron wählte diesen Moment, um mit Hermine die Küche zu betreten. Er starrte Orion böse an und blaffte: „Was zur Hölle denkst du, was du tust?"
„Mittag essen.", schnappte er zurück.
„Du hast der schmierigen Fledermaus etwas zu essen gegeben!", brüllte er geschockt.
„Ronald Bilius Weasley! Wie kannst du es wagen, einen deiner Professoren so zu nennen?", kreischte Molly.
„Aber Mum, das ist Snape!", rief er, als er beleidigend mit dem Finger auf den Mann zeigte.
„Ich weiß ganz genau, wer er ist und ich weiß, ich habe dir bessere Manieren beigebracht, junger Mann.", erwiderte sie hitzig, die Hände in die Hüften gestemmt. „Es tut mir Leid, Severus, ich weiß nicht, was..."
„Es ist okay.", schnaubte Snape gleichgültig.
Ein trotziger Ausdruck erschien auf Rons Gesicht. „Okay." Sein Blick bohrte sich in Orion, der um den Tisch herum lief, um sich neben Harry zu setzen. „Warum hast du für Snape Mittag gekocht?"
„Das hab ich nicht. Ich habe für Harry und mich gekocht und hatte noch genug übrig für Professor Snape.", erwiderte er. Es war eine Lüge und jeder, der in der Küche gewesen war, während er kochte, wusste das. Er hatte alles ganz genau abgemessen; es gab keine Reste.
„Warum hast du die Reste Snape gegeben?", wollte Ron wissen.
Harry warf ihm einen bösen Blick zu. „Weil er es so wollte.", schnappte er.
„Ich mag ihn.", fügte Orion sorglos hinzu. Er löffelte in Ruhe seine Tomatensuppe. Er hatte keinen Zweifel daran, welche Reaktion auf seine Aussage folgen würde.
„Du magst ihn?", fragte Hermine ungläubig.
Ron war nun völlig rot angelaufen. Seine Lippen bewegten sich, aber es kam nur unverständliches Gebrabbel heraus.
„Ja." Er griff nach dem gegrillten Käse und riss ein Stück ab, es in die Suppe tunkend, ehe er es aß. Harry und Severus machten es ihm nach.
„Du kannst die schleimige Fledermaus nicht mögen! Niemand mag den schmierigen Kerl! Niemand vertraut ihm. Alle wissen das!", knurrte Ron, als er die Fähigkeit zu sprechen wiedererlangte.
Harrys Augen verengten sich vor Wut auf den rothaarigen Idioten, als er sah, wie sich Snapes Hand bei seinen Worten ganz leicht verkrampfte.
„Ronald Weasley!", kreischte Molly.
„Ich kann mögen, wen ich will und ich kann vertrauen, wem ich will.", stellte Orion klar.
„Du vertraust ihm also wirklich?", fragte Ron skeptisch. „Snape, dem hinterhältigen, schleimigen Typ von einem Spion?"
„Ja, ich vertraue ihm. Ich vertraue ihm mehr, als irgendjemand anderem auf dieser Welt, ausgenommen Harry.", sagte Orion.
Ein winziges Flackern eines Lächelns war auf Snapes Gesicht zu erkennen, ehe es verschwand. Seine Hand begann, sich wieder zu bewegen und er aß weiter von der unglaublich leckeren Suppe. Seine Geschmacksnerven explodierten selig, als er aß.
„Mehr, als mir?", rief Ron geschockt aus.
„Definitiv.", lächelte Orion spöttisch.
„Mehr als Dumbledore?", fragte Hermine interessiert. Sicherlich war der Direktor vertrauenswürdiger als Professor Snape.
„Ja.", erwiderte Orion.
„Warum?", fragte sie verwirrt.
„Das geht dich nichts an.", schnappte Orion. Er senkte den Blick und aß weiter, die Blicke ignorierend. Ihre Meinungen waren ihm egal. Er hatte jahrelang im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gestanden; falls sie glaubten, diese mitleiderregende Befragung würde ihn knacken, waren sie dümmer, als er so schon glaubte.
„Das ist wirklich lecker.", kommentierte Harry und brach die Stille.
„Danke, Harry, ich bin froh, dass es dir schmeckt.", antwortete Orion.
Ron atmete verärgert aus und blaffte: „Ich bin hergekommen, sodass ich deine Entschuldigung annehmen kann, für die Art, wie du dich gestern benommen hast und dafür, dass du all die Jahre Geheimnisse vor mir hattest."
Harry und Orion sahen ihn an, als sei er ein kompletter Idiot.
„Dann wollte ich mich für das Schreien entschuldigen, aber ich glaube, ich bin noch nicht bereit, dir jetzt schon zu vergeben. Du scheinst jeden Tag mehr Slytherin zu werden. Plötzlich ist die Fledermaus dein neuer bester Freund und du kochst für ihn. Dann machst du dir selbst Komplimente. Du wirst genau wie Malfoy.", beschwerte er sich. „Ich glaubte, ich möchte im Moment nicht in deiner Nähe sein."
Harry verspannte sich und zitterte vor Wut. Ron war gekommen in dem Glauben, er würde sich entschuldigen?
„Erstens,", schnarrte er. „hat Professor Snape mich nie verraten, du schon. Zweitens, wenn jemand etwas Nettes für einen macht, sollte man demjenigen danken, selbst wenn diese Person eine alternative Version von einem selbst ist. Und als letztes, will ich dich nie wieder um mich haben."
Rons Augen weiteten sich bei dieser Aussage, ehe er sie verengte. „Du bluffst."
„Nein, das tut er nicht, Mr. Weasley.", sprach Snape mit rachsüchtiger Stimme. „Slytherins reden niemals so deutlich, außer sie sagen die Wahrheit. Obwohl, ich bezweifle, dass Ihr zurückgebliebener und dickköpfiger Verstand die Situation völlig begreift, also werde ich es Ihnen noch einmal genauer sagen.", spottete er. „Mr. Potter hasst Sie und will, dass Sie ihn in Ruhe lassen."
„Das ist gelogen!", rief Ron aus; sein Gesicht nahm eine ungesunde lila-rote Färbung an.
„Das ist es.", stimmte Harry zu.
Ron grinste Snape überheblich an, als Harry ihm zustimmte.
„Hass würde bedeuten, dass ich etwas für ihn empfinde. Er ist die Zeit nicht wert, die es bräuchte, darüber nachzudenken; daher bin ich mir nicht sicher, was ich fühle, aber man könnte es mit totaler Gleichgültigkeit beschreiben.", stellte Harry einfach fest.
Ron gaffte ihn entsetzt an.
„Harry, das kannst du doch nicht ernst meinen.", keuchte Hermine.
„Doch, das tue ich. Es ist mir einfach egal.", erwiderte Harry. Er schob seinen Stuhl zurück und nahm seinen, Orions und Severus Teller, sie ordentlich in die Spüle stellend. Danach wandte er sich der geschockten Menge zu.
Seine grünen Augen bohrten sich in Rons blaue und in diesem Augenblick wurde es Ron klar. Es war ganz egal, wie oft er sich entschuldigen würde. Es war ganz egal, ob es ihm wirklich leid tat. Harry Potter würde ihm niemals vergeben.
Apple, polished blood red,
Resting innocently on the bed,
I wish something else were in your stead,
You're feeding nightmares in our head.
Review? *auf Knopf unten deut* ;o)
lg wölfin
