Huhu!
sorry, dass es so lange gedauert hat! =(
die letzten wochen waren ein wenig stressig. ;o)
vielen dank für die 2 Reviews von Serpiente und Magmaus1 zum letzten Pitel! Immer weiter so!! =D
Wichtig: Kamerreon hat 2 Kapitel aus der Story gelöscht! Allerdings bestanden diese nur aus je einem etwas längerem Gedicht, daher ändert das nichts an der Story. Allerdings geht nun die Kapitelanzahl runter: von 17 auf 15 Kapitel. =)
Wichtig2: Dieses Pitel wurde nicht betagelesen! Es ist eigentlich schon seit 2 Wochen fertig und hab es auch direkt an meine Beta geschickt, aber sie hat auch auf meine 2. und 3. mail net reagiert.... Hoffe, sie taucht bald wieder aus der Versenkung auf... ;o)
Ich hab das Kapitel grad nochmal korrekturgelesen, aber falls ich was übersehen haben sollte, seid nachsichtig.... =P
und jetzt viel Spaß:
Faerietayle
Mirror Mirror you've defected,
My mask is all you've reflected,
A façade of all I keep protected,
Hiding a child who's been neglected.
Der 1. September kam schneller, als Harry erwartet hatte. Die Zeit, die er mit Orion verbrachte, schien sehr schnell zu vergehen. Die Zwei waren sich in den letzten Wochen so nahe gekommen, dass man sie fast nie alleine antraf. Keiner der beiden Zauberer konnte sich an eine Zeit erinnern, in der sie glücklicher gewesen wären.
Die Atmosphäre im Grimauldplatz war leicht angespannt, wenn man bedachte, dass sie mit der Mehrheit der Weasleys im Streit lagen, besonders nachdem Rita Kimmkorn ihre Beziehung öffentlich gemacht hatte. Daher verbrachten sie ihre Zeit meist zusammen in der Bibliothek oder im Wohnzimmer, sich in der Vergangenheit verlierend und ihre Hofffnungen und Träume für die Zukunft teilend.
Orion hatte sich zu Anfang gesorgt, dass er es bedauern würde, hierher zu kommen. Dass Luna unrecht gehabt hatte und er niemals Liebe oder Akzeptanz finden würde. Doch nun glaubte er ihr. Er hatte bereits Akzeptanz gefunden und er wusste, er war auf dem Weg, sich Harrys Liebe zu verdienen. Und er würde so lange warten, wie nötig.
Er erinnerte sich an den genauen Augenblick, in dem ihm klar geworden war, dass er es nicht bedauern würde. Es war, als er das Medaillon mit Harry im Zimmer zerstört hatte. Er wusste, wie wichtig ihnen Versprechen waren und Harry hatte versprochen, ihn nicht zu verlassen; das war keine Lüge.
Sobald dieser Krieg vorüber war, hatten sie die Chance glücklich zu werden. Bis dahin mussten sie ihr Bestes tun, den Krieg zu beenden, sodass sie nicht mehr in Gefahr waren.
Orion und Harry lagen an diesem Morgen noch gemütlich im Bett und kuschelten sich wärmesuchend aneinander. Sie wussten, dass sie eventuell aufstehen mussten, aber sie wollten diesen Moment noch für ein paar Minuten auskosten.
„Es beginnt heute.", flüsterte Harry.
„In der Tat, man wird uns heute zum ersten Mal seit unserem Ausflug in die Winkelgasse zusammen sehen.", stimmte Orion zu.
„Ich frage mich, was es für Gerüchte geben wird.", sagte Harry.
„Lächerliche, da bin ich sicher.", erwiderte Orion. „Sie werden Geschichten von Liebestränken bis zum Imperius erfinden, mit immer wieder anderen Details dazu gewürfelt."
„Die Mädchen, die davon geträumt haben, Mrs Potter zu werden, werden sich immer noch die Augen ausweinen.", machte Harry sich lustig. Er hatte es schon immer verachtenswert gefunden, dass es Leute gab, die ihn nur für seinen Namen und nicht für ihn selbst heiraten wollten.
„Dann gibt es die, die daran glauben und eifersüchtig auf mich sein werden.", sagte Orion.
Harry gluckste leicht. „Nachdem sie dich als Orion Black sehen, werden sie auf uns beide eifersüchtig sein. Das Foto im Tagespropheten war ziemlich verschwommen. Der Fotograf hat da keine gute Arbeit geleistet."
„Das ist wahr.", grinste Orion.
Harry wurde plötzlich wieder ernst. „Ich zweifle nicht daran, dass Voldemort von dir gehört hat und schon Pläne schmiedet. Versprich mir, dass du auf dich aufpasst."
Orion blickte in besorgte Augen und lächelte sanft; seine Arme verstärkten ihren Halt um Harry und zogen ihn näher an sich. „Ich verspreche, dass ich dich nicht verlassen werde, Harry Potter. Ich werde ganz bestimmt nicht zulassen, dass Voldemort uns auseinanderreißt."
Harry entspannte sich leicht, als er das hörte. Er wusste, die Menschen, die ihm am nächsten waren, wurden immer als Zielscheibe ausgewählt und er wollte nicht, dass seinem Freund etwas passierte. Jetzt wo er wusste, wie das Leben sein konnte, wenn man nicht allein war, wollte er dieses Gefühl nie wieder missen. Niemals.
Ein lautes Klopfen an der Tür ließ sie aufhorchen.
„Komm rein!", rief Harry, als Orion die Verschlusszauber aufhob.
Fred und George steckten ihre Köpfe ins Zimmer. „Guten Morgen, Harry und Harry! Schöner Tag, nicht wahr? Das Portrait kreischt nicht herum, der grimmige Hauself spricht immer noch nicht und ihr habt das Privileg, uns zu sehen!", riefen sie.
Orion und Harry mussten lachen, als sie das hörten.
„Oi, Gred, ich hatte gerade einen Gedanken!"
„Teile diese wunderbare Erkenntnis mit uns, Forge.", befahl Gred.
„Da sie ja Harry und Harry sind, macht sie das genauso zu Zwillingen wie wir es sind?", fragte Forge. Verschmitzte, rothaarige Erfinder starrten Orion mit gehobenen Augenbrauen an.
„Nein.", erklärte Orion. „Genau genommen sind wir dieselbe Person und ihr zwei nicht."
„Ich denke, er liegt falsch, Gred."
„Ich auch, Forge. Sie haben diesselbe DNA, so wie wir. Das macht sie zu Zwillingen!", bestimmte Gred.
Harry sah sie skeptisch an. „Er ist drei Jahre älter als ich. Wie können wir Zwillinge sein?"
„Das ist nur eine Formalität, Harry.", schnaubte Fred.
„Genau. Außerdem braucht Hogwarts ein Paar von nervenden, genialen, Unruhe stiftenden Zwillingen jederzeit. Wir sind jetzt weg, also gehört der Job euch!", informierte George sie.
Orion rollte die Augen. „Falls wir Zeit haben, werden wir tun, was wir können.", gab er nach.
„Sehr gut! Oh und Frühstück sit fertig.", sagten sie verlegen und rieben sich den Nacken.
„Wir sind gleich unten.", antwortete Harry für sie.
Als die zwei Zauberer weg waren, rollten Harry und Orion aus dem Bett und streckten sich erst einmal. Harry ging zur Kommode auf seiner Seite des Zimmers und öffnete die oberste Schublade; seine Kleidung für den heutigen Tag hatte er dort deponiert, nachdem er gestern Abend mit dem Packen fertig war.
Sein Koffer war voll von neuer Kleidung; Orion hatte darauf bestanden, dass er nicht weiter Dudleys alte Klamotten tragen musste und ihm eine gesamte Garderobe per Eule bestellt. Gladrags Bekleidungsgeschäft hatte beinahe innerhalb von zwei Wochen täglich Bestellungen erhalten, ehe Orion zufrieden war, dass sein Gegenstück alles hatte, was er verdiente, aber vorher nie besessen hatte.
Harry hätte dagegen protestiert, hätte er nicht gewusst, dass das Orions Gefühle verletzen würde. So wie Orion wusste, dass Harry die Geschenke wirklich zu schätzen wusste, es aber für viel zu viel hielt.
Er zog sich die Pjyamahose aus und stand in seinen Boxern da, seinen Rücken zu Orion. Harry griff sich die schwarzen Socken zuerst und zog sie an. Danach nahm er die schwarze Hose aus Drachenleder und zog sie über seine Hüften; sie presste sich an seinen Hintern und seine Beine. Als nächstes kam das Shirt, welches zu seinen Augen passte. Und zu guter letzt steckte er seine Füße in kniehohe Stiefel aus Drachenleder, die erstaunlich gemütlich waren. Sein Zauberstab verschwand in seiner Tasche.
Harry drehte sich um, sobald er fertig war und sah zu Orion, der ein beinahe identisches Outfit trug, nur das Shirt passte zu seinen nun blau-grünen Augen. Er sah, wie Orion seinen eigenen Zauberstab in seine Tasche steckte und legte neugierig den Kopf zur Seite, als ihm ein Gedanke kam.
„Werden die Leute nicht merken, dass wir denselben Zauberstab haben?", fragte er.
„Nein, darum hab ich mich schon gekümmert.", beruhigte Orion ihn.
„Oh? Wie?", harkte er nach.
„Letzte Woche, als Fawkes hier war, hab ich ihn gebeten, einen Phönixzauber über ihn zu legen, sodass wir beide sicher sind und das Geheimnis gewahrt bleibt. Er hat zugestimmt.", erklärte Orion. „Nur du und ich können durch den Zauber sehen, weil wir die Wahrheit wissen und unsere Zauberstäbe durch die Federn miteinander verbunden sind."
Harry blinzelte langsam. „Wird Voldemort es denn dann nicht herausfinden können?", fragte er besorgt.
„Nein. Unsere Zauberstäbe sind zwar durch die Federn verbunden, aber er weiß die Wahrheit nicht und er wird es nicht herausfinden, außer einer von uns beiden erzählt es ihm. Alle anderen..."
„Stehen unter einem Unbrechbaren Schwur.", erinnerte Harry sich.
„Ganz genau."
„Darum hast du mir Okklumentik beigebracht.", erkannte Harry plötzlich.
„Das war der Hauptgrund. Allerdings wollte ich auch, dass dein Verstand geschützt ist. Das wird dich davor bewahren, einige schreckliche Dinge zu sehen." Orion schauderte. „Wirklich schreckliche Dinge."
„Darum hast du mich also wie ein Sklaventreiber jeden Tag stundenlang angetrieben.", zog Harry ihn auf. „Zumindest bist du ein viel besserer Lehrer als Snape."
„Er ist der letzte Test.", informierte Orion ihn. „Ich werde ihn nach dem Frühstück bitten, deine Fähigkeiten zu testen. Ich denke, du kannst es, aber ich möchte, dass er es noch einmal überprüft."
Harry mochte den Gedanken gar nicht, Snape wieder in seinem Kopf zu haben, aber er wusste, Orion würde es nicht einmal vorschlagen, wenn es nicht absolut nötig war. „Richtig.", grummelte Harry. „Frühstück."
Als sie ihr Zimmer verließen, legte Orion besitzergreifend einen Arm um Harrys Taille; seine Hand kam auf seiner Hüfte zu ruhen. Sie liefen runter zur Küche und schlüpften hinein, die Plätze am Tischende für sich beanspruchend, wie sie es mittlerweile immer taten.
Sie packten sich die Teller voll mit all dem, was sie wollten und unterhielten sich leise miteinander. „Harry.", unterbrach eine Stimme sie.
Harry sah auf und starrte in die blauen Augen seines ehemals besten Freundes. „Ich hatte eine Menge Zeit zum Nachdenken und ich hab erkannt, was für ein Idiot ich war. Kannst du mir vergeben, Harry?"
„Nein.", erwiderte er.
Molly öffnete den Mund, um ihn dafür zu maßregeln, so unhöflich zu Ron zu sein, aber Orion brachte sie mit einem Blick zum Schweigen.
„Es tut mir aber leid!", bestand Ron darauf. „Das tut es wirklich. Ich war einfach so sauer und hab mich verraten gefühlt, dass du mir nicht die Wahrheit gesagt hast und dann hab ich wie immer überreagiert und ich will doch nur, dass alles wieder normal ist!"
„Es wird niemals wieder normal sein.", sagte Harry.
„Aber es tut mir leid!", rief Ron; er versuchte, nicht frustriert zu werden. Diese Augen vor ein paar Wochen mussten gelogen haben. Harry vergab ihm immer. Sie konnten nicht die Wahrheit gesprochen haben.
„Manchmal ist Es tut mir leid nicht genug, Ron. Das ist hier der Fall.", erwiderte Harry, ehe er sich von dem Jungen abwandte und sich wieder seinem Frühstück widmete.
Ron Weasley zuckte bei dieser Antwort zurück. Er wollte schimpfen und schreien, aber das würde nichts bringen. Scheiße, das würde die Sache wahrscheinlich noch viel schlimmer machen. Er hatte einen Fehler gemacht und jetzt musste er mit den Konsequenzen leben.
Er glaubte, er könne den Mund halten, aber dann sah er, wie Harry Orion anlächelte. Der bittere Kommentar entschlüpfte ihm, ehe er etwas dagegen tun konnte. „Das ist alles deine Schuld!"
„Was?", knurrte Harry. Die Kälte in seiner Stimme ließ die anderen im Raum erstarren.
„Wäre er nicht hier aufgetaucht, hätte ich nie herausgefunden, dass du in Slytherin sein solltest! Ich wäre nie ausgerastet und du wärst immer noch mein bester Freund!", brüllte Ron.
„Wage es ja nicht, jemand anderem für deine Taten die Schuld zu geben!", knurrte Remus. Seine bernsteinfarbenen Augen leuchteten und Orion griff instinktiv nach seinem Zauberstab, während er gleichzeitig versuchte, Harry hinter sich zu bringen.
Remus sah die Bewegung und zuckte zusammen. Es tat weh, zu wissen, dass Orion ihn immer noch nicht in Harrys Nähe duldete. Der Junge erwiderte seine morgendlichen Grüße und antwortete auf Fragen, aber das war es. Er wusste, er musste für jedes Stück an Nachsicht, dass er ihm gab, kämpfen. „Ich würde Harry nie verletzen.", flüsterte Remus traurig.
„Mein Verstand weiß das.", gab Orion zurück.
„Und doch glauben deine Instinkte immer noch, ich sei der Feind.", murmelte Remus niedergeschlagen.
Es gab nichts, was Orion dazu sagen konnte; es war die Wahrheit.
„Ich glaube immer noch, dass es seine Schuld ist.", murmelte Ron, die Aufmerksamkeit der Anderen wieder auf sich ziehend.
„Mr Weasley.", Snape sprach den Namen mit Hohn aus. „Ich bin wirklich über die unglaubliche Menge an Dummheit überrascht, die Sie in ihrem winzigen Gryffindorhirn mit sich herumtragen. Nur Sie könnten dumm und einfältig genug sein, zu denken, dass die Person, die sie versuchen, um Vergeben anzubetteln, Ihnen diese gewähren wird, wenn Sie den Menschen beleidigen, der dieser Person am wichtigsten ist. Bettel wie ein Wiesel und er wird Ihnen trotzdem nicht vergeben.", grinste Snape süffisant.
„Sie dummer, schleimiger..."
„Ignoranter Trottel! Sie sind beinahe so widerwärtig wie der Pate des Ju..." Snapes Mund klappte zu, ehe er den Satz beenden konnte. Er wandte sich Harry und Orion mit blankem Gesichtsausdruck zu, dennoch konnten sie einen Hauch einer Entschuldigung hinter der Maske erkennen.
Harry und Orion neigten leicht die Köfpe, um den Mann wissen zu lassen, dass er vergeben war.
„Snape, könnten Harry und ich wohl nach dem Frühstück etwas von Ihrer Zeit in Anspruch nehmen?", bat Orion.
Schwarze Augen borrten sich in Harrys. „Sie haben es also geschafft?"
„Orion scheint das zu glauben, Sir.", erwiderte Harry.
„Und was glauben Sie, Mr Potter?", wollte Snape wissen.
„Ich glaube, ich bin bereit, herauszufinden, ob ich es geschafft hab oder nicht.", gab er zurück.
„Nun gut, dann werde ich diesen Glauben nach dem Frühstück überprüfen.", gab Snape seine Antwort.
„Was geschafft?", fragte Hermine.
„Nichts, das dich etwas angeht.", sagte Harry zu ihrer Überraschung.
„Du hast dich verändert." Die Worte waren beinahe eine Anklage.
„Und du nicht.", gab Harry zurück.
Hermine war sich nicht sicher, warum die Worte sich wie eine Beleidung anfühlten, obwohl sie mit tonloser Stimme gesprochen worden waren. Dennoch wurde sie das Gefühl nicht los, dass sie ihn wieder enttäuscht hatte. Dieses Gefühl machte für sie keinen Sinn. Denn schließlich hatte sie Ron letzten Monat gewählt und sie würde zu dieser Entscheidung stehen. Nach allem, was das letzte Mal gesagt worden war, als sie etwas ähnliches diskutiert hatten, glaubte sie immer noch, im Recht zu sein.
Orion bemitleidete Hermine Granger beinahe. Sie war intelligent, das war wahr. Allerdings kam dieses Wissen von Büchern und nicht aus Lebenserfahrungen. Einen Test konnte sie leicht bestehen, aber das reale Leben schien ihr ein Mysterium zu sein.
Der Rest des Frühstücks verlief schweigend.
Als sie fertig waren, verließen Orion und Harry, gefolgt von Snape, die Küche, die angespannte Stimmung hinter sich lassend. Sie gingen ins Wohnzimmer und legten Verschluss- und Stillezauber über den Raum.
Schweigend wandten sich die beiden Zauberer Severus Snape zu.
Der Tränkemeister zog seinen Zauberstab und richtete ihn auf Harry Potter. „Legilimens.", sagte er kurz und bündig. Sein Verstand flog vor und schlüpfte leicht in Harrys Kopf. Er öffnete den Mund, um eine beißende Bemerkung zu machen, als er erkannte, dass er keine Erinnerungen erfassen konnte. Alles in allem sah er gar nichts. Er blickte verwirrt ins Blaue hinaus; das Innere von Potters Kopf sah aus wie der Himmel.
Eine winzige Bewegung zu seiner Rechten zog seine Aufmerksamkeit auf sich und er sah einen flatternden Schnatz. Der goldene Ball machte ein paar Loopings und Drehungen, ehe er schnell davonflog. Er verfolgte ihn, aber der Schnatz entkam ihm immer; er schlüpfte davon, ehe er ihn fangen konnte. Er zog sich mit einem Grinsen aus dem Verstand das Jungen zurück.
„Interessant.", gab er widerwillig zu.
Orion grinste. „Ich war nicht gut darin, Schilde aufzubauen; sie wurden immer eingerissen. Dann dachte ich daran, etwas auszuprobieren, dass Leute hinein, sie aber nichts finden oder zerstören ließ."
„Die Erinnerungen und Gedanken sind alle in dem Schnatz. Welcher, so wie in der Realität, niemals still steht und sich nur sehr schwer fangen lässt.", fügte Harry hinzu.
„Sie wissen schon, dass jemand talentiert genug sein könnte, um ihn zu fangen?", stellte Severus heraus.
Harry grinste breit. „Jeder, der dem Schnatz zu nahe kommt, wird rechtzeitig von zwei Klatschern angegriffen, Sir.", informierte Harry ihn.
Snapes Lippen zuckten leicht. „Ich verstehe, das ist akzeptabel.", sagte er.
Harrys Grinsen wurde breiter. Das war das höchste Kompliment, dass er je von dem Mann erhalten hatte. „Danke, Sir."
Es gab ein kurzes Klopfen an der Tür zum Wohnzimmer und schon wurden die Verschluss- und Stillezauber heruntergenommen, ehe die Tür aufschwang, eine violetthaarige Tonks enthüllend. „Halli-Hallo, Harry!"
„Tonks.", grüßte Harry sie.
„Wir machen uns in etwa zehn Minuten auf den Weg. Ich hab eure Koffer schon hier unten, also müsst ihr nur noch das holen, was ihr sonst noch mitnehmen wollt.", gab sie Bescheid.
„Danke, das werden wir machen.", erwiderte Orion.
„Sir.", sagten sie zusammen, als sie Snape zunickten und den Raum verließen.
In der Eingangshalle herrschte komplettes Chaos. Walburga kreischte jedem Obszönitäten zu, der sich bewegte; ihre Stimme zerrte an Harrys Nerven. Versuchend, sie auszublenden, kämpfte er sich durch die Koffer und anderen Dinge, die in der Halle herumstanden. Er wich Ginny vorsichtig aus und eilte die Treppe hinauf, Orion immer hinter sich.
Er betrat sein Zimmer und ging sofort auf das Regal zu, in dem Hedwigs Käfig stand. Er steckte einen Finger durch das Gitter und streichelte ihre Federn. „Hallo, Mädchen."
Hedwig hootete ihn glücklich an.
Orion ließ seine Blick ein letztes Mal durch das Zimmer schweifen, um sicher zu gehen, dass sie alles hatten. „Bereit zu gehen, Harry?"
„Jupp!", erwiderte er. Orion lächelte ihn an und die beiden Zauberer liefen wieder zurück in die Eingangshalle, sodass sie los konnten.
Als sie unten ankamen, schrumpfte Orion ihre Koffer und steckte sie in die Tasche. Harrys beinhaltete all seine Schulsachen, die er besorgt hatte, plus seine Garderobe. Orions war gefüllt mit seiner eigenen Kleidung und dem Gryffindorschwert, sowie ein paar Büchern, die sich als nützlich erweisen könnten.
„Hat jeder, was er braucht?", fragte Molly Weasley.
„Ja!", erwiderten alle.
„Kingsley und ich sind vorne.", informierte Moody sie, als er aus dem Schatten humpelte. Sein magisches Auge besah sich Orions verzaubertes Äußeres noch einmal. Der junge Mann war wirklich faszinierend; er war amüsiert und überrascht gewesen, als er erfahren hatte, dass eine alternative Version von ihm den Jungen unterrichtet hatte.
„Lupin und ich sind hinten.", sagte Tonks.
„Charlie, die Zwillinge und ich kümmern uns um die Seiten.", meldete Bill sich zu Wort. „Ich erwarte, dass ihr zwischen uns bleibt, verstanden?"
„Ja.", riefen sie einheitlich.
„Ständige Wachsamkeit!", trompetete Moody, als er die Tür öffnete und die Prozession anführte.
Orion behielt Harry im Auge; sein Zauberstab war in seiner Hand und gegen seinen Schenkel gepresst. Seine Muskeln waren angespannt. Er hasste es, Lupin im Rücken zu haben; das ging gegen seine Instinkte. Er wusste intellektuell, dass dieser Lupin ganz anders war, als der in seiner Welt und dass der Werwolf sich um Harry sorgte, aber das bedeutete nicht, dass sein Herz einfach so seine Anwesenheit akzeptieren würde.
Die Stimmung war angespannt, bis sie Kings Cross Station erreichten, doch die Gruppe entspannte sich nicht, ehe sie es erfolgreich durch die Barriere und auf Gleis 9 ¾ geschafft hatten.
Harry und Orion gingen gemeinsam durch und Stille fiel über die Menschenmasse, als sie den Auserwählten und seinen Freund anstarrten. Orion schlang einen Arm um Harrys Taille und führte ihn vom Orden weg und zum Hogwarts Express.
„Es ist wahr!"
„Ich kann nicht glauben, dass er schwul ist!"
„Sie sehen wirklich fantastisch zusammen aus."
„Denkst du, sie wären an einem Dreier interessiert?"
„Ich verstehe immer noch nicht, warum er nicht mich genommen hat. Ich bin so viel besser als er."
„Ich hab gehört, er ist der Halbblutsohn von Sirius Black!"
„Der Typ, der Harrys Eltern an Du-weißt-schon-wen verraten hat?"
Neville tauchte an Harrys Seite auf und starrte die flüsternde Menschenmasse böse an. „Ignorier sie, Harry.", sagte er laut. „Sie können nichts dafür, dass sie eifersüchtige und ignorante Idioten sind." Viele Hexen und Zauberer schenkten ihm für diesen Kommentar böse Blicke.
„Wie war dein restlicher Sommer, Nev?", fragte Harry.
„Ziemlich gut, danke." Er drehte sich etwas und nickte Orion zu. „Orion, schön dich wiederzusehen."
„Dich genauso, Neville. Wie geht es Miss Brown?", fragte er höflich.
„Nenn mich Lavender.", sagte sie, als sie an Nevilles Seite auftauchte. „und es geht mit gut, danke."
Die Vier stiegen in den Zug und brachten zuerst Hedwig in das korrekte Abteil für die Reise. Dann liefen sie den Flur entlang, ehe sie ein leeres Abteil fanden. Sie gingen hinein und setzen sich einander gegenüber. „Kommen Ron und Hermine vorbei, nachdem sie ihre Runden gedreht haben?", fragte Neville.
Harry spannte sich an, ehe er sagte: „Nein, das werden sie nicht."
„Es ist endlich passiert, nicht whar?", fühlte Lavender mit ihm. „Das goldene Trio ist auseinander gebrochen."
Harry nickte.
„Was hat dieser Idiot Weasley dieses Mal gemacht?", wollte Neville wissen.
Harry sah auf zu Orion und hob eine Augenbraue. „Du kannst es ihm sagen.", sagte Orion.
„Der Hut wollte mich nach Slytherin stecken.", gab Harry zu.
„Ich wette, dass hat er gut aufgenommen.", schnaubte Lavender.
„Oh ja, Ron hat die Neuigkeiten sehr gut verkraftet.", schnarrte Harry. „So gut, dass er entschieden hat, ich soll mich bei ihm entschuldigen, weil ich Geheimnisse vor ihm hab."
„Das hat er nicht wirklich gesagt, oder?", fragte Neville ungläubig. War er wirklich so dumm?
„Hat er.", bestäigte Orion.
„Verdammter Wichser.", knurrte Neville. Er blickte Harry an und sagte ernst. „Es ist mir egal, in welches Haus der dumme Hut dich schicken wollte. Du bist immer noch du."
„Danke, Nev.", grinste Harry.
Der Zug fuhr schließlich los, als die Tür aufging und Luna Lovegood hereintrat. „Neville, Lavender, Harry, Orion.", grüßte sie jeden von ihnen, Harry und Orion einen Kuss auf die Wange gebend.
„Luna.", erwiderten sie alle liebevoll.
Luna wickelte eine Locke ihres blonden Haares um einen Finger, die Radieschen-Ohrringe enthüllend, die sie gewöhnlich trug. Ihre andere Hand spielte mit ihrer Korken-Halskette. „Letzte Nacht habe ich über einen Spiegel geträumt.", sagte sie und erhielt damit sofort Orions Aufmerksamkeit.
„Und?", seine Augen strahlten vor Neugier.
„Und mein Spiegelbild hat mir gesagt, ich soll dir sagen, dass du geliebt wirst.", fuhr sie fort.
Ein liebevolles Lächeln ließ den normalerweise ernsten Ausdruck auf Orions Gesicht verschwinden. „Falls du das Spiegelbild noch einmal sehen solltest, sag ihr bitte dasselbe."
„Das werde ich.", sagte sie glücklich.
„Ihr kennt euch?", fragte Neville.
„Ja, Luna und ich kennen uns schon seit Jahren.", sagte Orion.
Danach verflog die Zugfahrt schnell. Schokofrösche wurden von der Hexe mit dem Süßigkeitenwagen gekauft. Sie verbrachten ihre Zeit damit, über ihren Sommer zu erzählen. Tatsächlich war es das erste Jahr, in dem sie nicht von den Slytherins unterbrochen wurden. Allerdings bedeutete das nicht, dass niemand an ihrem Abteil vorbei kam. Gesichter erschienen regelmäßig hinter den Fenstern der Tür. Die Schüler im Flur starrten Harry und seinen unerwünschten Liebhaber schamlos an.
Sie zogen sich ihre Roben über, sobald es Zeit war und verließen dann den Hogwarts Express, als er in Hogsmeade ankam. Sich durch die Menge an aufgeregten Schülern kämpfend, steuerten sie eine der Kutschen an. Harry und Orion streichelten den Thestral sanft, ehe sie hinter Lavender und Neville einstiegen; Luna kletterte nach ihnen hinein.
Sie stiegen aus der Kutsche und betraten Hogwarts mit einem Lächeln. Orions Augen blickten über das Schloss und die Ländereien. Es hatte alles anders ausgesehen, als er das letzte Mal hier gewesen war. Die Ländereien waren verwüstet worden und die Körper der Verletzten und Toten hatten das Gras bedeckt.
„Spiegel zeigen nicht immer die Wahrheit.", flüsterte Luna ihm zu. „Das Spiegelbild mag anders sein, aber das Ergebnis könnte schlimmer sein als zuvor."
Er wusste genau, was sie meinte. Falls er Voldemort nicht bald vernichten konnte, würde der Kampf wieder stattfinden. Nicht nur der Endkampf, sondern auch der Kampf, der daraus entstanden war, dass Draco das Verschwindekabinett repariert hatte. Er würde den Idioten daran arbeiten und denken lassen, er würde es schaffen. Er wusste, er würde Voldemort vernichten können, ehe es repariert war.
Luna trennte sich von den Vier und setzte sich an den Ravenclawtisch; der Rest von ihnen ging hinüber zum Gryffindortisch und setzte sich dort. Orion saß neben Harry, während Neville und Lavender sich ihnen gegenüber niederließen. Parvati Patil setzte sich neben Lavender.
Ron und Hermine betraten die Große Halle und setzten sich ans andere Ende des Tisches, so weit wie nur möglich von Orion und Harry entfernt. Dies brachte mehr als nur ein paar Augenbrauen dazu, sich zu heben und schockierte viele Schüler. Potter, Weasley und Granger waren unzertrennlich gewesen, seit sie Erstklässler gewesen waren.
Dean und Seamus pflanzten sich neben Harry nieder. Sie öffneten den Mund, um ihm eine Flut an Fragen zu stellen, wurden aber von McGonagall unterbrochen, die mit den Erstklässlern hereinkam, ehe sie loslegen konnten.
Orion schlang einen Arm loose um Harry. Sie rollten mit den Augen, als der Hut seinen nervenden Song sang und schon begann das Sortieren der neuen Schüler. Sie klatschten gehorsam, wenn jemand nach Gryffindor eingeteilt wurde, ignorierten das Prozedere aber größtenteils.
Dumbledore stand auf, sobald jeder Schüler eingeteilt war und grinste die Schüler mit funkelnden blauen Augen fröhlich an. „Ankündigungen werden nach dem Fest gemacht, haut rein!" Er legte seine Hände auf den Tisch und schickte nach dem Essen aus der Küche.
Die Schüler und Lehrer taten eifrig wie geheißen.
„So Harry, warum sitzt du nicht bei Ron und Hermine?", fragte Dean.
„Ich fühl mich nicht danach.", murmelte Harry.
„Sie sind deine besten Freunde!", rief Seamus aus.
„Nein, sind sie nicht.", knurrte Harry, als er nach der Bratensoße griff.
Die Gryffindors, die in der Nähe saßen und nichts über die Umstände wussten, starrten ihn geschockt an, ehe sie eifrig miteinander flüsterten. Die Tatsache, dass Harry Potter Ronald Weasley und Hermine Granger nicht länger als seine Freunde ansah, breitete sich im Raum aus wie ein Buschfeuer. Schüler von anderen Tischen verdrehten sich die Hälse, um den Jungen der lebt anzustarren und zu sehen, ob es wahr war.
„Ich werd verrückt! Du meinst das ernst, oder?", hauchte Seamus ungläubig.
„Ja.", erwiderte Harry einfach nur. Er hasste es im Mittelpunkt zu stehen und jetzt, wo er einen Freund hatte und nicht mehr mit diesen Beiden befreundet war, würde er sicher noch mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen, als sonst schon.
„Hat Hermine mit dir geflirtet oder so, als sie gesehen hat, wie toll du ohne Brille aussiehst?", zog Dean ihn auf.
Harry rümpfte angewidert die Nase. „Nein, das ist privat. Lasst es einfach."
„Richtig, also, ist er wirklich dein Freund?", fragte Seamus weiter.
Harry seufzte. „Ja. Das ist Orion Black. Er ist mein Freund und ja, er ist auch der Sohn von Sirius Black."
„Nett, euch kennenzulernen.", sagte Orion.
„Ebenso.", riefen mehrere Stimmen.
„Harry, findest du es nicht ein wenig seltsam, mit dem Sohn des Mannes zu gehen, der deine Eltern verraten hat?", fragte Colin sich laut, während er nicht ganz so diskret ein paar Fotos von den beiden Zauberern schoss.
„Sirius hat meine Eltern nicht verraten.", knurrte Harry.
„Wer dann?", wollte Dean wissen.
„Peter Pettigrew."
„Er ist tot! Black hat ihn umgebracht!", riefen ein paar Leute.
„Das wünschte ich.", murmelte Harry so leise, dass nur Orion ihn hörte. „Pettigrew war der Geheimniswahrer meiner Eltern. Sirius hat versucht, Pettigrew in dieser Nacht zu fangen, aber Pettigrew hat sich in seine Animagusform verwandelt und ist geflohen, Sirius so nach Askaban schickend."
„Verflucht! Woher weißt du das?", harkte Seamus nach.
„Rons Ratte Krätze war Pettigrew als Animagus.", sagte Harry.
Orion fühlte die Wut und Verachtung, die Harry ausstrahlte und seufzte. Der Peter, den er kannte, war eine völlig andere Person, freundlich und liebevoll. Ein Onkel in etwa oder zumindest war er das gewesen, bevor Lupin ihn getötet hatte. Er strich Harry beruhigend über den Rücken und sah zufrieden zu, wie der Andere sich leicht entspannte.
„Was?", rief Dean.
„Er wurde fast gefangen, als wir in der dritten Klasse waren, aber er ist entkommen.", erzählte Harry ihnen.
„Also das ist der Grund, warum du und Ron keine Freunde mehr seid.", schloss Dean. „Seine Ratte hat deine Eltern verraten."
„Nein, das ist nicht der Grund, warum wir keine Freunde mehr sind.", sagte Harry.
Dumbledore stand auf und klopfte mit seiner Gabel gegen sein Glas, somit die Aufmerksamkeit auf sich ziehend, ehe Harry weiter befragt werden konnte. „Ich würde euch gern alle zu einem weiteren Jahr in Hogwarts willkommen heißen. Zuerst einmal, der Verbotene Wald ist immer noch genau das, verboten. Zweitens, Mr Filch hat eine Liste mit Gegenständen, die in der Schule nicht erlaubt sind, an seiner Bürotür aufgehangen und hat mich gebeten, euch daran zu erinnern, dass es nicht erlaubt ist, in den Korridoren zu zaubern."
Dumbledore deutete ans Ende des Lehrertisches. „Ich würde euch gerne euren neuen Lehrer für Zaubertränke vorstellen, Horace Slughorn." Schock breitete sich bei dieser Ankündigung unter den Schülern aus. „Severus Snape wird dieses Jahr Verteidigung gegen die dunklen Künste unterrichten." Ein höflicher Applaus folgte daraufhin. Der größte Teil kam von den Slytherins.
„Mist, dachte, ich wär ihn endlich los.", murmelte Neville.
Die umliegenden Gryffindors mussten sich auf die Zunge beißen, um bei diesem Kommentar nicht laut loszulachen.
„Wie ihr sehen könnt, hat Mr Potter dieses Jahr einen Begleiter. Mr Orion Black ist als sein Bodyguard hier, aus offensichtlichen Gründen. Sollte jemand von euch versuchen, Mr Potter anzugreifen, solltet ihr wissen, dass Mr Black mit allen Mitteln, die er als nötig erachtet, zurückschlagen wird. Ich warne euch jetzt, dass Mr Black so fähig wie jeder Auror und mit ihm nicht zu Spaßen ist.", fuhr Dumbledore fort.
Die Stille, die auf diese Ankündigung folgte, wurde von einem leisen Knurren unterbrochen. Köpfe schwangen herum, um das Geräusch zu identifizieren und Münder klappten auf, als Schüler und Lehrer gleichermaßen erkannten, dass Ron Weasley in die Richtung seines ehemaligen besten Freundes knurrte. Seine Augen waren zu Schlitzen verengt und er trug einen Gesichtsausdruck, der dem von Snape Konkurrenz machen konnte.
Obwohl es niemand laut aussprach, dachten sie alle dasselbe: Ron Weasley machte Orion Black für die zerbrochende Freundschaft des Goldenen Trios verantwortlich.
Mirror Mirror you're not whole,
Reflecting back shards of our soul,
Until we can recover what you stole,
We'll wear our mask and play our role.
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lg wölfin
